Früher war Kurt Rohrmoser Verkehrserzieher bei der Ebersberger Polizei. Heute ist er der Querdenker vom Dienst suspendiert. In einem Interview erklärt er sich. Hände an die Lenkstange, Armzeichen, Schulterblick, abbiegen – einst brachte Kurt Rohrmoser als Verkehrserzieher der Ebersberger Polizeiinspektion Grundschülern das richtige Verhalten im Straßenverkehr bei. Ein paar Jahre später biegt der 57-Jährige selbst falsch ab und kritisiert mit drastischen Worten einen Polizeieinsatz auf seinem Telegram-Kanal. Der Polizeioberkommissar wird daraufhin vom Dienst suspendiert – als einer von vier Polizeibeamten, die laut Innenministeriums seit Beginn der Pandemie wegen Querdenkertums vorerst aus dem Dienst in der bayerischen Polizei entfernt wurden. Fast so schnell wie das Coronavirus selbst mutierten auch sie. Vom Freund und Helfer zum Freund und Schwurbler. Seit Rohrmoser keinen Dienst mehr schiebt, scheint es ihm nicht langweilig zu sein. Er postet weiter auf Telegram Corona-Verschwörungstheorien und engagiert sich als kommissarischer 2. Vorsitzender im Verein „Polizisten für Aufklärung“, einem Sammelbecken für Querdenker in Uniform und Corona-Leugner. Auf der Homepage heißt es, in dem Verein engagierten sich Menschen aus Polizei, Militär, Rettungsdienst, Justiz und Feuerwehr sowie Mitarbeiter anderer staatlicher Institutionen mit dem Ziel, „die freiheitliche demokratische Grundordnung zu wahren und zu verteidigen“.
Mitbegründet hat den Verein der im November gestorbene Ex-Polizist Karl Hilz. Der 64-Jährige war zentraler Akteur der Corona-Proteste in Bayern und reiste bundesweit zu Kundgebungen. Dabei wurde er mehrfach in Gewahrsam genommen. Seit Hilz’ Tod führt der Weißenburger Polizist Bernd Bayerlein (auch suspendiert) als Interims-Vorsitzender die Geschäfte, Rohrmoser rückte vom Beisitzer zum 2. Vorsitzenden auf. Er sei „in Nullkommanix vom Polizeioberkommissar zum suizidalen Reichsbürger“ geworden, prangert der Verein dessen Suspendierung an. Mehrere Anfragen an den Verein und die Bitte um ein Gespräch mit Rohrmoser bleiben unbeantwortet, offensichtlich will man sich gegenüber der „Systempresse“ nicht äußern. Dafür gibt sich Rohrmoser im Internet umso gesprächiger. In einem Interview vom 25. November, geführt von einer Maria Pia de Vos, schildert er, wie es zu seiner Suspendierung kam
via merkur: Polizist wird zum Querdenker: Nach seiner Suspendierung gibt er ein Interview, das Angst macht