BEZIRKSGERICHT ZÜRICH: Prozess gegen Junge Tat: Verteidiger fordern Freisprüche

Die sechs Beschuldigten der Jungen Tat gaben beim Gerichtsprozess am Freitagmorgen keine Auskunft und schwiegen. Ihre Anwälte verlangen Freisprüche und sprechen von gewaltfreien Aktionen. Darum gehts Sechs Mitglieder der rechtsextremen Jungen Tat stehen vor dem Bezirksgericht Zürich. Die beiden Anführer Tobias L. (23) und Manuel C. (25) sollen je sechs Monate absitzen. Den fünf Männern und einer Frau werden Diskriminierung, Nötigung, Landfriedensbruch und weitere Straftaten vorgeworfen. «Nazis raus», hiess es am Freitag vor dem Prozess am Bezirksgericht Zürich. Vor dem Gebäude demonstrierten rund zweihundert Personen aus der linken und Antifa-Szene gegen die sechs Beschuldigten, die der rechtsextremen Jungen Tat angehören. Das Gerichtsgebäude wurde von einem grossen Polizeiaufgebot abgeriegelt. Als die sechs Angeklagten mit ihren Verteidigern ankamen, wurden sie mit lauten Buh-Rufen und Beschimpfungen von den Demonstrierenden begrüsst. Die Beschuldigten nutzten den Auftritt als politische Bühne. Sie zeigten sich auf der Treppe vor dem Gericht demonstrativ den Demonstrierenden – geschützt durch eine dichte Polizeikette – und präsentierten Transparente mit Aufschriften wie «Familie statt Genderideologie» und «Freie Rede Ja». Im Gerichtssaal verweigerten alle Beschuldigten die Aussage, weder zur Person noch zur Sache wollten sie etwas sagen. Die fünf Schweizer und der Deutsche müssen sich unter anderem wegen Diskriminierung und Aufrufs zu Hass, Nötigung, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch verantworten. Die Vorwürfe Zu den wichtigsten Vorwürfen gehört eine Aktion in der katholischen Kirche St. Peter und Paul im Stadtkreis 4 im Juni 2022. Laut Anklage drangen die Beschuldigten während eines gut besuchten Pride-Gottesdienstes durch eine Seitentür in das Gebäude ein und stellten ein 2,4 Meter hohes Holzkreuz mit der Aufschrift «NOPRIDEMONTH» auf. Im Oktober des gleichen Jahres störten drei der Beschuldigten die Kinderlesung «Drag Story Time» mit rund 50 Anwesenden im Tanzhaus Zürich an der Wasserwerkstrasse in Wipkingen

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MANNHEIM Landfriedensbruch: Überfall auf rechte Gruppierung in Neckarstadt

Beim Überfall sollen Pfefferspray und Teleskopschlagstöcke eingesetzt worden sein Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Mannheim haben Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung aufgenommen. Laut einer Presseerklärung der Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidiums sind bereits am Samstag gegen 20 Uhr etwa 20 Mitglieder der Gruppierung „Gemeinsam Deutschland Gestalten“ in der Neckarstadt von zwei Gruppen, bestehend aus jeweils 15 bis 20 Personen, körperlich angegriffen worden. Es habe mehrere Verletzte gegeben. „Gemeinsam Deutschland Gestalten“ ist eine rechte Gruppe, die sich früher „Gegen das Gendern“ nannte. Sie postet von sich Bilder von Vermummten beim Boxtraining im Park und beschuldigt Antifa-Mitglieder des Überfalls, bei dem Pfefferspray und Teleskopschlagstöcke eingesetzt worden seien.

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AfD-Kandidat in Sachsen-Anhalt Heute Wahlkampf, früher Kampftraining mit Neonazis

Ein Video zeigt den AfD-Kandidaten Sebastian Koch augenscheinlich beim Kampftraining mit Neonazis. Die Polizei ermittelt bereits zu einer verbotenen Gruppe. Untergehakt, mit Strumpfmasken und Stöcken ausgerüstet üben rund 30 Personen in einem Steinbruch nahe Chemnitz offenbar, wie man bei Demonstrationen Polizeiketten durchbricht. Das zeigt ein Video, unterlegt mit einem Lied der Musikrichtung „National Socialist Hardcore“. Schubsen, Schläge, ein Mann ringt einen anderen zu Boden, auf seinem T-Shirt steht: „I love NS“. Die Bilder sind etwa zehn Jahre alt und stammen von der mittlerweile aufgelösten Gruppe „Rechtes Plenum“. Auf der eigenen Website erklärten die Mitglieder, sie seien im „nationalistisch-sozialistischen Widerstand“. Warum sie heute wieder aktuell sind? Trotz Vermummung ist auf den Fotos mutmaßlich der AfD-Landtagskandidat Sebastian Koch erkennbar. Der Politiker ist seit 2017 Vorsitzender der AfD im Altmarkkreis. Als solcher ist er in der Region bekannt. Der 39-Jährige sitzt im Kreistag sowie im Stadtrat Gardelegen. Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 bekam niemand im Kreis mehr Stimmen als er. Zur Landtagswahl in diesem Jahr ist er der einzige unter den ersten Zehn der AfD-Liste, der noch nicht im Parlament sitzt. Laut aktuellen Umfrageergebnissen würde er einziehen. Dass nun seine früheren Aktivitäten mit Neonazis wieder auf den Tisch kommen, dafür sorgt das antifaschistische Bündnis „Jedes Jahr im Sommer“ aus Sachsen-Anhalt. Es veröffentlichte am Donnerstag eine Recherche zu einem bereits bekannten Video, die nahelegt, dass Koch auf den Bildern zu sehen ist. Auf eine Anfrage der taz dazu hat Sebastian Koch nicht reagiert.

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Kinder via Internet manipuliert: 18-jähriger Hamburger muss in Haft

Ein 18-Jähriger aus Hamburg-Finkenwerder ist am Mittwoch vom Hamburger Landgericht zu einer Jugendstrafe von viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte im Internet Mädchen manipuliert und zu sexuellen Handlungen getrieben. Außerdem hat er homosexuelle Männer überfallen. Der Prozess lief im Windschatten des Verfahrens gegen den jungen Mann, der sich im Netz “White Tiger” nannte. Die beiden kannten einander zwar nicht persönlich. Der 18-Jährige soll sich aber das Netzwerk zum Vorbild genommen haben. Sieben Mädchen sind ihm zum Opfer gefallen. Davon ist das Hamburger Landgericht nach dem dreimonatigen Prozess überzeugt. Hamburger Prozess lief nicht öffentlich ab So soll der junge Mann aus Finkenwerder die Kinder so manipuliert haben, dass sie an sich selbst sexuelle Handlungen und Selbstverletzungen vor der Kamera vornahmen. Ein Mädchen soll er dazu gebracht haben, sich seinen Namen in die Haut zu ritzen. Dabei soll er teils allein, teils mit anderen gemeinschaftlich gehandelt haben.
Außerdem wurde er dafür verurteilt, dass er sieben homosexuelle Männer überfallen hat. Mit ihnen hatte er sich vorher unter falschem Namen über ein Dating-Portal verabredet. Weil der Angeklagte so jung ist, verlief der Prozess komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Täter nach Jugendstrafrecht verurteilt Das Gericht hat nur den Tenor des Urteils bekannt gegeben. Der Angeklagte wurde insbesondere wegen mehrerer Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern ohne Körperkontakt und wegen gefährlicher Körperverletzung in zehn Fällen, teilweise in sogenannter mittelbarer Täterschaft, zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Das Gericht sah 20 Fälle im sogenannten Com-Netzwerk als erwiesen an.

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Rechtsextreme Umtriebe bei Eichstätter Reservisten

In der Reservistenkameradschaft im oberbayerischen Eichstätt mischten offenbar jahrelang Ex-Soldaten mit, die tief in der rechtsextremen Szene verwurzelt sind. Der Bundesverband der Reservisten hat nun reagiert und mehrere Personen ausgeschlossen. Jeder ehemalige Soldat der Bundeswehr ist automatisch Reservist – bis zu seinem 65. Lebensjahr. Aber nicht jeder wird anschließend Mitglied im Reservistenverband. Aktuell sind in dem Verein bundesweit mehr als 110.000 ehemalige Bundeswehrsoldaten organisiert. Seine Aufgabe ist es unter anderem, Ex-Soldaten fit zu halten für einen möglichen Einsatz im Ernstfall. Dafür veranstaltet er militärische Schulungen, sowie Übungen wie Märsche oder Schießtrainings, teils finden diese auch auf Bundeswehrgelände statt. Umso problematischer, dass in der Reservistenkameradschaft Eichstätt offenbar jahrelang Rechtsextremisten organisiert waren, die wahrscheinlich auch an militärischen Trainings teilnahmen. Dem BR liegen zahlreiche Belege dafür vor, dass mindestens sechs langjährige Mitglieder der Eichstätter Kameradschaft einschlägig aufgefallen sind, einzelne waren schon vor Jahrzehnten in der militanten Neonazi-Szene aktiv, einer wurde 2016 wegen Volksverhetzung verurteilt. Bundesverband: Ausschluss mehrerer Reservisten Der Bundesverband der Reservisten hat nun fünf Personen aus der Eichstätter Kameradschaft ausgeschlossen, wie er dem BR mitteilte. Zu Details will er sich nicht äußern. Eine Fortsetzung der Mitgliedschaft sei für den Verband aber unzumutbar gewesen. Den Anstoß für den Rauswurf gab eine Veranstaltung des Kurt-Eisner-Vereins im Sommer 2025 in Eichstätt und ein anschließender Social-Media-Post der Bundestagsabgeordneten Sarah Vollath (Die Linke). Darin wurden Verbindungen einzelner Reservisten in rechte Netzwerke erstmals öffentlich gemacht (…) Nach BR-Erkenntnissen bewegten sich Einzelne der Reservisten schon seit den 1990er Jahren in der Neonaziszene, teils im Umfeld der im Jahr 2000 verbotenen Organisation “Blood & Honour”. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk, aus dem heraus rechter Terror organisiert und finanziert wurde, auch das Kerntrio der Terrorgruppe NSU gehörte zu diesem Umfeld. Einer der sechs Eichstätter Reservisten posierte noch vor zwei Jahren in einem T-Shirt der “Hammerskins” – ein Neonazi-Netzwerk, das ganz ähnlich agiert wie “Blood & Honour”. Dazu liegen dem BR zahlreiche Internet-Posts vor, in denen einzelne Reservisten unter anderem gegen demokratische Politiker hetzen, ihre Sympathie sowohl für rechtsextreme AfD-Politiker als auch für die Neonazi-Partei NPD/Die Heimat zum Ausdruck bringen. Einer von ihnen präsentierte bei einer Demo zudem ein Transparent mit der Aufschrift: “Wir lieben dieses Land, aber verachten diesen Staat.” Eine Aussage, die insbesondere für einen Reservisten höchstproblematisch ist, denn jeder Soldat hat einen Eid abzuleisten, in dem er gelobt, “der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen”.

via br: Rechtsextreme Umtriebe bei Eichstätter Reservisten

Alphaville zu Festival-Ausladung – “Musik ist Teil der Kunst – und die Kunst ist frei”

Zuerst wurde Alphaville von einem Festival ausgeladen, jetzt darf die Band doch auftreten – will aber nicht. Politische Botschaften auf der Bühne wollte sie sich nicht verbieten lassen. Sänger Marian Gold erklärt im Interview, warum. Die Band Alphaville wird trotz Wiedereinladung nicht beim Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring spielen. “Wir nehmen die Entschuldigung und Wiedereinladung des Veranstalters Markus Krampe zur Kenntnis und hoffen, dass er von nun an die Bedeutung von Rede- und Kunstfreiheit beim Glücksgefühle Festival gebührend respektiert”, teilte Alphaville-Sänger Marian Gold der Nachrichtenagentur dpa mit. “Ungeachtet dessen haben die vorangegangenen Äußerungen eine Atmosphäre geschaffen, in der wir von einem Auftritt absehen.” Die Gage des geplatzten Auftritts soll demnach an eine gemeinnützige Organisation gespendet werden.
Zuvor hatte der Veranstalter Alphaville ausgeladen. Der Grund: Man habe sich mit der Band nicht darauf einigen können, “politische Äußerungen auf unserer Bühne zu unterlassen”. Alphaville hatte sich mehrfach gegen rechts und für Demokratie ausgesprochen und insbesondere die AfD kritisiert.Sänger Gold kritisierte die Ausladung scharf – und erhielt dafür Unterstützung von etlichen Bands und Prominenten. Es folgte die Entschuldigung von Veranstalter Krampe und die Wiedereinladung bei der Bild. Krampe sagte: “Meinungsfreiheit ist das höchste Gut, das wir in Deutschland haben, sie ist zu schützen.””Musik ist Teil der Kunst – und die Kunst ist frei”, betonte Gold im Interview mit tagesschau24. “Wenn man sagt, politische Themen dürfen nicht verwendet werden, dann ist das eine Einschränkung der künstlerischen Freiheit und vollkommen inakzeptabel in einem Land wie Deutschland, das auf einer Demokratie und unserem Grundgesetz beruht. Das kann man so nicht hinnehmen.”

via tagesschau: Alphaville zu Festival-Ausladung “Musik ist Teil der Kunst – und die Kunst ist frei”

ALKOHOL AM STEUER UND KÖRPERVERLETZUNG – Staatsanwaltschaft beantragt Aufhebung der Immunität von AfD-Politiker Bausemer

Die Staatsanwaltschaft Stendal will die Immunität des AfD-Europaabgeordneten Arno Bausemer aufheben lassen. Ein entsprechender Antrag wurde bereits gestellt. Hintergrund sind mehrere Ermittlungsverfahren gegen Bausemer. Dabei geht es um den Vorwurf der Körperverletzung nach einer Auseinandersetzung um ein AfD-Wahlplakat sowie um den Verdacht der Trunkenheit am Steuer. Die Staatsanwaltschaft Stendal will die Immunität des AfD‑Europaabgeordneten Arno Bausemer aufheben lassen. Das teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Thomas Kramer auf MDR-Nachfrage mit. Demnach wurde der Antrag bereits bei der Europäischen Kommission gestellt. Von dort geht er ins Parlament, das erst über den Antrag abstimmen muss. Erst dann kann die Staatsanwaltschaft in Stendal sich eingehender mit den Vorwürfen befassen, die gegen den 43-jährigen Bausemer vorliegen. Laut Kramer sind die Vorwürfe der Körperverletzung so schwerwiegend, dass eine Geldstrafe nicht ausreiche, sondern im Fall einer Verurteilung eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren im Raum stehen. Auseinandersetzung mit Jugendlichen Nach übereinstimmenden Berichten soll Bausemer im August zwei Jugendliche mit einem Baseballschläger verfolgt und einen von ihnen verletzt haben. Nach MDR-Recherchen musste ein Jugendlicher wegen einer Gehirnerschütterung und mehreren Prellungen in einem Krankenhaus behandelt werden. Die Jungen sollen zuvor ein AfD-Wahlplakat beschädigt haben.

via mdr: ALKOHOL AM STEUER UND KÖRPERVERLETZUNG – Staatsanwaltschaft beantragt Aufhebung der Immunität von AfD-Politiker Bausemer