Studie: Live-Gesichtserkennung durch Polizei nur rechtswidrig möglich

Wie könnte Gesichtserkennungssoftware für Polizeibehörden funktionieren? Eine Studie im Auftrag von Algorithmwatch untersucht die Möglichkeiten. Darf die deutsche Polizei Datenbanken mit Personenbildern aufbauen, um damit eine Live-Gesichtserkennung etwa bei Videokameraaufnahmen zu ermöglichen? Dieser politische Wunsch einer weitgehend automatisierten Suche nach Gefährdern, Straftätern und polizeilich Gesuchten ist nicht ganz neu. Immerhin enthält der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD eine Formulierung, nach der Sicherheitsbehörden “unter Berücksichtigung verfassungsrechtlicher Vorgaben und digitaler Souveränität, die automatisierte Datenrecherche und -analyse sowie den nachträglichen biometrischen Abgleich mit öffentlich zugänglichen Internetdaten, auch mittels Künstlicher Intelligenz” erlaubt werden soll. (…) Lewandowski untersucht verschiedene Ansätze, wie ein Echtzeitabgleich von Gesichtsaufnahmen mit dem öffentlich zugänglichen Internet oder mit gänzlich eigenen Datenbanken technisch organisiert sein kann. Der Wissenschaftler beschreibt unter anderem, wie die in der EU unzulässige, aber bekannte Bildersuchmaschine PimEyes vorgeht: Sie speichert nicht nur die Bilder und ihre Eigenschaften, sondern auch ein Template mit wesentlichen Merkmalen der abgebildeten Person. Das führt zu schnelleren und genaueren Sucheergebnissen. “Die Überlegenheit in der Suche liegt darin, dass die biometrischen Gesichtsmerkmale für die Suche verwendet werden und nicht nur Low-Level-Features wie Formen und Farbverteilungen oder Umgebungstexte”, heißt es in der Studie. Was aber nicht funktioniert, ist eine reine Livesuche: “Ohne eine Datenbank aufzubauen, kann kein ‘One to many’-Abgleich durchgeführt werden, sondern nur ein ‘One to One’-Vergleich.” Dieser direkte Vergleich zweier Bilddateien müsste dann wiederum massenhaft stattfinden, um die Notwendigkeit einer Datenbank zu umgehen – aus informationswissenschaftlicher Perspektive sei eine “Live-Suche” im Web daher “nur theoretisch möglich”, meint Lewandowski. Doch was bedeutet das für die Pläne der Bundesregierung, hier weitere Möglichkeiten zu schaffen? Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Vormittag in Berlin betonten Vertreter verschiedener Organisationen, die Bundesregierung müsse daraus Konsequenzen ziehen. Die Regierung könne diese technischen Tatsachen nicht ignorieren, meint Algorithmwatch-Geschäftsführer Matthias Spielkamp – und fordert, die Vorbereitungen im Bundeskabinett abzubrechen. “Die angestrebten biometrischen Erkennungsverfahren würden zwangsläufig gegen EU-Recht verstoßen, weil sie ohne den Einsatz von Datenbanken nicht umsetzbar sind.” Die KI-Verordnung der EU verbiete genau solche Datenbanken. Tatsächlich enthält die KI-Verordnung zahlreiche Vorschriften für “biometrische Echtzeit-Fernidentifizierung”, verbietet diese jedoch für Strafverfolgungszwecke nicht grundsätzlich. Allerdings verbietet Artikel 5 der Verordnung ausdrücklich “das Inverkehrbringen, die Inbetriebnahme für diesen spezifischen Zweck oder die Verwendung von KI-Systemen, die Datenbanken zur Gesichtserkennung durch das ungezielte Auslesen von Gesichtsbildern aus dem Internet oder von Überwachungsaufnahmen erstellen oder erweitern”. Lewandowskis Gutachten dürfte die Debatte darum, ob die Verbotstatbestände und die Erlaubnisausnahmen technisch überhaupt sinnvoll miteinander vereinbar sind, erneut anfeuern. (…) Körperdaten von Menschen dürften keine freie Verfügungsmasse sein, betonte Matthias Marx vom Chaos Computer Club (CCC). Bereits existierende Anbieter wären aus gutem Grund in der EU illegal. “Egal, wer sie betreibt: Biometrische Massenüberwachung ist rechtswidrig. Die Polizei darf auch nicht auf kriminelle private Gesichter-Suchmaschinen wie Pimeyes oder ClearviewAI ausweichen, schon gar nicht, um sie durch die Hintertür zu legitimieren”, warnt Marx vor der Versuchung, die sich aus dem Fall der früheren RAF-Terroristin Daniela Klette ergeben hätten. Die kommerziellen Dienste müssten von deutschen Datenschutzbehörden mit allen Mitteln des Rechts aktiv bekämpft werden. Julia Duchrow von Amnesty International warnt vor Missbrauchspotenzialen sowie der einschüchternden Wirkung von KI und biometrischen Abgleichmethoden, die zudem eine erhebliche Diskriminierungsgefahr darstellten. Sie warnt explizit davor, Software des US-Anbieters Palantir einzusetzen und fordert, das Unternehmen von öffentlichen Aufträgen auszuschließen.

via heise: Studie: Live-Gesichtserkennung durch Polizei nur rechtswidrig möglich

Vermont state senator resigns over racist Young Republican chat messages

Samuel Douglass was reportedly the only elected official to take part in the Young Republican group chat that included racist and antisemitic messages. A Vermont state senator has resigned over his involvement in a Young Republican group chat after racist and antisemitic messages shared among its members were made public. Republican Samuel Douglass announced his resignation, effective Monday, in a lengthy statement Friday, adding that he was “deeply sorry for the offense” caused by his comments. Politico had reported on the leaked Telegram messages from a group chat including Young Republican leaders from Vermont, New York, Arizona and Kansas. The messages spanned 2,900 pages of chats over a roughly seven-month period and contained racist comments and jokes about gas chambers, torture and rape, according to Politico. Douglass, a first-term state senator, was the only elected official in the chat, the outlet reported. The leaked exchanges have sparked condemnation from Democrats and many Republicans, with the Young Republican national board saying it was “appalled by the vile and inexcusable language.” New York Republican Party officials voted to suspend its Young Republican chapter Friday. Vice President JD Vance has downplayed the incident, dismissing the messages as “edgy” and “offensive jokes” told by “kids” — despite many of the participants being in their 20s and 30s. Douglass was reported to have contributed to the chat on at least two instances, including responding to a comment another member of the group made about a person who dated an “obese Indian woman.” When someone replied the woman was “not an Indian,” Douglass said: “She just didn’t bathe often,” Politico reported. In a separate comment, Douglass was said to have described how a Jewish person may have made a procedural error. His wife, Brianna Douglass, who was also involved in the chat in her role as a committee member for Vermont’s Young Republicans, responded with an antisemitic remark, Politico reported. The couple have both resigned from their positions in the Vermont Young Republicans, Chairwoman Chelsea Magwire said in a statement, adding that “racism, discrimination and hateful behavior have no place in our organization.”

via washington post: Vermont state senator resigns over racist Young Republican chat messages

Wegen Posts bei Facebook – Vorwurf der Volksverhetzung: AfD-Kreistagsabgeordneter vor Gericht

Der AfD-Politiker Holger Stienen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg muss sich wegen des Vorwurfs der Beleidigung und der Volksverhetzung vor dem Amtsgericht Reinbek verantworten. Was er dazu sagt. Der AfD-Politiker Holger Stienen muss sich in der kommenden Woche in Reinbek vor Gericht verantworten. Das Verfahren richtet sich laut Staatsanwaltschaft Lübeck gegen den 71-jährigen Abgeordneten aus dem Kreistag des Herzogtums Lauenburg wegen des Verdachts der Volksverhetzung und Beleidigung. Der Angeklagte soll in der Zeit von Januar bis August 2023 in drei über das Internet verbreiteten Beiträgen verschiedene Bundespolitiker beleidigt haben. Zudem soll der Angeklagte im September und Dezember 2023 in zwei weiteren Beiträgen in Deutschland lebende Geflüchtete beschimpft und böswillig verächtlich gemacht haben. Beiträge nicht mehr öffentlich Die Beiträge Stienens sollen über seinen Facebook-Kanal „Holger Stienen“ verbreitet worden sein, der mittlerweile nicht mehr öffentlich einsehbar ist. Laut NDR liegen dem Sender Screenshots vor, dort heiße es unter anderem „Wir brauchen ein paar Jahre einen totalitären Staat alter Prägung, um mit dem Gesocks aufzuräumen“ oder „Wer mit Gas heizt, wird ins eigene Gas geschickt oder in den Ölpool“. Auch Politiker wie Olaf Scholz oder Annalena Baerbock sollen explizit beleidigt worden sein. Bis 2024 hatten die Beiträge zum Austritt von drei der sechs Mitglieder der AfD-Fraktion im Kreis Herzogtum Lauenburg geführt, denen die Aussagen Stienens zu radikal waren. „Aussagen wurden manipuliert“ Holger Stienen bestätigt, dass es bei dem Prozess um ihn geht. „Die Aussagen in meinem Account wurden manipuliert“, erklärt er. „Es gibt Sätze darin, die gar nicht von mir stammen.“

via lm online: Wegen Posts bei Facebook Vorwurf der Volksverhetzung: AfD-Kreistagsabgeordneter vor Gericht

Gut 200 Waffen gehortet: Rechtsextreme in England verurteilt – #terror

Sie horteten Waffen und versuchten, eine halbautomatische Pistole mit einem 3D-Drucker herzustellen: In Grossbritannien sind drei rechtsextreme Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. er Sheffield Crown Court sah es als erwiesen an, dass die Männer im Alter von 25 bis 34 Jahren Angriffe auf Moscheen und Synagogen geplant hatten. Im echten Leben getroffen haben sie sich den Angaben zufolge nie. Die Nachrichtenagentur PA meldete aus dem Gerichtssaal, die Männer, die sich online verabredeten, hätten die Nationalsozialisten verehrt. Laut Anklage hatte das Trio mehr als 200 Waffen angesammelt. Der Mann, der dem Urteil zufolge die meisten Teile für die Schusswaffe im 3D-Drucker hergestellt hat, muss für zehn Jahre ins Gefängnis. Die anderen beiden erhielten Freiheitsstrafen über acht und elf Jahre.

via bluewin: Gut 200 Waffen gehortet: Rechtsextreme in England verurteilt

siehe auch: Royaume-Uni : trois néonazis britanniques qui projetaient des attaques lourdement condamnés Selon l’accusation, ils « préparaient des actes de terrorisme violents contre des synagogues, des mosquées et un centre d’éducation islamique ». Brogan Stewart, Christopher Ringrose et Marco Pitzettu ont été reconnus coupables par la justice britannique. Counter Terrorism Policing North East. Réagir Enregistrer Partager Trois Britanniques admirateurs de Hitler et adeptes de l’idéologie nazie ont été condamnés vendredi à des peines de 8 à 11 ans de prison pour avoir planifié des « attaques terroristes ». Christopher Ringrose, 34 ans, Marco Pitzettu, 25 ans, et Brogan Stewart, 25 ans, qui ne s’étaient jamais rencontrés physiquement avant de se retrouver dans le box des accusés, avaient été reconnus coupables en mai dernier par la Cour criminelle de Sheffield, dans le nord du pays. Ils ont été condamnés vendredi respectivement à 10, 8 et 11 ans de prison. Plus de 200 armes, dont des machettes et des arbalètes Au moment de leur arrestation en février 2024, ils étaient soupçonnés de préparer une attaque contre un centre d’éducation islamique à Leeds, a rappelé la juge vendredi. Selon l’accusation, ils « préparaient des actes de terrorisme violents contre des synagogues, des mosquées et un centre d’éducation islamique ». Ils avaient été arrêtés à la suite de l’infiltration par des agents de police d’un forum d’extrême droite sur la messagerie Telegram où ils discutaient de leurs projets. Au total, les trois hommes avaient réuni plus de 200 armes, dont des machettes, des épées, des arbalètes et un pistolet paralysant. Dans leurs échanges en ligne, ils multipliaient les messages d’admiration pour Hitler, de glorification des assassinats de masse contre les personnes noires ou musulmanes et autres propos racistes, antisémites et homophobes. Lors de leur procès, les accusés avaient affirmé qu’il ne s’agissait que de fantasmes et qu’ils n’avaient pas l’intention de mettre leurs menaces à exécution; Terror case throws spotlight on neo-nazi British Movement The conviction of Brogan Stewart, a Wakefield-based neo-nazi sentenced today to 11 years for plotting terrorist attacks on mosques and synagogues, throws a spotlight on the activities of British Movement, one of the UK’s most longstanding and notorious neo-nazi outfits. American terrorist Stewart, 25, was the self-styled “Fuhrer” of Einsatz 14 (Mission 14) an online extremist cell that amassed over 200 weapons, including crossbows, swords, and components of a 3D-printed firearm. 14 refers to the ’14 words’ a slogan coined by the American nazi terrorist David Lane, founder of The Order: “We must secure the existence of our people and a future for white children”. A picture Stewart took of himself With his accomplices Christopher Ringrose and Marco Pitzettu, Stewart planned to attack an Islamic education centre in Leeds, with prosecutors describing the trio as “followers of an extreme right-wing Nazi ideology” who glorified mass murderers and espoused racial purity. They also planned to attack synagogues. Hope not Hate has reported that in December 2023, he received a BM membership form and propaganda pack. Paramilitary style “Their office is about 10 minutes drive from where I live. It’s almost uncanny,” he wrote in a neo-Nazi Telegram group, where he later posted images of BM leaflets and expressed his intention to join the organisation. His engagement with BM deepened in early 2024. Stewart joined the group’s encrypted chat channel and discussed forming a paramilitary-style “unit to provide security for NSM [National Socialist Movement] events” with fellow BM member Kyle Crosby, also based in Wakefield. When Counter-terrorism police raided Stewart’s home, they found a British Movement poster displayed on his bedroom wall. Stewart’s bedroom, with British Movement flyer displayed beneath a nazi flag Stewart’s connections to organised neo-nazism didn’t end there. In February 2024, he attended a meeting of the National Support Detachment (NSD), the early incarnation of Alek Yerbury’s National Rebirth Party; “Hitler Did More For His People Than Any Politician.” Neo-Nazi Cell Sentenced To 29 Years By Dorset Eye 17th October 2025 0 44 Neo-Nazi Terror Cell Who Plotted Attacks on Mosques and Synagogues Jailed for 29 Years Three neo-Nazis who stockpiled a cache of over 200 weapons and plotted terrorist attacks against mosques and synagogues have been jailed for a total of 29 years. Brogan Stewart, 25, was sentenced to 11 years in prison, Christopher Ringrose, 34, to 10 years, and Marco Pitzettu, 25, to eight years by a judge at Sheffield Crown Court on Friday. The trio were found guilty in May of preparing acts of terrorism and possessing information useful for terrorism. The court heard how the group amassed an arsenal including body armour, crossbows, swords, machetes, axes, and hunting knives. They had also advanced to manufacturing firearms, with an almost completed 3D-printed FGC-9 Mk II assault rifle discovered in Ringrose’s loft. Prosecutors stated that while the weapon was missing its barrel and firing pin, the men were actively sourcing the parts. Had they succeeded, the gun could “have been used for devastating consequences.” From ‘Preppers’ to Race War Plotters The men initially shared an interest in bushcraft and online videos of “preppers”—people who stockpile supplies for a potential disaster. However, prosecutors revealed this was a facade for their true intent: preparing for a race war. They used online communities to recruit a like-minded inner circle, progressing to neo-Nazi chat groups before establishing their own private encrypted group. This group, which they named “Einsatz 14,” was infiltrated by an undercover police officer on 5 January last year. In messages on the Telegram app, the self-appointed leader, Stewart, of Tingley, West Yorkshire, expressed his disillusionment with far-right groups that only “sit around and talk,” stating, “I want to get my own group together because action speaks louder than words.” He appointed Ringrose, of Cannock, Staffordshire, and Pitzettu, of Mickleover, Derbyshire, as “armourers.” The group discussed acquiring a uniform and identified potential targets, specifically mosques and synagogues. Chilling Plans for “Human Targets” The extent of their planning was laid bare in a group call on 5 February last year. They spoke of plans to “cruise around” looking for “human targets” near an Islamic education centre, then return to “mine for tea and medals and a debrief.”

11.250 Euro Geldstrafe AfD-Poli­tiker für mon­tierten Hit­ler­gruß ver­ur­teilt

17.10.2025 Bystrons Verteidiger legte in der Verhandlung Hitlergruß-Abbildungen vor, die keine Strafe nach sich zogen. Foto: picture alliance/dpa | Peter Kneffel AfD-Politiker Petr Bystron wird wegen Verwendung von NS-Kennzeichen verurteilt. Er hatte eine Montage von Angela Merkel und Bettina Wulff mit durchgestrecktem Arm gepostet. Die Rechtsprechung kennt bei solchen Provokationen wenig Gnade. Wegen der Verbreitung einer Fotomontage in sozialen Medien hat das Amtsgericht (AG) München den AfD-Politiker Petr Bystron zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Europaabgeordnete muss 90 Tagessätze zu je 125 Euro, also insgesamt 11.250 Euro, zahlen. Die Montage stellt nach Auffassung des Gerichts einen Hitlergruß dar, verurteilt wurde Bystron daher wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gemäß §§ 86, 86a Strafgesetzbuch (StGB).  Danach ist das Verbreiten von NS-Symbolen, -Gesten und -Parolen strikt tabu. Es steht nicht nur unter Strafe, eine solche Geste eigenhändig durchzuführen; auch das Weiterverbreiten eines Abbildes der Geste ist verboten. Ausnahmen von der Strafbarkeit gelten nur in begrenzten Fällen wie der staatsbürgerlichen Aufklärung, für die Presse oder bei erkennbar satirischer Verwendung. Dies wenden die Strafgerichte aber eng an. Verbreitet hatte Bystron die Montage 2022 auf seinem Twitter-Konto. Zu sehen waren auf unter anderem Ex-Kanzlerin Angela Merkel und Bettina Wulff, die Frau des ehemaligen Bundespräsidenten, mit erhobenem Arm und ausgestreckter Hand. Die entscheidende Richterin hielt es für erwiesen, dass Bystron mit der Darstellung den Hitlergruß verbreitet habe, “insbesondere durch die Zusammensetzung der Fotos”, so die Richterin am Freitag zur Begründung. (…) Derlei Reproduktion von NS-Symbolen kann unter die in § 86 Abs. 4 StGB genannten Ausnahmen für staatsbürgerliche Aufklärung, Kunst, Wissenschaft oder Presseberichterstattung fallen. Zudem nimmt die Rechtsprechung einen ungeschriebenen Tatbestandsausschluss für Fälle an, in denen der Schutzzweck der Vorschrift nicht berührt ist, weil durch die Äußerung oder Geste kein Widererstarken der NS-Symbolik droht.  Alle diese Ausnahmen werden jedoch restriktiv gehandhabt. Wer nicht Presse ist oder sich einer anerkannten Kunstform bedient – wie etwa bei den Mottowagen auf dem Karnevalsumzug –, läuft Gefahr, sich strafbar zu machen. Dass der Äußernde nur provozieren oder Kritik an Regierungshandeln üben will, reicht allein nicht für einen Ausschluss der Strafbarkeit. Die Äußerung selbst muss eindeutig eine ablehnende Haltung zur NS-Ideologie erkennen lassen. (…) Mit dem Urteil blieb das Gericht etwas hinter der Forderung der Staatsanwaltschaft zurück. Diese hatte eine Geldstrafe von 110 Tagessätzen gefordert, damit wäre die Vorstrafe im Führungszeugnis aufgetaucht. Mit 90 Tagessätzen blieb das Gericht genau unter der Schwelle, die dafür erreicht werden müsste

via lto: 11.250 Euro Geldstrafe AfD-Poli­tiker für mon­tierten Hit­ler­gruß ver­ur­teilt

siehe auch: Gericht verurteilt AfD-Politiker Bystron wegen Hitlergruß-Montage Der AfD-Politiker Petr Bystron hat eine Fotomontage geteilt, auf der unter anderem Angela Merkel den Hitlergruß zeigt. Dafür muss er mehr als 11.000 Euro Strafe zahlen. Wegen der Verbreitung einer Fotomontage in sozialen Medien ist der AfD-Politiker Petr Bystron zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht München sah es als erwiesen an, dass Bystron mit der Fotomontage den verbotenen Hitlergruß verwendet hat. Deshalb muss Bystron wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen 90 Tagessätze in Höhe von 125 Euro zahlen, also insgesamt 11.250 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (…) Der AfD-Politiker erschien nicht zur Verhandlung, sondern ließ sich durch seinen Verteidiger Peter Solloch vertreten. Dieser sprach von einem Verfahren mit “politischem Hintergrund”, bei dem es immer mehr auf die Person ankomme, die den rechten Arm ausstrecke, als auf die Geste selbst.

Kinder zu Gewalt gezwungen – Mutmaßlicher Sexualstraftäter »White Tiger« wegen Mordes angeklagt – #764

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen mutmaßlichen Cyberkriminellen erhoben. Der als »White Tiger« bekannte 21-Jährige soll mehr als 200 Straftaten begangen haben. Ein Opfer beging Suizid. Gegen den als »White Tiger« im Internet auftretenden mutmaßlichen Cyberkriminellen ist Anklage erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft Hamburg legt dem heute 21-Jährigen unter anderem Mord und versuchten Mord zur Last. Das teilte die Behörde in der Hansestadt mit. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, soll der Mann 204 Straftaten begangen haben, jeweils verübt in mittelbarer Täterschaft. Vorgeworfen wird ihm unter anderem der Mord an einem US-amerikanischen Jungen sowie versuchter Mord in fünf Fällen. Festnahme im Juni »White Tiger« war Mitte Juni in der Wohnung seiner Eltern in Hamburg festgenommen worden. Er soll Kopf einer Gruppe von Cyberkriminellen sein, die aus sexueller Motivation heraus mehr als 30 Kinder im Internet zu Gewalt gegen sich selbst gezwungen haben. Die Kinder stammen den Angaben der Ermittlungsbehörden zufolge aus Deutschland, England, Kanada, den USA, zwei aus Hamburg und eines aus Niedersachsen. Ein 13-jähriger US-Amerikaner wurde demnach in den Suizid getrieben. Eine 14-jährige Kanadierin habe versucht, sich umzubringen.

via spiegel: Kinder zu Gewalt gezwungen Mutmaßlicher Sexualstraftäter »White Tiger« wegen Mordes angeklagt

siehe auch: Man dubbed “White Tiger” charged with murder over U.S. teen’s livestreamed suicide. A man accused of luring children worldwide into a sadistic online abuse network was charged by German prosecutors Wednesday with hundreds of crimes — including murder, for a 13-year-old American’s livestreamed suicide. Using the pseudonym “White Tiger,” the 21-year-old Hamburg man, a German-Iranian national, allegedly victimized more than 30 children with online sexual abuse, manipulation and exploitation as a part of a virtual network of abusers known as “764.” In April, the network’s leaders were arrested and charged for allegedly operating “one of the most heinous online child exploitation enterprises” officials have ever seen, according to the U.S. Justice Department. “White Tiger” allegedly coerced a 13-year-old American boy into dying by suicide in 2022, which was broadcast via livestream.   Authorities said the crimes occurred between January 2021, when the suspect was 16 years old, and September 2023, when he was 19. Prosecutors in Hamburg announced 204 criminal charges against him, including allegations of committing one murder and five attempted murders as an “indirect perpetrator.” “White Tiger” would find vulnerable children and adolescents in online chats or games, develop a bond to groom them for abuse, then exploit them into producing pornographic content and harming themselves on video, authorities said.

Landtagsdebatte in BW KI-Fake? Foto eines AfD-Abgeordneten mit Charlie-Kirk-T-Shirt sorgt für Eklat

Landtagspräsidentin Aras wirft der AfD vor, ein Foto nachträglich mit Künstlicher Intelligenz verfälscht und im Internet veröffentlicht zu haben. Drohen rechtliche Konsequenzen? Ein Foto des AfD-Abgeordneten Daniel Lindenschmid mit einem Charlie-Kirk-T-Shirt hat im baden-württembergischen Landtag für einen Eklat gesorgt. Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) warf der AfD-Fraktion eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit vor, weil das Bild mit Künstlicher Intelligenz (KI) verfälscht worden sei. Lindenschmid hatte bei einer Rede vergangene Woche im Landtag ein T-Shirt mit der Aufschrift “Debatte statt Gewalt #Charlie Kirk” getragen. Der rechte US-Aktivist Charlie Kirk war vor fünf Wochen erschossen worden, als er auf einem Uni-Campus im US-Bundesstaat Utah im Freien gesprochen hatte. Aras sagte am Mittwochvormittag zu Beginn der Landtagsdebatte, Lindenschmid sei bei seiner Rede der Aufforderung nachgekommen, sein Sakko zu schließen, so dass der Schriftzug nicht mehr zu lesen war. Im Parlament sind non-verbale Meinungsäußerungen untersagt. Eklat im Landtag um AfD-Foto 00:0000:44 Im Nachgang jedoch habe der AfD-Politiker ein KI-generiertes Foto mit geöffnetem Sakko in den sozialen Medien veröffentlicht und damit einen Regelbruch inszeniert, so Aras. Sie werde nicht zulassen, dass der Landtag zu einer Bühne für Fake News und Manipulation werde

via swr: Landtagsdebatte in BW KI-Fake? Foto eines AfD-Abgeordneten mit Charlie-Kirk-T-Shirt sorgt für Eklat

siehe auch: Eklat um AfD-Foto AfD gibt nachträgliche Bearbeitung von Landtagsfoto zu Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) kritisiert einen Post des AfD-Abgeordneten Lindenschmid. Foto: Landtag BW Der AfD-Abgeordnete Daniel Lindenschmid musste im Landtag zuletzt sein „Charlie Kirk“-Shirt verdecken. Im Netz tauchte ein anderes Foto auf. Jetzt ist klar: Es war manipuliert.