Die bayerische Wirtschaft warnt vor den Plänen der AfD, aus Schengenraum und Euro auszutreten. Eine Studie des Prognos-Instituts beziffert allein den Wohlstandsverlust durch 20 Minuten Wartezeit an Grenzen auf 800 Millionen Euro jährlich für Deutschland. Forderungen der AfD nach einem Austritt Deutschlands aus dem Schengenraum und aus dem Euro haben die bayerische Industrie auf den Plan gerufen.
„Solche Gedankenspiele sind ein Frontalangriff auf die deutsche und die bayerische Wirtschaft. Europa ist unser außenwirtschaftlicher Stabilitätsanker“, erklärte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw).
Insgesamt hängen 7,2 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland am Handel mit Europa, hat eine aktuelle Studie des Prognos-Instituts im Auftrag der vbw ergeben. 550 Milliarden Euro Wertschöpfung sind demnach von der Nachfrage aus anderen EU-Ländern abhängig. „Wir brauchen ein geeintes Europa mehr denn je, wirtschaftlich ebenso wie politisch“, betonte Brossardt gegenüber unserer Zeitung. Auch die Freizügigkeit, die der Schengenraum ermöglicht, sei für die Wirtschaft unverzichtbar. Allein die Annahme zusätzlicher Wartezeiten für Pendler von 20 Minuten je Grenzübertritt ergäbe laut Studie einen jährlichen Wohlstandsverlust von 7,9 Milliarden Euro im Schengenraum, 800 Millionen allein für Deutschland.
„Wer solche Vorschläge macht, schadet der Wirtschaft und den Beschäftigten“, sagte der vbw-Chef. Industrie: Europa bringt Stabilität „Im internationalen Vergleich ist die EU für Deutschland deutlich wichtiger als andere große Wirtschaftsräume“, betont Brossardt. „Sie bietet stabile und verlässliche Rahmenbedingungen, deren Bedeutung angesichts wachsender geopolitischer Unsicherheiten weiter zunimmt.“
via merkur: 7,2 Millionen Jobs in Gefahr: Bayerische Industrie rechnet mit AfD-Plänen für Schengen- und Euro-Austritt ab
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