Delitzsch in Sachsen DJ spielt erste Strophe des Deutschlandlieds auf Bundeswehr-Weihnachtsfeier

Die Nationalsozialisten haben die erste Strophe des Deutschlandlieds missbraucht, heute ist sie unter Rechtsextremen beliebt. Jetzt war sie auf einer Weihnachtsfeier der Bundeswehr zu hören, aufgelegt von einem zivilen DJ. Ein ziviler DJ hat auf einer Weihnachtsfeier der Bundeswehr am Standort im sächsischen Delitzsch die erste Strophe des Deutschlandlieds abgespielt. Nun läuft eine Untersuchung des Vorfalls. Es seien »umfangreiche disziplinäre Ermittlungen« eingeleitet worden, sagte ein Sprecher des Heeres. Die Überprüfungen bezögen auch den zivilen Dienstleister ein. »Das Abspielen des Textes der ersten Strophe des Deutschlandlieds ist in keiner Weise mit unseren Werten vereinbar«, fügte der Sprecher hinzu. (…) »Am 11. Dezember 2025 kam es bei der Weihnachtsfeier in der Kaserne der Unteroffizierschule des Heeres in Delitzsch – entgegen der Beauftragung zum Abspielen der Nationalhymne zum Abschluss der Veranstaltung – zur Wiedergabe der ersten Strophe des Liedes der Deutschen durch einen zivilen DJ«, erläuterte der Heeressprecher. Der Kommandeur der Unteroffizierschule habe unmittelbar nach dem Vorfall angeordnet, die Nationalhymne abzuspielen. Er habe während der Veranstaltung »das fehlerhafte Abspielen unmissverständlich eingeordnet« und den Vorfall am selben Abend an seine Vorgesetzten gemeldet. Bei der Veranstaltung in der sächsischen Kreisstadt waren laut Nachrichtenagentur dpa deutlich mehr als tausend Gäste

via taz: Delitzsch in Sachsen DJ spielt erste Strophe des Deutschlandlieds auf Bundeswehr-Weihnachtsfeier

Ein Kollegah für Maximilian Krah

Der neue Song “Deutschland” von Rapper Felix Blume alias Kollegah ist eine Traumhymne für die Rechten – und zugleich eine Bewerbung ums Kanzleramt. Wo führt das hin? Viele Menschen machen sich derzeit Sorgen um Deutschland. Zu ihnen gehört auch der deutsche Sprechgesangskünstler Felix Blume, früher vor allem unter seinem Künstlernamen Kollegah bekannt. Neuerdings nennt Kollegah sich wieder Felix Blume und hat als solcher ein Lied mit dem Titel Deutschland herausgebracht. “Hallo, Deutschland, ich wollt Dir was sagen / Lange her sind die goldenen Tage”, lauten die ersten Zeilen, “Politiker am Lügen, und das Volk ist am Schlafen / Andere führ’n Kriege, und wir sollen das bezahlen”, so wird alsdann weitergereimt. In melancholischem Rezitationsstil mit gelegentlichen Gesangseinlagen zeichnet Felix Blume das Bild eines Landes, in dem alles, aber auch wirklich alles, schiefläuft. “Die Taschen sind leer und die Angst wird mehr / Mein Volk hat das Lachen schon lang verlernt”, alles werde teurer, “Steuern hier, Steuern da”, und man könne die Kinder nicht mehr draußen spielen lassen, “aus Angst, dass irgendwelche Pädophile sie packen / Vor dem Spielplatz wartet ein schwarzer Lieferwagen”. In dem dazugehörigen Video sieht man zunächst eine schwarz-rot-goldene Deutschlandfahne traurig in einem lauen Wind wehen. Danach stapft Felix Blume durch eine verschneite Gebirgslandschaft, die Kamera fliegt hoch über ihn hinweg, doch in diese Bilder der herrlichen Erhabenheit werden sogleich wieder Szenen aus dem hässlichen Alltag der Deutschen geschnitten, man sieht arme Menschen in Mülleimern wühlen und böse Menschen bei der Gewaltausübung auf öffentlichen Plätzen. Schließlich aber steht Felix Blume auf einem hohen Gipfel und blickt über die Berge, man sieht ihn von hinten, sodass die Komposition an Caspar David Friedrichs Gemälde Der Wanderer über dem Nebelmeer erinnert. (…) So empfiehlt sich Felix Blume der Politik, und die Politiker freuen sich. Oder zumindest einer: “Die Wende kommt nicht aus den subventionierten Theatern, den Universitäten oder dem Staatsfunk, sondern aus Rap, Internet und von der Straße. @kollegah setzt die Trend!” (sic), schreibt der AfD-Politiker Maximilian Krah auf X. Ob Felix Blume also ein guter AfD-Kanzlerkandidat wäre? Die Anhänger von Maximilian Krah sind sich im Moment da noch nicht ganz sicher: “Ob er weiss dass kollegah muslim ist?”, lautet eine Frage in der Kommentarspalte unter Krahs Blume-Lob. Tatsächlich ist Felix Blume mit 15 Jahren zum Islam konvertiert. An anderer Stelle wird noch konkreter nachgehakt: “Sind sie für die Islamisierung Deutschlands? Sie wissen doch bestimmt, dass Kollegah Moslem ist!” Und weiter: “Wann konvertiert Krah? Max Mohammed Krah?” Vorbehaltlos begeistert ist hingegen das rechtspopulistische Portal Nius. “Kollegahs Deutschland-Song spricht Millionen aus der Seele”, heißt es hier, und in der Perspektive von Nius ist es gerade ein besonderer Vorzug von Blume, dass er ein Muslim ist. “Es sind eben nicht steuerfinanzierte Künstler, Musiker und Schauspieler, die aussprechen, was Millionen Deutschen durch den Kopf geht, sondern ausgerechnet ein muslimischer Rapper”, heißt es in der Besprechung des Albums: “Er rappt direkt und ungeschönt über Themen, die in der öffentlichen Debatte allzu oft umgangen werden.”

via zeit: Ein Kollegah für Maximilian Krah

Rechtsradikale Musik auf Weihnachtsmarkt: Beschuldigter ermittelt

Nach Vorfällen mit rechtsextremer Musik auf einem Weihnachtsmarkt in Otterndorf (Landkreis Cuxhaven) ist ein Verdächtiger ermittelt worden. Es handelt sich um einen 40-Jährigen aus dem Landkreis Stade. Wie die Polizei Cuxhaven am Mittwoch mitteilte, sei dazu ein USB-Speicherstick mit entsprechender Musik ausgewertet worden. Die Musik soll am vergangenen Wochenende auf dem “Sternenmarkt” gelaufen sein. Laut Polizei wurde der Markt aus einer zentralen Anlage “nachweislich am Freitag mit Rechtsrock” beschallt. Das habe sich aus mehreren, von der Veranstaltung angefertigten Videos ergeben, so ein Sprecher. Die Songs stammen nach Auskunft der Polizei von einer Band, die von einem Gericht als kriminelle Vereinigung verurteilt wurde. Auch sollen Lieder einer Gruppe gespielt worden sein, die bekannte Volkslieder unter anderem mit volksverhetzenden und antisemitischen Texten umdichtet, heißt es von der Polizei.

via ndr: Rechtsradikale Musik auf Weihnachtsmarkt: Beschuldigter ermittelt

siehe auch: Polizei ermittelt wegen rechtsextremer Musik auf Weihnachtsmarkt Am Wochenende sollen auf einem Weihnachtsmarkt in Otterndorf volksverhetzende und antisemitische Lieder abgespielt worden sein. Wer dahintersteckt, ist unklar. Die Polizei sucht Zeugen. Im niedersächsischen Otterndorf sollen Unbekannte an mehreren Tagen hintereinander auf dem Weihnachtsmarkt rechtsextreme Musik mit volksverhetzenden und antisemitischen Texten abgespielt haben. Die Polizei in Cuxhaven ermittelt nach eigenen Angaben unter anderem wegen entsprechender Videos in sozialen Netzwerken. Abgespielt wurden demnach auch Lieder der deutschen Neonaziband Landser, die gerichtlich als kriminelle Vereinigung eingestuft ist. Die Täter sind unbekannt.

Russland stuft Pussy Riot als extremistisch ein

Ein russisches Gericht hat die feministische Punkband Pussy Riot für extremistisch erklärt. Ein Auftritt gegen Putin und Patriarch Kyrill in einer Moskauer Kirche hatte das Kollektiv weltweit bekannt gemacht. Russland hat das kremlkritische Kunstkollektiv Pussy Riot offiziell zur “extremistischen Organisation” erklärt. Ein Moskauer Gericht habe nach nicht öffentlicher Verhandlung einem entsprechenden Antrag des Generalstaatsanwalts stattgegeben, meldete die staatliche Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf den Anwalt der Gruppe, Leonid Solowjow.Eine Begründung des Gerichts wurde zunächst nicht bekannt. Durch die Entscheidung gilt Pussy Riot nach russischem Recht als kriminelle Vereinigung, mit allen Konsequenzen für ihre Mitglieder und ihr Umfeld. Jegliche Interaktion mit der Gruppe ist damit in Russland jetzt illegal. Das gilt auch für in der Vergangenheit getätigte “Gefällt-mir”-Angaben in den sozialen Medien. (…) Die Punkband reiht sich ein in die russische Liste von “Terroristen und Extremisten”. Ebenfalls vertreten sind dort die Anti-Korruptions-Stiftung des 2024 verstorbenen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny, das US-Unternehmen Meta sowie die internationale LGBT-Bewegung

via tagesschau: Russland stuft Pussy Riot als extremistisch ein

Taylor Swift Was A Victim Of Coordinated Bot Attacks Created To Spread Narrative That She Is A Nazi

A new study has revealed that Taylor Swift was the victim of coordinated bot attacks that attempted to paint the singer as a Nazi. The bot creators generated the attacks to encourage outrage among real people online, thus spreading the false narrative even further. The attacks came shortly after Taylor Swift released her latest album, The Life of a Showgirl, in October. The study conducted by the behavioral intelligence platform GUDEA, examined more than 24,000 social media posts and 18,000 accounts across 14 platforms between the day of her album’s release. October 4, and October 18. “A key finding of this analysis is the role inauthentic narratives played in triggering authentic engagement,” GUDEA wrote. “The false narrative that Taylor Swift was using Nazi symbolism did not remain confined to fringe conspiratorial spaces; it successfully pulled typical users into comparisons between Swift and Kanye West. (…) GUDEA went on to explain, “While the majority of users behaved typically, 3.77 percent exhibited non-typical behavior amplifiers and accounted for 28 percent of the conversation volume, suggesting coordinated influence.” This bot behavior led to typical users who would not normally engage with conspiracy content participating in the conversation, thereby spreading the misinformation. A coordinated bot attack to smear Taylor Swift’s reputation could lead to similar, more dangerous maneuvers by bad actors “That’s part of the goal for these types of narratives, for whoever is pushing them,” GUDEA founder and CEO Keith Presley told Rolling Stone. “Especially with these inflammatory ones – that’s going to get rewarded by the algorithm. You’ll see the influencers jump on first, because it’s going to get them clicks.” Georgia Paul, GUDEA’s head of customer success, pointed out another concern: that the bot attack on Taylor Swift could serve as a test for a way to fraudulently influence voters.

via brobible: Taylor Swift Was A Victim Of Coordinated Bot Attacks Created To Spread Narrative That She Is A Nazi

siehe auch: Coordinated online attack sought to suggest Taylor Swift promoted Nazi ideas, research finds Thousands of social media posts were traced to deliberate attempts to misrepresent the singer – and showed ‘significant user overlap’ with the campaign to attack actor Blake Lively Analysis has found that a coordinated online attack sought to align Taylor Swift and her latest album, The Life of a Showgirl, with Nazi and rightwing imagery and values, from accounts feigning leftist critique and designed to encourage outrage. The AI-driven behavioural intelligence platform Gudea produced a report examining more than 24,000 posts and 18,000 accounts across 14 social media platforms between 4 October, the day of the album’s release, and 18 October. These posts accused Swift of sowing dogwhistle references in her lyrics and alleged that a lightning bolt-style necklace from her merchandise line – a reference to the album track Opalite – resembled SS insignia. The report concluded that 3.77% of accounts drove 28% of discussion of Swift in the period, chiefly conspiracy theories that also made allegations about her supposed ties to the Maga movement and criticisms framing her engagement to American football player Travis Kelce as “trad” or conservative. In a spike that took place between 6 and 7 October, 35% of posts in the dataset came from bot-like accounts. Gudea said that while they didn’t uncover the identity of those responsible, they found “a significant user overlap between accounts pushing the Swift ‘Nazi’ narrative and those active in a separate astroturf campaign attacking Blake Lively”, the actor involved in an ongoing sexual harassment lawsuit against actor and director Justin Baldoni – and a once close friend of Swift’s. The data, said Gudea, “reveals a cross-event amplification network, one that disproportionately influences multiple celebrity-driven controversies and injects misinformation into otherwise organic conversations”. The allegations about Swift were initially disseminated on more niche online spaces such as 4chan and then migrated to mainstream social media apps – and were then unwittingly spread by the public and algorithms. “The false narrative that Taylor Swift was using Nazi symbolism did not remain confined to fringe conspiratorial spaces; it successfully pulled typical users into comparisons between Swift and Kanye West,” the researchers wrote. “This demonstrates how a strategically seeded falsehood can convert into widespread authentic discourse, reshaping public perception even when most users do not believe the originating claim.”

Ausländerfeindliche KI-Musik Rechtsradikale Phrasen, verpackt in Indie-Tunes

In den Niederlanden drängen rechte KI-Songs auf virale Spotify-Playlists. Doch hinter dem Fall steckt ein viel größeres Problem. Man könnte das, was in den Niederlanden derzeit zu beobachten ist, einen nahezu perfekten Sturm nennen: Acht Songs in den Viral-Charts des Streamingdienstes Spotify waren dort dieser Tage KI-generierte Stücke mit rechtsradikalen, xenophoben beziehungsweise explizit einwanderungsfeindlichen Inhalten. Übersetzt tragen sie ebenso eindeutige wie unerträgliche Titel: »Nenn mich einfach Rechtsaußen!«, »Fickt euch! Linke Ficker!« oder »Wir sagen Nein, Nein, Nein zum Asylbewerberheim«. Letzterer erreichte Platz fünf der niederländischen Single-Top-100 und Platz zwei der Spotify-Charts. All das wirft Fragen auf: Wie gelangen solche Songs überhaupt auf Chart-Playlisten? Wie kann es eigentlich sein, dass die größte europäische Streamingplattform nicht bemerkt, dass ein erheblicher Teil davon offenbar KI-generiert ist? Oder merkt sie es – und ist es ihr schlicht egal? Zum Autor Bild vergrößern Foto: Noel Richter Johann Scheerer, Jahrgang 1982, ist Schriftsteller, Musiker und Musikproduzent. Seit 2005 betreibt er die Marke »Clouds Hill« als Studio, Label und Verlag. Er produzierte u. a. Omar Rodríguez-López, At the Drive-In, Wolf Biermann, The Mars Volta und Peter Doherty. Sein Debütroman »Wir sind dann wohl die Angehörigen« (2018) wurde 2022 verfilmt. Es folgten Unheimlich nah (2021) und aktuell Play (2025). Die Verbreitung von KI-generierter Musik, wohl verstärkt durch manipulative, demokratiezersetzende Bots, entwickelt sich rasant zu einem neuen Branchentrend: Konnte man mit einschlägigen Tools noch vor wenigen Monaten nur Songs kreieren, die so schlecht klangen, dass es keinen Zweifel an ihrer Künstlichkeit gab, nehmen KI-Lieder mittlerweile Spitzenplätze in weltweiten Verkaufs- und Streaminglisten ein. Wie der Medienkonzern Billboard Anfang November berichtete , haben inzwischen mindestens sechs Songs von KI-Künstlern oder mit deutlicher Unterstützung generativer KI prominente Platzierungen in verschiedenen Charts erzielt. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl sogar deutlich höher ist. Und zwar weil es immer schwieriger wird, zu erkennen, welche Musik überhaupt von Menschen stammt – und in welchem Umfang künstliche Intelligenz an der Entstehung beteiligt ist. Spotify hat zwar angekündigt, gegen diese Schwemme vorzugehen. In einer Pressemitteilung im September teilte das Unternehmen mit, innerhalb eines Jahres rund 75 Millionen »spammy« Tracks  entfernt zu haben. Kennzeichen waren etwa Massen-Uploads, SEO-Manipulationen, auffällige Streaming-Cluster oder andere auffällig generierte Stücke. Und trotzdem waren diese Löschmechanismen offenbar nicht ausreichend, um die rechtsradikalen Songs zu erkennen.

via spiegel: Ausländerfeindliche KI-Musik Rechtsradikale Phrasen, verpackt in Indie-Tunes

In Croatia, Nationalist Singer Spars with Leftist Mayor Over Concerts

Tussle over concert permits between Zagreb’s left-green mayor and right-wing firebrand Marko Perkovic Thompson reflects unresolved ideological tensions in Croatia. Controversial Croatian singer Marko Perkovic Thompson will hold a concert at the Arena Hall in Zagreb on December 27- but instead of the two gigs he had planned, only one will take place. The city authorities have not permitted a second show. The decision has added to a confrontation brewing for some time between the leftist Mayor, Tomislav Tomasevic, and the right-wing singer – whose nickname Thompson is taken from the famous machine gun and whose songs glorify Croatian nationalism. Thompson’s mega-gig in July in Zagreb, which reportedly attracted the largest concert audience that Croatia has ever seen, sparked concerns about resurgent far-right nationalist sentiments in Croatia – and worries that ruling party politicians are capitalising on such sentiments for political advantage.

via balkaninsight: In Croatia, Nationalist Singer Spars with Leftist Mayor Over Concerts