MÖBEL HÖFFNER BEIM CSD – Wo fängt Haltung an? Von CSD-Trucks, AfD-Spenden und Ablassbriefen

Beim diesjährigen CSD wird Möbel Höffner nun doch nicht mitfahren Es war das beherrschende Thema beim Lesbisch-schwulen Stadtfest am Wochenende: Beim CSD sollte ursprünglich auch Möbel Höffner mit eigenem Truck mitfahren – trotz einer 18.000-Euro-Spende des Gründers Kurt Krieger an die AfD, von der der CSD-Vorstand wusste (SIEGESSÄULE berichtete). Nun hat sich Höffner zurückgezogen, und dem CSD bleibt ein Skandal erspart. Sascha Suden hat sich beim Stadtfest umgehört und gefragt: Wo fängt Haltung an? Glück gehabt! Der Vorstand des CSDs Berlin muss nicht beweisen wie weit er hinter seinem eigenen Motto „Haltung ist hot“ steht und ob er am Ende selbst Haltung bewiesen hätte. Grund: Das Möbelhaus Höffner zog – wie der Tagesspiegel meldete – seine Teilnahme am diesjährigen CSD zurück. Und das erst, nachdem SIEGESSÄULE am Freitag berichtet hatte, dass der CSD-Vorstand Höffner trotz der Spende seines Eigentümers Kurt Krieger an die AfD, einen eigenen Truck beim diesjährigen CSDs erlaubt hatte. Mit dem Wissen um die Spende an die AfD und dem Vorwand die queeren Mitarbeitenden des Einrichtungshauses nicht zu bestrafen. Neben der Causa Jens Spahn war dies das beherrschende Thema beim Lesbisch-schwulen Stadtfest: Wo fängt Haltung an? Für die meisten, mit denen SIESGESSÄULE am vergangenen Wochenende gesprochen hat, genau da, wo Pinkwashing beginnt. Marcel de Groot, Geschäftsführer der Schwulenberatung dazu: „Ich finde es schlimm. Wir würden das Geld nicht nehmen, wenn uns die AfD etwas spendet. Es geht um Haltung. Die AfD ist rechtsextrem und kämpft gegen CSDs in Brandenburg und dann lässt man sie hier mitfahren?“ Auch Stadtfest-Schirmherr Klaus Wowereit hat eine klare Haltung: „Jede Teilnahme einer Firma wie Höffner, die die AfD unterstützt, ist grenzwertig und geht gar nicht.“ Den Hinweis auf die queeren Mitarbeitenden lässt der Jakob Weidner von den Linken nicht gelten: „AfD-gesponserte Trucks haben keinen Platz auf einem CSD. Wir sind gegen Pinkwashing des Möbelhauses. Die Mitarbeitenden haben die Möglichkeit zu partizipieren, ohne bei Höffner mitzufahren, um die Spende zu kaschieren.“ (…) Das Kernproblem bleibt das Geld des Eigentümers: Auch wenn sich das Führungsteam distanziert, bleibt Krieger der Hauptprofiteur des wirtschaftlichen Erfolgs von Höffner. Gewinne, die das Unternehmen unter anderem durch das positive Image beim CSD generiert, fließen letztlich an eine Person zurück, die eine in Teilen rechtsextreme und zutiefst queerfeindliche Partei finanziell unterstützt. Der Hinweis des Vorstands, einen Teil der Einnahmen an CSDs in Brandenburg spenden zu wollen, möchte greift zu kurz: Es ist ein positives Signal, wirkt in diesem Kontext jedoch leider wie ein Freikaufversuch, ein Korrektiv – ein „Ablasshandel“. Vor allem da Möbel Höffner sich anscheinend nach Bekanntwerden der Spende zum ersten Mal um einen Truck beim CSD bemüht hat, stinkt die Aktion nach Pinkwashing.

via siegessäule: MÖBEL HÖFFNER BEIM CSD Wo fängt Haltung an? Von CSD-Trucks, AfD-Spenden und Ablassbriefen

Düsseldorf Transfeindlichkeit: Studierende fordern Entlassung von Professorin

Eine Düsseldorfer Professorin will einen Vortrag über die “Entwicklung von Trans-Identität” halten, die sie als Gefahr für Kinder einstuft. Dagegen gibt es Protest. An der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ist ein wissenschaftlicher Vortrag einer Professorin für Entwicklungspsychologie auf deutlichen Protest gestoßen. Die Dozentin, die seit 2007 an der Universität lehrt, plant im Rahmen ihrer regulären Lehrveranstaltung am Dienstag einen Vortrag mit dem Titel “Entwicklung von Trans-Identität”. Mehrere studentische Organisationen über demokratische Parteigrenzen hinweg – darunter der Sozialistisch-Demokratische Studierendenverband (SDS) Düsseldorf, die Juso-Hochschulgruppe und der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) – kritisierten die Inhalte der Ankündigung scharf und riefen teils zu einer Demonstration zeitgleich mit der Vorlesung auf. Die Professorin habe nämlich unter anderem trans Menschen zu einer Gefahr für Kinder erklärt: “Trans-Ideologie ist wissenschaftlich nicht haltbar, verbreitet falsche Vorstellungen über die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und gefährdet diese Entwicklung.” In einem gemeinsamen Protestaufruf erklärten die Verbände: “Diese Aussagen sind nicht nur menschenfeindlich, sondern auch wissenschaftlich falsch.” Die geplante Veranstaltung habe daher “nichts an einer Universität zu suchen”. Weiter erklärten die Demonstrierenden, dass “Transfeindlichkeit weder auf dem Campus noch in der Lehre Platz” habe. – Werbung – Über den Protest hinaus fordern die beteiligten Aktivist*innen personelle und organisatorische Konsequenzen von der Hochschulleitung. Konkret verlangen sie den “Rauswurf der Professorin und ein Campusverbot” sowie eine Überprüfung all ihrer Lehrinhalte auf wissenschaftliche Fundiertheit. (…) Die Argumentation der Professorin erinnert an die “Verführungsthese” über Homosexuelle: In der Nazizeit und der frühen Bundesrepublik ging die Wissenschaft davon aus, dass äußere Einflüsse Menschen schwul oder lesbisch machen würden. Demnach bringe ein angeblicher “Verführer” einen heterosexuellen Jugendlichen dazu, gleichgeschlechtliche Kontakte auszuprobieren. Jegliche Sichtbarkeit von Homosexualität sei daher kindesgefährdend. Mit dieser Argumentation begründete der Gesetzgeber, dass männliche Homosexuelle mit Hilfe des Paragrafen 175 verfolgt worden sind. Führende Sexualwissenschaftler, wie der umstrittene Psychiater Hans Giese in Deutschland oder die Erkenntnisse aus den Kinsey-Reports in den USA, wiesen aber empirisch nach, dass die sexuelle Orientierung nicht durch “Ansteckung” oder Verführung im Jugendalter geformt wird. Nun erlebt die längst widerlegte These wieder einen Aufschwung – dieses Mal eben ist eine andere, in großen Teilen der Bevölkerung verhasste Minderheit, das Feindbild. (cw)

via queer: Düsseldorf Transfeindlichkeit: Studierende fordern Entlassung von Professorin

ZDF-Geschäftsleitung untersagt Auftritt von Igor Levit und Danger Dan

Eigentlich sollten der Pianist Igor Levit und der Rapper Danger Dan in der Satiresendung »Die Anstalt« ihren neuen Song spielen. Nun schreitet die ZDF-Intendanz ein. Die Musiker sprechen von einem »autoritären Akt«. Das ZDF verbietet einen Auftritt der Musiker Igor Levit und Danger Dan in der Satiresendung »Die Anstalt«. Das bestätigte die Geschäftsleitung des Senders der Nachrichtenagentur KNA. Der Rapper Danger Dan und der Pianist Igor Levit waren eigentlich in die Sendung eingeladen, die am Dienstag um 22.15 Uhr ausgestrahlt wird  und sich mit wachsender politischer Radikalisierung und der Wehrhaftigkeit der Demokratie auseinandersetzen soll. Sie sollten ihr neues Lied »Keine Angst« spielen, in dem es um das Thema »Widerstand gegen Rechtsextremismus« gehe. Diesen Auftritt hat die ZDF-Geschäftsleitung aber kurzfristig verhindert: »Ganz kurz vor der Aufzeichnung hat allerdings die ZDF-Intendanz ihr Veto gegen unseren Auftritt eingelegt«, schreiben die beiden Musiker in einem gemeinsamen Post auf Instagram. Eine offizielle schriftliche Begründung habe man nicht erhalten. Das Duo ist sich nach eigener Aussage aber sicher, dass die Ausladung einen politischen Hintergrund habe. Das ZDF begründet den Schritt damit, dass der Text des Liedes als »Aufruf zu Gewalt« verstanden werden könne. »Ein solcher Aufruf stünde im klaren Widerspruch zu den Programmrichtlinien des ZDF«, sagte eine Sprecherin. Im Zuge der Sendungsvorbereitung habe eine intensive redaktionelle Bewertung ergeben, dass dieser Widerspruch im Anschluss an die mehr als siebenminütige Liveperformance auf der Bühne nicht aufzulösen gewesen sei. In diese Bewertung sei auch die ZDF-Geschäftsleitung involviert gewesen.(…) Daniel Pongratz, wie Danger Dan mit bürgerlichem Namen heißt, und Igor Levit erheben indes schwere Vorwürfe gegen den Sender. Das Lied habe dem ZDF seit Wochen vorgelegen; nach ihren Informationen habe auch der Justiziar des ZDF grünes Licht gegeben. Hierzu äußerte sich der Sender auf Anfrage nicht. Den Musikern zufolge hat auch das Team der Sendung »Die Anstalt« gegen die Ausladung protestiert. Die Redaktion habe Pongratz und Levit zufolge angekündigt, in der Sendung auf die Absage einzugehen. Das Duo stellt die Ausladung aber auch in einen größeren politischen Kontext: »Dieser Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit ist skandalös.« Es sei ihnen klar gewesen, dass nicht alle das Lied, das man habe spielen wollen, mögen würden und es Debatten auslösen könnte. »Dass wir jetzt aber schon an dem Punkt angekommen sind, an dem eine ZDF-Intendanz autoritär in Sendungen eingreift, antifaschistisches Liedgut verbietet und eine Begründung verweigert, das erschüttert uns; und das nennt man nicht Demokratie, das ist ein autoritärer Akt«, so die Musiker weiter.

via spiegel: ZDF-Geschäftsleitung untersagt Auftritt von Igor Levit und Danger Dan

Ruth Moschner wendet sich an die AfD-Wähler unter ihren Fans

Sie verstehe, dass einige ihrer Fans von den demokratischen Parteien enttäuscht seien, sie sei es auch, schreibt Ruth Moschner auf Instagram. Ihr Post endet mit einem eindringlichen Appell. Ruth Moschner, 50, ist kein Fan der AfD. Sie kritisiert die rechtsextreme Partei seit Jahren, hat sich öffentlich für die Prüfung eines Verbots der AfD ausgesprochen. Jetzt wendet sich die Moderatorin und Komikerin an die AfD-Anhänger unter ihren Fans. »Ich weiß, dass mir hier viele folgen, die die AfD wählen. Ich verstehe die meisten so, dass ihr diese Partei wählt, weil sie euch Versprechungen für ein besseres, günstigeres Leben macht. Mehr Rente, bezahlbare Lebensmittel, Sicherheit, etc.«, schreibt Moschner auf Instagram. »Ihr nehmt dafür rassistische, antisemitische, menschenfeindliche Pläne in Kauf. Soweit eure Entscheidung.« Danach kritisiert die 50-Jährige die AfD: Die Partei habe bisher nicht beantwortet, von welchem Geld sie ihre Versprechungen bezahlen will. »Das Vorhaben ist schlicht finanziell nicht realisierbar. Alle Zahlen lassen sich widerlegen.« Zudem sei es nicht ausgeschlossen, dass sich die AfD auch gegen Teile ihrer Unterstützerinnen und Unterstützer wende: »Wer garantiert euch, dass ihr nicht die nächsten seid, die die AfD loswerden möchte. Menschenfeinde hassen Menschen. Dahinter steckt keine Logik.«

via spiegel: Ruth Moschner wendet sich an die AfD-Wähler unter ihren Fans

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Österreich – Queeres Zentrum will Rechtsextremen die Party verderben

Rechtsextreme aus ganz Europa laden am 25. Juli zu einer großen Sommerdemo in Wien ein. Queere Aktivist*innen machen dagegen mobil und planen ein buntes Straßenfest mit Dragshows – direkt vor einem Treffpunkt der “Identitären Bewegung”. In der Wiener Ramperstorffergasse prallen einige Gegensätze aufeinander. Im Gebäude mit der Nummer 39 befindet sich Qwien, Österreich größtes queeres Kulturzentrum mit Ausstellungsräumen, einer Bibliothek, einem Archiv und einem Forschungszentrum. Nur wenige Häuser weiter betreibt die rechtsextreme “Identitäre Bewegung” ein Veranstaltungs- und Schulungszentrum, das intern auch als “patriotisches Zentrum” genannt wird. Das Lokal dient “als Schulungs-, Vernetzungs- und Veranstaltungsort für Rechtsextreme. An diesem Ort werden rassistische, sexistische, homophobe schlichtweg menschenfeindliche Ideologien gesponnen und verbreitet”, heißt es in einem Antrag von Wiener Politiker­innen. Darin werden das österreichische Innenministerium und die Landespolizeidirektion Wien aufgefordert, das Vereinslokal der Rechtsextremen zu schließen. Doch bislang ohne Erfolg. Die Identitären und andere rechte Gruppierungen geben sich in Österreich selbstbewußt und wollen am 25. Juli wieder eine große Sommerdemo veranstalten. Dazu ist geplant, dass Rechtsextreme aus anderen europäischen Ländern – wie aus Deutschland und aus Italien – nach Wien kommen. Die Polizei hat den Aufmarsch nicht untersagt. Die Aktion der Rechten sorgt für Empörung. Denn um möglichst viel Aufmerksamkeit zu bekommen, haben die Rechten vor, durch die Wiener Innenstadt zu ziehen. Sie werden an mehreren bekannten Plätzen in der Wiener Innenstadt Kundgebungen abhalten. Um sich darauf einzustimmen, wollen die Identitären am Vorabend der Demo in ihrem Vereinszentrum in der Ramperstorffergasse feiern. – Werbung – Draqshows vor dem rechten Vereinslokal Doch queere Aktivistinnen möchten den Rechten die Party verderben. Die Betreiber*innen von Qwien laden am 24. Juli gemeinsam mit anderen Organisationen und Parteien zu einer Gegenkundgebung mit einem bunten Straßenfest ein. Diese soll direkt vor der Haustüre des rechten Vereinslokals stattfinden. Geplant sind Dragshows und Live-Musik. Dragqueens und Dragkings sind zentraler Bestandteil der queeren Community. Sie zeigen, dass Geschlechterrollen gesellschaftlich erlernt und nicht biologisch starr sind. Sie sind daher für die Rechten ein Feinbild. “Wir wollen nicht schweigen, wenn menschenverachtendes Gedankengut in unserem Grätzl verbreitet wird. Stattdessen feiern wir Vielfalt, Zusammenarbeit und Solidarität mit einer überparteilichen Kundgebung und einem Straßenfest”, erklären Qwien und verbündete Organisationen. Sie wollen dabei am Erfolg vom Vorjahr anknüpfen. Damals kamen hunderte Menschen, um gegen den Aufmarsch der Rechten zu demonstrieren. Neben Qwien werden sich die Grünen, die Partei Links, die SPÖ, die liberalen Neos und die KPÖ am bunten Straßenfest gegen die Rechten beteiligen. FPÖ-Verflechtungen zu Identitären In den vergangenen Tagen sorgten in Österreich Verflechtungen der queerfeindlichen Freiheitlichen Partei (FPÖ) zu den vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Identitären für Aufregung.

ia queer: Österreich Queeres Zentrum will Rechtsextremen die Party verderben

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Photos Of Black Passengers Surrounded By White Supremacists On D.C. Metro Go Viral

This weekend’s celebration in Washington, D.C., to mark the 250th anniversary of the founding of the United States has been marked by controversies and mishaps. Adding to the drama surrounding the celebrations, a white supremacist organization used the opportunity to march in the nation’s capital. Images of Patriot Front, and of locals’ reactions to its members, have spread across social media, leaving Republicans distancing themselves from the group and its rhetoric. Images of white supremacists go viral Journalist Phil Lewis posted a picture, captured by a Reuters photographer, of a Black woman looking on with an expression of dismay as she sits surrounded by masked Patriot Front members in a Washington, D.C.-area Metro subway car. As of Monday morning, Lewis’ post had received more than 4 million views and been shared more than 8,000 times on X. “I’m sorry but this wins photo of the year and I pray she’s okay,” journalist Dawn Montgomery said of the photo and the woman it captures. Various other images, including some posted by The Washington Post, and others photographed by Getty Images photographers, captured Patriot Front members in the D.C. Metro system and rallying in the city, carrying American and Confederate flags and chanting that they were going to “Reclaim America!”

via blavity: Photos Of Black Passengers Surrounded By White Supremacists On D.C. Metro Go Viral