Eine manipulierte Kandidaten-Wahl, der Parteibeitritt eines Neonazis, das gemeinsame Singen der tabuisierten Strophe des Deutschland-Lieds: Die AfD wird mit wachsendem Erfolg nicht gemäßigter, sondern radikaler. Eine RTL-Recherche zeigt, wie die AfD alle Hemmungen verliert. Freia Lippold-Eggen kann bis heute nicht fassen, was ihr in der AfD widerfahren ist. Die ehemalige Parteipolitikerin wollte im vergangenen Jahr für den bayerischen Landtag kandidieren. Doch bei der Kandidatenaufstellung in Bad Kissingen kam plötzlich alles anders: Ein Gegenkandidat tauchte auf und brachte gleich noch Unterstützer mit zur Wahl. An dem Tag sei ihr ein Telefon in die Hand gedrückt worden, am Apparat ein Parteifunktionär, “der mir gesagt hat, wenn ich die drei Leute da nicht mitwählen lasse, dann wird er mich mit Gerichtsprozessen überziehen bis zum Sanktnimmerleinstag”, erinnert sich Lippold-Eggen im Gespräch mit RTL. Später zeigte sich, dass für die Wahl massiv getrickst worden war. Lippold-Eggen erinnert sich auch an Drohungen und andere Einschüchterungsversuche: “Das war physische und psychische Gewalt, die da ausgeübt wurde.” Seit jeher inszeniert sich die AfD als einzige demokratische Rechtsstaatspartei. Den Extremismusvorwurf von Verfassungsschützern, Politikern, Medien und Wissenschaftlern weist sie routiniert zurück. Der Kandidat, der gegen Lippold-Eggen durchgesetzt wurde, war niemand Geringeres als Daniel Halemba. Gegen den rechtsradikalen Burschenschaftler, der es tatsächlich in Bayerns Landtag schaffte, wurde im Frühjahr Anklage erhoben. Seine Ämter lässt er ruhen. Die Vorwürfe: Volksverhetzung, Geldwäsche, Nötigung und versuchte Nötigung sowie das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen und Sachbeschädigung. Der für Halembas Nominierung mitverantwortliche Bezirkschef der AfD, Richard Graupner, ist ein früherer Republikaner und mischt beim völkischen Flügel der Partei mit.
via ntv: AfD immer offener rechtsradikal Aussteigerin: “Diese Leute sind saugefährlich”