Sie trainieren Kampfsport, sind rechtsextrem und gefährlich: “Active Clubs” etablieren sich aktuell in Deutschland. Auch die Bundesregierung sieht eine große Gefahr. “Ihr Vorbild ist die Sturmabteilung (SA) der Nazis”: So warnte der Terrorismus-Experte Hans-Jakob Schindler in einem t-online-Interview kurz vor der Fußball-Europameisterschaft vor einem neuen rechtsextremen Phänomen in Deutschland, den sogenannten “Active Clubs”.(…) Die Bundesregierung gibt eine ähnliche Einschätzung wie Schindler: Das Gewalt- und Bedrohungspotenzial der “Active Clubs” bewertet die Regierung als “potenziell erheblich”. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Martina Renner hervor, die t-online exklusiv vorliegt. Die Regierung sieht die Gefahr im “zügig voranschreitenden Ausbau von Strukturen in Deutschland”, einer “europaweiten und internationalen Vernetzung” und “einer vergleichsweise hohen Konspirativität bei gleichzeitig starken Rekrutierungsbemühungen junger Männer für das gewaltorientierte rechtsextremistische Spektrum”. Das Phänomen stammt ursprünglich aus den USA. In den Clubs bereiten sich laut Schindler “rechtsextreme, gewaltorientierte weiße Männer auf den Tag X vor, an dem die Gesellschaft nach ihrer Ansicht zusammenbrechen soll”. Das geschieht vornehmlich durch Kampftraining. Doch um den Kampf nicht nur zu trainieren, zetteln die Gruppen auch Schlägereien in der Öffentlichkeit an. Und sie gewinnen immer mehr Mitglieder. Die “Active Clubs” wollen laut der Bundesregierung mit “Kampfsport, Ästhetik und öffentlichkeitswirksamen Propagandaaktivitäten junge weiße Männer für das rechtsextremistische Spektrum rekrutieren”.

via t-online: “Erhebliches Bedrohungspotenzial” Bundesregierung warnt vor “Active Clubs” in Deutschland