MANNHEIM Landfriedensbruch: Überfall auf rechte Gruppierung in Neckarstadt

Beim Überfall sollen Pfefferspray und Teleskopschlagstöcke eingesetzt worden sein Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Mannheim haben Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung aufgenommen. Laut einer Presseerklärung der Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidiums sind bereits am Samstag gegen 20 Uhr etwa 20 Mitglieder der Gruppierung „Gemeinsam Deutschland Gestalten“ in der Neckarstadt von zwei Gruppen, bestehend aus jeweils 15 bis 20 Personen, körperlich angegriffen worden. Es habe mehrere Verletzte gegeben. „Gemeinsam Deutschland Gestalten“ ist eine rechte Gruppe, die sich früher „Gegen das Gendern“ nannte. Sie postet von sich Bilder von Vermummten beim Boxtraining im Park und beschuldigt Antifa-Mitglieder des Überfalls, bei dem Pfefferspray und Teleskopschlagstöcke eingesetzt worden seien.

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AfD-Kandidat in Sachsen-Anhalt Heute Wahlkampf, früher Kampftraining mit Neonazis

Ein Video zeigt den AfD-Kandidaten Sebastian Koch augenscheinlich beim Kampftraining mit Neonazis. Die Polizei ermittelt bereits zu einer verbotenen Gruppe. Untergehakt, mit Strumpfmasken und Stöcken ausgerüstet üben rund 30 Personen in einem Steinbruch nahe Chemnitz offenbar, wie man bei Demonstrationen Polizeiketten durchbricht. Das zeigt ein Video, unterlegt mit einem Lied der Musikrichtung „National Socialist Hardcore“. Schubsen, Schläge, ein Mann ringt einen anderen zu Boden, auf seinem T-Shirt steht: „I love NS“. Die Bilder sind etwa zehn Jahre alt und stammen von der mittlerweile aufgelösten Gruppe „Rechtes Plenum“. Auf der eigenen Website erklärten die Mitglieder, sie seien im „nationalistisch-sozialistischen Widerstand“. Warum sie heute wieder aktuell sind? Trotz Vermummung ist auf den Fotos mutmaßlich der AfD-Landtagskandidat Sebastian Koch erkennbar. Der Politiker ist seit 2017 Vorsitzender der AfD im Altmarkkreis. Als solcher ist er in der Region bekannt. Der 39-Jährige sitzt im Kreistag sowie im Stadtrat Gardelegen. Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 bekam niemand im Kreis mehr Stimmen als er. Zur Landtagswahl in diesem Jahr ist er der einzige unter den ersten Zehn der AfD-Liste, der noch nicht im Parlament sitzt. Laut aktuellen Umfrageergebnissen würde er einziehen. Dass nun seine früheren Aktivitäten mit Neonazis wieder auf den Tisch kommen, dafür sorgt das antifaschistische Bündnis „Jedes Jahr im Sommer“ aus Sachsen-Anhalt. Es veröffentlichte am Donnerstag eine Recherche zu einem bereits bekannten Video, die nahelegt, dass Koch auf den Bildern zu sehen ist. Auf eine Anfrage der taz dazu hat Sebastian Koch nicht reagiert.

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Alphaville zu Festival-Ausladung – “Musik ist Teil der Kunst – und die Kunst ist frei”

Zuerst wurde Alphaville von einem Festival ausgeladen, jetzt darf die Band doch auftreten – will aber nicht. Politische Botschaften auf der Bühne wollte sie sich nicht verbieten lassen. Sänger Marian Gold erklärt im Interview, warum. Die Band Alphaville wird trotz Wiedereinladung nicht beim Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring spielen. “Wir nehmen die Entschuldigung und Wiedereinladung des Veranstalters Markus Krampe zur Kenntnis und hoffen, dass er von nun an die Bedeutung von Rede- und Kunstfreiheit beim Glücksgefühle Festival gebührend respektiert”, teilte Alphaville-Sänger Marian Gold der Nachrichtenagentur dpa mit. “Ungeachtet dessen haben die vorangegangenen Äußerungen eine Atmosphäre geschaffen, in der wir von einem Auftritt absehen.” Die Gage des geplatzten Auftritts soll demnach an eine gemeinnützige Organisation gespendet werden.
Zuvor hatte der Veranstalter Alphaville ausgeladen. Der Grund: Man habe sich mit der Band nicht darauf einigen können, “politische Äußerungen auf unserer Bühne zu unterlassen”. Alphaville hatte sich mehrfach gegen rechts und für Demokratie ausgesprochen und insbesondere die AfD kritisiert.Sänger Gold kritisierte die Ausladung scharf – und erhielt dafür Unterstützung von etlichen Bands und Prominenten. Es folgte die Entschuldigung von Veranstalter Krampe und die Wiedereinladung bei der Bild. Krampe sagte: “Meinungsfreiheit ist das höchste Gut, das wir in Deutschland haben, sie ist zu schützen.””Musik ist Teil der Kunst – und die Kunst ist frei”, betonte Gold im Interview mit tagesschau24. “Wenn man sagt, politische Themen dürfen nicht verwendet werden, dann ist das eine Einschränkung der künstlerischen Freiheit und vollkommen inakzeptabel in einem Land wie Deutschland, das auf einer Demokratie und unserem Grundgesetz beruht. Das kann man so nicht hinnehmen.”

via tagesschau: Alphaville zu Festival-Ausladung “Musik ist Teil der Kunst – und die Kunst ist frei”

Denunziation: Wer hat sich über Max Heckel beschwert?

Bisher galten Eltern als Hinweisgeber im Fall des Stendaler Lehrers. Doch möglicherweise spielte die AfD selbst eine Rolle.Ulrich Siegmund sprach im Magdeburger Landtag von Max Heckel und nannte ihn einen »extrem linken Lehrer«. Eltern hätten ihm dies gesagt. Doch auffällig ist: Seine Frau Julia Siegmund arbeitet als Sozialarbeiterin an Heckels Schule. Foto: dpa/Hendrik Schmidt Im Fall Max Heckel zeichnet sich eine unerwartete Wendung ab. Der Werklehrer an der Comenius-Schule in Stendal erhielt eine Abmahnung vom Landesschulamt, weil er die »Neutralitätspflicht« in einem Gespräch mit Schülern im Anschluss an eine Unterrichtsstunde nicht eingehalten haben soll. Heckel wurde am 4. März 2025 von einem Schüler gefragt, ob er bei der Bundestagswahl die AfD gewählt habe. In seiner Antwort erläuterte er, warum er das nicht getan habe und beendete das Gespräch mit dem Hinweis, dass jeder frei sei, die AfD zu wählen. Wer dies aber tue, müsse »sehr reich, frei von Moral oder nicht bei klarem Verstand sein«.
Der AfD-Fraktionsführer Ulrich Siegmund nahm sich der Sache an, sprach im Landtag im Herbst 2025 über »einen extrem linken Lehrer« aus Stendal. Mehrere Eltern hätten die AfD kontaktiert. »Wir haben eine Dienstaufsichtsbeschwerde auf den Weg gebracht im März«, so Siegmund. Bisher hieß es, die Eltern zweier Schüler hätten den Vorfall gemeldet. Doch Recherchen des ZDF lassen Zweifel daran aufkommen. Das Magazin »Frontal« kontaktierte zwei Eltern, die sich über den Lehrer beschwert haben sollen. Eine Mutter wollte sich dazu nicht äußern. Eine andere erklärte, sie habe der AfD keine Informationen aus der Schule weitergegeben. In den Fokus rückt nun aber die AfD selbst, die möglicherweise gut über den Vorfall informiert war. Denn die Frau des Fraktionsvorsitzenden, Julia Siegmund, arbeitet als Sozialarbeiterin an der Comenius-Schule. Nachdem die Abmahnung öffentlich geworden sei, soll sie einem Freund Heckels geschrieben haben

via nd: Denunziation: Wer hat sich über Max Heckel beschwert?

Erstmals gemeinsamer Wahlaufruf der Religions-Gemeinschaften

Erstmals vor einer Landtagswahl haben sich die katholische und evangelische Kirche gemeinsam mit den Spitzen der muslimischen und jüdischen Gemeinden auf einen gemeinsamen Wahlaufruf verständigt. Christen, Juden und Muslime appellieren an die Wählerinnen und Wählern im Land, mit ihrer Stimme die demokratische Gesellschaft zu stärken. von Stefan Ludmann Es ist ein leidenschaftlicher Appell für Demokratie, Toleranz und Freiheit. Die Spitzen der evangelischen und katholischen Kirche in Mecklenburg-Vorpommern und die Vertreter der muslimischen und jüdischen Gemeinden erklärten, sie hätten zwar unterschiedliche Glaubensüberzeugungen, aber: Gemeinsam stehe man ein für die Würde aller Menschen. Die Wahl am 20. September gebe die Möglichkeit, alle zu stärken, die sich uneingeschränkt zur Würde jedes und jeder Einzelnen bekennen und danach handeln. Auch in der eigenen Kirche im Gespräche bleiben In dem Aufruf an die Wähler heißt es: “Prüfen Sie, ob und wie der Schutz von Minderheiten und Schutzbedürftigen garantiert wird.” Die AfD wird zwar nicht genannt, aber die Partei ist gemeint, wenn in dem Aufruf davon die Rede ist, dass die Demokratie in Gefahr sei. Die Unterzeichner ließen das auf einer Pressekonferenz in Schwerin auch klar durchblicken. Der evangelische Bischof Tilman Jeremias im Sprengel Mecklenburg und Pommern sagte, er wolle mit AfD-Wählern auch in der eigenen Kirche im Gespräche bleiben, aber die AfD sei eine in Gänze rechtsextreme Partei. Die Kirche habe schon zur NS-Zeit grob versagt. “Und da müssen wir doch aus der Geschichte lernen und sagen, das kann nicht noch mal so sein.”

via ndr: Erstmals gemeinsamer Wahlaufruf der Religions-Gemeinschaften

Graffiti am Wahlkreisbüro der AfD in Grimmen – #161

Am 31.08.2026, in der Zeit zwischen 10:30 Uhr und 16:30 Uhr, kam es am Wahlkreisbüro der AfD in der Mühlenstraße in Grimmen zu einer Sachbeschädigung. Durch bislang unbekannte Täter wurde auf eine Scheibe des Büros in weißer Farbe der Schriftzug “161” gesprüht. Dieser hat die Größe von 0,80m mal 1,10m. Der entstandene Sachschaden wird auf ca. 50,- Euro geschätzt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen

via presseportal-blaulicht: Graffiti am Wahlkreisbüro der AfD in Grimmen

Ist die AfD das »freundliche Gesicht« des Antisemitismus?

Das American Jewish Committee thematisiert in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse den Antisemitismus in der Alternative für Deutschland Verfasst vom Antisemitismusexperten Lars Rensmann, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Passau, im Auftrag des American Jewish Committee (AJC) befasst sich die auf Englisch veröffentlichte Studie unter dem Titel »›Freundliche Gesichter‹ des Antisemitismus?« mit dem strategisch codierten und oft verharmlosten Antisemitismus innerhalb der AfD.
Demnach integriere die AfD trotz punktuell pro-israelischer Rhetorik antisemitische Denkmuster, Verschwörungserzählungen und geschichtspolitischen Revisionismus systematisch in ihr ethnonationalistisches Weltbild. Die Partei versuche oft, ein »freundliches« oder bürgerliches Gesicht zu zeigen, während subtile Chiffren genutzt werden, um das eigene Wählerpotenzial zu mobilisieren. Rensmann erklärt in seiner Studie, der politische Antisemitismus fungiere als verbindendes Element innerhalb der allgemeinen Ablehnung der modernen, pluralistischen Demokratie durch die Partei. Dabei weist er darauf hin, dass die Partei zwar nicht offen antisemitisch auftrete und regelmäßig bestreite, antisemitische Tendenzen zu hegen, antisemitische Ideen, Codes und Narrative jedoch ihre Rhetorik, Mobilisierungsstrategien und Erinnerungspolitik durchdringen würden.
Dem Bericht zufolge hat sich die AfD von einer 2013 gegründeten euroskeptischen Protestpartei zur zentralen politischen Kraft der deutschen Rechten entwickelt, die als dauerhafter parlamentarischer Akteur und größte Oppositionspartei im Bundestag agiere. Laut Rensmann ging dieser Wandel mit einer Radikalisierung einher, in deren Zuge sich die Partei gegen die liberale Demokratie positioniert und zugleich autoritäre, ethnonationalistische sowie verschwörungsideologische Weltbilder pflegt. Die Analyse zeigt auf, wie die AfD Politik anhand einer starren Freund-Feind-Logik gestaltet und die Gesellschaft in ein vermeintlich tugendhaftes Volk einerseits und korrupte inländische Eliten sowie äußere Kräfte andererseits spaltet. Laut Rensmann spiegelt dieser Rahmen »in hohem Maße Muster des modernen Antisemitismus wider, der Juden historisch als verborgene Feinde darstellte, die interne ›Verräter‹ mit äußeren Bedrohungen verbanden«.

via JA: Ist die AfD das »freundliche Gesicht« des Antisemitismus?

Studie: FULL ANALYSIS: “Friendly Faces” of antisemitism? POLITICAL ANTISEMITISM IN THE ALTERNATIVE FOR GERMANY PARTY A Report from American Jewish Committee (AJC)