Ausländerfeindliche KI-Musik Rechtsradikale Phrasen, verpackt in Indie-Tunes

In den Niederlanden drängen rechte KI-Songs auf virale Spotify-Playlists. Doch hinter dem Fall steckt ein viel größeres Problem. Man könnte das, was in den Niederlanden derzeit zu beobachten ist, einen nahezu perfekten Sturm nennen: Acht Songs in den Viral-Charts des Streamingdienstes Spotify waren dort dieser Tage KI-generierte Stücke mit rechtsradikalen, xenophoben beziehungsweise explizit einwanderungsfeindlichen Inhalten. Übersetzt tragen sie ebenso eindeutige wie unerträgliche Titel: »Nenn mich einfach Rechtsaußen!«, »Fickt euch! Linke Ficker!« oder »Wir sagen Nein, Nein, Nein zum Asylbewerberheim«. Letzterer erreichte Platz fünf der niederländischen Single-Top-100 und Platz zwei der Spotify-Charts. All das wirft Fragen auf: Wie gelangen solche Songs überhaupt auf Chart-Playlisten? Wie kann es eigentlich sein, dass die größte europäische Streamingplattform nicht bemerkt, dass ein erheblicher Teil davon offenbar KI-generiert ist? Oder merkt sie es – und ist es ihr schlicht egal? Zum Autor Bild vergrößern Foto: Noel Richter Johann Scheerer, Jahrgang 1982, ist Schriftsteller, Musiker und Musikproduzent. Seit 2005 betreibt er die Marke »Clouds Hill« als Studio, Label und Verlag. Er produzierte u. a. Omar Rodríguez-López, At the Drive-In, Wolf Biermann, The Mars Volta und Peter Doherty. Sein Debütroman »Wir sind dann wohl die Angehörigen« (2018) wurde 2022 verfilmt. Es folgten Unheimlich nah (2021) und aktuell Play (2025). Die Verbreitung von KI-generierter Musik, wohl verstärkt durch manipulative, demokratiezersetzende Bots, entwickelt sich rasant zu einem neuen Branchentrend: Konnte man mit einschlägigen Tools noch vor wenigen Monaten nur Songs kreieren, die so schlecht klangen, dass es keinen Zweifel an ihrer Künstlichkeit gab, nehmen KI-Lieder mittlerweile Spitzenplätze in weltweiten Verkaufs- und Streaminglisten ein. Wie der Medienkonzern Billboard Anfang November berichtete , haben inzwischen mindestens sechs Songs von KI-Künstlern oder mit deutlicher Unterstützung generativer KI prominente Platzierungen in verschiedenen Charts erzielt. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl sogar deutlich höher ist. Und zwar weil es immer schwieriger wird, zu erkennen, welche Musik überhaupt von Menschen stammt – und in welchem Umfang künstliche Intelligenz an der Entstehung beteiligt ist. Spotify hat zwar angekündigt, gegen diese Schwemme vorzugehen. In einer Pressemitteilung im September teilte das Unternehmen mit, innerhalb eines Jahres rund 75 Millionen »spammy« Tracks  entfernt zu haben. Kennzeichen waren etwa Massen-Uploads, SEO-Manipulationen, auffällige Streaming-Cluster oder andere auffällig generierte Stücke. Und trotzdem waren diese Löschmechanismen offenbar nicht ausreichend, um die rechtsradikalen Songs zu erkennen.

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Rassistische #Polizeigewalt? Beamter steht in Gifhorn vor #Gericht – #polizeiproblem

Wegen des Vorwurfs der Nötigung im Amt steht am 9. Dezember ein Polizeibeamter aus Gifhorn vor dem Amtsgericht. Er soll einen Mann rassistisch beleidigt und unverhältnismäßige Gewalt angewendet haben. Laut Anklage soll sich der Vorfall am 13. Februar 2025 bei einer versuchten Abschiebung ereignet haben. Der Beamte und eine Kollegin aus der Ausländerbehörde wollten demnach einen Asylbewerber zur Abschiebung einem Richter vorführen. Der Mann sei kurz vor dem Einsteigen in den Streifenwagen geflüchtet. Nachdem er die Flucht selbst abgebrochen hatte, wurde er von einem Mitarbeiter der Ausländerbehörde festgehalten und wenig später von weiteren Polizisten gesichert, so die Anklage. Rassistische Beleidigungen bei Abschiebung? Dabei soll sich der angeklagte Polizist sich auf ihn gestürzt haben. Ebenso soll der Beamte dem Mann unter anderem zugerufen haben: “Jetzt haben wir dich, scheiß Ausländer”, und ihn mit dem Knie auf dem Rücken fixiert haben, sodass dieser kurzzeitig keine Luft bekam. Auch Sätze wie “Raus mit dir, du Ausländer” und “Geh zurück in dein Takatukaland” werden dem Beamten in der Anklage zugeschrieben.

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Das steht in den Whatsapp-Chats der Lausanner Skandal-Polizisten – #polizeiproblem

Schockierende Enthüllungen in Lausanne: Rund 50 Polizisten tauschten jahrelang rassistische, antisemitische und sexistische Nachrichten in WhatsApp-Gruppen aus. RTS deckte 2500 Seiten interner Chats auf, die ein erschütterndes Ausmass an Hass und Diskriminierung zeigen. Rund fünfzig Polizisten in Lausanne sollen über Jahre hinweg in zwei WhatsApp-Gruppen rassistische, antisemitische, sexistische und extremistische Nachrichten ausgetauscht haben. Der Sender RTS hat die 2500 Seiten interner Chats ausgewertet – das Ausmass an Hass und Diskriminierung ist erschütternd. Die Gruppen «Pirate F» (2016–2023) und «Les Cavaliers» (2022–2024) dienten als Plattform für menschenverachtende Äusserungen. Einige beteiligte Beamte haben die Polizei inzwischen verlassen, andere sind noch im Dienst. Die Nachrichten vermischten sich mit Alltagsgesprächen über Feierabend, Dienstpläne und Ferien – Kritik oder Widerspruch kam nie. Rassismus gegen Schwarze, Araber und Roma In den Chats finden sich wiederholt entwürdigende Kommentare über Schwarze, darunter Formulierungen wie «Schwarze, die schlecht riechen» oder «gute N*». Einzelne Beamte äussern sogar Gewaltfantasien. So schreibt ein Polizist, nachdem eine Journalistin mit dunkler Hautfarbe als «Schutzengel» bezeichnet wurde, er habe den Wunsch, «Menschen zu töten». Auch Araber und Nordafrikaner werden abwertend dargestellt: Ein Beamter teilt einen «Witz» über die «Allgegenwart der Araber in Lausanne», ein anderer bezeichnet das «maghrebinische Wetter» als «grau, trüb und bedrohlich». Über Roma wird unter anderem über ihre Kleidung gespottet. In mehreren Nachrichten wird Hitler verherrlicht. Auf ein Rekrutierungsfoto der Polizei antwortet eine Kollegin: «Die Gestapo rekrutiert! White Power!» – kurze Zeit später taucht ein Bild Hitlers mit der Bildunterschrift «Hitler approves» auf. Auch der Ku-Klux-Klan wird erwähnt.

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Dieser US-Rechtsextreme erreicht von der Schweiz aus Hunderttausende

Vox Days Blog verzeichnet im Monat über eine halbe Million Aufrufe, vor allem aus den USA. Der US-Autor Vox Day hat unter anderem das Mannosphere-Konzept des «Sigma» erfunden. Sein rechtsextremes Gedankengut verbreitet er aus der Schweiz. Wir haben ihn in einem beschaulichen Schweizer Dorf getroffen. Das Wall Street Journal nannte Vox Day einmal «den meistverachteten Mann in Science-Fiction». Wissenschaftler bezeichnen ihn als «White Supremacist». Er lehnt dies ab und sieht sich als christlicher Nationalist. «Wenn Sie mich kritisieren wollen, dann sollte es dafür sein, dass ich die Aufklärung ablehne», sagt Vox Day. Vor 200 Jahren habe die Aufklärung gut getönt. «Wir wussten nicht, wohin uns freier Handel und Demokratie führen.» Heute sei der «kollektive Westen» am Abgrund und darum lehne der Rest der Welt die Aufklärungswerte ab – weil sie «überleben» und «gedeihen» wollten. (…) Ein wiederkehrendes Element auf seinem Blog ist der Widerstand gegen «Clown World» – eine Verschwörungstheorie über satanische Kräfte, gegen welche angeblich Russland und China kämpfen. Die meisten Follower hat Vox Day auf der Plattform Gab.com. Dort folgen ihm etwa 35’000 Menschen und dort – wo nur Registrierte mitlesen – äussert er sich nochmals ungeschminkter. Als ein Nutzer ihm im Frühjahr 2024  vorwarf in einem Beitrag über «Clown World» «gewisse Worte» zu vermeiden, antwortete Vox Day: «Ich vermeide keine Worte, du Behinderter. Die Juden, von denen du besessen bist, sind die Werkzeuge der globalen Satanisten von Clown World, die selbst nur fiese Diener des wahren unmenschlichen Bösen sind.» Damit schildert er antisemitische Verschwörungstheorien. Vox Day sitzt ruhig da, während ihm dieser Kommentar vorgelesen wird. Und sagt dann: «Wenn du ein Christ bist, glaubst du an das Übernatürliche.» Menschen wie «George Soros oder Hillary Clinton» seien selbst nur Werkzeuge. Dass die Schilderung von «Clown World» an die antisemitischen «Protokolle der Weisen von Zion» verweise, verneint Day: «Es hat nichts zu tun mit den Protokollen. Es hat mit der Bibelstelle zu tun, wo Satan Jesus alle Königreiche der Welt anbietet.» Da Jesus Satan diese Macht nicht abgesprochen habe, regiere Satan die Welt.

via swissinfo: Dieser US-Rechtsextreme erreicht von der Schweiz aus Hunderttausende

Online-Händler entfacht mit Anti-AfD-Werbung heftige Diskussion

Ein Online-Händler plante mit zweideutigen Aussagen im Internet Werbung für sich zu machen – auf Kosten der AfD. Die Kampagne hatte ein Nachspiel. Der Online-Händler Galaxus Deutschland steht wegen einer umstrittenen Werbekampagne in den sozialen Netzwerken in der Kritik. Hintergrund ist ein kurzer Clip, in dem eine junge Frau bei dem Spiel „Wer bin ich?“ mehrere Anspielungen zur AfD-Vorsitzenden Alice Weidel macht und sich dabei ausfällig äußert. Das Video wurde innerhalb weniger Tage mehr als zehn Millionen mal aufgerufen. Die AfD reagierte mit einem Statement. Bei dem Spiel „Wer bin ich?“ wird einer Person ein Zettel mit einem Begriff auf die Stirn geklebt, den sie anschließend durch einfache „Ja“- oder „Nein“-Fragen erraten muss. In dem Werbevideo des Online-Händlers sitzt eine junge Frau ebenfalls auf dem Bett, auf ihrer Stirn prangt ein Post-It mit dem Begriff „Galaxus“. Durch ihre Fragen folgt sie aber erst einmal einer anderen Spur: „Bin ich in manchen Teilen Deutschlands erfolgreicher?“, fragt sie und legt nach mit „Kennt man mich in letzter Zeit vor allem wegen einer blonden Frau? Hatte die was mit der Schweiz zu tun? Bin ich queerer, als ich tue? Und wählen mich auch Idioten?“ „Diffarmierung“ und „unterste Schublade“ – AfD reagiert in Stellungnahme auf umstrittene Werbung In dem knapp 50 Sekunden lange Werbeclip blickt die Frau am Ende genervt in die Kamera, schnaubt „Ernsthaft?“ und rät anschließend: „Dann bin ich Alice…“ Der Nachname wird mit einem Piepton zensiert. Die Frau simuliert einen Würgereiz und ist erleichtert, als sie erfährt, dass sie falsch liegt. Mit ihrem zweiten Versuch tippt sie richtig, wer sie ist. Dann endet der Clip.

via merkur: Online-Händler entfacht mit Anti-AfD-Werbung heftige Diskussion

Landeselternrat MV: AfD-Landtagskandidatin in den Vorstand gewählt

Die AfD ist erstmals im Vorstand des Landeselternrats vertreten. Die etwas mehr als 50 Delegierten haben die AfD-Landtagskandidatin Manuela Medrow in das neunköpfige Spitzengremium gewählt. Der Landeselternrat vertritt die Interessen der Eltern von Schülern in Mecklenburg-Vorpommern. Das Spitzengremium ist regelmäßig im Austausch mit dem Bildungsministerium in Schwerin und den Schulbehörden. Es geht dabei auch um eine bessere Qualität der Schulangebote. Am vergangenen Wochenende haben die Delegierten, die von den Kreis- und Stadtelternräten entsandt wurden, in Plau am See (Landkreis Ludwigslust-Parchim) für die nächsten zwei Jahre einen neuen Vorstand gewählt. Für ihre Kandidatur bekam auch die AfD-Landtagsbewerberin Manuela Medrow eine Mehrheit, für sie stimmten 32 der 58 Delegierten. (…) Im Nachhinein hat die Wahl Medrows den Landeselternrat “kalt erwischt”, wie es intern heißt. Medrow habe vor ihrer Wahl ihre AfD-Mitgliedschaft und ihre politische Ambitionen für den Landtag verschwiegen, berichten Teilnehmer dem NDR. “Wäre das bekannt gewesen, wäre sie nicht gewählt worden”, erklärte ein Teilnehmer. Jetzt müsse man mit der Situation umgehen. Die AfD-Politikerin sitzt seit Ende Oktober auch im Stadtelternrat Schwerin, von dort wurde sie als Delegierte für die Versammlung des Landeselternrats entsandt. Auch im Stadtelternrat waren ihre politischen Ambitionen für die AfD nicht bekannt.

via ndr: Landeselternrat MV: AfD-Landtagskandidatin in den Vorstand gewählt

Landgericht Bonn: Lange Haftstrafe für Ex-NPD-Politiker

Das Bonner Landgericht hat am Mittwoch (3.12.) einen ehemaligen NPD-Abgeordneten aus dem Siegburger Kreistag zu fast sechs Jahren Haft verurteilt. Er soll unter anderem Kontakt zu jungen Mädchen gesucht und kinderpornografisches Material besessen haben. Der Angeklagte hat angekündigt, gegen das Urteil in Revision zu gehen. Wegen seiner pädophilen Neigung ist der Angeklagte immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Bereits 2010 war er wegen Kindesmissbrauchs, und dann 2019 wegen Stalkings zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Staatsanwaltschaft: 53-Jähriger hat pädophile Neigung Nachdem der verurteilte Sexualstraftäter Ende 2023 seine zweite mehrjährige Haftstrafe abgesessen hat, steht er für weitere fünf Jahre unter Führungsaufsicht. Weil er eine Gefahr für Kinder darstellt, darf er keinen Kontakt zu Minderjährigen suchen, muss zu Kinder- und Jugendeinrichtungen 100 Meter Abstand halten. Aber genau diese Weisungen soll er mehrfach missachtet haben. Monate nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis zieht er erst in den Rheinisch-Bergischen Kreis, im November 2024 dann nach Lohmar. In die Nachbarschaft der Kinder- und Jugendhilfe Hollenberg. Auch in der Nähe seiner neuen Wohnung: Schulen und ein Kindergarten. Sogar eine elektronische Fußfessel, die der Mann tragen muss, hält den Angeklagten offenbar nicht davon ab, Kontakt zu Minderjährigen zu suchen. Schon kurz nach seinem Umzug, so die Staatsanwaltschaft, spricht er eine 13-Jährige an, die in der Kinder- und Jugendhilfe Hollenberg lebt. Lädt sie zum Essen zu sich ein. Das junge Mädchen sucht das Weite. Vorwurf: Kontakt zu Minderjährigen gesucht An einer Bushaltestelle im Ort soll er zwei Bekannte (15 und 16 Jahre) des Mädchens angesprochen und ausgefragt haben. Er gibt den beiden Schokolade und einen Brief für die 13-Jährige mit. In der anderen Hand – so steht es in der Anklage – hält er ein Seil und eine Rolle Klebeband.

via wdr: Landgericht Bonn: Lange Haftstrafe für Ex-NPD-Politiker