Richtungsstreit vor Landgericht – AfD-Abgeordneter darf Kollegen zu Rechtsextremen zählen

Abgeordnete der AfD-Landtagsfraktion streiten sich jetzt auch vor Gericht. Ein Politiker nennt einen Kollegen “stolzes Mitglied” der rechtsextremen Identitären Bewegung – und darf das auch weiterhin. Knapp drei Wochen noch, dann will die AfD-Fraktion im Landtag zwei unliebsam gewordene Mitglieder ausschließen. Ruhe wird damit vermutlich nicht einkehren, wie ein aktueller Beschluss des Landgerichts Frankfurt im Streit zweier anderer Abgeordneter zeigt. Die Auseinandersetzung ist Teil des innerparteilichen Richtungskampfes zwischen gemäßigteren Kräften und Anhängern des offiziell aufgelösten völkischen Flügels um Björn Höcke. Der eine Beteiligte: der Hanauer Walter Wissenbach, einst Mitbegründer der vergleichsweise moderaten “Alternativen Mitte”. Sein Kontrahent: der Bad Nauheimer Andreas Lichert, bekanntester hessischer Vertreter des “Flügels”. Es war eine parteiinternen Mailgruppe, in der Wissenbach Lichert ein “stolzes Mitglied der IB” nannte, also der vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung. Nun hat er gegen den Parteifreund vor Gericht erreicht, dass er das auch in Zukunft sagen darf (AZ 2-240287/20). Mit der Bemerkung wollte Wissenbach die Teilnehmer der Mailgruppe offenkundig darauf aufmerksam machen, dass wegen Lichert vermutlich auch der Inlandsgeheimdienst mitlese. Der Verfassungsschutz hat die Identitäre Bewegung schon länger auf dem Schirm und wegen eines rassistischen Weltbildes als “gesichert rechtsextrem” eingestuft. (…) Im Beschluss, der ihm recht gibt und der dem hr vorliegt, heißt es nun: Es gebe genügend Anhaltspunkte, “dass Lichert der Identitären Bewegung zuzurechnen sein kann”. Die Hinweise ließen das jedenfalls nicht als abwegig erscheinen. So habe 2013 eine den Identitären zuzurechnende Projektwerkstatt in Karben (Wetterau) eine Immobilie Licherts genutzt. Jener habe außerdem einen Faktencheck zur Bewegung veröffentlicht, “ohne sich von dieser abzugrenzen”. Zudem sei er am Kauf einer Immobilie in Halle beteiligt gewesen, die den Identitären als Zentrum gedient habe. Angesichts solcher Aspekte dürfte Wissenbach seinen innerparteilichen Gegner laut Landgericht selbst dann zur IB zählen, wenn jener selbst es nicht tue und er auch nicht formal Mitglied in dem gleichnamigen Verein sei. Denn die Bewegung sei nicht nur der Verein. Und bei der umstrittenen Äußerung handele es sich eben um eine zulässige freie Meinungsäußerung, “nicht um eine Tatsachenbehauptung, deren Wahrheitsgehalt zu überprüfen wäre”.

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Große #Demo vor Snackbar – Alle gegen #Attila: Ganzer Berliner Kiez will „Neonazi“ #Hildmann rauswerfen – #attilahildmann #hirsehitler #avocadolf

Mit einer großen Demo wollen die Geschäftstreibenden aus Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf ihrem Nachbarn Attila Hildmann zeigen, dass sein rechtes Gedankengut in ihrem Kiez nicht willkommen ist. Für den Protest wählten sie Freitag, 9. Oktober 2020. Den Jahrestag des Anschlags auf die Synagoge in Halle/Saale. Demo gegen Attila Hildmann* vor dessen Snackbar. Geschäftsleute aus Charlottenburg-Wilmersdorf demonstrieren gegen Verschwörungstheoretiker. „Kiez-Bündnis gegen Neonazi Attila Hildmann“ lädt zum Protest. (…) Berlins Charlottenburg-Wilmersdorf ist ein bunter Stadtteil. Japanische Buchläden, Cafés, ein Laden für amerikanische Gitarren, eine Malschule für Kinder, eine Kunstgalerie und viele Geschäfte. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie wollen Attila Hildmanns Gedankengut nicht mehr in ihrer Nachbarschaft haben. Insgesamt sind es mittlerweile 91 Geschäfte und Firmen, die sich zum „Kiez-Bündnis gegen Neonazi Attila Hildmann“ zusammengeschlossen haben, wie 24hamburg.de berichtet. (…) Um ihre Ablehnung deutlich zu machen, wird das „Kiez-Bündnis gegen Neonazi Attila Hildmann“ am Freitag, 9. Oktober 2020, eine Kundgebung direkt vor der Snackbar des Verschwörungstheoretikers abhalten. Travestiekünstlerin Jacky Oh Weinhaus wird die Veranstaltung moderieren. Aktivist*in Tarek Shukrallah wird sprechen, ein jiddisch-hebräisches Bühnenprogramm wird stattfinden und die Tänzer der BoogieStube (fünffache Berliner Meister) werden auftreten.

via 24hamburg: Große Demo vor Snackbar – Alle gegen Attila: Ganzer Berliner Kiez will „Neonazi“ Hildmann rauswerfen

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Revision: Verfahren um Fackelwurf auf Roma-Familien

Im Verfahren gegen fünf Männer nach einem Fackelwurf auf Roma-Familien in Erbach (Alb-Donau-Kreis) hat die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Das teilte ein Sprecher des Landgerichts Ulm mit. Vier der fünf Angeklagten waren zu Jugendstrafen zwischen zehn Monaten und einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Zudem hatte das Gericht den Besuch einer KZ-Gedenkstätte angeordnet. Die Jugendstrafe eines fünften Angeklagten wurde für eine Bewährungszeit von eineinhalb Jahren ausgesetzt.

via t-online: Revision: Verfahren um Fackelwurf auf Roma-Familien

Gegendemonstranten blockieren Neonazi-Demonstration in Berlin

Am Tag der Deutschen Einheit wollten im Berliner Stadtteil Hohenschönhausen mehrere hundert Neonazis demonstrieren. Gegendemonstranten blockierten die Route. Mehrere Hundert Menschen haben sich am Samstag in Berlin-Lichtenberg einem Aufmarsch der rechtsextremen Partei „Der III. Weg“ in den Weg gestellt. (…) Rechtsextreme hatten eine Demo unter dem Motto „Ein Volk will Zukunft“ angemeldet. Die Gegendemonstranten verhinderten laut Polizei mit einer Sitzblockade, dass der Zug am S-Bahnhof Wartenberg starten konnte. Eine angebotene Alternativroute habe der Veranstalter abgelehnt. Am Samstagabend löste sich die Menschenmenge nach einer Abschlusskundgebung der Rechten nach Polizeiangaben langsam auf. Insgesamt hatten die Beamten rund 300 Menschen aus dem rechten Spektrum und mehrere hundert Gegendemonstranten gezählt.

via märkische: Gegendemonstranten blockieren Neonazi-Demonstration in Berlin

siehe auch: Demonstrationen gegen Neonazis in Berlin: Erfolgreich sitzen. „Lieber mit Abstand tanzen statt mit Rechten kuscheln“, unter diesem Motto und begleitet von lauter Bassmusik fährt am Samstagmittag ein Fahrradkorso aus etwa 500 Menschen aus der Berliner Innenstadt nach Hohenschönhausen. Anlass ist eine dort ab 14 Uhr angemeldete Demonstration von Rechtsextremen, gegen die unter anderem auf diese Weise protestiert wird. Die Neonazis versammeln sich zum Tag der Deutschen Einheit zunächst zu einer Kundgebung mit dem Titel „Ein Volk will Zukunft“. Hinter der Veranstaltung steht die rechtsextreme Partei Der III. Weg. Nach Angaben der Polizei nahmen etwa 200 Menschen daran teil. Bei den Gegendemonstranten zählt der Veranstalter, das Berliner Bündnis gegen Rechts, 1.500 bis 2.000 Menschen. Denn neben dem Fahrradkorso gibt es noch weitere breite Gegenproteste: Bereits ab 11 Uhr finden vier verschiedenen Kundgebungen rund um die geplante Route der Nazi-Demo statt. Außerdem blockieren Demonstrant:innen sitzend die Straße und können so am späten Nachmittag den Aufzug der Rechtsextremen an der Zingster Straße Ecke Ribnitzer Straße aufhalten. Die müssen nun eine andere Route nehmen. (…) Doch auch mit den Neonazis stößt die Polizei immer wieder zusammen. Und nicht nur die: Jörg Reichel, der Landesgeschäftsführer der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union, schreibt auf Twitter, er sei an der Ribnitzer Straße von „Nazisympathisanten“ mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden und habe Prellungen davongezogen; Gegendemonstranten bremsen Zug von Rechtsextremen aus. Hunderte Rechtsextreme und linke Gegendemonstranten sind am Samstag in Berlin-Lichtenberg auf die Straße gegangen. Der rechte Zug kam durch eine Sitzblockade lange nicht in Gang. Die Polizei räumte, es kam zu Rangeleien.

Pittsburgh white supremacist Hardy Lloyd to be released from federal prison

Hardy Lloyd is scheduled for release from federal prison on Tuesday, Oct. 6. An avowed white supremacist with a lengthy criminal record, Lloyd has been incarcerated since Aug. 15, 2019, when he received a 24-month sentence from U.S. District Judge Arthur J. Schwab. Lloyd was charged with violating the terms of his probation which prohibited him from accessing social media or communicating with anyone to promote terrorism. The charges stem from April 4, 2019, when the convicted felon’s probation officer said Lloyd posted a blog message about a free speech ban in Europe and posted another condemning a Pittsburgh assault weapons ban. Lloyd wrote that anyone supporting the laws “must be targeted and their families murdered,” according to media reports. He urged supporters to “disobey and kill, my Lone Wolves,” if the ban wasn’t overturned. He also said they should “Target: Jewhill,” an apparent reference to Squirrel Hill. Those convicted of a federal offense typically serve approximately 85% of their sentence in prison, according to Shawn Brokos, director of Jewish Community Security for the Jewish Federation of Greater Pittsburgh. Lloyd will complete his full sentence on Dec. 31, 2020. Until that time, he will be staying at a halfway house under supervised release. Once Lloyd has completed his supervised release, he will no longer be able to be sent back to prison for violating his probation, Brokos explained. Even if he is sent back to federal prison while on supervised release, it would only be until the completion of his full sentence in December, she added.

via jewishchronicle: Pittsburgh white supremacist Hardy Lloyd to be released from federal prison

FBI memo warns of rar-right, white supremacist violence after the election

One day after President Donald Trump urged his supporters to engage in voter intimidation during the general election and called on the violent white supremacist group Proud Boys to “stand by” rather than “stand down,” The Nation reported that the FBI is preparing for a “violent extremist threat” posed by a far-right, anti-government militia whose members have advocated for a “race war.” Identifying the loosely-organized group known as the “Boogaloos” as the specific threat, the FBI’s Dallas field office prepared an intelligence report on Tuesday—the day of the first presidential debate—titling the document, “Boogaloo Adherents Likely Increasing Anti-Government Violent Rhetoric and Activities, Increasing Domestic Violent Extremist Threat in the FBI Dallas Area of Responsibility.” Known for wearing Hawaiian shirts and military fatigues and carrying weapons to rallies, “Boogaloos” reportedly intend to bring about a second American Civil War, which some adherents believe will be a “race war.”

via good.is: FBI memo warns of rar-right, white supremacist violence after the election

Rechtsextreme Chatinhalte: Ermittlungen gegen Polizeianwärter

Er soll in einem Chat rechtsextremistische Inhalte weitergeleitet haben. Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt nun gegen den Thüringer Polizeianwärter. Die Chats gingen nach den Ermittlungen nicht an Kollegen. Ein Thüringer Polizeianwärter soll in einem Chat rechtsextremistische Inhalte weitergeleitet haben. Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt in dem Fall, wie das Innenministerium am Freitagabend mitteilte. Chatpartner sei eine Person außerhalb der Polizei gewesen. “Erkenntnisse über die Beteiligung weiterer Polizeibeamtinnen oder Polizeibeamter liegen derzeit nicht vor”, hieß es. Dies werde aber mit Nachdruck untersucht. Gleichzeitig prüfe man dienstrechtliche Konsequenzen gegen den Beschuldigten aus dem Bildungszentrum Meiningen. Alle Polizeibeamten müssten auf dem Boden des Grundgesetzes stehen und jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung eintreten, hob Innenminister Gregor Maier (SPD) hervor. “Wer diesem Anspruch nicht gerecht wird, hat keinen Platz in der Thüringer Polizei.”

via rnd: Rechtsextreme Chatinhalte: Ermittlungen gegen Polizeianwärter