Brandenburgs AfD wirbt auf einem Wahlplakat für einen Kandidaten, der allerdings bereits 2021 verstarb. Der Kandidat auf einem anderen Plakat ist in dem angegebenen Ort gar nicht wählbar. Brandenburgs AfD hat erneut Probleme mit ihrer Wahlwerbung. Nach dem Ärger um die mögliche Darstellung des Hitlergrußes auf einem Plakat in Frankfurt (Oder) wurde nun bekannt, dass die Partei in Letschin (Märkisch Oderland) für einen längst verstorbenen Abgeordneten wirbt: In der Dorfstraße der Gemeinde hängt nach Informationen dieser Zeitung mindestens ein Plakat mit der Aufschrift „Wiese. AfD“. Franz-Josef Wiese war von 2014 bis zu seinem Tod am 30. Dezember 2021 der im Wahlkreis 34 direkt gewählte Abgeordnete der AfD. Er gehörte unter anderem dem Sonderausschuss BER des Brandenburger Landtags an. Der Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzende der AfD-Landtagsfraktion, Hans-Christoph Berndt, sprach auf Nachfrage dieser Zeitung von einer „besonderen Form der Ehrerbietung gegenüber einem Abgeordneten, den wir durchaus vermissen.“ Man wisse allerdings nicht, wer das Plakat in Letschin aufgehängt habe. „Es ist jedenfalls nicht Bestandteil unserer Kampagne“, sagte Berndt. Anders dürfte es sich mit einem Wahlplakat des Kandidaten Benjamin Filter verhalten, das in der Gegend um Königs Wusterhausen zu sehen ist. Es zeigt den Bewerber als Führer eines Rasentraktors, dazu den Slogan „Grünes kurzhalten“ und den Text „Ihr Kandidat für Königs Wusterhausen, Storkow, Spreenhagen, Schwielochsee, Tauche.“ Doch der in Wahlkreis 27 antretende Kandidat scheint seinen Wahlkreis selbst nicht genau zu kennen: Die Gemeinde Schwielochsee nämlich gehört zum Amt Lieberose/Oberspreewald und ist damit Teil des Nachbarwahlkreises 28.

via tagesspiegel: Wahlkampf in Brandenburg: AfD wirbt für einen Toten – und den falschen Ort