Erneut wurden in Sachsen-Anhalt fünf Gedenksteine aus dem Pflaster gerissen – offenbar am helllichten Tag. Der Staatsschutz ermittelt wegen Diebstahl. Gegenüber dem Nordpark in Magdeburg lagen sieben Steine im Pflaster des Bürgersteigs. Sie erinnerten an die jüdischen Ehepaare Julius und Emmy Hannach, Paul und Wally Wertheim sowie Arie Leo und Ruth Henschke mit ihrem Sohn Albert Max. Sie wohnten im Hohenstaufenring 9 mit Blick auf den Park und starben durch die deutsche NS-Diktatur. Albert Max Henschke wurde 8 Jahre alt. Doch seit letztem Dienstag sind nur noch zwei Erinnerungssteine da und neben ihnen klafft ein rund zehn Zentimeter tiefes Loch. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Diebstahl. Laut der Polizeiinspektion in Magdeburg klauten Unbekannte die Steine zwischen 10 Uhr und 18 Uhr, am helllichten Tag. Zeu­g:in­nen meldeten sich bislang keine. Erst in der vergangenen Woche wurde in Magdeburg der 800. Stolperstein verlegt (…) Doch das passiert nicht nur in Sachsen-Anhalt: Ebenfalls im Oktober klauten Unbekannte drei Steine in der Nähe von Hannover. In Krefeld in Nordrhein-Westfalen verschwanden im November sieben Steine aus dem Bürgersteig. In Leipzig waren es im Dezember zwei. Das Bundeskriminalamt teilte auf taz-Anfrage kürzlich mit, es könne für 2024 keine Auskunft erteilen. Aber in den drei Jahren zuvor habe die Polizei bundesweit je 20 bis 30 Sachbeschädigungen oder Diebstähle registriert.

via taz: Antisemitismus in Sachsen-Anhalt Stolpersteine in Magdeburg gestohlen