Prozess gegen Online-Sadisten “White Tiger” beginnt im Jänner – #terror #764

Dem 21-Jährigen werden unter anderem Mord und fünffacher versuchter Mord vorgeworfen. Der Prozess gegen den als “White Tiger” bekannt gewordenen Online-Sadisten beginnt am 9. Jänner. Das Landgericht Hamburg ließ mit Beschluss vom Montag die Anklage gegen den heute 21-Jährigen zur Hauptverhandlung zu, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Für die nicht öffentliche Verhandlung vor einer Jugendkammer wurden 82 Termine bis Ende 2026 angesetzt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem Mord und fünffachen versuchten Mord vor. Er soll psychisch labile Jugendliche über das Internet zu Gewalttaten gegen sich selbst gedrängt haben, ein 13-Jähriger soll Suizid begangen haben. Insgesamt werden ihm 204 Straftaten zur Last gelegt, die er als Jugendlicher oder Heranwachsender zum Nachteil von mehr als 30 kindlichen und jugendlichen Geschädigten begangen haben soll. Im Wesentlichen handelt es sich dabei laut Anklage um über das Internet begangene Straftaten gegen das Leben, die körperliche Unversehrtheit und die sexuelle Selbstbestimmung.

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Wenn Neonazis und Islamisten Allianzen schmieden – #terror

Rechtsextreme und Islamisten stehen sich eigentlich feindlich gegenüber – doch gibt es immer wieder Allianzen. Der Fall eines IS-Anhängers aus Niedersachsen zeigt erstaunliche Schnittmengen zwischen den Lagern, wie eine STRG_F-Recherche zeigt. Im Februar 2017 nehmen Ermittler den damals 26-jährigen Sascha Lemanski in seiner Wohnung in der Innenstadt von Northeim in Niedersachsen fest. Im Polizeisystem wird er noch als Rechtsextremist geführt.Doch der Grund der Festnahme ist ein anderer: Lemanski soll sich Material zum Bau eines Sprengsatzes beschafft haben. Er habe einen islamistisch motivierten Terroranschlag geplant. Später wird er verurteilt, zusammen mit einem anderen Islamisten und einem Neonazi.Sascha Lemanski ist heute 35 Jahre alt und sitzt immer noch im Gefängnis. Er war 2017 wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. 2019 griff er in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg mit zwei Gabeln bewaffnet einen Beamten an, stach auf ihn ein. Das Gericht wertete die Tat ebenfalls als islamistisch motiviertes Attentat. Er wurde wegen versuchten Mordes zu zusätzlichen 14 Jahren Haft verurteilt. Seitdem sitzt er in Einzelhaft in einem Gefängnis in Niedersachsen. Lemanski stammt aus Berlin, war dort in der Neonazi-Szene aktiv. Bilder zeigen ihn etwa bei einem rechtsextremen Aufmarsch in der Hauptstadt am 1. Mai 2013. Online wird er zum Propagandisten der rechten Szene: Er tritt vermummt oder mit Maske in Videos auf, propagiert rassistische und antisemitische Thesen. “Ich bin gegen Demokratie. Ganz klar: Nationalsozialismus”, betont er in einem der Videos, die er im Netz veröffentlicht. Lemanski distanziert sich heute von rechtsextremem Gedankengut, von Antisemitismus und auch vom militanten Islamismus.Mit 23 Jahren zieht Lemanski nach Northeim, konvertiert Ende 2014 zum Islam. Noch als Neonazi hatte Lemanski ein Pamphlet mit dem Titel “Wer gegen den Islam hetzt, zischt mit der Zunge des Judentums” verbreitet. “Weil ich dann gesehen habe, dass die Hamas gegen Israel kämpft”, habe er erkannt, “die kämpfen gegen Juden”. “Das war dann aus der Sicht eines Rechten positiv”, sagt Lemanski im Gespräch mit dem Rechercheformat STRG_F.Innerhalb eines Jahres wird er Anhänger der Terrorgruppe “Islamischer Staat” (IS). Nach den IS-Anschlägen in Paris spottet er im November 2015 auf Facebook: “Frankreich? Heul ma nicht.” Im Jahr darauf will Lemanski nach Syrien ausreisen, doch die Behörden können das verhindern.Anschließend radikalisiert er sich weiter, plant in Deutschland einen Anschlag auf Polizisten oder Soldaten vorzubereiten. “Weil ich das Gefühl hatte, ich bin im Krieg und dann habe ich auch nicht so viel Empathie mehr gehabt, sondern: Hauptsache der Feind wird besiegt”, sagt Lemanski rückblickend im Interview mit STRG_F. Lemanski nimmt ein Video mit dem Treueeid auf den damaligen Anführer des IS auf und schickt es nach eigenen Angaben an die Terrororganisation in Syrien. Währenddessen hält er weiter Kontakt zu früheren rechtsextremen Kameraden. In Chats diskutieren Rechtsextreme mit Islamisten, tauschen sich aus. Sie eint eine Gewaltbereitschaft und ein gemeinsames Feindbild: Juden.Ein Ziel dieser “Querfront” sei es gewesen, die terroristische Schlagkraft zu erhöhen, so “dass am Ende das Sicherheitssystem überlastet werden würde”, erzählt Lemanski heute. Neben dem Antisemitismus sei auch die Staatsfeindlichkeit verbindendes Element zwischen den Rechtsextremen und den Islamisten gewesen. (…) Zusammen mit Lemanski werden im Dezember 2017 vom Landgericht Braunschweig zwei Unterstützer verurteilt: Ein Islamist und ein Neonazi. Für die Sicherheitsbehörden kein Einzelfall.Verbindungen zwischen Islamisten und Rechtsextremisten seien bekannt, aber beschränken sich auf “punktuelle und temporäre Kooperationen”, heißt es vom Bundesamt für Verfassungsschutz auf Anfrage. “Es finden sich zwischen rechtsextremistischen und islamistischen Akteuren – trotz fundamental unterschiedlicher Ideologie – zahlreiche geteilte Feindbilder.” Dazu zählten neben Juden und dem Staat Israel auch queere Menschen.Der Verfassungsschutz beobachtet außerdem, “dass sich Radikalisierungsverläufe – insbesondere von Jugendlichen – in beiden Phänomenbereichen ähneln”. Die Radikalisierung werde oft “von einer Faszination für Gewalt und weniger von dem zugrundeliegenden Verständnis für die eigene Ideologie” angetrieben.

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Politik mit Religion – Wie die AfD das Christentum für sich nutzt

Die AfD knüpft zunehmend engere Verbindungen zu neurechten und christlichen Akteuren. Influencer, Aktivisten und Politiker formen ein vermeintlich christliches Netzwerk nach amerikanischem Vorbild. “Wir schaffen uns selbst ab und werden ersetzt durch Menschen aus Kulturen, die ihre Kinder nicht töten, sondern die sich vermehren!”, predigte Tobias Riemenschneider in einem Sitzungssaal des Bundestags im vergangenen Oktober. Auf Einladung der AfD sprach der freikirchliche Baptistenpastor anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Gruppe “Christen in der AfD”.Der Pastor, der mit Videos auch im Internet sehr erfolgreich predigt, sprach an diesem Tag immer wieder über die Notwendigkeit, Gott in den Mittelpunkt der Politik zu stellen. Und über Abtreibung: “Gott warnt: Ein Volk, das unschuldiges Blut vergießt – das Land wird es ausspucken.” Seine Sprache ist voller völkischer Anleihen, die an die Verschwörungserzählung des “Großen Austauschs” erinnern.Vorwürfe, die Riemenschneider auf Anfrage des ARD-Magazins Monitor allesamt von sich weist: Er lehne völkischen Rassismus strikt ab und habe lediglich “das Töten ungeborenen Lebens” kritisiert. Doch er stellt das Thema in den Kontext eines drohenden Untergangs des (deutschen) Volkes. Riemenschneider beendete seinen Auftritt mit einem Aufruf an die anwesenden AfD-Abgeordneten: “Retten Sie unser Land. Gott helfe Ihnen dabei.” Sein Auftritt reiht sich in eine zunehmende Instrumentalisierung des christlichen Glaubens: Weltweit instrumentalisiert die radikale Rechte christliche Symbolik für ihre Ziele. Die evangelische Theologin Sarah Vecera warnt gegenüber Monitor vor dieser Entwicklung: “Ich würde nicht sagen, dass das tatsächlich christliche Werte sind, aber das sind Muster, die man instrumentalisieren kann.”Mit Riemenschneider auf dem Podium bei der AfD saß auch Beatrix von Storch, die stellvertretende Bundessprecherin. Auch an ihrer Person wird deutlich, wie nah sich die in Teilen rechtsextreme Partei und neurechte, christliche Influencer mittlerweile sind.Storch gehört zu den Verfassern eines AfD-Strategiepapiers, das skizziert, welche Wählergruppen die Partei zunehmend in den Fokus nimmt. Ein zusätzliches Wählerpotenzial sieht man unter anderem bei “konfessionellen Christen”. Helfen sollen dabei offenbar auch von Storchs Kontakte in den USA und ein Netzwerk von christlich-rechten Influencern in den sozialen Netzwerken. Dies zeigte sich etwa beim Bundesparteitag der AfD in Riesa im vergangenen Januar: Hier produzierte einer der erfolgreichsten christlich-rechten YouTuber zahlreiche Videos. Leonard Jäger, so sein bürgerlicher Name, hat allein bei Youtube knapp 600.000 Follower, erreicht in den sozialen Medien Millionen von Menschen. Von der Partei bekam er eine Akkreditierung als “AfD-Medien”, konnte sich im Gegensatz zu Pressevertretern offenbar auch hinter den Kulissen frei bewegen.Mehr als eine Millionen Aufrufe verzeichnete allein sein Interview mit Alice Weidel, die in Riesa zur “Kanzlerkandidatin” der AfD gekürt wurde. Auf Anfragen, warum dieser exklusive Zugang nicht in den Videos transparent dargestellt wurde, antwortete er nicht. Auch nicht auf die Frage, ob die Partei ihn dafür vergütet hat

via tagesschau: Politik mit Religion Wie die AfD das Christentum für sich nutzt

siehe auch: Rechte Christfluencer: So beeinflussen sie Jugendliche in Social Media. Auf YouTube, Instagram und Co. verbreiten rechte Christfluencer ihren Glauben an Gott mit rechten Parolen und Werbung für die AfD. Welche Methode dahintersteckt. Das kurze Video, das Leonard Jäger in seinem Instagram-Account an der ersten Position angeheftet hat, fasst gut zusammen, worum es ihm geht. In dem fast 30 Sekunden langen Clip erzählt Jäger, wie er zum Christentum bekehrt wurde und anfing zu beten. Grundsätzlich nichts Ungewöhnliches – schließlich gibt es tausende Accounts auf Social Media, die sich mit Religion und Glauben beschäftigen. In Jägers Fall entscheidend ist aber, wem er von seiner Bekehrung erzählt: der Co-Vorsitzenden der AfD, Alice Weidel. Jäger, der sich auf Social Media “Ketzer der Neuzeit” nennt, gehört zu einem Netz junger, christlicher Influencer, die auf den ersten Blick vor allem über ihren Glauben sprechen, ihre Liebe zu Gott, und andere inspirieren wollen, sich im Leben an christlichen Werten zu orientieren. Schaut man jedoch genauer hin, stellt man fest, dass Jäger – genau wie andere Influencer und Influencerinnen aus dem Netzwerk – Stimmung gegen Migranten, queere Menschen und Andersdenkende macht. Dabei verbreiten sie immer wieder rechte Verschwörungserzählungen und machen Werbung für die AfD, die der Verfassungsschutz im Mai als “gesichert rechtsextremistisch” eingestuft hatte, wogegen die Partei juristisch vorgeht. Bis zum Gerichtsurteil wird die AfD beim Verfassungsschutz also weiter als Verdachtsfall geführt.

Taylor Swift Was A Victim Of Coordinated Bot Attacks Created To Spread Narrative That She Is A Nazi

A new study has revealed that Taylor Swift was the victim of coordinated bot attacks that attempted to paint the singer as a Nazi. The bot creators generated the attacks to encourage outrage among real people online, thus spreading the false narrative even further. The attacks came shortly after Taylor Swift released her latest album, The Life of a Showgirl, in October. The study conducted by the behavioral intelligence platform GUDEA, examined more than 24,000 social media posts and 18,000 accounts across 14 platforms between the day of her album’s release. October 4, and October 18. “A key finding of this analysis is the role inauthentic narratives played in triggering authentic engagement,” GUDEA wrote. “The false narrative that Taylor Swift was using Nazi symbolism did not remain confined to fringe conspiratorial spaces; it successfully pulled typical users into comparisons between Swift and Kanye West. (…) GUDEA went on to explain, “While the majority of users behaved typically, 3.77 percent exhibited non-typical behavior amplifiers and accounted for 28 percent of the conversation volume, suggesting coordinated influence.” This bot behavior led to typical users who would not normally engage with conspiracy content participating in the conversation, thereby spreading the misinformation. A coordinated bot attack to smear Taylor Swift’s reputation could lead to similar, more dangerous maneuvers by bad actors “That’s part of the goal for these types of narratives, for whoever is pushing them,” GUDEA founder and CEO Keith Presley told Rolling Stone. “Especially with these inflammatory ones – that’s going to get rewarded by the algorithm. You’ll see the influencers jump on first, because it’s going to get them clicks.” Georgia Paul, GUDEA’s head of customer success, pointed out another concern: that the bot attack on Taylor Swift could serve as a test for a way to fraudulently influence voters.

via brobible: Taylor Swift Was A Victim Of Coordinated Bot Attacks Created To Spread Narrative That She Is A Nazi

siehe auch: Coordinated online attack sought to suggest Taylor Swift promoted Nazi ideas, research finds Thousands of social media posts were traced to deliberate attempts to misrepresent the singer – and showed ‘significant user overlap’ with the campaign to attack actor Blake Lively Analysis has found that a coordinated online attack sought to align Taylor Swift and her latest album, The Life of a Showgirl, with Nazi and rightwing imagery and values, from accounts feigning leftist critique and designed to encourage outrage. The AI-driven behavioural intelligence platform Gudea produced a report examining more than 24,000 posts and 18,000 accounts across 14 social media platforms between 4 October, the day of the album’s release, and 18 October. These posts accused Swift of sowing dogwhistle references in her lyrics and alleged that a lightning bolt-style necklace from her merchandise line – a reference to the album track Opalite – resembled SS insignia. The report concluded that 3.77% of accounts drove 28% of discussion of Swift in the period, chiefly conspiracy theories that also made allegations about her supposed ties to the Maga movement and criticisms framing her engagement to American football player Travis Kelce as “trad” or conservative. In a spike that took place between 6 and 7 October, 35% of posts in the dataset came from bot-like accounts. Gudea said that while they didn’t uncover the identity of those responsible, they found “a significant user overlap between accounts pushing the Swift ‘Nazi’ narrative and those active in a separate astroturf campaign attacking Blake Lively”, the actor involved in an ongoing sexual harassment lawsuit against actor and director Justin Baldoni – and a once close friend of Swift’s. The data, said Gudea, “reveals a cross-event amplification network, one that disproportionately influences multiple celebrity-driven controversies and injects misinformation into otherwise organic conversations”. The allegations about Swift were initially disseminated on more niche online spaces such as 4chan and then migrated to mainstream social media apps – and were then unwittingly spread by the public and algorithms. “The false narrative that Taylor Swift was using Nazi symbolism did not remain confined to fringe conspiratorial spaces; it successfully pulled typical users into comparisons between Swift and Kanye West,” the researchers wrote. “This demonstrates how a strategically seeded falsehood can convert into widespread authentic discourse, reshaping public perception even when most users do not believe the originating claim.”

Hitlergruß im Klassenzimmer: Rechtsextreme Vorfälle an Schulen

Laut einer BR-Umfrage kam es an zwei von drei Schulen in Bayern im Schuljahr 2024/25 zu menschen- oder demokratiefeindlichen Vorfällen. Knapp 600 weiterführende Schulen haben sich an der Umfrage beteiligt. Damit liegen erstmals solche Zahlen vor. Diskriminierende Beleidigungen, Mobbing oder Gewalt: 66 Prozent der teilnehmenden Schulen in Bayern berichten von menschen- oder demokratiefeindlichen Vorfällen im vergangenen Schuljahr 2024/25. Das ergibt eine Umfrage von BR Recherche und BR Data an weiterführenden kommunalen und staatlichen Schulen. Unter solche Vorfälle fallen rassistische, antisemitische, sexistische oder queerfeindliche Beleidigungen, Gewalt oder politische Einflussnahme. Von den mehr als 1.500 angeschriebenen Schulen – das sind fast alle weiterführenden kommunalen und staatlichen Schulen in Bayern – beantworteten 598 Schulleitungen die Fragen des BR. Das entspricht einer Rücklaufquote von 39 Prozent. Die Schulleitungen konnten anonym an der nicht-repräsentativen Befragung teilnehmen. Knapp drei Viertel der teilnehmenden Mittelschulen, Realschulen, Fachoberschulen und Gymnasien, die in der Umfrage antidemokratische Vorfälle in den Kategorien Symbole und Parolen, Gewalt oder politische Einwirkung angeben, ordnen diese dem politisch rechten Spektrum zu. Drei Prozent der Schulen verorten Vorfälle politisch links. An etwas mehr als jeder zehnten Schule hatten Vorfälle überwiegend einen religiösen Hintergrund. Für ein Drittel der Schulleitungen ist eine klare Zuordnung nicht möglich.

via br: Hitlergruß im Klassenzimmer: Rechtsextreme Vorfälle an Schulen

Ransbach-Baumbach: Interview mit AfD-Stadtrat sorgt bundesweit für Schlagzeilen

Der mittlerweile ehemalige kommunale Mandatsträger Jo Meurer, der bis vor kurzem für die AfD im Stadtrat Ransbach-Baumbach saß, hat sich in einem Interview mit der “Hessencam” öffentlich unter anderem islamfeindlich und gewaltverherrlichend geäußert. Das Youtube-Video sorgt aktuell weit über den Westerwald hinaus für Aufsehen. Eigentlich sollte am Sonntag (7. Dezember) der Bürgerdialog mit der AfD-Bundestagsabgeordneten in der Stadthalle Ransbach-Baumbach im Zentrum des politischen Austauschs stehen. Stattdessen ist mittlerweile jedoch Jo Meurer in den Fokus gerutscht. Meurer saß bis vor wenigen Tagen noch für die AfD im Stadtrat von Ransbach-Baumbach. Im Kontext der AfD-Veranstaltung am Sonntag hatte er ebenfalls einen Auftritt – allerdings nicht auf der Bühne des Bürgerdialogs, sondern vor der Kamera des Youtube-Formats “Hessencam” vor der Stadthalle. Hier äußerte sich Meurer öffentlich islamfeindlich, Ausländern gegenüber abwertend und gewaltverherrlichend; zudem ließ er Zweifel am Tod von sechs Millionen Juden während des Holocausts anklingen. Das Interview wurde auf Youtube tausendfach angesehen, kommentiert und geteilt. Auch in den sozialen Medien wie Facebook und Instagram macht das Video die Runde. Es zeige “das wahre Gesicht der AfD”, heißt es beispielsweise in einem Youtube-Kommentar. Im Interview erfährt man unter anderem, dass Meurer ehemaliger Lehrer und seit neun Jahren AfD-Mitglied ist. Dass er seine Schüler bis ins zehnte Schuljahr verprügelt hat (“der Direktor wusste das”), seine Enkelin ebenfalls. Moslems seien “primitiv” und “behindert durch Inzucht”. Über die Intelligenz von Afrikanern äußert er sich pauschal abfällig und er zitiert einen Autor, der schreibt, die Juden haben den Holocaust industrialisiert, es habe keine sechs Millionen Tote gegeben. Von der deutschen Erinnerungskultur hält er nichts und vom Klimawandel sowieso nicht. Rund 40 Minuten lang kann man Meurers Ausführungen zuhören. Auffällig ist dabei, wie er als kommunaler Mandatsträger und Stadtrat seine Aussagen öffentlich vertritt.

via ww-kurier; Ransbach-Baumbach: Interview mit AfD-Stadtrat sorgt bundesweit für Schlagzeilen

Prunk, Pathos, Patriotismus: Der tschetschenische Krieger der AfD

In einer hannoverischen Prunk-Villa inszeniert sich der AfD-Mann Noah Krieger als patriotischer Macher. Gleichzeitig unterhält er Beziehungen zum Clan von „Putins Bluthund“. Was hat er vor? von Alexej Hock , Martin Böhmer 09. Dezember 2025 In Hannover ist Noah Krieger für die AfD aktiv und hat mit seiner Firma eine Prunk-Villa bezogen. Gleichzeitig unterhält er Verbindungen nach Tschetschenien – was hat er in Deutschland vor?Collage: Ivo Mayr / CORRECTIV Fotos: Marco Kemp & picture alliance Das Wichtigste in Kürze „Deutschland über alles“, schreibt Noah Krieger zu einem seiner Instagram-Beiträge – die erste Zeile des durch die NS-Zeit belasteten Deutschlandlieds. Das Bild zum Post zeigt fünf Männer vor einer Deutschland-Flagge im Prunk einer Villa, einer von ihnen stützt ein Schwert auf seine Schulter. Dazu ein Sammelsurium der AfD-Vokabeln: Treue, Stärke, Kampf, Ehre, Vaterland. Unter andere Posts schreibt Noah Krieger die Losung „Gott mit uns“, die auch die Wehrmacht nutzte, in einem weiteren Video schießt er mit einem Sturmgewehr in der Schießanlage. Der gebürtige Tschetschene will dem Land, in das er gezogen ist, etwas zurückgeben – so kann man seine Posts verstehen. Er engagiert sich seit einigen Monaten öffentlich aktiv in der Hannoveraner AfD. Mit seinem martialischen Auftreten und den scharfen Aussagen überbietet Krieger viele der bekanntesten radikalen Vertreter der Partei. Mit knapp 440.000 Followern dürfte er auch einer der reichweitenstärksten Influencer der Partei sein. Doch für Beobachter kommt Kriegers Auftritt in der Öffentlichkeit überraschend. Recherchen von CORRECTIV und iStories zeigen, dass vieles an dem Pathos und den Hochglanzfotos bloß Fassade ist. Dahinter verbergen sich Verbindungen zu Gefolgsleuten des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow, dessen Herrschaft von schweren Menschenrechtsverletzungen wie Folter geprägt ist und dessen Kämpfer für Putin in den Ukraine-Krieg zogen.

via correctiv. Prunk, Pathos, Patriotismus: Der tschetschenische Krieger der AfD