Der rechtsextreme Influencer “Shlomo Finkelstein” sprach bei einem AfD-Stammtisch in Potsdam. Verfassungsschutz und Rechtsextremismus-Experten sehen darin ein Signal an junge, radikale Milieus. Bei einem Stammtisch des AfD-Kreisverbands Potsdam trat am vergangenen Donnerstag der rechtsextreme Aktivist und Influencer “Shlomo Finkelstein” auf. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich der 30-jährige Aron Pielka aus Krefeld, der 2020 unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilt wurde. Euronews wollte vom Potsdamer Kreisverband wissen, wieso der Kreisverband sich dafür entschied, Pielka trotz seiner Verurteilung einzuladen. Bis Redaktionsschluss reagierte der Kreisverband nicht auf unsere Anfrage. Bei dem Treffen im Restaurant “Zum Alten Krug” hielt Pielka, so schreibt er auf X, eine 40-minütige Rede. Thema war die Brandmauer gegen die AfD. In einer Ankündigung auf X postete Dennis Hohloch, Kreisvorsitzender der AfD Potsdam sowie Mitglied im brandenburgischen Landtag: “Die Brandmauer bröckelt. Wir sprechen darüber.” Der Rechtsextremismus-Forscher Felix Schilk von der Universität Tübingen ordnet den Influencer als “Online-Aktivist, der zum Umfeld der Neuen Rechten gehört und sich mit leicht konsumierbaren Videos an ein junges, Social-Media-affines Publikum richtet”, ein. Er nutze “gezielt provokative Grenzüberschreitungen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, und bedient alle ‘klassischen Themen’ der Neuen Rechten wie Islamfeindlichkeit, Antifeminismus und den Kampf gegen ‘Woke’.” Ziel des Auftritts von Pielka sei, so Schilk, dass die AfD eine “vor allem junge, radikale Zielgruppe” ansprechen wolle. “Dennis Hohloch, der Pielka eingeladen hat, gehört innerhalb des rechtsextremen Landesverbandes in Brandenburg zu den radikalsten Kräften und wird vom Verfassungsschutz ebenfalls als ‘rechtsextrem’ eingestuft”, erklärt Schilk weiter. Die Einladung sei auch eine Positionierung in innerparteilichen Auseinandersetzungen um den Einfluss der Neuen Rechten in der AfD. (…) Das Amtsgericht Köln verurteilte im Jahr 2020 den damals in Köln lebenden Influencer schließlich wegen Volksverhetzung und Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen zu einem Jahr auf Bewährung. Wegen Verstoßes gegen die Bewährungsauflagen wurde er im August 2024 durch die Polizei festgenommen und musste in Haft. Das Treffen in Potsdam ist nicht der erste Besuch von “Shlomo Finkelstein” bei einer AfD-Veranstaltung. Mindestens ein weiteres Mal sprach er bei einem solchen Termin. Am 2. Mai kam die Neu-Ulmer AfD in Weißenhorn zusammen. Pielka hielt eine Rede und legte, wie ein nicht-verifiziertes Video zeigt, anschließend als DJ auf.

via euronews: Verurteilter Volksverhetzer: Immer wieder Auftritte bei der AfD


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