Antisemitische Graffiti in Stuttgart – Staatsschützer ermitteln Verdächtigen – auch Hakenkreuze gesprüht

Die Polizei kommt einem 28-Jährigen auf die Spur, der ein Dutzend antisemitischer Schmierereien an Wände gesprüht haben soll. Auch ein weiterer Verstoß ist den Ermittlern aufgefallen. Die Polizei hat den mutmaßlichen Verursacher von etwa einem Dutzend antisemitischer Graffiti ausfindig gemacht seine Wohnung durchsucht. Der Tatverdächtige ist 28 Jahre alt und der Polizei kein Unbekannter. Er sei aber noch nicht wegen Volksverhetzung oder rechtsradikaler Parolen aufgefallen, so eine Polizeisprecherin. Der Mann soll übers Stadtgebiet verteilt den Spruch „Merkel ist Jüdin“ angebracht haben – darunter auch an der Mauer des Hoppenlaufriedhofs, der einen jüdischen Bereich hat. In zwei Fällen habe er daneben ein Hakenkreuz an die Mauer gesprüht haben. Auch soll öffentlich den verbotenen Hitlergruß gezeigt haben. (…) Der Antisemitismusbeauftragte sagte, die Schmiererei passe zu Verschwörungstheorien, die von einer „jüdischen Weltverschwörung“ reden würde.

via stuttgarter zeitung: Antisemitische Graffiti in Stuttgart – Staatsschützer ermitteln Verdächtigen – auch Hakenkreuze gesprüht

Verdächtige Briefe im Thüringer Landtag und im Behördenzentrum Gera

Polizei und Feuerwehr mussten am Mittwoch in Erfurt und Gera ausrücken, nachdem verdächtige Briefe aufgetaucht waren – unter anderem bei einem Landtagsabgeordneten der Grünen. Im Thüringer Landtag ist am Mittwoch verdächtiges Pulver gefunden worden. Nach Angaben des Landtags befand sich das rote Pulver in einem Brief an Justizminister Dirk Adams (Grüne). Als Absender stand auf dem Umschlag: “NSU 2.0”. Experten der Feuerwehr öffneten den Brief und werden die Substanz untersuchen. Die Arbeit im Landtag ging normal weiter. Vor dem Landtag wollten Vertreter der Veranstaltungsbranche für mehr Corona-Hilfen protestieren. Die Kundgebung musste wegen des Briefes, aber auch wegen des heftigen Sturms abgesagt werden.

via mdr: Verdächtige Briefe im Thüringer Landtag und im Behördenzentrum Gera

German Automotive Giant Admits It Was a Nazi Accomplice

The company, Continental, is the latest to offer a detailed exposé of its wartime use of slave labor and other crimes. The auto parts maker Continental became the latest German company to issue a confessional study of its Nazi past Thursday, saying it was “a pillar of the National Socialist armaments and war economy” that employed around 10,000 slave laborers, often in inhumane conditions. During the war, when Continental supplied tires for military aircraft and vehicles, the company used concentration camp inmates to test products and the inmates often died as a result, according to the study by Paul Erker, a historian at Ludwig Maximilian University in Munich commissioned by Continental to examine its past. Yet after the war, top managers of the company managed to escape punishment and pursue successful careers, according to Mr. Erker, who spent four years doing research for an 800-page book on Continental’s wartime history. The study also looked at firms that Continental acquired after the war, like VDO, a maker of auto electronics that supplied guidance systems for V-1 rockets fired at Britain by Germany during World War II.

via nytimes: German Automotive Giant Admits It Was a Nazi Accomplice

Im Netz der #Corona-Gegner – #schauhin #covidioten

Ungültige Atteste gegen die Maskenpflicht und ein vertrauliches Treffen mit Sachsens Ministerpräsident Kretschmer: Eine Recherche von CORRECTIV zeigt, wie ein bundesweites Netzwerk von Wissenschaftlern, Meinungsmachern und Anwälten versucht, die Corona-Maßnahmen zu untergraben. Das Attest kommt per E-Mail. „Aus schwerwiegenden Gründen von der Gesichtsmaskenpflicht befreit“, steht darauf. Dass es so leicht werden würde, hatten wir nicht gedacht. Zuvor hatten wir eine kurze Korrespondenz mit einem Berliner Heilpraktiker. Wir schrieben ihm über eine private E-Mailadresse, wir würden „nach all dem, was man so lesen kann, einfach nicht an die Wirkung“ der Maske glauben. Dass sie uns „im Gegenteil sogar schaden“ könnte. Kurz darauf schrieb der Heilpraktiker zurück: „Gerne helfen wir weiter.“ Wir schickten ihm auf Anfrage eine vollständige Anschrift. Wenige Stunden später: Unser Masken-Attest, mit Unterschrift. Dazu die Bitte um eine Spende für die „Ärzte für Aufklärung“, „Querdenken711“ oder „andere Vereine, die die Sache unterstützen“. Die Sache, das ist die Ablehnung der Regierungsmaßnahmen gegen das Coronavirus. Vorangetrieben wird sie von Scheinexperten und Meinungsmachern, die die Pandemie verharmlosen, teilweise sogar leugnen. Maßgeblich beteiligt sind aber auch Menschen mit medizinischem oder wissenschaftlichem Hintergrund, Professoren und Doktoren aus verschiedensten Fachbereichen, sowie Anwälte. Nach Recherchen von CORRECTIV haben sich die Corona-Gegner in den vergangenen Monaten ein bundesweites Netzwerk aufgebaut. Es wirkt inzwischen auch direkt auf Politiker ein: Eine Gruppe prominenter Corona-Relativierer traf sich Anfang August mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Unter ihnen sind Mitglieder eines Vereins aus Passau, der unter anderem Kontakte für fragwürdige Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht vermittelt. Der Vorsitzende: Bestseller-Autor Sucharit Bhakdi. (…) Die Anti-Corona-Bewegung hat ihren Ursprung dort, wo viele während der Corona-Pandemie Zuflucht fanden: im Internet. Auf Webseiten, Blogs und vor allem Youtube-Kanälen entstehen seit Monaten die Inhalte und Theorien, die Menschen vor den Bildschirmen tausendfach konsumieren. Und auf die Straße treiben. Wir fanden unseren Berliner Heilpraktiker über die Webseite der „Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie“ (MWGFD e.V) mit Sitz im bayerischen Passau. Der Verein ist nach eigenen Angaben als gemeinnützig anerkannt. Er stellt online mehr als 35 Kontakte zu Ärzten und Heilpraktikern in ganz Deutschland bereit, an die man sich wenden könne, wenn man ein Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht brauche. (…) Laut Berliner Senat für Gesundheit haften Ärzte für die Richtigkeit der ausgestellten Atteste. Das Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse zum Gebrauch bei einer Behörde oder Versicherung nach Paragraf 278 des Strafgesetzbuchs steht dabei unter Strafe. Bei Verstoß droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Auf Anfrage teilte uns die Ärztekammer Berlin mit, auch wenn das ungültige Attest nicht bei einer Behörde vorgelegt werde, sondern zum Beispiel nur beim Frisör, begehe der Patient damit eine Ordnungswidrigkeit – und der Arzt verletze seine berufliche Pflicht. Die Ärztekammer gehe aktuell mehreren Anzeigen wegen sogenannter Gefälligkeitsatteste nach. Für die Ärzte könne das Ganze berufsrechtliche Konsequenzen haben.

via correctiv: Im Netz der Corona-Gegner

#Banksy funds #refugee #rescue boat operating in #Mediterranean

Exclusive: UK artist finances bright pink motor yacht that set sail in secrecy to avoid being intercepted by authorities. The British street artist Banksy has financed a boat to rescue refugees attempting to reach Europe from north Africa, the Guardian can reveal. The vessel, named Louise Michel after a French feminist anarchist, set off in secrecy on 18 August from the Spanish seaport of Burriana, near Valencia, and is now in the central Mediterranean where on Thursday it rescued 89 people in distress, including 14 women and four children. It is now looking for a safe seaport to disembark the passengers or to transfer them to a European coastguard vessel. The crew, made up of European activists with long experience in search and rescue operations, had already assisted in two other rescue operations involving a total of 105 people, who are now onboard the NGO vessel Sea-Watch 4. Painted in bright pink and featuring Banksy artwork depicting a girl in a life vest holding a heart-shaped safety buoy, the Louise Michel sails under a German flag. The 31-metre motor yacht, formerly owned by French customs authorities, is smaller but considerably faster than other NGO rescue vessels. Banksy’s involvement in the rescue mission goes back to September 2019 when he sent an email to Pia Klemp, the former captain of several NGO boats that have rescued thousands of people over recent years. “Hello Pia, I’ve read about your story in the papers. You sound like a badass,” he wrote. “I am an artist from the UK and I’ve made some work about the migrant crisis, obviously I can’t keep the money. Could you use it to buy a new boat or something? Please let me know. Well done. Banksy.” Klemp, who initially thought it was a joke, believes she was chosen by Banksy due to her political stance. “I don’t see sea rescue as a humanitarian action, but as part of an anti-fascist fight,” she told the Guardian. She has made clear that Banksy’s involvement in the operations is limited to providing financial support. “Banksy won’t pretend that he knows better than us how to run a ship, and we won’t pretend to be artists.” With a top speed of 27 knots, the Louise Michel would be able to “hopefully outrun the so-called Libyan coastguard before they get to boats with refugees and migrants and pull them back to the detention camps in Libya”, said Klemp. (…) The 10 crew members of the Louise Michel have diverse backgrounds, but they all identify as anti-racist and anti-fascist activists advocating for radical political change. As it is a feminist project, only female crew members are allowed to speak in the name of the Louise Michel.

via guardian: Banksy funds refugee rescue boat operating in Mediterranean

https://mvlouisemichel.org/

#Radikalisierungsexpertin Julia Ebner – Warum der #Attentäter von #Halle kein #Einzeltäter war – #terror

Was hat der Attentäter von Halle auf Onlineportalen gemacht? Mit wem hat er sich ausgetauscht? Radikalisierungsexpertin Julia Ebner hat bei MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE über die Rolle von Onlineportalen für Rechtsextreme gesprochen – und erklärt, warum der Attentäter von Halle kein Einzeltäter war. Am siebten Tag des Prozesses des Attentäters von Halle ging es auch darum, welche Rolle Onlineportale bei der Radikalisierung des Angeklagten gespielt haben – und ob er wirklich ein Einzeltäter war. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat dafür unter anderem ausgewertet, was der Attentäter in Chaträumen, Imageboards und dem Gameportal Steam gemacht und mit wem er dort kommuniziert hat. MDR-Reporter Roland Jäger schreibt, dass das BKA in der Zeugenbefragung zu dem Thema keinen besonders souveränen Eindruck gemacht hat. MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE hat mit Radikalisierungsexpertin Julia Ebner über die Rolle von Onlineportalen für Rechtsextreme gesprochen. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Institute für Strategic Dialogue in London und analysiert, wie sich Extremisten im Internet vernetzen und wie Radikalisierung im Internet funktioniert. MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE: Frau Ebner, die Ermittler sagen ja, das, was auf der Spiele-Plattform Steam gespielt wird, ist nicht rechtsextrem. Sehen Sie das auch so? Julia Ebner: Das, was auf Steam stattfindet, ist nicht an sich extrem, aber es gibt dort rechtsextreme Gruppen und Influencer. Die rechtsextreme Szene überlappt sich mit der Gaming-Szene. Das haben wir auch bei Anschlägen im letzten Jahr, zum Beispiel in Neuseeland und den USA, festgestellt – dass sich Mitglieder dieser Plattformen radikalisieren. Der Attentäter selbst hat keine Angaben gemacht, mit welchen Leuten er im Internet Kontakt gehabt hat – er wolle “seine Leute schützen”, sagte er. Gleichzeitig steht er in der Öffentlichkeit als Einzeltäter da. Der Anschlag in Halle ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie gefährlich es sein kann, den Attentäter als Einzeltäter zu bezeichnen. Er war eingebettet in ein größeres Netzwerk. Man sieht das auch anhand des Manifests und der Dokumente, die er zurückgelassen hat. Die sind voll mit Referenzen auf eine klar rechtsextreme Subkultur. Diese Subkultur hat eine übergeordnete Ideologie und Verschwörungstheorien und stellt schon ein größeres Netzwerk dar. Deswegen kann man den Attentäter von Halle eigentlich nicht als Einzeltäter bezeichnen. Genauso wenig, wie wir auch IS-inspirierte Attentäter als Einzeltäter bezeichnen sollten.

via mdr: Radikalisierungsexpertin Julia Ebner – Warum der Attentäter von Halle kein Einzeltäter war

Halle Synagoge Tür (01).jpg
By <a href=”//commons.wikimedia.org/wiki/User:Reise_Reise” title=”User:Reise Reise”>Reise Reise</a> – <span class=”int-own-work” lang=”en”>Own work</span>, CC BY-SA 4.0, Link

Bruno Fernandes – Er ließ die Mutter seines Kindes ermorden, jetzt spielt er wieder #Fußball – #femizid -#mord #mörder

Torwart Bruno Fernandes stand eine internationale Karriere bevor. Dann ließ er seine Ex-Geliebte ermorden. Nun ist er frei und spielt wieder. Der Fall erzählt viel über Brasiliens Umgang mit Gewalt gegen Frauen. Irgendwie muss es Valdemar Neto dann doch mulmig geworden sein. Nach dem Shitstorm, der angesichts der Verpflichtung eines neuen, höchst umstrittenen Torhüters über seinen kleinen Profi-Klub aus der 4. Liga hereinbrach, meldete sich Neto Ende Juli bei YouTube zu Wort. Er versuchte dort zu rechtfertigen, was viele Menschen in Brasilien für unentschuldbar halten: “Nie hätte ich gedacht, dass die Verpflichtung von Keeper Bruno so einen Nachhall in den sozialen Netzwerken haben würde”, sagte der Präsident von Rio Branco FC aus dem Amazonas-Bundesstaat Acre. Neto hätte es besser wissen müssen. Denn die Erfahrung, dass eine Anstellung von Bruno Fernandes De Souza eine taktlose Angelegenheit ist, haben vor Neto schon die Präsidenten von drei anderen unterklassigen Klubs gemacht. Wo auch immer der frühere Spitzentorhüter vom Erstligaklub Flamengo Rio de Janeiro und verurteilte Frauenmörder in den vergangenen Jahren als Freigänger angestellt wurde, gab es Widerstand von Frauen- und Menschenrechtsorganisationen, Fußballspielerinnen und auch Sponsoren, die zum Teil aus Protest ihre Engagements beendeten. Auch jetzt in Rio Branco. Kaum war die Tinte unter dem Vertrag für “Goleiro Bruno”, wie Fernandes genannt wird, getrocknet, trat die Trainerin der Frauenteams des Klubs zurück. Rose Costa bat gleich nach Bekanntgabe der Verpflichtung um Entbindung von ihren vertraglichen Pflichten. Sie warf Vereinschef Neto eine “einsame Entscheidung” vor, weil er eine so umstrittene Personalie vorher nicht mit Gremien und Mannschaften des Vereins besprochen hat. (…) Fernandes soll die Mutter seines Sohnes Bruninho von einem Auftragsmörder entführen, foltern, zerstückeln und am Ende an einen Hund verfüttern haben lassen. Das Motiv: Er wollte die Schwangerschaft nicht und nach der Geburt auch keinen Unterhalt zahlen. Denn der Keeper hatte mit dem Opfer, dem Model Eliza Samudio, lediglich eine außereheliche Affäre. 2013 wurde Bruno zu 22 Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, verbüßte aber lediglich sechs Jahre und sieben Monate davon, weil die Justiz das Berufungsverfahren verschleppte (…) Weil noch immer kein Berufungsverfahren anberaumt wurde, kam Bruno 2019 dann endgültig aus der Haft und darf seitdem im Hausarrest mit richterlicher Erlaubnis seinem alten Job nachgehen: Bälle fangen. Ende Juli 2019 wurde er von Poços de Caldas aus Minas Gerais verpflichtet. Und nun also Rio Branco aus der vierten Liga. Schon 2014 hatte der Torhüter symbolisch ein Angebot vom kleinen Klub Montes Claro angenommen, als er kaum ein paar Monate im Gefängnis saß. Was als vermeintlicher PR-Coup geplant war, hat in Brasilien einen besonders faden Beigeschmack. In dem Land, in dem mehr Frauen an Femiziden sterben als in vielen anderen Staaten Lateinamerikas.

via spiegel: Bruno Fernandes Er ließ die Mutter seines Kindes ermorden, jetzt spielt er wieder Fußball

siehe auch: Er ent­schied. Vor zehn Jahren ließ Bruno Fer­nandes seine Ex-Geliebte ermorden. Nun hat ein bra­si­lia­ni­scher Viert­li­gist den Tor­wart ver­pflichtet. Der Fall zeigt, wie Femi­zide in Bra­si­lien auch im Fuß­ball ein­fach hin­ge­nommen werden. Im Juni dieses Jahres jährte sich der Tod von Eliza Samudio zum zehnten Mal. 2010 wurde sie von einem Auf­trags­mörder ent­führt und getötet. Den Auf­trag erteilt hatte Bruno Fer­nandes de Souza. Er ent­schied, das Leben von Eliza Samudio zu beenden. Und eigent­lich müsste Bruno im Gefängnis sitzen. Doch jetzt hat er bei Rio Branco FC unter­schrieben.