Die AfD verteilt ein Flugblatt, in der das “Regenbogen-Regime” beschuldigt wird, Kinder sexuell zu missbrauchen. Die Stadt Osnabrück schaltet daher die Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung ein. Ist die Behauptung, dass in Kindertageseinrichtungen die Frühsexualisierung von Kindern drohe und dafür die queere Szene verantwortlich sei, Volksverhetzung? Diese Frage muss in Osnabrück geklärt werden. Die Stadtverwaltung übergab einen entsprechenden Flyer der AfD zur Prüfung an die Staatsanwaltschaft, sagte ein Sprecher der Kommune. Allerdings lag der Anklagebehörde das Faltblatt noch nicht vor, sagte eine Sprecherin. Zuvor hatte die “Neue Osnabrücker Zeitung” berichtet. Die AfD hatte in einem Osnabrücker Stadtteil ein Faltblatt verteilen lassen, in dem es unter anderem wörtlich heißt: “Wir erleben die Legalisierung von Pädophilie.” An anderer Stelle steht: “Frühsexualisierung ist Staatsdoktrin: Laut offizieller Standards von Bund und WHO sollen schon Kleinkinder masturbieren lernen und selbst Babys werden als sexuelle Wesen bezeichnet.” Schuld sei dabei das “Regenbogen-Regime”, also homosexuelle und trans Personen. Kinder würden von ihnen “zu Sexspielen animiert” und Kitas würden “fremde Männer” im “intensiven Körperkontakt” mit Kindern rangeln lassen. Zudem werde in den den Einrichtungen “Trans-Propaganda für die Kleinsten” gemacht. (…) SPD-Stadtratsmitglied Robert Alferink bezeichnete den Flyer als Volksverhetzung: “Für mich ist dieser Flyer ein weiterer Beweis, dass die AfD an die niedersten Instinkte im Menschen appelliert und offensichtlich nicht davor Halt macht, mit Lügen und grotesken Unwahrheiten Eltern zu verunsichern und das Vertrauen in die – hier kommunalen – Institutionen zu erschüttern”, sagte der Kommunalpolitiker der NOZ.
via queer: Osnabrück Staatsanwaltschaft soll homophoben Kita-Flyer der AfD prüfen