Ein hessischer AfD-Kreisverband wirft einen wegen Gewalt verurteilten Abgeordneten raus – und unsere Recherchen zeigen: Er hat auch einen extrem rechten Hintergrund. Werra-Meißner – Die AfD Werra-Meißner hat den in den Kreistag gewählten Maik Böhning aus der Partei geworfen. Damit reagiert sie auf eine Recherche unserer Zeitung. Diese hat ergeben, dass er nach einem Angriff mit einem Baseballschläger auf einen Pizzaboten wegen schweren Raubes 2022 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Zwei unserer Redakteurinnen hatten den Prozess begleitet. (…) Böhning wurde auch als Spitzenkandidat der AfD in die Stadtverordnetenversammlung von Wanfried gewählt. Die Frage, ob er trotz AfD-Austritt seine Mandate im Kreis- und Stadtparlament annehmen wolle, beantwortete Böhning am Telefon klar: „Ja, das werde ich dann allerdings als Parteiloser beziehungsweise Fraktionsloser tun.“ Laut Wanfrieds Bürgermeister Thilo Vogt ist es aus rechtlicher Sicht möglich, dass Böhning ins Stadtparlament einzieht: „Er hat das Direktmandat gewonnen und kann dieses auch ohne AfD-Zugehörigkeit annehmen.“ Fraglich ist, warum die AfD ihn überhaupt aufgestellt hat. Auf seinem öffentlichen Facebook-Profil finden sich zahlreiche Hinweise darauf, dass er einen extrem rechten Hintergrund hat. Er postete dort ein Bild, auf dem ein Tattoo auf seinem linken Arm zu sehen ist, das mit dem Logo der bei Rechtsextremen beliebten Modemarke „Thor Steinar“ nahezu identisch ist. Auf Facebook folgt er zudem der Rechtsrock-Band „FreilichFrei“. Diese posiert auf Bildern unter anderem vor Fahnen der Jungen Nationalisten (Die Heimat). Abgeordneter besuchte wahrscheinlich Konzert rechter Band Ein Facebook-Kommentar von Böhning deutet zudem darauf hin, dass er ein Konzert der Band „Weimar Offiziös“ besucht hat. Deren Mitglieder waren laut Spiegel Teil der thüringischen Neonazi-Szene, ein Mitglied stand dem verbotenen rechtsextremen Netzwerk „Blood and Honour“ nahe. Böhning folgt der Band und kommentierte unter einem Bild, auf dem er und mindestens drei Personen zu sehen sind: „Weimar Konzert ahu“. Der Ausruf „ahu“ ist rassistisch und antimuslimisch besetzt und ein Bekenntnis zu einem soldatischen Männlichkeitsideal.

via hna: Hessischer AfD-Kreisverband schmeißt Straftäter raus – doch er will Mandat behalten


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