Am Abend der 26. September 1980 riss am Haupteingang zum Oktoberfest eine Bombe zwölf Besucher in den Tod, auch der rechtsextreme Bombenleger Gundolf Köhler starb. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt. Zum Jahrestag des Attentats werden an der Stelle am Sonntag Überlebende, Angehörige von Opfern und Vertreter der Stadtgesellschaft zu einem Gedenken erwartet. Wie in früheren Jahren wird Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) dabei sein. Neben einer Überlebenden von 1980 wird erstmals Astrid Passin als Vertreterin von Betroffenen des Anschlags am Breitscheidplatz in Berlin sprechen. Auch Betroffene anderer Attentate müssten oft um Unterstützung kämpfen; staatliche Hilfe komme oft zu spät oder reiche nicht, erläuterte die DGB Jugend, die das Gedenken seit Jahrzehnten organisiert. Das Oktoberfest-Attentat war der schwerste rechtsextreme Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik. Er wurde jedoch gleich zu Anfang als Tat eines Einzelnen aus persönlichem Frust dargestellt, das galt dann jahrzehntelang Ermittlungsergebnis. Erst im Juli 2020 stellte die Bundesanwaltschaft nach neuen Ermittlungen ausdrücklich fest, dass Köhler aus rechtsextremistischer Motivation handelte. Er wollte demnach die damalige Bundestagswahl beeinflussen und wünschte sich einen Führerstaat nach dem Vorbild des Nationalsozialismus. Bis heute kämpft der Überlebende Robert Höckmayr (53) um Entschädigungsleistungen. Er habe 2016 eine Klage gegen den Freistaat eingereicht, sagte er auf Anfrage. “Die Klage läuft immer noch.” Der Bayerische Rundfunk hatte darüber berichtet. Höckmayr hatte direkt bei dem Anschlag zwei jüngere Geschwister verloren, sie starben vor seinen Augen. Er selbst überlebte schwer verletzt und musste seither Dutzende Operationen über sich ergehen lassen.

via pnp: Gedenken zum Oktoberfest-Attentat – Betroffene kämpfen um Hilfen