In Cottbus ziehen rund 1000 Menschen mit einer bunten Parade durch die Straßen. Rechtsextremen gefällt das nicht. Polizei ist im Einsatz. Mit einer bunten Parade feiern in Cottbus heute Menschen den Christopher Street Day. Ab 14 Uhr wollen sie durch die Straßen ziehen. Möglich ist das nur, weil die Polizei verstärkt im Einsatz ist. Denn: Die rechtsextreme Szene hat zum Gegenprotest aufgerufen. Rund 90 Teilnehmer haben sich formiert, die Versammelten trugen Fahnen und ein Transparent mit der Aufschrift „Unsere Stadt bleibt hetero!“. Zwei Teilnehmer des rechtsextremen Protestes wurden von der Versammlung ausgeschlossen – sie standen im Verdacht, zu Straftaten aufgerufen zu haben. Am Vorabend kam es bereits zu einem queerfeindlichen Vorfall: Auf dem Gelände des Trägervereins des CSD in Cottbus seien am Freitagabend Regenbogenfahnen beschädigt worden, teilte die Polizei mit. (…) Deutschlandweit gab es immer wieder Gegendemonstrationen und Störversuche aus der rechten Szene gegen CSD-Veranstaltungen. Den LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg e.V. beunruhigt das. „Die Zahl und Brutalität queerfeindlicher Übergriffe nehmen spürbar zu“, hieß es in einer Mitteilung am Sonnabend. Der Verband verweist auf eingeschlagene Fensterscheiben, beschädigte Türen an queeren Begegnungsorten. Nur wenige Tage vor dem CSD habe zudem ein Müllcontainer neben dem queeren Zentrum Regenbogenkombinat Cottbus gebrannt. „Diese Angriffe sind keine Einzelfälle, sondern Teil einer besorgniserregenden Entwicklung“, sagte Yasmine-Blanche Werder, Vorstandsmitglied des LSVD. „Queere Projekte, Begegnungsorte und Beratungsstellen sind elementare Schutzräume. Wenn sie attackiert werden, trifft das die gesamte Zivilgesellschaft – und damit unser gemeinsames Verständnis von Freiheit, Vielfalt und Demokratie.“
via morgenpost: CSD in Cottbus nur mit verstärktem Polizeischutz möglich