Anlässlich des „Tags von Potsdam“ warnt der Extremismusforscher Hendrik Cremer vor einer immer radikaleren AfD. Darüber müsse in Schulen, bei Polizei und Bundeswehr aufgeklärt werden. Von Klaus D. Grote Heute, 13:25 Uhr Herr Cremer anlässlich des „Tags von Potsdam“, der sich am 21. März zum 92. Mal jährt, sprechen Sie in der Garnisonkirche über gegenwärtigen Rechtsextremismus und die Gefahren, die für das friedliche Zusammenleben von ihm ausgehen. In der Garnisonkirche wurde damals die Machtergreifung Hitlers mit einem Festakt inszeniert. Wir haben in den vergangenen Wochen immer wieder Bezüge aktueller Politik zu den Ereignissen von 1933 gesehen. Haben wir aus der Geschichte nicht gelernt? Unter den demokratischen Parteien scheint es bis heute kein ausreichendes Bewusstsein dafür zu geben, dass es in ihrem eigenen Interesse liegt, sich konsequent von der AfD abzugrenzen. Diese Partei zielt darauf ab, alle anderen Parteien, die sie als „Altparteien“ diffamiert, zu vernichten. Hier sehe ich eine Parallele: Auch in der Weimarer Republik wurde die Gefahr, die von der NSDAP ausging, nicht ausreichend erkannt. (…) Wird die Gefahr eines stärker werdenden Rechtsextremismus unterschätzt? Ja. Dabei nehme ich wahr, dass die Gefahr, die von der AfD ausgeht, im öffentlichen Diskurs nur unzureichend abgebildet wird. Wir erleben eine Normalisierung und damit einhergehende Verharmlosung der AfD, nicht zuletzt durch große Teile der Medien. Hier ist ein grundlegender Wandel dringend erforderlich. In der Berichterstattung über die AfD muss viel deutlicher herausgearbeitet werden, welchen Kurs die AfD mittlerweile eingeschlagen hat. Dass sie eine Gewaltherrschaft anstrebt, die sich in Zielen und Methoden am Nationalsozialismus orientiert. Wenn dies klarer wird, sollte auch niemand mehr auf die Idee kommen, ihnen Bühnen für Interviews zu bauen oder in Talkshows einzuladen.
via tagesspiegel: „Die AfD strebt eine Gewaltherrschaft an“: Extremismusforscher Hendrik Cremer über die Gefahr von rechts
