„Sie hilft Leuten, ohne Umwege zu uns herüberzulaufen”: Spiegel analysiert Reichelts Verhältnis zur AfD

Sieben Autoren, ein Hinterhof in Kreuzberg: Der Spiegel hat Julian Reichelt getroffen – und enthüllt, warum die AfD Nius als ihre wichtigste Brücke zu CDU-Wählern betrachtet. Der Spiegel hat eine umfangreiche Recherche über Julian Reichelt und sein Portal Nius veröffentlicht – unter dem Titel „Die neue, alte Welt des Julian Reichelt”. Sieben Autoren – Alexander Kühn, Ann-Katrin Müller, Martin U. Müller, Marcel Rosenbach, Vicky Bargel, Jonas Schaible und Anton Rainer – haben den ehemaligen Bild-Chefredakteur unter die Lupe genommen. Sie haben Reichelt persönlich getroffen – in einem Hinterhof in Berlin-Kreuzberg, wo die Nius-Redaktion sitzt. Das Gespräch dauerte anderthalb Stunden. Reichelt selbst sagt: „Ich bin konsequent furchtlos geworden. Ich sehe mich als Teil einer medialen Befreiungsbewegung.” Gotthardt: Der väterliche Freund und Millionen-Mäzen Als Reichelt bei Bild rausflog, meldete sich Frank Gotthardt. Der Multimillionär hält heute 88,5 Prozent an Nius und soll mehr als 50 Millionen Euro in das Portal investiert haben. Gotthardt sah Reichelt als Opfer einer medialen Kampagne. Seitdem verbindet beide eine ungewöhnlich enge Beziehung: Gotthardt bezeichne Reichelt vor Dritten als genialen Medienmann und wahren Freund, berichtet der Spiegel. Einer, der Nius mit auf den Weg gebracht hat, beschreibt das Verhältnis plastisch: Gotthardt und Reichelt wirkten wie Vater und Sohn. Reich gemacht hat Gotthardt seine Koblenzer Firma CompuGroup Medical, die Software für Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken vertreibt. Den Reputationsschaden, den das ideologisch getriebene Projekt Nius dem Kerngeschäft womöglich beschert, nehmen die Gotthardts laut Spiegel in Kauf. Reichelt und Trump: Zwei, die sich als Opfer inszenieren Der Spiegel zieht einen ausführlichen Vergleich zwischen Reichelt und Donald Trump. Beide verstünden es, sich als Opfer zu inszenieren, obwohl sie Teil des Establishments seien. Beide hätten die klassischen Medien zu ihren Feinden erklärt und unterstellten ihnen Lügen. Beide gäben Volksnähe vor. (…) Zur AfD stellt der Spiegel fest: Nius werde in der Partei als Bereicherung empfunden – egal wen man frage. Das Portal bespiele „Themen, die für uns wichtig sind”, sagt ein AfD-Mann. Noch deutlicher wird ein anderer: „Sie hilft Leuten, die eigentlich eher zur CDU tendieren, ohne Umwege zu uns herüberzulaufen.” Nius etabliere einen hetzerischen Ton auch jenseits der rechtsradikalen Blase und mache die Konservativen nervös. Wie vertraut die Partei mit Nius ist, zeigt ein Detail vom CDU-Parteitag in Stuttgart: Als AfD-Politikerin Beatrix von Storch dort erfuhr, dass Nius die Aussagen Daniel Günthers verfälscht hatte, soll sie sich laut Insidern entrüstet gezeigt haben – der Spiegel beschreibt das so, als wolle sie gute Freunde zurechtweisen. Storch bestreitet das. Im Bundestagswahlkampf sah Nius zudem kein Problem darin, mit AfD-Kandidatin Alice Weidel einen gemeinsamen Instagram-Post zu verschicken. Reichelt selbst distanziert sich im Spiegel-Gespräch – ein Stück weit: Er sei nicht für Schwarz-Blau, solange die AfD so sei, wie sie aktuell sei.

via kress: „Sie hilft Leuten, ohne Umwege zu uns herüberzulaufen”: Spiegel analysiert Reichelts Verhältnis zur AfD

siehe auch: Die neue, alte Welt des Julian Reichelt Sein Portal »Nius« hetzt gegen Migranten, trans Menschen und verbreitet völkisches Gedankengut. Was Julian Reichelt bei »Bild« begonnen hat, setzt er nun fort, finanziert von einem Multimillionär. (…) »Nius« ist so etwas wie die deutsche Miniversion von Fox News oder The Daily Wire, beides rechte US-Propagandamedien. Reichelt ist damit ein Kunststück gelungen: »Nius« steht nicht nur deutlich rechts von seinem früheren Arbeitgeber »Bild«, es geht auch noch freihändiger mit der Wahrheit um. Wer eine Weile durch die »Nius«-App scrollt, empfindet bild.de anschließend als erholsam. Während das Springer-Blatt die journalistischen Grenzen öfter mal austestet, sie aber weitgehend respektiert, setzt »Nius« vornehmlich auf Propaganda. (…) »Nius« nennt sich »Stimme der Mehrheit«. Doch im September schaffte »Nius« es nicht einmal in die Liste der 100 wichtigsten Onlinemedien des Branchenportals Meedia. Mit 5,69 Millionen Visits reichte es für Rang 115. Der ähnlich weit rechts außen stehende Konkurrent »Tichys Einblick«, finanziell weniger üppig ausgestattet, belegte mit 6,39 Millionen Visits Rang 104. Reichelt sagt, man habe die »Nius«-Klientel untersuchen lassen: »Die größte Gruppe sind CDU-Wähler, die zweitgrößte AfD-Wähler, danach kommt SPD, gefolgt von BSW und FDP.« Das mit der CDU ist ihm wichtig. Es ist die Partei, die ihm Relevanz gegeben haben soll. »Die bei der CDU lieben uns, die wollen ständig mit uns reden«, behauptet Reichelt. Unter den treuesten Gästen findet sich zwar auch der FDP-Altvordere Wolfgang Kubicki, fast schon ein »Nius«-Maskottchen. Die Liste der Unionsgrößen aber, die »Nius« in den vergangenen Jahren Interviews gegeben haben, ist bemerkenswert. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU). CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann. Der heutige Innenminister Alexander Dobrindt, damals noch CSU-Landesgruppenchef. JU-Chef Johannes Winkel. Klaus Holetschek, Chef der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag. Die Bundestagsabgeordneten Christoph Ploß und Caroline Bosbach äußerten sich regelmäßig. (…) Glaubt man Reichelt, sind die Zeiten günstig für »Nius«: »Wenn über uns geschrieben wird, wir würden Hass und Hetze verbreiten – dann verfängt diese Parole nicht mehr.« Dabei ist selbst die gängige Bezeichnung »Krawallportal« zu harmlos für ein Medium, das auch mal rassistisches und völkisches Gedankengut verbreitet. Und dessen Autoren Sätze schreiben wie diesen: »Wenn es keine ›höheren‹ Kulturen gibt, wieso fliehen dann die Menschen aus den ›niederen‹ Kulturen immer in dieselben ›höheren‹ Länder und nicht in friedliche ›niedere‹ Länder?« Vor einigen Wochen schwurbelte »Nius«: Das Volk werde »überhaupt nur von der AfD noch in seiner ethnischen Form anerkannt. Für wen das Deutschsein also mehr ist als nur der Besitz eines Passes, findet dort seinen politischen Anknüpfungspunkt«. Erlaubt ist, was Klicks bringt, gern auch in der extrem rechten Blase. Ganz gleich, ob es der Wahrheit entspricht. Daniel Günther von der CDU wurde im Januar ungewöhnlich deutlich. Im ZDF-Talk »Markus Lanz« sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident: In »Nius«-Artikeln, mit denen er etwas zu tun habe, »stimmt in der Regel nichts«. Portale wie »Nius« seien »Feinde der Demokratie«. Danach trat Reichelt eine Kampagne gegen Günther los. Bis heute behauptet »Nius«, Günther wolle das Portal abschaffen. Davon war eigentlich nicht die Rede. Doch viele glaubten das, weil »Nius« eine zusammengeschnittene Version von Günthers Auftritt verbreitete, die diesen Eindruck erweckte. Es sind Techniken, wie man sie von Donald Trump kennt.

Opferschutzstelle Zara verliert Finanzierung und muss Arbeit einstellen

Die Beratungsstelle gegen Hass im Netz war in den letzten Jahren vom Familienministerium gefördert worden – nun droht bis Juni das endgültige Aus. Die Zara-Beratungsstellen gegen Hass im Netz und Rassismus müssen ihre Arbeit ab sofort massiv einschränken: Für neue Fälle werden keine Beratungen mehr angeboten. Ende Juni droht dem Verein ohne eine kurzfristige Finanzierung das endgültige Aus. Der Grund: Das Bundeskanzleramt streicht sämtliche Fördergelder für den Kampf gegen Hass im Netz. Seit 2018 wurde der Verein vom Bund mitfinanziert, in den vergangenen Jahren durch das Familienministerium. Die Entscheidung unter Ministerin Claudia Bauer (ÖVP) kam für den Verein überraschend. Das Ministerium nennt auf STANDARD-Anfrage “budgetäre Gründe” und betont, dass “Gewaltschutz und Gewaltprävention gesamtgesellschaftliche Aufgaben” seien, “zu deren Erfüllung mehrere Ministerien Verantwortung tragen”. Bisher deckte der Bund etwa die Hälfte des Zara-Budgets in Sachen Hass im Netz. Der Betrag variierte, zuletzt waren es 330.000 Euro, wie es aus dem Ministerium heißt. Damit finanzierte der Verein kostenlose rechtliche und psychosoziale Beratungen für Opfer von digitaler Gewalt. Der Rest seiner Ausgaben, darunter auch für die Beratung bei rassistischen Übergriffen, wird durch Förderungen der Stadt Wien, private Spenden und Eigenmittel gedeckt. Verein musste Geld vorstrecken Da der Förderstopp den Verein erst im April erreichte, der Förderzeitraum aber im Jänner begann, musste “Zara in Vorleistung gehen”, sagt eine Sprecherin zum STANDARD. Das Defizit ist für die NGO nicht abzufedern; vorsorglich wurden alle Arbeitsverhältnisse gekündigt. “Wir hatten keinen Grund anzunehmen, dass uns die Förderungen gestrichen werden”, so die Sprecherin. Schließlich werde der Verein seit acht Jahren vom Bund mitfinanziert, und auch die politischen Bekundungen in den letzten Monaten hätten keinen Paradigmenwechsel suggeriert. So erfolgt die Streichung unmittelbar nach Ankündigungen der Regierung, digitale Gewalt konsequenter bekämpfen zu wollen: Erst kürzlich verlautbarte Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) im Zuge eines Regierungsgipfels, den Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen (NAP) rasch umsetzen zu wollen. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf der Gewalt im digitalen Raum. Auch Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) betonte dort, dass digitale Gewalt “echte Gewalt” sei, die verfolgt werden müsse. Zara galt bisher als ein zentraler Bestandteil des öffentlichen Unterstützungssystems in diesem Bereich: Während es zwar Hilfsangebote für spezifische Zielgruppen wie Kinder oder Jugendliche gibt, betreibt Zara die einzige bundesweite Beratungsstelle in Österreich, die allen von Hass im Netz, aber auch von Rassismus Betroffenen offensteht. Ihre Klienten seien meistens Menschen, “die bereits mehrfach belastet sind und schwer Zugang zu Unterstützung finden”, sagt die Sprecherin.

via standard: Opferschutzstelle Zara verliert Finanzierung und muss Arbeit einstellen

https://zara.or.at

Kanye West concert in Poland cancelled over antisemitic comments

A Kanye West concert in Poland has been cancelled, the venue has announced, following government pressure and condemnation over a string of antisemitic, racist and pro-Nazi comments by the US rapper. West, also known as Ye, was scheduled to appear at the Silesian Stadium in Chorzów on 19 June, his first performance in Poland for 15 years, but the venue said on Friday it would now not take place “due to formal and legal reasons”. Marta Cienkowska, Poland’s culture and heritage minister, had described the decision to book West as “unacceptable”. It comes days after West postponed a gig in France and a week after the UK banned him from entering the country to headline Wireless Festival. In February last year, West started selling swastika T-shirts, prompting the commerce platform Shopify to take down his web store. Three months later, he released the track Heil Hitler, in which he claimed a child custody battle and the freezing of his financial assets turned him towards Nazism. In January, prior to the announcement of his European tour and the release of his latest album, the rapper apologised for his actions in a statement published as a full-page advert in the Wall Street Journal. “I am not a Nazi or an antisemite,” he wrote. “I love Jewish people.” West added that he had “lost touch with reality” because of his bipolar disorder. Promoting Nazi symbols is a criminal offence in Poland and anyone found guilty of publicly promoting Nazism can be imprisoned for up to three years. The rapper’s comments were particularly painful in Poland, where under Nazi occupation during the Second World War, the Germans built and operated the concentration and extermination camps to carry out their plans to murder Europe’s Jews, including three million Polish Jews. The town of Chorzów itself was one of the first invaded by German forces at the outset of the conflict in September 1939. “We are talking about an artist who has publicly expressed antisemitic views, downplayed crimes, and profited from selling swastika T-shirts,” Cienkowska wrote on X. “This is a deliberate crossing of boundaries and the normalisation of hatred. “Culture cannot be a space for those who exploit it to spread hatred.”

via bbc: Kanye West concert in Poland cancelled over antisemitic comments

siehe auch: Kanye Faces Being Cancelled in Yet Another Country Over Nazi Storm. “In a country scarred by the history of the Holocaust, we can’t pretend this is just entertainment,” Poland’s culture minister said. A third country is moving to cancel a Kanye West concert, as the rapper’s tour of Europe continues to collapse under the weight of his antisemitic history. Stadion Slaski, in southern Poland, plans to cancel West’s scheduled June 19 show, local newspaper Wyborcza reported, days after France’s second-largest city declared him unwelcome and Britain barred him from entering the country entirely to headline London’s largest music festival. Poland’s Culture Minister Marta Cienkowska had already signaled authorities would seek to block the concert. “These aren’t ‘controversies.’ They’re consciously crossing boundaries and normalizing hatred,” she said. “In a country scarred by the history of the Holocaust, we can’t pretend this is just entertainment.” More than 1.1 million people, most of them Jews, were murdered at Auschwitz during World War II. Nazi Germany killed over three million of Poland’s 3.2 million Jewish population.

Nazi-saluting teen who planned college shooting spared jail

A Nazi-saluting teenager who threatened to carry out a college shooting has been spared jail. Theodore Hopes has been sentenced to a two-year community order for making threats to kill. Merthyr Tydfil Crown Court heard the 18-year-old said: “I want to go into Newtown College, I want to shoot people.” It was told Hopes, from Llandrindod Wells, Powys, wrote a “manifesto” and searched online about pipe bombs and secondary school attacks. But the court was told there was no evidence Hopes took steps to act on the threats. Jason Howells, prosecuting, said Hopes was arrested at his father’s home in Llandrindod Wells in December 2025, and a police body camera captured him talking about wanting to kill himself and others. At Brecon police station he was examined by health care professional Lesley Watson, who said Hopes had “dark thoughts of envy, rage and suicide”. He told her a gun he had had been taken away, but said: “I can still go in and stab people.” She told officers he was “dead behind the eyes” and “adamant on harming people”. The court heard on Thursday Hopes told her: “I want to go into Newton College, I want to shoot people.” Hopes told her, Watson said, he wanted to commit “suicide by police”. Hopes told officers that he had no intention of attacking anyone and had no grudges against people at the college. Judge Paul Lewis KC told the court Hopes was twice referred to the Prevent counter extremism programme without success. ‘Theo Hopes, mass murderer’ When his phone was searched by police they found a manifesto called “The end of Theo Hopes”, which included the phrase: “Theo Hopes, mass murderer.” This was, the court heard, to be sent to political parties, the press and Dyfed-Powys Police commissioner after his death. Hopes also visited websites selling human skulls and bones and bought an air gun, which was confiscated by police. On his phone was a video of Hitler, which also showed Hopes giving a Nazi salute.

via bbc: Nazi-saluting teen who planned college shooting spared jail

siehe auch: Nazi teenager threatened mass shooting at college. A Welsh teenager who threatened to carry out a mass shooting at his college, compiled a nine-page murder manifesto and filmed himself performing Nazi salutes has escaped a custodial sentence after a court heard he was driven by isolation, mental health problems, and substance misuse. Theodore Hopes, 18, from Llandrindod Wells, pleaded guilty at Merthyr Tydfil Crown Court to making threats to kill. Officers had visited him at his father’s home in December last year following concerns, and when he was arrested he made a remark to police about planning a school shooting at Newtown College, which he attended. Hitler speeches His phone was found to contain footage of him watching Adolf Hitler speeches and performing Nazi salutes, an English translation of Mein Kampf, images of Samurai swords, and browsing history covering pipe bombs, mass suicides, school attacks, terrorist incidents, and knife attacks in schools. Police also found a nine-page document titled “Theo Hopes Mass Murderer”, addressed to political parties, media organisations, and the Dyfed-Powys Police and Crime Commissioner, carrying the subheading “Manifesto, the end of Theo Hopes”. The court heard that the document appeared to have been intended for distribution following the commission of a serious crime and Hopes’ own death. Dead behind the eyes A meental health practitioner who assessed Hopes described him as speaking in a calm, cold, and matter-of-fact way and appearing dead behind the eyes. Sentencing, Recorder Paul Lewis KC described Hopes’ attitudes as misogynistic and far-right, adding that he had developed troubling and potentially dangerous thoughts and ideas, with a fascination with weapons, bombs, school attacks, and Nazi materials.

Amtsgericht Lahr verhandelt gegen frühere AfD-Gemeinderätin wegen Volksverhetzung

Für Montag, 20. April, ist beim Amtsgericht Lahr der Prozess gegen die frühere AfD-Gemeinderätin Christine Amann-Vogt angesetzt. Ihr wird Volksverhetzung vorgeworfen. Für Montag, 20. April, ist beim Amtsgericht Lahr der Prozess gegen die frühere AfD-Gemeinderätin Christine Amann-Vogt angesetzt. Ihr wird Volksverhetzung vorgeworfen. Amann-Vogt hatte in einem Beitrag vom 20. Januar 2025 auf ihrer privaten Facebook-Seite von “blau/gelben Kriegsungeziefer” gesprochen. Auf eine BZ-Anfrage hatte sie damals geantwortet: “Dieser Post von mir war unglücklich formuliert.” Sie begründete ihn mit einem Schlaganfall. Den Begriff “Kriegsungeziefer” habe sie nicht verwenden wollen. Sie habe stattdessen “Kriegstreiber” schreiben wollen, dieses Wort sei ihr aber krankheitsbedingt nicht eingefallen.

via badische zeitung: Amtsgericht Lahr verhandelt gegen frühere AfD-Gemeinderätin wegen Volksverhetzung

Neonazis organisieren Volkstanzgruppen – Die Ringelreihen fest geschlossen

Auf dem Land tarnen Neonazis die Verbreitung ihrer NS-Ideologie als „Brauchtumspflege“. Beliebte Rekrutierungsform: völkische Volkstanzgruppen. Die Szenen, die sich Mitte März in einer Möbeltischlerei am Rande eines pittoresken Örtchens im Süden Thüringens beobachten lassen, wirken unschuldig. Durch die geöffneten Fenster einer Halle schallen Klänge von Gitarre, Geige und Akkordeon. Frauen in langen Kleidern und Männer mit Hosenträgern fassen sich an den Händen, heben sie auf Schulterhöhe und drehen sich im Kreis. Ein Schreittanz. Altmodisch, aber ausgelassen. So harmlos das Treffen anmutet, so extrem rechts sind viele der Teilnehmenden. Hier, am Rande der 1.600-Seelen-Gemeinde Ranis mit seiner verfallenen Mühle, der mittelalterlichen Burg und den engen Gässchen nahe des Thüringer Schiefergebirges, trafen sich an jenem Samstagnachmittag rund 30 Männer, Frauen und ein paar Kinder zu einem Event, das zuvor in einer Telegramgruppe als „Tanznachmittag“ beworben wurde. Reporter der taz konnten das Treffen dokumentieren. Mit dabei: Personen aus dem Milieu der Holocaustleugnerinnen, Reichsbürgerinnen- und Neonazi-Szene aus Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Baden-Württemberg und Hessen. Dass so einschlägige Szeneleute zusammengekommen sind, ist kein Zufall. Volkstanzgruppen wie die in Ranis dienen Rechtsextremisten längst nicht nur als Freizeitvergnügen. Es sind politische Netzwerk- und Rekrutierungstreffen. Im harmlosen Gewand vermeintlicher Brauchtumspflege betreiben die Rechten einen knallharten Kulturkampf im Sinne der NS-Ideologie. Ähnlich funktioniert das mit Liederabenden, historisierenden Laienschauspiel-Aufführungen und Sonnenwendfeiern. Vor allem aber die Volkstanzgruppen gewinnen unter Neonazis an Popularität. Verfassungsschutzämter mehrerer Bundesländer sowie unabhängige Rechtsextremismusexperten warnen gegenüber der taz vor dem Problem. Und auch die traditionellen Trachten- und Volkstanzvereine wehren sich gegen die ungebetenen Mittänzer*innen. (…) Welche Bedeutung Volkstanzgruppen dabei für die rechte Szene einnehmen, ließ sich in den vergangenen Wochen ebenso in Dresden beobachten. In einem Hochsicherheitsneubau am Rande der Stadt läuft dort seit Januar der Prozess gegen acht junge Männer vor dem Oberlandesgericht. Ihnen wird vorgeworfen, sich als „Sächsische Separatisten“ zu einer rechtsterroristischen Gruppe vereinigt zu haben. Die Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück. Einer von ihnen, der AfD-Politiker Kurt Hättasch, hatte in einer ausschweifenden Aussage Einblicke in eine von NS-Gedankengut geprägte Lebenswelt gewährt. Mit 16 oder 17 Jahren habe er ein Interesse am Brauchtum und an Volksliedern entwickelt, erklärte Hättasch vor Gericht. Mit 18 oder 19 sei er erstmals bei einem Volkstanz eingeladen gewesen und dann dabei geblieben. Im Lauf seiner Aussagen wird klar: Volkstanz spielte auch für die Vernetzung weiterer Personen aus den Ermittlungen eine Rolle. Mit dem Angeklagten Kevin R. teile er die Leidenschaft für den Volkstanz, sagt Hättasch, den Angeklagten Kevin M. lernte er bei einem solchen Event kennen, ebenso mindestens drei weitere Beschuldigte. Und auch der Angeklagte Hans-Georg P. berichtet von seinem Interesse am Volkstanz. Der AfD-Politiker Hättasch nennt dazu die Organisationsstruktur „Kulturwerk“, die es in verschiedenen Orten gebe. Er habe in diesem Rahmen mit einem Bekanntenkreis „Brauchtumspflege durch Tanz und Gesang“ betrieben. Die Tanzveranstaltungen hätten sechs bis sieben Mal im Jahr stattgefunden und seien nicht öffentlich gewesen. Das klingt zunächst harmlos. Doch die taz hatte über einen Teil der Organisation, das „Kulturwerk Oberlausitz“, 2024 und 2025 berichtet und deren Sonnenwendfeiern dokumentiert, die sich an den Traditionen von völkischer Bewegung und Nationalsozialismus orientierten. Der Sächsische Verfassungsschutz hatte das „Kulturwerk Oberlausitz“ daraufhin zu einem neonationalsozialistischen „Beobachtungsobjekt“ hochgestuft. Der Organisator des Tanznachmittags in Ranis im März ist Elias R., ein Mittzwanziger mit einer langen Vokuhila-Frisur. Er ist Musiker in einer lokalen Band und wirkt in einem Jugendclub in der Kleinstadt mit. Und: Er ist vernetzt mit der rechtsextremen Szene in Thüringen und nimmt immer wieder an neonazistischen Aufmärschen teil. Vor ein paar Wochen hatte R. für den Tanznachmittag in einer Telegram-Gruppe geworben: „Mit Tanzanleitung und für Anfänger geeignet. Egal ob jung oder alt; es sind alle herzlich willkommen.“ Alles in modernem Layout mit serifenloser Schrift. Der Einladung folgen an jenem Samstag: Reichs­bür­ge­rin­nen vom „Vaterländischen Hilfsdienst“, von der rechtsesoterischen Anastasia-Bewegung, eine AfD-Lokalpolitikerin und Gymnasiallehrerin, die einst Bundesgeschäftsführerein beim extrem rechten „Bund Heimattreuer Jugend“ war, eine Impfgegnerin, die ein Buch zur „Entgiftung“ mit giftigen Chlordioxidlösungen geschrieben hat. Ebenso anwesend: Axel Schlimper, ehemaliger Kopf der „Europäischen Aktion“, einem Netzwerk für Holocaustleugnerinnen, sowie Personen rund um den geschichtsrevisionistischen Verein „Gedächtnisstätte“ mit Sitz in Guthmannshausen, wo wiederholt Ho­lo­caust­leug­ne­r*in­nen auftraten.

via taz: Neonazis organisieren Volkstanzgruppen Die Ringelreihen fest geschlossen

Schüsse an türkischer Schule – mindestens 16 Verletzte – #terror

An einem Gymnasium im Südosten der Türkei hat offenbar ein ehemaliger Schüler das Feuer eröffnet. Mindestens 16 Menschen wurden verletzt. Das Motiv ist noch unklar. Im Südosten der Türkei sind an einer Schule in Şanlıurfa Schüsse gefallen. Bei dem Täter soll es sich um einen Teenager handeln. Mindestens 16 Menschen wurden verletzt, darunter Schüler und Lehrer. Zahlreiche Rettungskräfte seien im Einsatz, sagte Gouverneur Hasan Sildak. Bei dem Schützen soll es sich um einen ehemaligen Schüler des Gymnasiums handeln. Er hat nach Angaben der Behörden ein Gewehr für den Angriff benutzt. Als Polizisten versuchten, ihn festzunehmen, habe der Schütze sich selbst getötet, heißt es.

via spiegel: Schüsse an türkischer Schule – mindestens 16 Verletzte

siehe auch: Nine killed in second Turkish school shooting in two days. At least eight students and one teacher have been killed and several others injured following a shooting at a school in southern Turkey, Interior Minister Mustafa Cifci has said. The incident happened at Ayser Calik Secondary School in the Kahramanmaras area, where Cifci said 13 people were also wounded, leaving six in critical condition. A 14-year-old attacker was also killed during the incident, officials said. It comes a day after 16 people were injured after an ex-student opened fire at another high school, also in the south of the country, before killing himself. The motive of Wednesday’s attack is not yet known and an investigation has been launched. Turkish media reported that the attacker, believed to be a student, entered two classrooms and had five guns and seven magazines with him. Local governor Mukerren Unluer alleged the weapons belonged to the student’s ex-police officer father. The attacker’s father has since been detained by police, according to local media. In video verified by the BBC people could be seen appearing to jump from the first floor windows of the school and run from the premises as the attack took place; 14-Jähriger tötet neun Menschen – Vorbild war US-Attentäter. Mit fünf Waffen seines Vaters stürmt ein 14-Jähriger zwei Klassenräume und tötet neun Menschen. Der Vater ist ein ehemaliger Polizeiinspektor – und nun festgenommen. 5 Min. Der Todesschütze an einer Schule in der Türkei hatte ersten Ermittlungen zufolge offenbar ein frauenfeindliches Vorbild in den USA. Vor seiner Tat bezog sich der 14-Jährige im Internet auf den US-Attentäter Elliot Rodger, der 2014 aus Frauenhass sechs Menschen getötet hatte. Mehrere tausend Lehrer demonstrierten am Donnerstag nach zwei Angriffen an Schulen in der Türkei in nur zwei Tagen für besseren Schutz. Die Polizei ging massiv gegen Internetnutzer vor, die „Verbrechen und Kriminelle verherrlicht“ haben sollen. Täter erschoss neun Menschen in zwei Klassen Bei der Tat am Mittwoch hatte der Angreifer in der südtürkischen Stadt Kahramanmaras fünf Jungen und drei Mädchen im Alter von 10 und elf Jahren sowie einen 55-jährigen Lehrer erschossen. Den Ermittlungen zufolge erschien der Schüler mit fünf Waffen in der Schule und eröffnete in zwei Klassenräumen wahllos das Feuer. Dabei wurden auch 13 Menschen verletzt. Der Angreifer erschoss sich nach der Tat selbst. Ein Hinweis auf das Motiv des 14-Jährigen könnte das Whatsapp-Profil des Täters sein. „Erste Erkenntnisse der Ermittlungen ergaben, dass der Täter auf seinem WhatsApp-Profil ein Bild verwendete, das auf Elliot Rodger Bezug nahm, der 2014 einen Anschlag in den Vereinigten Staaten verübte“, erklärte die Polizei. Der US-Angreifer hatte an einer kalifornischen Universität sechs Menschen getötet. Zuvor beschwerte er sich im Internet über Frauen, die ihn zurückgewiesen und ignoriert hätten – und kündigte an, Rache an Frauen zu nehmen. Der 14-Jährige in der Türkei plante seinen Angriff offenbar zumindest seit einigen Tagen. Auf seinem Computer wurden laut Polizei Dokumente vom 11. April gefunden, in denen er seine Absicht niederschrieb, „in der nahen Zukunft einen großen Angriff auszuführen“. Einen terroristischen Hintergrund schlossen Staatsanwaltschaft und Polizei aus. Sie bestätigten zudem die Festnahme des Vaters des Täters, ein ehemaliger Inspektor der städtischen Polizei. Ihm gehörten offenbar die Waffen, die der 14-Jährige bei seiner Tat nutzte.

siehe dazu auch: Turkish police detain 162 people over online posts about school shootings. At least nine people have died after a school shooting in Turkey on Wednesday, the country’s second in two days Turkish police have detained 162 people accused of posting controversial content online about two deadly school shootings that took place this week. Justice Minister Akın Gürlek accused accounts of sharing footage of the incidents, spreading content capable of creating fear and praising crime. At least 16 people were injured in a shooting at a high school in the country’s south-east on Tuesday, before another nine were killed in a shooting at another school in the city of Kahramanmaras on Wednesday. (…) “During the examination of digital materials, a document dated April 11, 2026, was found on the suspect’s computer indicating that he intended to carry out a major operation in the near future.” The suspect had referenced US mass killer Elliot Rodger in a photo on his WhatsApp profile, according to police. Rodger murdered six people before taking his own life in California in 2014. Turkish media reported that the attacker, believed to be a student, entered two classrooms and had five guns and seven magazines with him. Tuesday’s attack, which saw 16 injured, took place at the Ahmet Koyuncu Vocational and Technical Anatolian High School in Siverek district. The attacker, who was an ex-student in his late teens, fired “indiscriminately with a shotgun” before killing himself with the weapon, local governor Hasan Şildak said. Justice Minister Gürlek said 95 individuals had been taken into custody following government concerns over online behaviour following the attacks. They have been accused of sharing footage relating to the attack despite a broadcast ban, sharing content that could create fear among the public, praising crime and criminals while encouraging the commission of offences, and publicly circulating misleading misinformation aimed at discrediting official statements. Restrictions have also been imposed on 1,104 social media accounts, Gürlek said.