Die AfD empört sich im Magdeburger Landtag über die “dekadente” Eröffnungsfeier bei der Olympiade in Paris – und sieht sich als Vertreter Gottes auf Erden. Das Landesparlament von Sachsen-Anhalt hat am Donnerstag über den AfD-Antrag “Queere Propaganda spaltet – Olympia muss verbinden” (PDF) debattiert. Der Antrag fordert, dass der Landtag gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee die Eröffnungsfeier in Paris missbilligen solle. Die AfD begründete den Antrag damit, dass es bei der Eröffnungsfeier zu einem “Auftritt von Transgender-Personen” gekommen sei, “die in parodierender und anstößiger Weise das letzte Abendmahl Christi in Form einer Party und Modenschau dargestellt haben”. In Wirklichkeit war die kritisierte Szene, in der Dragqueens aufgetreten sind, allerdings nicht vom Wandgemälde “Das letzte Abendmahl” von Leonardo Da Vinci (1452-1519) inspiriert, sondern von “Das Festmahl der Götter” des niederländischen Malers Jan Van Bijlert aus Utrecht (1598-1671). Dabei feiern die Götter des Olymps die Hochzeit von Thetis und Peleus (queer.de berichtete). Der AfD-Abgeordnete Hans-Thomas Tillschneider stellte die Eröffnungsfeier in seiner Rede im Plenum der “wundervollen Feier” bei den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi 2014 entgegen. Diese sei “geschmackvoll” gewesen. Aufgetreten seien “hunderte schlanke Tänzerinnen und Tänzer, schöne Männer und Frauen, die sich voller Kraft und Leichtigkeit harmonisch bewegten”.
via queer: Sachsen-Anhalt AfD stellt Antrag gegen “queere” Olympiade: “Gott ist mit uns. Gott ist mit der AfD”
