Seit Wochen liegt die AfD in Umfragem ziemlich stabil bei 20 Prozent. Wie weit rechts die Partei steht, konnte man am Samstag in Mainz sehen. Auf der sogenannten “Alternativen Buchmesse” traf sich die “Neue Rechte” – unterstützt von AfD-Promis. “Alternative Buchmesse” in Mainz für rechte Verlage: Verfassungsschutz ist alarmiert. Es sind nur einige wenige Stände auf der rechts-alternativen Buchmesse am äußersten Rand von Mainz: ein Tisch mit Comics, einige Büchertische und das Magazin, das der Schirmherr selbst produziert, gleich am Eingang. Trotzdem steht die Veranstaltung unter Polizeischutz. Organisiert wird das Treffen rechter Verlage vom Verein “Zentrum Rheinhessen”, Unterstützer sind unter anderem AfD-Prominente. Sebastian Münzenmeier, AfD-Bundestagsabgeordneter aus Mainz und Schirmherr der Veranstaltung, sagt: “Wir bieten den Verlagen, die vielleicht auf der Frankfurter Buchmesse nicht erwünscht sind, eine Alternative Buchmesse. Jeder kann vorbeischauen.” Doch besonders weit her mit der Offenheit ist es vor Ort dann nicht. Die Besucherinnen und Besucher dieser Buchmesse dürfen – im Gegensatz zur großen Frankfurter Buchmesse – nicht gefilmt werden. Dabei war im Internet für die Messe in Mainz geworben worden, allerdings vor allem in rechtsextremen Foren, so der Verfassungsschutz. “Was wir vor allem sehen, ist, wie offen sie auftreten, wie offen sie das im Internet bewerben, wie offen auch Rechtsextremisten ankündigen, dass sie dort die Veranstaltungen besuchen”, beschreibt der Leiter des rheinland-pfälzischen Verfassungsschutzes, Elmar May, das Vorgehen. Er spricht von einem Novum, insbesondere in Rheinland-Pfalz. Veranstaltungsort ist das “Zentrum Rheinhessen”, in dem Münzenmeier und andere AfD-Abgeordnete auch ihre Büros haben.

via swr: “Alternative Buchmesse” in Mainz für rechte Verlage: Verfassungsschutz ist alarmiert

siehe auch: Rund 100 Personen demonstrieren gegen rechte Buchmesse. Zwei getrennte Kundgebungen haben in Mainz-Hechtsheim am Samstagmittag gegen die Veranstaltung im AfD-nahen Zentrum Rheinhessen protestiert. Im Rahmen von zwei getrennten Kundgebungen haben insgesamt rund 100 Menschen am Samstagvormittag und -nachmittag gegen die „Alternative Buchmesse“ im Zentrum Rheinhessen in Hechtsheim demonstriert. Zunächst versammeln sich um 10 Uhr am Morgen rund 50 Demonstranten unter dem Motto „Gegen rechte Vernetzung in Mainz“ an dem von der Polizei errichteten Absperrgitter in Sichtweite des Gebäudes, während gleichzeitig die Teilnehmer der Buchmesse nach und nach eintreffen. Von der Demonstration erklingen die Internationale und „Antifa“-Rufe, zu Zwischenfällen kommt es nicht. Nachdem die erste Demonstration beendet ist, formiert sich am frühen Nachmittag die zweite Kundgebung, die vom Verein Schwuguntia angemeldet wurde, der sich für die Sichtbarkeit und Akzeptanz der LGBTIQ+-Community in Mainz einsetzt. Auch hier kommen ungefähr 50 Personen zusammen. Man habe eine eigene Versammlung organisiert, da man einen queeren Akzent habe setzen wollen, erklärt der Vereinsvorsitzende Philipp Gresch. „Wir wollten zeigen, dass auch wir gegen rechte Tendenzen sind.“ In seiner Ansprache erklärte Gresch, in Hechtsheim habe sich ein „antidemokratisches Zentrum“ gegründet, das über Mainz hinaus wirken solle. Den Akteuren hinter dem Zentrum gehe es darum, Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen, Minderheitenrechte zu missachten und Feindbilder aufzubauen. „Dem stellen wir uns entgegen“, so Gresch.