Vergangenen Samstag lud die rechtsextreme „Neue Stärke” zur konspirativ organisierten „Bundesparteitagsversammlung” nach Erfurt. Weder der improvisiert wirkende Rahmen der Veranstaltung noch deren Ergebnis waren ein Zeichen der Stärke: Nach dem „unehrenhaften Rücktritt’’ der Vorstandsvorsitzenden Michel Fischer und Bryan Kahnes straften die Anwesenden den kompletten Bundesvorstand ab und setzten stattdessen auf gänzlich unerfahrene Personen. (…) Ein Polizist spricht von einem Treffer, als er vor Ort nach dem Vernetzungstreffen gefragt wird. Man sei zur Gefahrenabwehr präsent, Teilnehmende müssten entsprechend mit An- und Abreisekontrollen rechnen. So zum Beispiel Dietmar Möller, einst Erfurter Ortsteilbeirat für die NPD und Die Rechte, der im Verlauf des Tages in die Rolle des Schatzmeisters der Partei gewählt wurde. Sara Storch aus Leipzig, frisch gewählte Vorsitzende, passiert die Polizei und verlässt den Parteitag vorzeitig. An Storchs Seite wird Christoph Thews, Neonazi aus dem mecklenburgischen Waren an der Müritz, die Partei leiten. Beide sind parteipolitisch gänzlich unerfahren, die Wahl der Personalien überrascht. Thews fiel bereits kurz nach seiner Wahl als Störer bei einer Gedenkveranstaltung an die Reichspogromnacht in seinem Heimatort Waren auf. David Liermann, Florian Reibe und Benjamin Pötzsch fungieren zukünftig als stellvertretende Parteichefs, gleich ein ganzes Dutzend Personen sind zudem Beisitzer im Bundesvorstand geworden. Klatsche für alte Leitung Ihre Vorgänger hingegen wurden abgestraft (…) So zum Beispiel Florian Grabowski, Teil der „Neuen Stärke Rheinhessen’’, welche nach mehreren gescheiterten Aufmarschversuchen im Raum Mainz nicht mehr an Demonstrationen in Thüringen oder Sachsen-Anhalt teilnahm. So verbleibt mit Sven Ermel nur eine Person aus der Region der Rheinhessen im Leitungsgremium der Partei. Auch Patrick Schmidt, ehemaliger Vorstandsvorsitzender aus Magdeburg, verlor seinen Posten. Damit verschwinden innerhalb kurzer Zeit mit Michel Fischer, Enrico Biczysko und Bryan Kahnes drei Thüringer Kader aus der Chefetage, auch alte Bekannte aus Rheinland-Pfalz und Magdeburg müssen ihren Platz verlassen.
via endstation rechts: „Unehrenhafter Rücktritt’’: „Neue Stärke’’ muss neuen Vorstand wählen