Die schlagende Studentenverbindung Vandalia in Graz hat seit Jahrzehnten besonders viele – auch prominente – Mitglieder aus der FPÖ Das Grazer Corps Vandalia, eine schlagende Studentenverbindung nationalistischer und völkischer Prägung innerhalb des Dachverbandes Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV), gerät nach seinem 130. Stiftungsfest in Bedrängnis. Wie der STANDARD berichtete, gab es wegen einiger angeblicher Vorfälle am Abschlussabend des dreitägigen Festes einen Beschwerdebrief aus Berlin an den langjährigen FPÖ-Mitarbeiter Ernst Brandl, der auch als Altherrenobmann des Corps Vandalia fungiert. Darin wird vom Altherrenobmann des Corps Normannia kritisiert, dass einer der von der Normannia entsandten Gäste, ein junger aus Nordmazedonien stammender Corpsbruder, angeblich antisemitisch beschimpft worden sei. Er solle sich sein “dreckiges Judengeld in den Arsch stecken” und “Judenschwein” soll sich der Gast aus Berlin von einem Vandalen, der als Arzt in Deutschland praktiziert und Mitglied der AfD ist, haben anhören müssen. Der junge Mann wurde von dem älteren Vandalen und Bader (wie Ärzte bei Studentenverbindungen auch genannt werden) im Taxi von einem Heurigen in die Stadt gefahren und soll angeboten haben, die Rechnung zu begleichen. Auch das Lied L’amour toujours soll in der rassistischen “Ausländer raus!”-Version gesungen worden sein. Besonders habe sich hier ein junger Österreicher hervorgetan, der auch in einem Sportverein mit Rechtsextremen, teils aus dem Umfeld der Identitären, trainiert (…) Auf dem Stiftungsfest sollen aber noch weitere einschlägige Sätze von Gästen, die selbst nicht der Vandalia angehören sollen, gefallen sein, die für Irritationen gesorgt haben sollen, wie der STANDARD am Donnerstag aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr. So soll ein Gast NS-bezogen verbal entgleist sein.
via standard: VANDALIA VS. NORMANNIA Corps durch Antisemitismusvorwürfe in Bedrängnis
