Nach seinem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen zollten Kolleg*innen aller demokratischen Parteien Kevin Kühnert Respekt und wünschten ihm, schnell wieder gesund zu werden. Die AfD reagierte anders. Mehrere AfD-Abgeordnete haben auf die krankheitsbedingte Rücktrittsankündigung von Kevin Kühnert als SPD-Generalsekretär hämisch reagiert. Am extremsten war eine Reaktion von Sachsen-Anhalts AfD-Chef Martin Reichardt, der auf X (vormals Twitter) erklärte: “Gesundheitliche Probleme mit 35? Ist Arbeit den Funktionären der ehemaligen Arbeiterpartei zu anstrengend? Schlechtes Gewissen? Dazu müsste er eins haben. Besseres Angebot? Könnte von transatlantischer Truppe stammen, ist aber unwahrscheinlich. Vermutung: Mehr als 8 Stunden Arbeit am Tag kann der Laumann nicht ab.” Der am Montagnachmittag veröffentlichte Tweet wurde inzwischen kommentarlos gelöscht. In der Vergangenheit hatte Reichardt immer wieder mit persönlichen Beschimpfungen und queerfeindlichen Äußerungen für Aufregung gesorgt. So beleidigte er etwa erst im Mai auf X den offen schwulen Kühnert als “Warmduscher” oder bezeichnete die scheidende bisexuelle Grünen-Chefin Ricarda Lang als “retardiert”. Reichardt war nicht der einzige in der AfD, der Kühnerts Krankheit wenig empathisch entgegen nahm. Sogar AfD-Parteichefin Alice Weidel wollte daraus parteipolitisches Kapital schlagen: “Kevin Kühnert tritt zurücK: Nach dem Rücktritt der Grünen-Vorsitzenden zeigt nun mit der SPD die zweite Regierungspartei Auflösungserscheinungen. Warum tritt #Scholz eigentlich nicht zurück?”, schrieb die Politikerin, die im nächsten Jahr wohl Kanzlerkandidatin der AfD werden soll
via queer: Reaktion auf Rücktritt AfD macht sich über Kühnerts Krankheit lustig