Eine Partei-Affäre um Scheinbeschäftigung und Veruntreuung belastet Marine Le Pen seit Jahren. Nun steht sie mit anderen rechtsnationalen Politikern deswegen vor Gericht. Die 56-Jährige gibt sich gelassen und streitet alle Vorwürfe ab.Zum Auftakt eines Gerichtsprozesses wegen Scheinbeschäftigung und Veruntreuung gegen sie und weitere rechtsnationale Politiker hat Marine Le Pen alle Vorwürfe zurückgewiesen. Sie habe “keine Vorschriften verletzt”, so die Fraktionschefin des Rassemblement National (RN) in Paris. “Ich gehe diesen Prozess mit großer Gelassenheit an”, sagte sie. Vor Gericht wolle sie die “parlamentarische Freiheit” verteidigen. “Wir haben weder gegen politische Regeln noch gegen die Vorschriften des Europäischen Parlaments in irgendeiner Weise verstoßen”, so die 56-Jährige. Sie werde “extrem seriöse und extrem solide Argumente” im Prozess vorbringen. Den insgesamt 28 Angeklagten wird vor einem Strafgericht in der französischen Hauptstadt Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen. Neben der langjährigen Parteivorsitzenden gehört auch Le Pens Vater und Parteigründer Jean-Marie Le Pen zu den Beschuldigten. Aus Gesundheitsgründen erschien der 96-Jährige nicht vor Gericht, wie auch ein weiterer Angeklagter.Die Vorwürfe beziehen sich auf die Jahre 2004 bis 2016 und richten sich gegen die Partei (früher: Front National), damalige Abgeordnete und Assistenten. Dabei geht es um die mögliche Scheinbeschäftigung von Assistenten von mehreren französischen Europaabgeordneten. Zentraler Vorwurf ist, dass Le Pens Partei Gelder für parlamentarische Assistenten vom Europäischen Parlament bekommen hat, die aber eigentlich für die Partei gearbeitet hätten.
via tagesschau: Veruntreuungsprozess gegen Le Pen “Wir haben gegen keine politischen Regeln verstoßen”
sieeh auch: Marine Le Pen weist Vorwurf der Scheinbeschäftigung zurück Knapp sieben Millionen Euro sollen Politiker des Rassemblement National im Europäischen Parlament veruntreut haben. Marine Le Pen kann kein Fehlverhalten erkennen. Im Prozess um die mutmaßliche Scheinbeschäftigung von Mitarbeitern im Europaparlament hat die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen (…) Der 56-jährigen Politikerin des Rassemblement National und 27 weiteren Angeklagten wird zur Last gelegt, öffentliche Gelder veruntreut zu haben. Le Pen und die Beschuldigten sollen vom Europäischen Parlament Geld für parlamentarische Assistenten erhalten haben, die allerdings für die Partei tätig gewesen sein sollen. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Jahre 2004 bis 2016. Insgesamt soll es um eine Summe von knapp sieben Millionen Euro gehen. Marine Le Pen hatte vor einem Jahr bereits vom Europaparlament zurückgeforderte 330.000 Euro überwiesen. Ihre Partei teilte damals mit, dass dies kein Eingeständnis eines Fehlverhaltens sei.