Auf der Webseite der AfD Kassel-Stadt waren rechtsextreme Organisationen als „Partner“ verlinkt. Mittlerweile ist die Seite offline. Wiesbaden – Gut fünf Monate vor der Kommunalwahl in Hessen wird der AfD-Kreisverband Kassel-Stadt von einer Affäre um rechtsextreme Inhalte und Links auf seiner offiziellen Internetpräsenz erschüttert. Auf der Website, die unter anderem auf der offiziellen Seite der AfD-Fraktion im Kasseler Stadtparlament verlinkt ist und auch von der Seite des hessischen AfD-Landesverbands zu erreichen war, fand sich zeitweise ein Text mit der Überschrift „Erklärung des Kreisvorstands Kassel-Stadt“. Darin heißt es, dass die extrem rechte AfD angesichts steigender Umfragewerte „ein neues Selbstbewusstsein“ entwickeln müsse, „das sich weder beugt noch einschüchtern lässt“. Die AfD-Unvereinbarkeitsliste soll fallen Weder der Verfassungsschutz noch grüne, rote oder schwarze „Vaterlandsverräter“ dürften den Kurs der Partei bestimmen, ebenso wenig dürfe die AfD zum „Spielball linksextrem gefärbter Medienhäuser wie der HNA oder des Hessischen Rundfunks“ werden. Gerade vor der Kommunalwahl müsse die AfD daher „Standhaftigkeit“ zeigen und die Unvereinbarkeitsliste kippen, die jahrelang „aufrechte Patrioten“ aus der Partei ferngehalten habe, so der Text weiter. Auf der bundesweit geltenden Unvereinbarkeitsliste steht eine große Zahl rechtsextremer Organisationen, deren Mitglieder der AfD nicht beitreten dürfen. Darunter sind etwa die rechtsextreme Partei „Die Heimat“, die früher NPD hieß, das verbotene Neonazi-Netzwerk „Combat 18“, die rassistische „Identitäre Bewegung“ und die neonazistische Kleinstpartei „Der Dritte Weg“. Empfehlung für neurechte „Sezession“ Neben dieser „Erklärung“ fanden sich auf der Website der AfD Kassel-Stadt Links zu einer Reihe rechtsextremer Verlage und Medien, deren Bücher „ausdrücklich“ zur Lektüre empfohlen wurden. Dabei handelt es sich etwa um die neurechte Zeitschrift „Sezession“ und den rechtsextremen Sturmzeichen-Verlag. Außerdem wurde ein Buch des wegen Antisemitismus-Vorwürfen aus der AfD ausgeschlossenen Politikers Wolfgang Gedeon empfohlen.
via op online: Hessischer AfD-Kreisverband wirbt für rechtsextremes „Thule-Seminar“