Eine Neonazi-Aktivistin aus Franken sitzt wegen geplanter Terroranschläge in Haft. Nun kommen weitere Details ans Licht. Bei einem angeblich geplanten Waffendeal soll es auch um ein illegales Sturmgewehr gegangen sein. Von Jonas Miller Elke Graßer-Reitzner (NN) Über dieses Thema berichtet: Stadt Land Leute am 14.11.2024 um 13:00 Uhr. Der Fall sorgte 2020 für bundesweite Aufmerksamkeit: Die Neonazi-Terroristin Melanie H. (Name geändert*) aus dem Raum Nürnberger Land soll Bombenanschläge geplant haben. Dafür soll sie Polizeibeamte und Politiker als mögliche Anschlagsopfer ausgespäht und dazu Privatfahrzeuge und Wohnungen der Betroffenen ausgekundschaftet haben. Vor dem Oberlandesgericht München wurde die heute 59-Jährige im Juli 2021 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Die Heilpraktikerin habe eine “offen nationalsozialistische Gesinnung” stellte der Richter damals fest. Beispielsweise hatte sie nicht nur eine Hakenkreuzfahne über dem Bett hängen, sondern sich das Symbol der NS-Terrorherrschaft auch eintätowiert. Zudem war sie nach BR-Recherchen fest eingebunden in die bayerische Neonaziszene und pflegte Kontakte zu Unterstützern der rechtsextremen Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Interesse für Sturmgewehr AK47, Pistole und Handgranate Nun kommen weitere Details ans Licht. Nachforschungen des gemeinsamen Rechercheteams von Bayerischem Rundfunk und Nürnberger Nachrichten (NN) zeigen: Melanie H. wollte sich offenbar 2019 ein Sturmgewehr, eine Pistole und eine Handgranate illegal beschaffen. Deshalb wird derzeit gegen sie und zwei Männer aus dem Raum Nürnberg ermittelt, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und Kriegswaffenkontrollgesetz. Das geht aus internen Akten der Kriminalpolizei hervor, die das Rechercheteam einsehen konnte. Codename “Hakan” für Sturmgewehr Demnach soll Melanie H. bereits im Sommer 2019 einen Bekannten aus Altdorf bei Nürnberg während eines gemeinsamen Armbrustschießens gefragt haben, ob dieser Waffen besorgen könne. Der Mann habe daraufhin mit seinem Bruder Anton P. (Name geändert) telefoniert, der Angebote für eine AK47, eine Pistole und eine Handgranate liefern konnte.

via br: Die Neonazi-Terroristin und das Sturmgewehr