Aha-Personalrat und AfD-Mann Jens Keller will in den Betriebsstätten des kommunalen Entsorgers Aha Flyer des Vereins Zentrum verteilen und die Wahl von Vertrauensleuten organisieren. Die Gewerkschaft Verdi fordert die Aha-Geschäftsführung auf, das zu unterbinden. Zentrum sei ein rechtsextremer Verein, sagt Verdi. Zentrum selbst sieht sich als „alternative Gewerkschaft“. Für Gewerkschafter ist das kommunale Entsorgungsunternehmen Aha seit vielen Jahren eine sichere Bank: Etliche Mitarbeitende sind Verdi-Mitglieder, bei Aufrufen zum Streik macht nahezu die gesamte Belegschaft mit. Doch jetzt schrillen bei Verdi die Alarmglocken. Die Gewerkschaft befürchtet, dass der Verein Zentrum, der sich selbst als „alternative Gewerkschaft“ versteht, in Aha-Betriebsstätten agitiert und versucht, Mitglieder zu gewinnen. Zentrum werden Verbindungen ins rechtsextreme Milieu nachgesagt. „Wir haben die Aha-Geschäftsführung aufgefordert, jegliche Werbung für Zentrum im Betrieb zu untersagen“, sagt Jan Orbach, Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Hannover-Heide-Weser. AfD-Mann Keller druckt Flyer und will Vertrauensleute wählen lassen Tatsächlich plant Jens Keller, Kraftfahrer bei Aha, AfD-Fraktionschef im Rat und Regionalleiter bei Zentrum, genau das: Flyer verteilen und Mitgliederanträge auslegen. „Die Flyer gehen demnächst in Druck“, sagt er. Schon jetzt habe er Kollegen für Zentrum gewinnen können. „Zudem wollen wir die Wahl von Vertrauensleuten im Betrieb durchführen“, sagt Keller. Der AfD-Mann sitzt zugleich im Personalrat von Aha. Bei den Personalratswahlen hatte er die meisten Stimmen bekommen. Vertrauensleute haben die Aufgabe, als Bindeglied zwischen Personalrat und Belegschaft zu fungieren. Sie bereiten Streiks vor und gelten als Kümmerer im Betrieb. Nur Gewerkschaften dürfen gemäß ihrer Satzung Vertrauensleute aus ihren eigenen Reihen wählen. Verdi ist überzeugt, dass Zentrum keine Gewerkschaft ist, weil der Verein mangels Mitgliedern keine Tarife aushandeln kann. Folglich dürfe Zentrum auch keine Vertrauenswahl im Betrieb abhalten. „Ein Karnickelzüchterverein wählt seinen Vorstand ja auch nicht in der Aha-Kantine“, sagt Orbach. Der Verdi-Chef hält Zentrum für rechtsextrem. „Von denen kommt lediglich Hetze gegen andere Gewerkschaften und gegen Parteien“, sagt Orbach.
