Ein Stadtrat der AfD in Landshut beteiligt sich an einem Totengedenken für den Kriegsverbrecher Rudolf Heß auf Facebook. Er will damit kein politisches Bekenntnis abgegeben haben. Die Parteiführung behält sich eine innerparteiliche Prüfung vor. Seit Jahren gedenken Alt- und Neonazis des Hitler-Stellvertreters in der NSDAP und NS-Kriegsverbrechers Rudolf Heß, vorwiegend an seinem Todestag, dem 17. August. Ein wegen Volksverhetzung vorbestrafter Aktivist aus der rechten Szene postete in diesem Sommer ein Foto von Heß‘ Grabstein. Darunter kommentierten zahlreiche Facebook-Nutzerinnen und Nutzer mit dem Wort “Hier”. Auch Günter Straßberger, AfD-Kommunalpolitiker aus Landshut. Er ist Vorsitzender der AfD-Fraktion im Landshuter Stadtrat und kandidierte bei den Kommunalwahlen im Frühjahr für das Amt des Oberbürgermeisters. “Hier”- Rechtsextremes Heldengedenken Experten sehen in dem Kommentar “Hier” ein in rechtsextremen Kreisen verbreitetes “Heldengedenken”, genauer: Die sogenannte Blutzeugenschaft. Diese führten die Nationalsozialisten 1935 ein, um der während des Hitlerputsches getöteten NS-Anhänger zu gedenken. Bei den Veranstaltungen verlasen die Nationalsozialisten die Namen der Getöteten und die Menge antwortete auf jeden Namen mit einem “Hier”. Der Kommentar “Hier” im Kontext eines Fotos des Grabsteins von Rudolf Heß, sei “eindeutig und unmissverständlich als Positionierung im Sinne des Neonazismus zu bewerten”, analysiert Christoph Schulze, der am Moses Mendelson Zentrum für Europäisch-Jüdische Studien forscht. Anders lasse sich das nicht interpretieren, so Schulze. Es sei “eine historische nationalsozialistische Gedenkform”.

via br: Landshut: Ein AfD-Stadtrat und sein Umgang mit Rudolf Heß


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