Getöteter Gerichtsvollzieher: Tattoo des Verdächtigen weist auf rechtsextreme Szene hin

Im Fall des am Dienstag in Bexbach getöteten Gerichtsvollziehers gibt es neue Erkenntnisse zum Hintergrund des Täters. Nach SR-Informationen hat er ein Tattoo auf dem Oberarm, das auf die rechtsextreme Szene hindeutet. Nach SR-Recherchen trägt der Beschuldigte im Fall des getöteten Gerichtsvollziehers ein Tattoo am Oberarm, das eine Odal-Rune darstellt. Dieses Symbol kann der rechtsextremen Szene zugeordnet werden. Die Rune wird bis heute als Zeichen nationalsozialsozialistischer Organisationen benutzt und war in abgewandelter Form auch ein Erkennungszeichen der SS. Die saarländische Staatsanwaltschaft bestätigte auf SR-Anfrage, dass der Beschuldigte ein Tattoo am Oberarm hat, bei dem es sich um eine Rune handeln könnte. Sie weist aber weiterhin darauf hin, dass die Ermittlungen noch andauern und deshalb noch keine validen Erkenntnisse zu den Hintergründen der Tat und des mutmaßlichen Täters vorliegen.

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Wegen Treffen mit Rechtsextremist – NRW-AfD entzieht Ukraine-Kämpfer erneut Mitgliedsrechte

Eskalation im Fall des Ukraine-Kämpfers Schramm: Der Vorstand der NRW-AfD entzieht ihm erneut die Mitgliedsrechte – nur zwei Tage nach der Rückgabe durch das Schiedsgericht. Schramm werden Verbindungen zu einem Ex-NPD-Spitzenfunktionär vorgeworfen. Er spricht von „Cancel Culture“ in der AfD. Im Streit zwischen dem Landesvorstand der nordrhein-westfälischen AfD und dem Wuppertaler Kommunalpolitiker Tim Schramm gibt es eine neue Eskalation. Erst am Dienstag hatte das Landesschiedsgericht der Partei entschieden, den vom Vorstand beschlossenen Entzug der Mitgliedsrechte des Ukraine-Kämpfers aufzuheben. Nun wurde Schramm am Donnerstagnachmittag nach WELT-Informationen erneut mitgeteilt, dass der Vorstand der Landespartei „Ihren Ausschluss von der Ausübung der Mitgliedsrechte in der AfD beschlossen“ hat. (…) Neuhoff hat Schramm nun eine neue Begründung für die Ordnungsmaßnahme mitgeteilt. „Grund für die weiterreichende Maßnahme ist Ihre Verbindung und Ihr Zusammenwirken mit dem aufgrund belegter Aktivitäten als rechtsextrem einzustufenden Aktivisten Tobias Schulz (‚Baldur Landogart‘)“, heißt es in der Mail. „Zweck der Maßnahme ist die sofortige Unterbindung weiterer, ähnlich gelagerter Aktivitäten Ihrerseits als vollberechtigtes Mitglied und Funktionsträger der AfD sowie die Verhinderung von weiteren, daraus resultierenden Schäden für die Partei.“

via welt: Wegen Treffen mit Rechtsextremist – NRW-AfD entzieht Ukraine-Kämpfer erneut Mitgliedsrechte

Über Brandmauern, Spiritus und angebliche Sachlichkeit

Marie-Christine Ostermann will die Brandmauer zur AfD einreißen und nennt es „Sachebene“. Warum das politisch naiv und brandgefährlich ist. Man löscht ein Feuer nicht, indem man es analysiert. Wenn sich Funken zu einem Feuer zusammentun, hat man mehrere Möglichkeiten: Man kann sie austreten, löschen, ihnen den Sauerstoff entziehen oder zumindest mit einer Brandmauer den Übergriff auf benachbarte Bereiche vermeiden. Was man nicht tun sollte: Spiritus darüber kippen. Auch wenn er, streng genommen, eine Flüssigkeit ist. Genau das tut Marie-Christine Ostermann dieser Tage. Die Präsidentin des Verbands der Familienunternehmer – und damit die Stimme von mehr als 6.500 Unternehmer in Deutschland – hat vor einigen Tagen auf Linked erklärt, die Brandmauer zur AfD sei „gescheitert“. Man könne, so Ostermann, ein Viertel der Wähler nicht länger „durch moralische Ausgrenzung“ zurückgewinnen; jetzt brauche es endlich die „Auseinandersetzung mit den Inhalten der AfD, jenseits von schlichten Kategorisierungen in gut und böse“. Für viele politische Beobachter klang das nicht wie eine unglückliche Formulierung, sondern wie ein Tabubruch. Der „Spiegel“ sprach prompt vom „fatalen Flirt der Familienunternehmer mit der AfD“, die „Süddeutsche Zeitung“ fragte, wie stabil die Brandmauer zwischen Wirtschaft und Rechtsextremismus überhaupt noch sei. Ostermann versucht nun in Interviews zu relativieren. Sie selbst nennt das „Diskutieren heißt nicht akzeptieren“. Das klingt zunächst nach demokratischer Selbstverständlichkeit, ist aber in Wahrheit eine bemerkenswerte Vernebelungstechnik: so, als wolle man nur „in der Sache“ mit jemandem sprechen, der mit brennender Zigarette im Stroh steht und sich dann wundert, dass andere das für leichtsinnig halten. Die Illusion der harmlosen Debatte Damit da keine Missverständnisse entstehen: Natürlich darf man diskutieren. Niemand bestreitet das. Aber es macht einen Unterschied, ob man im Parlament spricht, wo institutionelle Regeln gelten, oder ob man als Verband mit politischem Gewicht jene einlädt, deren Geschäftsmodell auf Verächtlichmachung, Spaltung und Demokratieerosion fußt. Und auch, wenn Ostermann hier auf den Druck einiger ihrer Mitglieder reagieren mag: Was sie da als liberale Großzügigkeit inszeniert, ist tatsächlich politische Naivität – auch jener Verbandsmitglieder, die hinter dem Vorschlag stehen.

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Auch Baufirma Goldbeck stellt Mitgliedschaft im Verband infrage

Rossmann und Vorwerk haben bereits ihre Mitgliedschaft im Familienunternehmer-Verband beendet oder wollen austreten. Nun will auch Goldbeck die Verbandslinie neu bewerten. Das Ringen um den richtigen Weg im Umgang mit einer „Brandmauer“ gegenüber der AfD beschäftigt ein weiteres prominentes Familienunternehmen. Das Bauunternehmen Goldbeck stellt ebenfalls seine Mitgliedschaft im Verband „Die Familienunternehmer“ infrage. Der Spezialist für serielles Bauen mit zuletzt 6,3 Milliarden Euro Umsatz ist dort seit vielen Jahren passives Mitglied. „Wir prüfen in den kommenden Tagen sorgfältig unsere Mitgliedschaft im Verband vor dem Hintergrund, ob diese Mitgliedschaft noch mit unseren Werten vereinbar ist“, teilte das Unternehmen auf Anfrage des Handelsblatts mit. Goldbeck gehört damit neben Melitta zu den Familienunternehmen, die ihr Nachdenken öffentlich machen. In den vergangenen Tagen hatte das Handelsblatt berichtet, dass die Unternehmen Rossmann und Vorwerk bereits ihre Mitgliedschaft beendet haben oder dies wollen.

via handelsblatt: Auch Baufirma Goldbeck stellt Mitgliedschaft im Verband infrage

siehe auch: AfD-Debatte: Bielefelder Unternehmen Goldbeck erwägt Austritt aus Verband Der Bau-Riese will im Streit um die Brandmauer seine Mitgliedschaft im Verband „Die Familienunternehmer“ überdenken. Auch Melitta reagiert. Die Brandmauer-Debatte hat die Wirtschaft in der Region erreicht. Der Verband der Familienunternehmer öffnet sich prinzipiell für Gespräche mit der AfD, will aber auf kritischem Kurs zur Partei bleiben. Das stößt bei der Partei auf Wohlwollen – anderswo auf Kritik. Das Bielefelder Bauunternehmen Goldbeck überprüft nach eigenen Angaben die Mitgliedschaft im Verband „Die Familienunternehmer“. „Wir prüfen in den kommenden Tagen sorgfältig unsere Mitgliedschaft im Verband vor dem Hintergrund, ob diese Mitgliedschaft noch mit unseren Werten vereinbar ist“, sagte ein Unternehmenssprecher dieser Redaktion. „Die Werte, auf denen unser Handeln und unsere Entscheidungen beruhen, sind Menschlichkeit, Vertrauen, Verantwortung, Leistung und Pioniergeist“, führte er aus. „Diese Werte sind unser Kompass – bei Entscheidungen und in der Zusammenarbeit mit anderen. Unser Ziel ist ein gutes Miteinander sowie ein verantwortungsvolles, wirtschaftliches und menschliches Handeln.“

Nach Treffen mit AfD: Nächste Firma verlässt Verband der Familienunternehmer – #FritzKola

Und nochmal die Auseinandersetzungen wegen der Öffnung des – ehrlich gesagt relativ kleinen – Verbands der Familienunternehmer in Bezug auf die AfD Mit “Fritz-Kola” verlässt nun die nächste Firma die Organisation. Der Getränkehersteller bestätigte gegenüber RTL/ntv, dass das Unternehmen seine Mitgliedschaft beendet habe. „Die Entscheidung der Verbandsführung, die bisherige Distanz gegenüber der AfD aufzugeben steht nicht im Einklang mit den Grundsätzen, die fritz-kola als Unternehmen vertritt“

via ntv: Nach Treffen mit AfD: Nächste Firma verlässt Verband der Familienunternehmer

Gründung von AfD-Jugendorganisation – Händler in Gießen fürchten Millionenverlust

Straßensperrungen, Proteste und ein Polizei-Großaufgebot stehen Gießen zum Gründungstreffen der AfD-Jugendorganisation am Samstag bevor. Händler fürchten Millionenverluste, Uniklinik und Netzanbieter bereiten sich vor. Wenn am kommenden Samstag die neue Jugendorganisation der AfD in den Gießener Hessenhallen zu ihrem Gründungstreffen zusammenkommt, werden draußen massive Gegenproteste mit rund 50.000 Teilnehmern aus ganz Deutschland erwartet. Das stellt nicht nur Bevölkerung und Einsatzkräfte vor Herausforderungen: Einzelhändler und Betreiber von Verkaufsbuden schauen bang auf dieses erste Adventswochenende und auch die kritische Infrastruktur Gießens dürfte die erwarteten Menschenmassen zu spüren bekommen. Weitere Informationen Präsenzpflicht an Innenstadt-Schulen aufgehoben Wegen der Proteste und der Absperrungen, die von Freitagabend an eingerichtet werden, wird für die Schulen im Gießener Innenstadtbereich sowie für Schulen in innenstadtnahen Stadtteilen am Freitag die Präsenzpflicht ausgesetzt. (…) Für Budenbetreiber von Weihnachts- und Wochenmarkt ist das Wochenende mit dem ersten Advent einer der wichtigsten Zeitpunkte im Geschäft. So auch für Rico Ried, der belgische Pommes auf dem gerade geöffneten Weihnachtsmarkt verkauft. “Wir werden abbauen und am Samstag nicht kommen”, sagt er. “Das ist uns zu unsicher.” (…) Ein Händler, der nicht nur öffnen, sondern sich auf seine eigene Weise am Protest beteiligen will, ist Arno Jung. Er betreibt ein Postkartengeschäft am Kirchenplatz und will seine Schaufenster komplett mit antifaschistischen Botschaften auskleiden. In seinem Schaufenster sollen Zitate aufgehängt werden, etwa von der kürzlich verstorbenen Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer: “Schaut nicht auf das, was euch trennt, schaut auf das, was euch verbindet. Seid Menschen.” Arno Jung sagt, er wolle einen Beitrag zur Normalität leisten, indem er öffne. Die Mitte dürfe den Gewaltbereiten nicht das Protestfeld überlassen.

via hessenschau: Gründung von AfD-Jugendorganisation Händler in Gießen fürchten Millionenverlust

siehe auch: Proteste gegen rechts in Gießen: Junge Brandstifter blockieren Zehntausende wollen versuchen, den Gründungskongress der neuen AfD-Jugend zu verhindern. Am kommenden Wochenende steigt in Gießen die größte antifaschistische Mobilisierung des Jahres. Zehntausende Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet reisen an, um sich der geplanten Neugründung der AfD-Jugendorganisation entgegenzustellen. Während konservative Medien und die Stadt ein Szenario aus »Chaos« und Einmarsch »der« Antifa beschwören, stellt sich vor Ort eine andere Frage: Was tun, wenn eine rechtsradikale Partei ungestört ihre Nachwuchskaderschmiede eröffnen darf? »Wir werden am Wochenende massenhaft Faschist*innen blockieren. Damit leisten wir den notwendigen gesellschaftlichen Widerstand, um Faschismus aufzuhalten«, kündigt die Sprecher*in von »Widersetzen Hamburg«, Noa Sander, im Gespräch mit »nd« an. Mit Buskonvois werden sie und ihre Mitstreiter*innen anreisen. Die alte AfD-Nachwuchsorganisation »Junge Alternative« wurde nach Überzeugung der Antifaschist*innen nicht grundlos aufgelöst. Die Neugründung sei ein »Täuschungsmanöver«, denn die Inhalte hätten sich nicht verändert, sagt der Sprecher von »Widersetzen«, Suraj Mailitafi: »Hass auf Migrant*innen, Queers und arme Menschen, eine ideologische Nähe zu faschistischen Denkfiguren und rechtsterroristischen Milieus«. »Ihre Funktion als Kaderschmiede des Rechtsextremismus war offensichtlich«, ist auch der Linke-Bundestagsabgeordnete Luke Hoß überzeugt. Er fährt als parlamentarischer Beobachter nach Gießen und will »vor allem der Polizei auf die Finger schauen«.

ADVERSARIAL POETRY Gedichte hebeln Sicherheitsschranken von Chatbots mühelos aus

Die KI lässt sich verführen, wenn Reime an der Logik rühren. Wer das Böse in Verse verpackt, hat die KI sofort geknackt. Einen Chatbot dazu zu bringen, die eigenen Sicherheitsschranken zu ignorieren, war schon einmal einfacher. Mittlerweile haben die meisten Anbieter mehr oder weniger sinnvolle Sperren eingerichtet, damit eben keine Anleitungen zum Bombenbau ausgespuckt werden. Das heißt natürlich nicht, dass man ChatGPT, Claude, Gemini und Co nicht dazu bringen kann, ähnlich Gefährliches von sich zu geben. Man muss nur gut genug reimen. Unter dem Begriff “adversarial prompting” wurden bislang Methoden zusammengefasst, wie man Sicherheitsregeln von Chatbots aushebeln kann. Forscher der Sapienza Universität in Rom und Sant’Anna School of Advanced Studies haben nun eine künstlerisch anspruchsvollere Methode entwickelt. Sie nennen sie “adversarial poetry”, also frei übersetzt etwa “feindselige Dichtkunst”. Der Vorteil: Mit einem Reim braucht man meistens nur einen Versuch, um ChatGPT zu knacken. Einen Single-Turn-Jailbreak nennen die Forscher die Methode in der Studie. Zuerst sammelten die Forscher Beispiele von grundlegenden Prompts, die ein großes Sprachmodell üblicherweise sofort mit einem höflich-bestimmten “Nein” beantworten würde. So wurde etwa gefragt, wie man einen Trojaner programmieren kann, oder wie waffenfähiges Plutonium hergestellt wird. In beiden Fällen verweigerte die KI die Antwort. Wurde der Prompt aber in Reimform geschrieben, apportierten manche Chatbots brav und lieferten eine Schritt-für-Schritt-Anleitung aller Zwischenstufen zur Anreicherung von Plutonium-239. Deepseek und Gemini besonders anfällig Rund 1.200 derartige Gedichte haben die Forscher zu Themen wie sexueller Gewalt, Suizid und selbstverletzendem Verhalten, Diffamierung oder Chemiewaffen verfasst. Damit gelang es dreimal häufiger, die Sicherheitsregeln außer Kraft zu setzen als mit normalem Text ohne Reime. Die Erfolgsquote lag bei 65 Prozent. Die Chatbots von OpenAI, Google, Meta, xAI, Antropic und Deepseek wurden getestet

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