Dealen mit Crystal Meth und Cannabis sowie unerlaubter Waffenbesitz: Die Liste der Vorwürfe gegen drei Männer aus Colditz war lang. Nach einer Razzia mussten sich der Vater und seine Söhne vor dem Landgericht Leipzig verantworten. Nun wurde das Urteil gesprochen, das milder ausfällt als anfangs gedacht. Im Prozess gegen eine Familie aus Colditz hat das Landgericht Leipzig die Angeklagten zu mehreren Jahren Haft verurteilt. Vater Ralf N. erhielt eine Freiheitsstrafe von vier Jahren. Die ebenfalls angeklagten Söhne Uwe N. und Andreas N. wurden zu einer Haftstrafe von je drei Jahren verurteilt. Die Strafe wurde wegen Drogenhandels mit Crystal Meth erlassen. Es wurden zwar Waffen bei der Durchsuchung gefunden. Der ursprüngliche Verdacht des bewaffneten bandenmäßigen Handels erhärtete sich allerdings nicht. (…) Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft sechs Jahre Haft für Ralf N. und für die Söhne dreieinhalb Jahre und viereinhalb Jahre Gefängnis gefordert. Die Strafen wurden abgemildert, weil der Vorsitzende Richter am Landgericht Leipzig “gravierende Mängel” beim Ermittlungsverfahren festgestellt hatte. (…) Nach MDR-Recherchen soll die Familie zudem einem rechtsextremen Netzwerk angehören. Ihre mutmaßlichen Verbindungen zum Rechtsextremismus wurden im Prozess nicht behandelt. Auch der Innenausschuss des Sächsischen Landtages hatte sich bereits mit Colditz, der Familie N. und den rechtsextremen Strukturen in der Kleinstadt befasst.

via mdr: LANDGERICHT LEIPZIG Drogenhandel: Haftstrafen für Vater und zwei Söhne aus Colditz