Urteil des Verwaltungsgerichtshofs – Verfassungsschutz darf AfD in Baden-Württemberg beobachten

Der Verfassungsschutz in Baden-Württemberg führt den AfD-Landesverband als Verdachtsobjekt, die Partei ging juristisch dagegen vor. Nun ist sie mit ihrem Einspruch endgültig gescheitert. Auf Bundesebene und in mehreren Bundesländern gilt die AfD als rechtsextremistischer Verdachtsfall – auch in Baden-Württemberg wird sich das nicht ändern. Der Verfassungsschutz im Südwesten darf den AfD-Landesverband als Verdachtsfall einstufen und beobachten. Dies hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg entschieden und eine entsprechende Beschwerde der AfD dagegen zurückgewiesen. Die Entscheidung ist unanfechtbar. Das Landesamt für Verfassungsschutz hatte den AfD-Landesverband im Juli 2022 als Verdachtsfall zum Beobachtungsobjekt »im Phänomenbereich Rechtsextremismus« erhoben und dies per Pressemitteilung publik gemacht. Die AfD erhob Klage gegen die Beobachtung und die öffentliche Bekanntgabe, die das Verwaltungsgericht Stuttgart zurückwies. Dieses Urteil bestätigte nun der VGH. »Die Voraussetzungen für die Einstufung als Verdachtsfall und damit als Beobachtungsobjekt des Verfassungsschutzes liegen vor«, schreibt der VGH in der Begründung der Entscheidung. Weil Mitglieder der AfD für »einen ethnischen Volksbegriff« einträten, gebe es tatsächliche Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen. Zudem sieht das Gericht Anhaltspunkte für eine Diskriminierung deutscher Staatsangehöriger mit Migrationshintergrund sowie für die Herabwürdigung von Muslimen.

via spiegel: Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Verfassungsschutz darf AfD in Baden-Württemberg beobachten

siehe auch: AfD Baden-Württemberg verdankt Beobachtung auch Alice Weidel Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim hat nun die Gründe veröffentlicht, aus denen der Landesverband der designierten AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall beobachtet werden darf. Die Eilentscheidung gibt in Kombination mit einem weiteren Urteil Einblick, auf wessen Äußerungen sich die Entscheidung stützt. Auch Alexander Gauland spielt eine Rolle. (…) Da die Richter in Mannheim in erster Linie die Entscheidung aus Stuttgart zu überprüfen hatten, findet sich die Antwort auf die Frage, wem der Landesverband von Alice Weidel die Beobachtung zu verdanken hat, nicht direkt im Beschluss, der insgesamt mit Namen geizt. Als eine der wenigen Aufnahmen erhebt das Gericht keine Einwände, dass der Verfassungsschutz dem ausgetretenen Rechtsaußen-Anwalt Dubravko Mandic einen informellen Einfluss auf die AfD zuschreibt und damit zurechnet. Äußerungen von „führenden (…) Parteimitgliedern“ So habe der Burschenschafter zusammen mit dem Landtagskandidaten und Stadtrat Karl Schwarz Mitte Januar 2023 an der Veranstaltung „Vernetzung 23“ im Szenetreff „Fassfabrik“ in Hachenburg teilgenommen. Beide waren zusammen mit den Neonazis Sascha Krolzig und Frank Krämer für eine Diskussionsrunde angekündigt. Angeführt wurde zudem, dass weiterhin Kontakt bestehe zum Grundsatzreferenten der AfD-Bundestagsfraktion K., gemeint ist wohl Dimitrios Kisoudis, der für Tino Chrupalla arbeitet. Schwarz taucht mit einer Tiermethapher (Pferd und Taube) in den Beschlüssen auf. Wohin die Reise allerdings geht und dass die Äußerungen, die zur Beobachtungen führten, nicht Ausreißer von Außenseitern sind, darauf deutet allerdings auch der Beschluss aus Mannheim direkt an: Die beanstandeten Äußerungen stammten von „führenden und das innerparteiliche Geschehen in der AfD und innerhalb des Antragsstellers maßgeblich mitbestimmenden Parteimitgliedern“, die „aufgrund ihrer Funktion und Position auf die weitere Entwicklung der AfD und des Antragsstellers maßgeblichen Einfluss nehmen könnten und das Bild der Partei in der Öffentlichkeit prägten“. Weil es hier nur um die Einstufung als Verdachtsfall ging, reichten tatsächliche Anhaltspunkte von hinreichendem Gewicht. Eine Gewissheit, wie bei der gesicherten Bestrebung, wird noch nicht verlangt. Aussagen von Alice Weidel Und diese tatsächlichen Anhaltspunkte liefert auch Parteichefin Alice Weidel, wie ihr bereits das Verwaltungsgericht Stuttgart vorhielt. Einbezogen wurde ihre Aussage über „Passdeutsche“ in der Debatte um eine Vergewaltigung auf Mallorca. Die Unterteilung des deutschen Staatsvolkes in vermeintlich „echte Deutsche“ und andere, von Teilen der Szene auch mal „Plastikdeutsche“ genannte Gruppe, ist nach der einhelligen Rechtsprechung immer einschlägig für einen Verstoß gegen Menschenwürde und Demokratieprinzip

#Hakenkreuze auf Türsturz angebracht: #ThorstenHeise und Frau in #Heiligenstadt angeklagt – #LockThemUp

Das Amtsgericht Heiligenstadt hat über mehrere Anklagen gegen Thorsten Heise verhandelt. Es geht u.a. um das Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole. Es ist ein recht Prominenter, der am Donnerstagmorgen mit seiner Ehefrau auf der Anklagebank im Amtsgericht Heiligenstadt sitzt. Zwei Verfahren sollen verhandelt werden, eines gegen beide, eines nur gegen ihn: Thorsten Heise, lange in der NPD im Bundesvorstand, war auch Kreistagsmitglied im Eichsfeld für die Partei, die sich jetzt „Die Heimat“ nennt. Im Sitzungssaal 101 im Amtsgericht Heiligenstadt werden beide Verfahren zusammengelegt. Das gegen den Fretteröder beinhaltet den Vorwurf „Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole“, der Vorwurf gegen beide lautet „Volksverhetzung“. Beim Sanieren eines Nebengebäudes seines Wohnsitzes soll Heise in Auftrag gegeben haben, dass auf dem Türsturz vier abgerundete Hakenkreuze angebracht werden, die den bekannten aus der NS-Zeit sehr ähnlich sehen. Eine wichtige Zeugin fehlte entschuldigt, Katharina König-Preuss (Linke) hatte im Thüringer Landtag zu tun, wo die erste reguläre Sitzung des gerade neu gewählten Parlaments lief. Verlag und Versandhandel des Eichsfelder Paares im Visier Beim Vorwurf gegen beide geht es um den Verlag und Versandhandel des Paares. Am 8. Januar 2020 ging eine Bestellung für eine CD ein, die auch verschickt wurde. Es war aber ein Ermittler des Landeskriminalamtes, der diese CD verdeckt bestellt hatte. Gegenstand der Anzeige wurde ein Song auf diesem Tonträger, der den Titel „Birthday in April“ trägt. Der Text lässt zunächst kaum einen Zweifel daran, um welches Tabu-Datum und welchen Menschen es sich handelt, der hochgelobt wird, am Ende aber wird erklärt, es sei ein ehemaliger österreichischer Bundeskanzler gleichen Vornamens gemeint. Für die Ermittler und auch die Staatsanwältin war das Grund genug, wegen Volksverhetzung und Störung des öffentlichen Friedens ein Verfahren einzuleiten. Dass beide auf der Anklagebank sitzen, sei dem Umstand geschuldet, dass die Ehefrau zu dieser Zeit in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen auftauchte und im Impressum ebenso. Damals hatte ihr Mann eine Bewährungsstrafe. Gegen die Strafbefehle legte das Ehepaar Widerspruch ein, so dass jetzt die Gerichtsverhandlung anberaumt wurde.

via thüringer allgemeine: Hakenkreuze auf Türsturz angebracht: Thorsten Heise und Frau in Heiligenstadt angeklagt

Reichsbürger ziehen durch Heiligenstadt und halten Kundgebung ab

Die Eichsfelder Polizei ist seit Freitag im Einsatz wegen eines angekündigten Treffens der Reichsbürgerszene. Anhänger aus ganz Deutschland sind am Samstag angereist. Um einer geplanten Veranstaltung der Reichsbürgerbewegung am Samstag im Eichsfeld entgegenzuwirken, führte die Polizeiinspektion bereits seit Freitag umfangreiche Einsatzmaßnahmen durch. Die Landespolizeiinspektion Nordhausen arbeitete eng mit der Polizeiinspektion Eichsfeld und den lokalen Behörden zusammen, um den Einsatz zu koordinieren. Versuche der Reichsbürger, eine Örtlichkeit in Siemerode für ihr Treffen zu mieten, scheiterten, da kein Mietvertrag zustande kam. Der Gastwirt leitete vergangene Woche rechtliche Schritte gegen den bereits geschlossenen Mietvertrag ein. Er sah sich „arglistig getäuscht“, da es nach seiner Darstellung nicht ersichtlich war, dass es sich bei dem Mieter um Personen aus der Reichsbürger-Szene handelte. Der Mietvertrag sei für eine private Veranstaltung abgeschlossen worden. Als klar wurde, mit wem er es zu tun hat, wurde der Vertrag mit anwaltlicher Hilfe rückgängig gemacht. Am Samstag verstärkte die Polizei ihre Kontrollen und konnte feststellen, dass bereits bis zum Mittag Anhänger der Reichsbürgerszene aus Deutschland im Landkreis anreisten. Versammlungsbehörde genehmigt Kundgebung auf Friedensplatz Rund 150 Anhänger und Sympathisanten der Reichsbürgerbewegung versammelten sich gegen 13 Uhr am Marktplatz von Heiligenstadt und zogen zum Friedensplatz. Nach Gesprächen mit der Versammlungsbehörde gab es grünes Licht für eine Kundgebung, an der in der Spitze etwa 170 Personen teilnahmen.

via thüringer allgemeine: Reichsbürger ziehen durch Heiligenstadt und halten Kundgebung ab

Neo Nazis ‘to descend on Scottish town for white power concert’

NEO-NAZIS will descend on a Scottish town this weekend for a white power gig, according to anti-extremism experts. Around 150 white supremacists, including a “sizeable contingent of boneheads from Germany”, will attend an event featuring big names in the neo-Nazi music in Bathgate, West Lothian, on Saturday, the charity Hope Not Hate said. There is no word on the venue and the charity, which is passed information on such events by a team of moles, said that it believed details were being kept under wraps to prevent it from being cancelled. Organisers were forced to call off a similar event in Bathgate in 2022 after details were made public, Hope Not Hate claimed at the time. The venue they accused of planning to play host to neo-Nazi groups two years ago, the Midnight Breakfast Club, denied the claims and accused the charity of spreading “fake news” and “unfounded rumours”. Hope Not Hate said the alleged event this Saturday would feature Ken McKellan of the neo-Nazi and Rock Against Communism band Brutal Attack, whose songs included “Rivers Of Blood” and “White Pride/White Passion”.

thenational: Neo Nazis ‘to descend on Scottish town for white power concert’

Thüringen – Verfahren um CD, Kleidung und Symbole am Mauerwerk: Neonazi Heise vor Gericht

Vor dem Amtsgericht Heiligenstadt sind am Donnerstag mehrere Anklagen gegen den Neonazi Thorsten Heise verhandelt worden. In zwei Fällen wurde die Verhandlung vertagt, ein drittes Verfahren wurde eingestellt. Das Amtsgericht Heiligenstadt hat am Donnerstag über mehrere Anklagen gegen den Heiligenstädter Neonazi Thorsten Heise verhandelt. Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen hatte Heise unter anderem vorgeworfen, CDs mit einem Lied des rechtsextremen Liedermachers Frank Rennicke vertrieben zu haben. Das Lied verherrliche Adolf Hitler, so die Staatsanwaltschaft.

via tagesschau: Thüringen Verfahren um CD, Kleidung und Symbole am Mauerwerk: Neonazi Heise vor Gericht

Ofterdinger “Querdenker” wegen Volksverhetzung am Amtsgericht verurteilt

Ein 44-Jähriger aus Ofterdingen hat Corona-Impfungen an Kindern mit den Taten des KZ-Arztes Mengele verglichen. Das Amtsgericht Tübingen hat ihn nun dafür verurteilt. Ein Mann, der zur “Querdenken”-Bewegung gehört, ist wegen Volksverhetzung am Tübinger Amtsgericht angeklagt und am Donnerstag verurteilt worden. Der 44-Jährige aus Ofterdingen (Kreis Tübingen) hatte 2021 Demonstrationen gegen die Corona-Politik organisiert. Dort hielt er Reden, in denen er Corona-Impfungen an Kindern mit den Gräueltaten des KZ-Arztes und Kriegsverbrechers Josef Mengele verglich. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen ihn ermittelt. Der Mann lebt inzwischen nicht mehr in Ofterdingen, sondern im Ausland. Am Donnerstagmittag ist er wegen Volksverhetzung in zwei Fällen und versuchter Körperverletzung in einem Fall verurteilt worden. Er muss eine Geldstrafe von rund 14.000 Euro zahlen: für seine volksverhetzenden Aussagen rund 8.200 Euro, wegen versuchter Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte nochmal 6.000 Euro. Er soll bei einer Hausdurchsuchung handgreiflich geworden sein. (…) Die Richterin sagte in ihrer Urteilsbegründung, dass es zwar unter Meinungsfreiheit falle, Kritik offen zu äußern. Die freiwilligen Corona-Impfungen für Kinder dürfe man aber nicht mit den grausamen Taten Mengeles vergleichen. Dadurch würde man den Völkermord in der NS-Zeit verharmlosen.

via swr: Ofterdinger “Querdenker” wegen Volksverhetzung am Amtsgericht verurteilt

paper and handcuffs on a wooden surface
Photo by EKATERINA BOLOVTSOVA on Pexels.com

Rechtsextremist Tobias Steiger zu Freiheitsstrafe verurteilt – #LockHimUp

Das Baselbieter Strafgericht hat Ex-Pnos-Chef Tobias Steiger am Donnerstag zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe verurteilt. Er wurde in fast allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Am Donnerstagnachmittag ist Ex-Pnos-Chef Tobias Steiger vor dem Baselbieter Strafgericht in Muttenz zur Urteilsverkündung erschienen. Das Gericht sprach Steiger in fast allen Anklagepunkten schuldig. Unter anderem der mehrfachen Rassendiskriminierung oder der öffentlichen Aufforderung zu Verbrechen gegen jüdische Mitmenschen. Zudem wurde er wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln und Fahrens in fahrunfähigem Zustand schuldig gesprochen. Der Angeklagte wird zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten, davon 6 Monate unbedingt, bei einer Probezeit von 4 Jahren verurteilt. Zudem muss er eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 50 Franken bezahlen. Zudem muss er die Verfahrenskosten von über 10’000 Franken übernehmen. Das Gericht konnte dem Beschuldigten nachweisen, der Verfasser diverser rassendiskriminierender Texte auf Telegram und der Pnos-Website zu sein. Besonders schwer wog ein von Steiger im Internet verbreitetes Video, in dem er zur Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung aufrief.

via baseljetzt: Rechtsextremist Tobias Steiger zu Freiheitsstrafe verurteilt

Gefängnis
ai-generated