Die AfD hatte nach dem Ausschluss von Spitzenkandidat Krah aus der EU-Delegation auf eine Wiederannäherung an die ID-Fraktion im Europaparlament gehofft. Vergeblich, wie sich nun zeigt: Das Rechtsaußen-Lager lehnt die Wiederaufnahme der AfD ab.Die rechte Fraktion Identität und Demokratie (ID) im EU-Parlament will die AfD trotz des Ausschlusses des umstrittenen Spitzenkandidaten Maximilian Krah aus ihrer Parlamentsdelegation vorerst nicht wieder aufnehmen. Der Sprecher von AfD-Co-Chefin Alice Weidel bestätigte eine entsprechende Meldung des Magazins Politico. Die Chefin des französischen Rassemblement National, Marine Le Pen, und andere ID-Vertreter hätten diese Entscheidung bei einem Treffen in Brüssel getroffen.Nach verharmlosenden Äußerungen Krahs zur nationalsozialistischen SS hatte die ID-Fraktion im Europaparlament die AfD-Gruppe kurz vor der Europawahl ausgeschlossen. Um wieder anschlussfähig zu sein, hatten die neu gewählten AfD-Abgeordneten am Montag nach der Wahl mehrheitlich entschieden, Krah nicht in ihre Delegation aufzunehmen.

via tagesschau: Europaparlament Rechte ID-Fraktion nimmt AfD nicht wieder auf

siehe auch: Streit nach Ausschuss aus EU-Fraktion :AfD bleibt draußen – Krah freuts Nach dem Ausschluss von Krah ist in der AfD heftiger Streit entbrannt. In die extrem rechte ID-Fraktion im EU-Parlament darf sie nicht zurück. Obwohl die frisch gewählte AfD-Delegation ihren skandalbehafteten Spitzenkandidaten Maximilian Krah abgesägt hat, wird sie nicht in die ID-Fraktion im EU-Parlament aufgenommen. Damit sind die Bemühungen um eine Aufnahme in die Riege der extrem rechten Parteien um die österreichische FPÖ, das französische RN und das belgische Vlaams Belang nach nur drei Tagen bereits gescheitert. Der AfD-Delegation droht damit die Fraktionslosigkeit – und im Zuge dessen weniger Redezeit, Gelder und Mitarbeiter. Die Entscheidung soll nach einem nicht-öffentlichen Treffen der französischen extremen Rechten Marine Le Pen vom Rassemblement National (RN) mit dem italienischen Lega-Chef Matteo Salvini und anderen Politikern der ID-Fraktion in Brüssel gefallen sein. Auch Herbert Kickl, Chef der österreichischen FPÖ sowie der Niederländer Geert Wilders sollen teilgenommen haben. „Eine offizielle Stellungnahme liegt uns noch nicht vor“, sagte AfD-Parteichefin Alice Weidel der taz. Man warte noch Telefonate mit Freunden in Belgien ab, dann werde man weitere Sondierungen betreiben und ausloten, „welche Optionen es für alternative Zusammenschlüsse gibt“. Man sei aber zuversichtlich. Konkreter, mit wem die AfD zusammenarbeiten wolle, wurde sie nicht. In die Karten spielt die Nichtaufnahme in die Fraktion vor allem einem: Maximilan Krah selbst. Der wegen Korruptionsvorwürfen erst aus dem Wahlkampf und dann aus der EU-Delegation geworfene ehemalige Spitzenkandidat hat schon längst einen Spin gesetzt, der auch die Parteibasis überzeugt: Die AfD solle sich „nicht von einer ausländischen Partei vorschreiben lassen, mit wem sie antritt“. Eine Wiederaufnahme in die ID-Fraktion hatte er von Anfang an als illusorisch bezeichnet. Die Aufgabe besteht darin, eine eigene, neue Fraktion zu gründen. Dafür stehe ich bereit“, sagte er nun der taz.