Krach in der Werte – Union Maaßen verliert Machtkampf gegen Ex-AfD-Chef Meuthen

Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen hat seinen Rücktritt als Parteivorsitzender der WerteUnion erklärt und seinen Austritt angekündigt. Hintergrund ist ein Machtkampf innerhalb der Partei. Die WerteUnion steht möglicherweise vor dem Aus: Hans-Georg Maaßen hat am Mittwoch seinen Rücktritt als Parteivorsitzender erklärt und zugleich seinen Austritt aus der Partei angekündigt. Das geht aus einer persönlichen Erklärung auf seiner Webseite hervor . Hintergrund der Entscheidung ist ein längerer Machtkampf zwischen Maaßen und Ex-AfD-Chef Meuthen. Vorstandsmitglieder der WerteUnion hatten Maaßen für dessen Nähe zur rechtsextremen AfD kritisiert und dem Ex-Verfassungsschützer einen autokratischen Führungsstil vorgeworfen. In einem Schreiben, das sechs der elf Mitglieder des Bundesvorstands unterzeichnet hatten, wurde zuletzt Maaßens Rücktritt gefordert. Gemeinsam mit ihm verlassen Maaßen zufolge nahezu der gesamte Bundesvorstand – darunter Jürgen Rappert, Udo Kellmann, Michael Kuhr und Daniel Schlör – sowie weitere führende Mitglieder die Partei. Maaßen begründete den Schritt mit der fehlenden Perspektive, eine konservative Politikwende in Deutschland zu erreichen, und der schlechten organisatorischen und finanziellen Lage der WerteUnion. (…) Besonders schwer wiegt laut Maaßen der Bruch mit dem »WerteUnion Förderverein«, der sich durch eine Neuwahl des Vorstands von der Partei distanziert habe. Hinzu kommen die desaströsen Ergebnisse bei den Landtagswahlen 2024 und die Bundestagswahl, die für die WerteUnion zu früh gekommen sei. Nähe zur AfD In der Vergangenheit war die WerteUnion immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert worden, sich programmatisch und personell der AfD anzunähern. Maaßen selbst hatte in der Vergangenheit mehrfach Positionen vertreten, die als rechts außen wahrgenommen wurden

via spiegel: Krach in der WerteUnion Maaßen verliert Machtkampf gegen Ex-AfD-Chef Meuthen

auszug screenshot website maaßen

SCHLECHTER SCHERZ – Teenager verhaftet, nachdem er ChatGPT fragte, wie er seinen Freund töten kann

Der Junge gab zwar an, die Anfrage nicht ernst gemeint zu haben, das Überwachungssystem seiner Schule hatte aber schon angeschlagen. ChatGPT wurde in zahlreichen Fällen vorgeworfen, zum Suizid von Jugendlichen beigetragen zu haben. Auch beim Bau von Bomben oder anderen kriminellen Handlungen war der KI-Chatbot bereits behilflich. Für einige Schulen in den USA Grund genug, die Chatverläufe ihrer Schüler von einem speziellen Programm überwachen zu lassen. Wie die jüngste Verhaftung zeigt, kann dieses jedoch nicht zwischen drohender Gefahr und einem geschmacklosen Scherz unterscheiden. Wie Gizmodo berichtet, soll ein nicht genannter 13-Jähriger in der Stadt DeLand im US-Bundesstaat Florida ChatGPT in der Schule gefragt haben: “Wie kann ich meinen Freund mitten im Unterricht töten?” Dies sei zwar nicht ernst gemeint gewesen, habe aber dennoch umgehend einen Alarm in einem System ausgelöst, das die von der Schule bereitgestellten Computer überwachte. Kurz darauf wären Polizisten eingetroffen und hätten den Jungen interviewt. Der Schüler habe gegenüber den Beamten angegeben, einen Freund “getrollt” zu haben, der ihn genervt habe. “Wieder ein ‘Scherz’, der einen Notfall auf dem Campus ausgelöst hat”, teilte das Büro des Sheriffs von Volusia County laut lokalen Medien mit. (…) Bei dem Programm, das die Schulcomputer überwacht, handele es sich um Gaggle, eine “Online-Sicherheitsmanagement-Software für die Klassenstufen K–12 (vom Kindergarten bis zum zwölften Schuljahr, Anm.)”. In einem Blogbeitrag erklärt das Unternehmen, dass es die Browseraktivitäten der Kinder nach verschiedenen Schlüsselwörtern filtert, um “Einblick in die Browsernutzung, einschließlich Unterhaltungen mit KI-Tools wie Google Gemini, ChatGPT und anderen Plattformen” zu erhalten. Die Software erkenne “besorgniserregendes Verhalten im Zusammenhang mit Selbstverletzung, Gewalt, Mobbing und mehr” und liefere Kontext durch Bildschirmaufnahmen. Jede Warnung werde von einem “geschulten menschlichen Team” überprüft. Dass dies mit einem gravierenden Eingriff in die Privatsphäre der Kinder einhergeht, scheint für Gaggle kein größeres Problem darzustellen.

via standard: SCHLECHTER SCHERZ Teenager verhaftet, nachdem er ChatGPT fragte, wie er seinen Freund töten kann

siehe auch: Teen Arrested After Asking ChatGPT How to Kill His Friend, Police Say AI meets surveillance state in America’s new educational dystopia. Over the past decade, as mass shootings have become depressingly common, school districts have increasingly invested in surveillance systems designed to monitor students’ online activity. Recently, one of those systems pinged after a teen in Florida asked ChatGPT for advice about how to kill his friend, local police said. The episode occurred in Deland, Florida, where an unnamed 13-year-old student attending the city’s Southwestern Middle School is alleged to have asked OpenAI’s chatbot about “how to kill my friend in the middle of class.” The question immediately set off an alert within a system that was monitoring school-issued computers. That system was run by a company called Gaggle, which provides safety services to school districts throughout the country. Soon, police were interviewing the teen, reports local NBC-affiliate WFLA. The student told cops that he was “just trolling” a friend who had “annoyed him,” the local outlet reports (…) Gaggle’s website describes itself as a safety solution for K-12 students, and it offers a variety of services. In a blog post, Gaggle describes how it uses web monitoring, which filters for various keywords (presumably “kill” is one of those keywords) to gain “visibility into browser use, including conversations with AI tools such as Google Gemini, ChatGPT, and other platforms.” The company says that its system is designed to flag “concerning behavior tied to self-harm, violence, bullying, and more, and provides context with screen captures.” Gaggle clearly prioritizes student safety over all other considerations. On its website, the company dispenses with the subject of student privacy thusly: “Most educators and attorneys will tell you that when your child is using school-provided technology, there should be no expectation of privacy. In fact, your child’s school is legally required by federal law (Children’s Internet Protection Act) to protect children from accessing obscene or harmful content over the internet.”

Mögliche Auseinandersetzung in der Wahlnacht -Ermittlungen zu Prügelattacke in Velten: AfD-Neuzugang legt Mandat nieder

Nach einer mutmaßlich handfesten Auseinandersetzung innerhalb der Veltener AfD am Abend der Bürgermeisterwahl legt der Stadtverordnete Hendrik Köhn sein Mandat nieder. Der Vorfall verschiebt die Machtverhältnisse in der Ofenstadt. Rolle rückwärts in der Veltener Stadtverordnetenversammlung: Die CDU erhält ihren Fraktionsstatus zurück, die AfD-Fraktion büßt ein Mitglied ein. Zudem müssen die Ausschüsse wieder neu besetzt werden. Der Stadtverordnete Hendrik Köhn hat nach seinem CDU-Austritt und dem Fraktionswechsel zur AfD im August nun sein Mandat niedergelegt. Auslöser ist offenbar eine – auch handfeste – Auseinandersetzung innerhalb der Veltener AfD in der Nacht nach dem Hauptwahlgang zur Bürgermeisterneuwahl am 21. September. Nach Angaben von Hendrik Köhn kam es zu einem „Vorfall“, in dessen Folge er Strafanzeige gegen den AfD-Bürgermeisterkandidaten und Ex-Boxweltmeister Marco Schulze gestellt habe. Tatvorwurf: gefährliche Körperverletzung. Das Vorliegen einer entsprechenden Strafanzeige gegen Marco Schulze bestätigte Polizeisprecher Joachim Lemmel von der Polizeidirektion Nord auf MAZ-Anfrage. Außerdem liege eine zweite Anzeige wegen Sachbeschädigung vor.

via maz online: Mögliche Auseinandersetzung in der Wahlnacht Ermittlungen zu Prügelattacke in Velten: AfD-Neuzugang legt Mandat nieder

Bewährungs- und Geldstrafe – Wegen Veruntreuen von Arbeitsentgelt: OB-Kandidat der Regensburger AfD ist vorbestraft

Letzten November verurteilte das Landgericht Regensburg den Unternehmer Manfred Hetznegger zu einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung sowie einer Geldstrafe. Der 65-Jährige ist Spitzenkandidat der AfD für das Amt des Oberbürgermeisters.  Von der CSU über die Freien Wähler landete er bei der AfD: Manfred Hetznegger. 65 Jahre alt, eine „Persönlichkeit mit hoher Bekanntheit und großer Beliebtheit in der Stadtgesellschaft“ und außerdem engagiert in vielen Vereinen. So stellte die Regensburger AfD kürzlich ihren Oberbürgermeisterkandidaten Manfred Hetznegger gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung vor. Was die rechtsextreme Partei, die sich „Mut zur Wahrheit“ auf ihre Fahne schreibt, verschweigt: Der Fahrlehrer und ehemalige Taxiunternehmer ist seit Ende 2024 vorbestraft. Veruntreuen von Arbeitsentgelt in 258 Fällen Am 14. November des letzten Jahres verurteilte das Landgericht Regensburg Manfred Hetznegger zu einer Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten, ausgesetzt zur Bewährung. Zusätzlich erhielt der Unternehmer eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Hetznegger seinen Beschäftigten Arbeitsentgelt vorenthielt bzw. es veruntreute – in 258 Fällen. Die Entscheidung ist rechtskräftig. Über insgesamt zehn Lizenzen beschäftigte der AfD-Spitzenkandidat laut Angaben während des Prozesses rund 40 Taxifahrer. Diese erhielten ein Gehalt knapp über dem Mindestlohn. Zusätzlich bezahlte Hetznegger den Fahrern eine umsatzbasierte Provision – für die er allerdings keine Beiträge an die Krankenversicherung abführte. Die klageführende Staatsanwaltschaft Nürnberg bezifferte den Schaden anfänglich auf über 600.000 Euro. Rechtfertigung: Fahrer wollten mehr Geld Vor Gericht rechtfertigte sich der Unternehmer laut einem Bericht der Mittelbayerischen Zeitung vom Oktober 2024 damit, dass er von den Fahrern „regelrecht erpresst“ worden sei, Provisionen zu zahlen. „Sonst sagen die, das Arbeiten lohnt sich nicht.“ Hätten von diesen Provisionen auch noch Krankenkassenbeiträge bezahlt werden müssen, wären die Forderungen noch höher gewesen. Auch im Zuge von Corona meldete der Unternehmer schließlich Insolvenz an.

via regensburg digital: Bewährungs- und Geldstrafe Wegen Veruntreuen von Arbeitsentgelt: OB-Kandidat der Regensburger AfD ist vorbestraft

Blackout-Prophet und Regen-Demo: Rathaus Grafing unglücklich, aber machtlos bei AfD-Veranstaltung

Rund 140 Menschen protestieren gegen die AfD und ihren Windkraft-Vortrag, während sich etwa 50 Anhänger in der Turmstube treffen. Der Bürgermeister hätte dies „gern vermieden“. Grafing – Während die Gegendemonstranten auf dem Grafinger Volksfestplatz im Nieselregen ausharren, stehen zwei Gäste der AfD in der warmen Turmstube der Stadthalle und gruseln sich. „Würde mich nicht wundern, wenn diese Linken gleich hier reinkommen und Randale machen“, sagt ein Mann zu einer Frau, die neben ihm am Tresen steht. Sie nickt ernst und sagt: „Die sind zu allem fähig, mit ihrer Toleranz.“ Der AfD-Kreisverband um seinen Vorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Christoph Birghan aus Steinhöring hatte am Montagabend die Turmstube für einen Vortrag reserviert. Vor rund 50 Besuchern sprach der Youtube-Filmemacher Stefan Spiegelsperger aus dem Landkreis Traunstein unter dem Titel „Windkraft und Stress im Stromnetz“. Sein Publikum erreicht er mit Prophezeiungen eines unmittelbar bevorstehenden Blackouts und „Prepper“-Tipps zur Vorsorge gegen alle möglichen Untergangszenarien. Bei der Gegendemo auf dem Grafinger Volksfestplatz zählte die Polizei knapp 140 Teilnehmer. © Josef Ametsbichler Der Auftritt ruft nach polizeilicher Schätzung knapp 140 Menschen zur Gegenkundgebung auf den Plan, zusammengetrommelt von Linken-Stadträtin Lena Huppertz und dem landkreisweiten Demokratiebündnis „Bunt statt Braun“. In der nassen Herbstabendkälte schenken Demonstrantinnen wärmenden Eintopf und Tee aus, zwischen „Rote Karte für die AfD“-Schildern und „Omas gegen Rechts“-Regenschirmen. Am Gymnasium gegenüber weht ein buntes Stoffbanner mit der Aufschrift: „Wir sind nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dafür, dass es nicht wieder geschieht.“ Die Schule ist benannt nach dem Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer.

via merkur: Blackout-Prophet und Regen-Demo: Rathaus Grafing unglücklich, aber machtlos bei AfD-Veranstaltung

Rechte Kundgebung in Ribnitz-Damgarten trifft auf Protest für Demokratie

Auf dem Marktplatz von Ribnitz-Damgarten nahmen 180 Menschen an einer AfD-nahen Kundgebung teil. Parallel dazu demonstrierten 100 Menschen für Demokratie und Vielfalt. Am Abend des 6. Oktober fanden gleich zwei Kundgebungen auf dem Marktplatz in Ribnitz-Damgarten (Vorpommern-Rügen) statt. Die verschwörungsideologische Gruppierung Bürgerforum Ribnitz-Damgarten hatte gemeinsam mit der örtlichen AfD-Fraktion zu einer Veranstaltung mit dem rechten Aktivisten Serge Menga eingeladen. Das Bündnis Ribnitz-Damgarten bleibt bunt organisierte als Reaktion darauf einen Protest für die Demokratie. Marktplatz in Ribnitz-Damgarten zu Beginn der Demonstration gegen 18 Uhr. Als Grund für diesen Gegenprotest gab Anmelder Andreas Grebner an, die Demokratie in Gefahr zu sehen. „Es entsteht oft der Eindruck, dass Ribnitz-Damgarten blau und braun wäre”, erklärte Grebner. Dennoch gebe es vor Ort viele Menschen, die sich für Demokratie und Vielfalt engagieren. An dem Protest für Demokratie beteiligten sich etwa 100 Menschen, darunter Politiker:innen der Linken, der Partei die Partei und den Grünen. Nur die CDU hätte kein Interesse gezeigt, sich zu beteiligen, so Grebner. Er erklärte außerdem, dass mehr Menschen Gesicht zeigen müssten, damit Ribnitz-Damgarten nicht als rechte Hochburg gesehen wird. Dafür plane das Demokratiebündnis bereits Angebote und Veranstaltungen. Andreas Grebner ist Teil des losen Bündnisses Ribnitz-Damgarten bleibt bunt. Das Bürgerforum Ribnitz-Damgarten und Serge Menga hatten laut Polizeiangaben etwa 180 Personen versammelt – viele davon mit AfD-Flaggen und AfD-Bekleidung. Gastgeber Maik Waack betonte, dass es sich um eine Veranstaltung des Bürgerforums handele, die AfD diese aber unterstützen würde. Er selbst ist AfD-Stadtvertreter in Ribnitz-Damgarten. Waack griff in seinem Redebeitrag auch Andreas Grebner von der Gegendemo an: Man brauche keinen Westdeutschen, der einem erklärt, wie man leben solle. Dass Waacks Gast Poppe Gerken – Inhaber des Bützower Bahnhofes – ebenfalls aus Westdeutschland stammt, spielte keine Rolle. Zu KI-generierter Musik wurden AfD- und Deutschlandflaggen geschwungen. Poppe Gerken kam 1991 von Ostfriesland nach Bützow. Hier übernahm er die LPG Vorwärts. Begleitet wurde die rechte Veranstaltung von dem Streamer Philipp Lässig. Der Westfale hat eigenen Aussagen nach seinen AfD-nahen Youtube-Kanal Politik im Fokus vor zwei Jahren gestartet, der aktuell über 139.000 Abonnierende verzeichnet. Darauf verbreitet er uneingeordnet Beiträge von rechten Akteur:innen und AfD-Polikter:innen.1

via katapult-mv: Rechte Kundgebung in Ribnitz-Damgarten trifft auf Protest für Demokratie

siehe auch: „Gemeinsam sind wir Deutschland“ Ribnitz-Damgarten: Migrant aus dem Kongo bringt AfD-Anhänger zum Jubeln. Zwei politische Lager auf einem Marktplatz, getrennt durch Einsatzwagen der Polizei: In Ribnitz-Damgarten trafen Anhänger der AfD und Gegendemonstranten aufeinander – laut, aber friedlich. Verbal aber gab es einige Niveaulosigkeiten. (…) Laut Andreas Grebner von „Ribnitz-Damgarten bleibt bunt“ habe Maik Waack, der im Namen des „Bürgerforums Ribnitz-Damgarten“ die Kundgebung der AfD organisiert hatte, einen herablassenden Text über ihn „und seine verwirrten Freunde“ in sozialen Netzwerken gepostet – in den vergangenen sieben Tagen 14-mal. „Vermutlich um seine Anhänger gegen uns aufzuhetzen“, so Grebner. Auf das Niveau wolle er sich nicht begeben. „Sie geben sich den Anschein, die Stimme der Bürgerinnen und Bürger zu sein. Was aber dahintersteckt, sind meist einfach nur Verschwörungstheorien, Hetze und die gezielte Spaltung unserer Gesellschaft.“ Er sagte dies vor einer Gruppe, die er auf rund 150 Personen schätzte. Die Polizei zählte 100. Auf der anderen Seite des Marktplatzes sprach zunächst Anmelder Waack und moderierte dann durch die Rednerliste. Seiner Schätzung nach hatte er 300 Zuhörer. „Hätten mehr sein können“, befand er am Rande. Die Polizei nannte hier eine Teilnehmerzahl von „150 bis 180“.

WhiteDate: Dinkel88 sucht nach Liebe

Auf einem Datingportal suchen Rechtsextreme Partnerschaften: weiß, gute Gene, zum Erhalt der Blutlinie. Doch die deutsche Betreiberin verfolgt noch weitreichendere Ziele. Quarkente, 33, aus Hamburg sucht “einen gestandenen Mann”, mit dem sie Deutschland stärken kann. Vielleicht wäre ja Ludendorf etwas für sie: Er sei ein “Trainierter Mitt DreiSSiger” und “sucht ein traditionelles Mädel”, schreibt er in seinem Profil. Oder vielleicht doch eher Nutzer Feldsteher, der von sich sagt, er stamme aus einer “bodenständigen, traditionsbewussten Familie”? Auch der Mann mit dem Profil Wald käme eventuell infrage, ein 23-jähriger blonder Norddeutscher. Als Interesse gibt er an: Faschismus. Andere Mitglieder der Datingplattform, auf der Quarkente aktiv ist, werben mit ihren blauen Augen, ihrer Liebe zu “Kultur und Tradition” oder einfach ihren “guten Genen”. Ulli, 33, aus Berlin, beschreibt sich als “arischen Mann”, der eine Hausfrau suche, um eine kinderreiche Familie zu gründen. Andere Männer suchen weiße Frauen, damit ihre “Blutlinie nicht in der Vermischung erlischt” oder beschreiben sich als “NSler (…), der gern in die Sauna geht”. NS steht für Nationalsozialismus. Die Zitate stammen von echten Profilseiten deutscher Mitglieder der Partnerbörse WhiteDate.net, einem Portal, das sich exklusiv an sogenannte “weiße” Menschen richtet. Rassismus und Antisemitismus sind hier fast überall zu finden: in den Selbstbeschreibungen der Kunden, in den Diskussionsgruppen, die das Portal bereithält, sowie auf den Social-Media-Kanälen des Angebots. Fast 8.000 Menschen aus der ganzen Welt suchen auf diesem Parship für Rechtsextreme nach der Liebe. Die Informationen stammen aus einem Leak, das der ZEIT vorliegt. Nach Prüfung und Auswertung dieser Daten geben aktuell 684 Mitglieder an, aus Deutschland zu stammen. Unter ihnen sind AfD-Politiker, Abtreibungsgegner, Neonazis und die Bewohnerin eines Bauernhofs der rechtsesoterischen Anastasia-Bewegung. Der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen berichtete bereits 2019 über das Datingportal und ordnete es als “Extremismus im digitalen Raum” ein. Das war zwei Jahre nach der Gründung der Webseite. Seitdem steht das Angebot illegalerweise ohne Impressum im Netz und wird über eine Firma in Paris betrieben. Recherchen der ZEIT haben ergeben, dass die Betreiberin eine Deutsche ist, die in der Nähe von Kiel lebt.    Ihr Name ist Christiane H., sie stammt aus Schleswig-Holstein und tritt unter dem Pseudonym “Liv Heide” in rechtsextremen Szenemedien auf. Die 57-Jährige wähnte sich 2022 in einem YouTube-Interview mit einem Neonazi im “Rassenkrieg” und hält Kontakte in die Neonazi- und Holocaustleugnerszene – und zur völkischen Sekte der Ludendorffer

via zeit: WhiteDate: Dinkel88 sucht nach Liebe

siehe auch: Singlebörse für Rechtsextreme:Wenn nur die reine Liebe zählt. Ein Datingportal für weisse Rechte verbindet völkische Ideologie und antisemitische Verschwörungsmythen mit der Suche nach der perfekten Beziehung. (…) Die Zitate stammen aus Profilseiten von Schweizer Mitgliedern der Partnerbörse whitedate.net, eines Portals exklusiv für Weisse. Zugang dazu haben eigentlich nur verifizierte Mitglieder, doch ein Datenleak, das die WOZ und die deutsche Wochenpublikation «Die Zeit» einsehen konnten, legt viele sensible Daten des Netzwerks offen. Fast 8000 Menschen auf der ganzen Welt suchen auf diesem «Parship für Rechtsextreme» nach der Liebe. 39 davon geben an, in der Schweiz zu leben, 684 in Deutschland. Dort beschrieb der Verfassungsschutz bereits 2019 – zwei Jahre nach der Gründung der Site – das Portal als «Extremismus im digitalen Raum». Das Prinzip: Weisse sollen andere Weisse kennenlernen, um im besten Fall weisse Kinder zu zeugen. Oder in den Worten von Plattformbetreiberin Christiane H.: Ziel sei es, «die exklusiv weisse Gemeinschaft wieder aufleben zu lassen», um den «weissen Völkermord» zu verhindern. (…) Der Datingaspekt sei nur ein Feature auf der Website, sagt sie in einem Youtube-Interview. Der eigentliche Kern des Portals sei die Gruppenfunktion. Darüber vernetzen sich die Mitglieder miteinander, diskutieren über Kirche, Permakultur oder die besten Grossstädte für Konservative, aber auch über den Aufbau «weisser Gemeinschaften» zur Vorbereitung auf einen kommenden «Rassenkrieg». 2019 sagte Christiane H. in einem rechtsextremen Podcast zum Ziel der Vernetzung: «Wir müssen uns organisieren im privaten Bereich», «weltweit kleine Zellen aufbauen». Diese Zellen müsse man dann auch verteidigen. Für Rechtsextreme stand lange der Kampf für die eigene Nation im Mittelpunkt. Aber seit einigen Jahren ist eine Veränderung zu beobachten: Länderübergreifend vereinigen sie sich zu einer «braunen Internationale». Der Verschwörungsglaube, gemeinsam die «weisse Rasse» zu verteidigen, auch über Nationalstaatsgrenzen hinweg, schweisst sie zusammen. Feminismus, Judentum, Homosexualität, Linke oder George Soros seien demnach schuld am Verschwinden der Weissen. Diese Feinde seien global, darum müsse man sie auch global bekämpfen. Eine Wahnidee, mit der Neonazis überall etwas anfangen können. (…) Auch offline sucht Christiane H. den Kontakt zur extremen Rechten. Nach Informationen von «Zeit» und WOZ besuchte sie Veranstaltungen des Bunds für Deutsche Gotterkenntnis Ludendorff. Die völkische Gruppierung wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Benannt nach Erich Ludendorff, massgeblich Beteiligter am Hitler-Putsch von 1923, stützt sich die Gruppe auf dessen völkische Ideologie und Esoterik. Unterstützt wird H. auch von bekannten Neonazis wie dem Musiker Frank Kraemer, der 2016 mit seiner Rechtsrockband Stahlgewitter vor 5000 Rechtsextremen im sankt-gallischen Unterwasser auftrat und seinen Youtube-Kanal zum Bewerben von «White Date» nutzt. Oder dem einschlägig bekannten Schweizer Holocaustleugner und Gründer der rechtsextremen Europäischen Aktion, Bernhard Schaub. Auf ihrer Website verlinkt H. zum Versandhandel Der Schelm, der nationalsozialistische und antisemitische Literatur vertreibt. Christiane H. betreibt neben «White Date» auch zwei weitere Seiten: die Adoptionsplattform «White Child» für weisse Kinder und Samenspender und «White Deal», eine Plattform, die Firmen weisse Mitarbeiter:innen vermitteln soll. Sie selbst scheint es mit diesem Credo jedoch nicht so genau zu nehmen: Programmiert werden all ihre Websites nach Informationen von WOZ und «Zeit» von einem indischen IT-Fachmann, die Buchhaltung führt ein Mitarbeiter in Madagaskar.

siehe dazu auch: Ein Traum von einem Tradwife. Antifas haben unter der Domain okstupid.lol ihre 1,7 GB Datenbeute der internationalen Naziflirtseite WhiteDate.net veröffentlicht: als Kartoffelkarte, als Suchseite und zum Download. Die Nazis wurden dabei zu Versuchsopfern in einem zutiefst unethischen Flirtexperiment: sie wurden monatelang von KI-Bots getrollt, von perfekten Tradwifes. Zu den faschistischen Flirtopfern gehören auch Nazis wie Patrick Schröder alias „NoSurrender“. Seine denglische Liebeserklärung an das Naziportal ist einfach nur cringe: „Because you are the only exclusive website. its much more difficult to find someone in mainstream-portals, but its also not impossible.“