“Zur Vermeidung von Kindeswohlgefährdung” – AfD fordert Rücktritt von Pfarrerin nach Polyhochzeit

Angebliche “Queerextremisten” dürften nach Ansicht der AfD nicht mehr Pfarrerinnen oder Pfarrer in Deutschland sein. Die AfD-Bundestagsfraktion würde gerne “Queerextremisten” aus dem Kirchendienst entfernen, angeblich zum Schutz von Kindern: Die rechtsextreme Fraktion forderte in einer Pressemitteilung die Absetzung der Berliner Pfarrerin Lena Müller, weil sie anlässlich von “Pop-up-Segenshochzeiten” zur Pride-Saison vier Männer in einer Polybeziehung gesegnet hatte (queer.de berichtete). “Die AfD-Fraktion hat sich immer gegen Regenbogenpropaganda im Bereich der Kinder- und Jugenderziehung ausgesprochen”, erklärte dazu Martin Reichardt, der familienpolitische Fraktionssprecher. “Wir fordern die Kirchenleitung […] zur Vermeidung von Kindeswohlgefährdung auf, Frau Müller umgehend von ihren Aufgaben als Landespfarrerin für Kinder, Jugendliche und Konfirmanden zu entbinden. Die Kinder- und Jugendarbeit einer mit staatlichen Mitteln geförderten Kirche darf auf keinen Fall länger Spielwiese für in Talar gehüllte Queer- und Linksextremisten bleiben.” Reichardt bezeichnete Pfarrerin Müller als “hochideologisierte Frau, die ihr geistliches Amt für woke Propaganda missbraucht”. Bischof Christian Stäblein hatte bereits klargestellt, dass es sich bei der Poly-Segnung nicht um eine offizielle Trauung gehandelt habe (queer.de berichtete). Gleichzeitig nahm die Berliner Kirche ihre Pfarrerin nach massiven Anfeindungen von Rechtsaußen in Schutz: “Wir sind entsetzt über den Hass, der ihr entgegenschlägt”, teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) auf Social Media mit (queer.de berichtete).

via queer: “Zur Vermeidung von Kindeswohlgefährdung” AfD fordert Rücktritt von Pfarrerin nach Polyhochzeit

Rassismus ist Alltag im Vereinssport in Deutschland

Rassismus ist kein Randphänomen im Vereinssport in Deutschland, sondern ureigener Teil des Sportalltages. Das zeigt eine neue Studie der Bergischen Universität Wuppertal. Unter dem Titel „Rassismus und Rassismuskritik im vereinsorganisierten Sport“ untersuchten Forscherinnen des Arbeitsbereichs Sportsoziologie, wie sich Rassismus in Sportvereinen manifestiert, welche Formen Rassismus annimmt und welche Ansatzpunkte für Rassismuskritik existieren. „Rassismus im Sport wird häufig als Einzelfall oder Fehlverhalten Einzelner abgetan“, erklärt Studienleiterin Prof. Dr. Tina Nobis. „Unsere Studienergebnisse verdeutlichen jedoch, dass Rassismus im Sport alltäglich und omnipräsent ist. Rassismus zeigt sich dabei auch subtil und strukturell.“ In einer qualitativen Interviewstudie berichten zehn von elf Athletinnen afrikanischer Herkunft von vielschichtigen Formen von Rassismus unter anderem von rassistischen Witzen in der Umkleidekabine, die Erfahrung zu Anderen gemacht zu werden, der Absprache von Zugehörigkeit oder mangelnder Repräsentation in primär weißen Sportstrukturen. Weiße Privilegien und fehlende Wahrnehmung Die interviewten Athletinnen schildern, dass, ihnen nicht geglaubt wird bei der Meldung von Rassismus und das Rassismus heruntergespielt oder geleugnet wird. „Rassismus führt so meist nur zu einem Einschnitt in den Sportalltag von Betroffenen“, so Mitautorin Alessa Heimburger. Athlet*innen berichten, dass über Rassismus im Vereinssport eher geschwiegen als gesprochen wird. Hieran vergegenständlicht sich nach dem Forschungsteam auch ein weißes Privileg – nämlich das, Rassismus ignorieren zu können. Neben der qualitativen Interviewstudie führte das Forschungsteam auch eine quantitative Befragung von über 3.000 Vereinsmitgliedern, die mehrheitlich nicht von Rassismus betroffen sind, durch. Die Ergebnisse der Online-Befragung verdeutlichen, dass insbesondere subtilere und strukturelle Formen von Rassismus, wie beispielsweise das ständige Hinterfragen der Herkunft oder eine fehlende Diversität in Vorständen von den weißen Sportvereinsmitgliedern mehrheitlich nicht als Rassismus erkannt werden.

via uni wuppertal: Rassismus ist Alltag im Vereinssport in Deutschland

Studie Rassiusmus und Rassismuskritik im Vereinssport (PDF)

Neue AfD-Jugendorganisation Neuer Name, alte Netzwerke

Wenn sich Ende November die neue Jugendorganisation der AfD formiert, will sie nicht nur unter sich bleiben. Nach Recherchen von WDR und NDR will sich die neue Jugendorganisation offenbar erneut ins rechtsextreme Vorfeld der Partei vernetzen. Es solle ein echter Neuanfang werden, hieß es Anfang des Jahres, als die AfD beschloss, sich von ihrer “Jungen Alternative” (JA) als offiziellem Parteinachwuchs zu trennen und eine neue, alle Parteiflügel umfassende Jugendorganisation zu gründen. Am 29. und 30. November wird sich im hessischen Gießen nun diese neue Parteijugend unter dem Arbeitstitel “Generation Deutschland” offiziell gründen. (…) Doch nach Recherchen von WDR und NDR will sich die neue AfD-Jugendorganisation offenbar schon auf dem Gründungstreffen wieder ins radikale Vorfeld der AfD vernetzen. Interne Unterlagen zeigen: Für das Gründungstreffen in Gießen, bei dem knapp 2.000 Gründungsmitglieder Ende November erwartet werden, will die AfD-Jugend nicht nur rechtskonservative Organisationen einladen, sich mit Ständen zu präsentieren, sondern auch mehrere Organisationen, deren Vertreter im rechtsextremen Milieu aktiv sind.  Insgesamt 26 Organisationen, Medien, Vereine und Influencer sind offiziell eingeladen und können sich, wenn sie wollen, im Foyer der Veranstaltung mit Infoständen präsentieren. Viele von ihnen sind alte Bekannte, die schon bei früheren Veranstaltungen der rechtsextremen JA dabei waren. (…) Auf der Einladungsliste stehen auch prominente Szene-Namen: Allen voran die “Sezession”, die auf dem Rittergut Schnellroda des Chefideologen der sogenannten Neuen Rechten, Götz Kubitschek, zu Hause ist und von Erik Lehnert, dem ehemaligen Leiter des früheren “Instituts für Staatspolitik” (IfS), geleitet wird. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet die Szene um Kubitschek als gesichert rechtsextremen Personenzusammenschluss.Ideologisch eng mit Schnellroda verbunden und auch auf der Liste: der Jungeuropa-Verlag von Philip Stein, der den vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Verein “EinProzent” anführt, der unter anderem der Identitären Bewegung (IB) ideologisch nahesteht. Die IB wiederum steht formal auf der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der AfD. Das bedeutet, wer in der IB Mitglied ist, darf nicht zugleich Mitglied in der AfD sein. Jedoch gibt es seit Jahren immer wieder gemeinsame Auftritte mit AfD-Politikern.In Gießen sollen laut Vorstands-Beschluss auch zwei wichtige IB-nahe Sprachrohre mit Ständen Präsenz zeigen dürfen: das Filmkunst-Kollektiv sowie “InfoDirekt” aus Österreich. Mit einem Stand soll nach den Plänen der neuen AfD-Jugend auch der Anbieter “Nette Aufkleber” vor Ort sein, von dem weit verbreitete Slogans der Jung-AfDler wie “Sommer, Sonne Remigration” oder “Abschieben schafft Wohnraum” stammen.In Gießen soll auch Lukreta vor Ort sein, ein zuletzt stark wachsendes Netzwerk, das um junge Frauen wirbt und von Verfassungsschützern als Verdachtsfall auf Rechtsextremismus beobachtet wird

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FCK AfD

Schleswig-Holstein: Verwaltung mit E-Mail-Migration auf Open Source fertig

Die Landesverwaltung Schleswig-Holsteins hat den Umstieg ihres Mailsystems von Microsoft Exchange und Outlook auf Open-Source-Lösungen vollzogen. Die schleswig-holsteinische Landesverwaltung hat einen wichtigen Schritt in Richtung digitale Souveränität vollzogen: Nach einem sechsmonatigen Umstellungsprozess hat das Digitalministerium Anfang Oktober die Migration des gesamten E-Mail-Systems der Landesverwaltung von Microsoft Exchange und Outlook auf die Open-Source-Lösungen Open-Xchange und Thunderbird erfolgreich abgeschlossen. Das Digitalressort spricht von einem Meilenstein nach einem Kraftakt, der die Umstellung über 40.000 Postfächer mit insgesamt deutlich über 100 Millionen E-Mails und Kalendereinträgen umfasst habe. Von der Staatskanzlei und den Ministerien über Justiz und Landespolizei bis hin zu weiteren Landesbehörden – rund 30.000 Mitarbeiter seien nun in der Welt freier Software angekommen. (…) Die Initiative in Schleswig-Holstein umfasst weitere zentrale Bereiche der Landes-IT: Die Software Nextcloud soll sukzessive Microsoft SharePoint als zentrale Plattform für behördenübergreifende Zusammenarbeit ersetzen. Bei Videokonferenzen baut das Land auf OpenTalk. Auch die Telefonsysteme sollen auf eine Open-Source-Lösung umgestellt werden. Langfristig wird dem Plan nach zudem das Betriebssystem Windows auf allen Rechnern durch quelloffene Alternativen wie Linux ersetzt.

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#Hanau in Hessen – #Hakenkreuze mit Blut auf Autos geschmiert – eine Festnahme

In Südhessen ist nach makaberem Vandalismus ein Verdächtiger festgenommen worden: Dutzende geparkte Autos, Hauswände und Briefkästen waren offenbar mit menschlichem Blut beschmiert worden – teils in Form von Hakenkreuzen.Nachdem fast 50 Autos, mehrere Briefkästen und Hauswände in Hanau-Lamboy offenbar mit Blut beschmiert worden sind, hat die Polizei am Donnerstagvormittag einen Mann vorläufig festgenommen. Er stand unter erheblichem Alkoholeinfluss, wie ein Polizeisprecher sagte. Ein Atemalkoholtest ergab demnach rund 1,2 Promille.Nach ersten Erkenntnissen gehen Staatsanwaltschaft und Polizei davon aus, dass die Tat im Zusammenhang mit einem Vorfall im beruflichen Umfeld des Mannes stehen könnte und es sich möglicherweise um eine Kurzschlussreaktion gehandelt hat.Laut Polizei stammt das Blut von dem 31-Jährigen selbst. Er war bei der Festnahme verletzt, wie der Polizeisprecher sagte. Der 31-Jährige sollte nach den polizeilichen Maßnahmen in einer psychiatrischen Fachklinik vorgestellt werden. (…) Insgesamt wurden fast 50 beschmutzte Fahrzeuge registriert – viele von ihnen mit dem verbotenen Symbol beschmiert. Die Taten ereigneten sich den Angaben nach wohl alle nach 16 Uhr. Ein spezieller Vortest hatte ergeben, dass es sich bei der Substanz um menschliches Blut handeln dürfte.

via tagesschau: Hanau in Hessen Hakenkreuze mit Blut auf Autos geschmiert – eine Festnahme

More than 50 people injured in blast at mosque in #Jakarta school complex – #terror

More than 50 people have been injured in explosions during Friday prayers at a mosque in Indonesia, with authorities identifying a 17-year-old student as the suspected perpetrator. The incident happened at around 12:15 local time (05:15 GMT) inside a school complex that housed the mosque in Kelapa Gading – a district in the capital, Jakarta. The victims, mostly pupils, sustained a range of injuries, including severe burns. The suspect was also hurt, according to Indonesia’s police chief, Listyo Sigit Prabowo. He added that an investigation into the incident is under way, “including how the suspect assembled and carried out the attack”. A bomb disposal team was deployed to the state-run high school complex following the explosions to collect evidence and ensure there were no other explosive devices. A pupil at the school alleged to Indonesia’s government-owned news agency Antara that a homemade bomb had been brought in by a student who had often been bullied by other students. Other pupils told Indonesian news outlets that the suspect was a “loner” who often made drawings depicting violence, and who had been found lying on the ground following the explosion. A cook at the school described seeing white smoke coming from the mosque and broken windows after the “massive” blast. “Our hearts were beating fast, we couldn’t breathe,” she told the Reuters news agency. A high-ranking Jakarta Metropolitan Police officer confirmed the presence of two objects resembling firearms at the scene. Images from Antara suggest one of the objects appeared to be a submachine gun and another looked like a pistol. The submachine gun-type object appears to be inscribed on its barrel with: “14 words. For Agartha.” On its body, it says: “Brenton Tarrant. Welcome to Hell.” Brenton Tarrant is the perpetrator of a 2019 mass shooting at a mosque and Islamic centre in Christchurch, New Zealand, that killed 51 and injured dozens of others.

via bbc: More than 50 people injured in blast at mosque in Jakarta school complex