In Korneuburg steht am Freitag ein FPÖ-Politiker aus Gänserndorf wegen eines einschlägigen Kommentars vor Gericht. Er ist nicht der Erste aus seiner Gemeinde. Eiernockerl sind ein nationalsozialistischer Code, der vor allem am 20. April, dem Geburtstag des Massenmörders und Diktators Adolf Hitler, immer wieder auf Speisekarten und in Sozialen Medien auftaucht. Wie der STANDARD und die Rechercheplattform Stoppt die Rechten Anfang des Jahres berichteten, befanden sich auf den Kandidatenlisten der FPÖ für die niederösterreichischen Gemeinderatswahlen im Jänner gleich mehrere Personen, die wiederholt und wenig subtil einschlägige Postings mit dieser Speise zu Hitlers Geburtstag auf Facebook absetzten. Ein Ehepaar, das seine beiden Mandate in Gänserndorf nach Bekanntwerden der Causa nicht antrat, und ein weiterer Kandidat einer anderen Stadt standen deswegen schon im Juli vor Gericht. Dort verwickelten sie sich teils in Widersprüche, wonach sie einerseits „provozieren“ wollten, andererseits gehackt worden seien. Ein Sachverständigengutachten zu Cyberkriminalität wurde von der Richterin angefordert und der Prozess vertagt. “Pflicht” des FPÖ-Mandatars Nun steht ein FPÖ-Gemeinderat vor Gericht, der bei der Frau, die im Juli vor Gericht stand, bei einem Eiernockerlfoto auf Facebook am 20. April 2021 kommentierte: „Hatten wir auch is ja Pflicht an so einen Ehrentag” (sic!) und den Text mit einem Zwinkersmiley versah. Er konnte trotzdem auf Platz sieben kandidieren und schließlich auch in den Gemeinderat einziehen.
via standard: Hitlers Geburtstag zum “Ehrentag” erhoben: Prozess gegen FPÖ-Gemeinderat