Früher kümmerten sich der AfD-Abgeordnete Michael Meister und sein Nachbar Michael Kruse gemeinsam um Geflügel in einem Vorort von Ribnitz-Damgarten. Doch nun wirft der Nachbar dem Politiker vor, er habe ihm mit Steuergeld ein Grundstück abkaufen wollen. Meister dementiert und hat wiederum den Nachbarn angezeigt. Hat der AfD-Landtagsabgeordnete Michael Meister versucht, Steuergelder für den Kauf eines privaten Grundstücks einzusetzen? Oder sind die Vorwürfe, die ein Nachbar gegen ihn erhebt, der Gipfel eines Streits, der zur Schlammschlacht eskaliert? Fakt ist, Meister hat besagten Nachbarn aus dem kleinen Ort Petersdorf bei Ribnitz-Damgarten im Dezember 2023 kurz angestellt und mit Landtagsmitteln bezahlt. Alles andere bleibt streitig. Warum und weshalb er dem Bekannten einen Job beschaffte – dazu machen beiden Seiten gänzlich unterschiedliche Angaben. Der Nachbar – Ex-Unternehmer Michael Kruse – behauptet, der Job sei nur ein Vorwand gewesen. Mit dem Gehalt habe Meister ihm eine Waldfläche abkaufen wollen. Ratenzahlung auf Steuerzahlerkosten, so der Petersdorfer. Der AfD-Politiker dementiert und spricht von Versuchen, ihn zu diffamieren. (…) Kruse erhebt schwere Vorwürfe gegen Meister. Es geht um eine etwa 3000 Quadratmeter große Waldfläche, die sowohl an Meisters Grundstück als auch an eine Pachtfläche von Kruse grenzt. Kruse hatte den Wald vor einiger Zeit erstanden und sagt, Meister habe ihm das Gebiet abkaufen wollen. „Für 10 000 Euro“, so der 64-Jährige. Allerdings habe der Abgeordnete den Kaufpreis nicht in einer Summe zahlen, sondern quasi abstottern wollen: „Er wollte mir dafür einen Job in seinem Abgeordnetenbüro verschaffen“, sagt Kruse. Seine Darstellung: Er sollte so lange pro forma für Meister arbeiten, bis der Kaufpreis auf Staatskosten bezahlt worden wäre. Erst dann hätte der Verkauf offiziell vollzogen und beurkundet werden sollen. „Ich hätte zu meinem Wort gestanden“, sagt Kruse. Den Arbeitsvertrag gibt es wirklich. Kruses hat ihn der OZ vorgelegt. Und auch Geld hat Kruse erhalten. Überwiesen von der Landeszentralkasse – also aus Mitteln des Landes. Die entsprechenden Kontoauszüge konnte die OZ ebenfalls einsehen. (…) Doch Kruse will gar nicht für Meister gearbeitet haben. „Ich war mit meiner Frau fast den ganzen Dezember verreist.“ Er kann beispielsweise Fährquittungen aus Italien als Beleg vorlegen. „Es war ja nie vorgesehen, dass ich für Meister arbeite. Es ging immer nur um das Waldgrundstück.“

via ostsee-zeitung: Grundstückskauf auf Steuerkosten oder Nachbarschaftsstreit? Vorwürfe gegen Rostocker AfD-Mann