Der AfD-Bundestagsabgeordnete Sascha Lensing wirbt im NRW-Wahlkampf mit seiner Erfahrung als Duisburger Polizist. Doch sein Dienstherr hat eine Disziplinarklage angestrengt, wie Recherchen von t-online zeigen. Als der Bundestagsabgeordnete Sascha Lensing beim Wahlkampfabschluss der AfD in Gelsenkirchen auf der Bühne spricht, zitiert er am Ende den umstrittensten Politiker seiner Partei: Björn Höcke. “Prophetisch” hätten Höckes Worte 2018 geklungen, heute seien sie auch im Westen Realität. “Es rutscht etwas durch”, trägt er den Auszug aus Höckes damaliger Rede vor. “Das Alte und Morsche zerfällt vor unseren Augen.” Ergreifen müsse man den “Mantel der Geschichte”, bis die Zukunft “unserer Nation”, “unseres Volkes”, gesichert sei. Es ist der Teil seiner eigenen Wahlkampfrede, der Lensing offenbar am besten gefällt. Später teilt er, der hauptberuflich Polizist ist, ein Video nur von diesen Sätzen in seinem Telegram-Account. Seit er im Frühjahr das Bundestagsmandat errang, nennt er sich Kriminalhauptkommissar a. D. (“außer Dienst”). Dieses Kürzel dürfen Beamte im Bundestag führen, wenn ihr Dienstverhältnis aufgrund des Mandats ruht. (…) Dabei könnten Beiträge wie dieser allerdings für ihn zum Problem werden – und ihn den Job als Polizist kosten. Denn sein Dienstherr, das Polizeipräsidium Duisburg, hat laut Recherchen von t-online bereits vor über einem Jahr ein Disziplinarverfahren gegen den 51-Jährigen angestrengt. Vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf klagt die Behörde gegen Lensing – mögliche Konsequenzen bei Erfolg einer solchen Klage sind Degradierung oder Entlassung. Lensing selbst sagte vor rund drei Monaten bei einer Wahlkampfveranstaltung in Duisburg, es sei versucht worden, ihn wegen seiner AfD-Mitgliedschaft aus dem Beamtenverhältnis zu entfernen. Ein Video davon liegt t-online vor. Auf Anfrage sagte er nun: “Aktuell ist eine Disziplinarklage vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf gegen mich anhängig.”

via t.online: Er feiert Höcke und sitzt im Bundestag Dienstherr geht gegen AfD-Polizisten vor