Protest der AfD gegen SWR : Eine Grenze überschritten

Nach dem „Oma-Video“ hat die AfD in Baden-Baden gegen die Öffentlich-Rechtlichen gehetzt, darunter der Politiker Dubravko Mandic. Der Auftritt könnte strafrechtliche Folgen haben. Seit der Gründung der AfD stieß fast jede Grenzüberschreitung der Partei auf Widerhall: Auf Provokation folgte Empörung bei den politischen Gegnern. Nach dem 6. Januar war das anders; lange äußerte sich kein namhafter Politiker auf Bundes- oder Landesebene. Der baden-württembergische AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Räpple hatte zu einer Demonstration vor dem Redaktionsgebäude des SWR in Baden-Baden eingeladen. Ein Anlass war das „Oma-Video“ des WDR, für das der SWR keinerlei redaktionelle Verantwortung trägt. Gegen Räpple läuft ein Parteiausschlussverfahren, die AfD hatte dennoch über ihren „Basisverteiler“ etwa 5000 Mitglieder angeschrieben. Etwa 150 AfD-Anhänger folgten dem Aufruf und fanden sich vor dem Gebäude ein, in dem die „trimediale Programmdirektion“ ihren Sitz hat. (…) Später begrüßte Räpple den „Revoluzzer“ Dubravko Mandic aus dem „linksgrün versifften Freiburg“. Die Demonstranten skandierten während der dann folgenden Reden immer wieder „Widerstand, Widerstand“ und „Lügenpresse, Lügenpresse“. Mandics Rede wurde von den Demonstranten bejubelt und beklatscht: Das „stolze Baden“ habe sich versammelt, er blicke in „furchtlose, stolze Gesichter“. Mit Blick auf die SWR-Redakteure in ihren Büros sagte er: „Etwas zart besaitet die Herrschaften da oben, erzählen uns jeden Tag Lügen, aber wenn man sie dabei ertappt, dann fühlen sie sich gleich bedroht da oben. Ich sage Ihnen da oben, das hier ist nur der Anfang. Wir werden Sie aus ihren Redaktionsstuben vertreiben – wir werden uns Ihre Lügen nicht länger anhören. Das ist erst der Anfang des Sturms.“ Mandic beschimpfte die Redakteure als „kleine Wichte“, an deren Händen „Blut klebe“, die sich mit einem durchschnittlichen Gehalt von 9000 Euro „dumm und dämlich“ verdienten. Die Rede gipfelte in einer weiteren Drohung an die SWR-Mitarbeiter: „Ich sage Ihnen, was wir mit Ihrem Geld machen werden: Wir werden Sie zur Kasse bitten, dereinst werden Sie für Ihre Verbrechen bezahlen müssen, dann werden Sie von Ihrer Pension die Opfer der Messergewalt irgendwann durchfüttern müssen.“ (…) „Von uns befragte, namhafte Strafrechtsexperten sehen die Wortwahl von Herrn Mandic nicht mehr durch die Meinungsfreiheit gedeckt, möglicherweise ist die Grenze zu einer strafbaren Handlung überschritten worden. Deshalb wird der SWR weiter prüfen und beraten, welche Konsequenzen aus diesem Fall nun zu ziehen sind“, sagte Hermann Eicher, Justitiar des Senders, im Gespräch mit dieser Zeitung.

via faz: Protest der AfD gegen SWR : Eine Grenze überschritten

White supremacist social network site exposed

One particularly infamous aspect of the site is the option for users to send each other pro-Nazi GIFs, animations and emojis. A white supremacist social network connects neo-Nazis and fascists from around the world allowing them to express their controversial opinions unfiltered, the Middle East Media Research Institute reported. MEMRI’s investigative report left the name of the website, WorldTruthMX, censored, but its name was disclosed in an interview with one of its founders with the far-right publication Occidental Observer, which the MEMRI report cited. Founded in 2012 and currently boasting a membership base of 1,500 users, WorldTruthMX bears similarities to Facebook, allowing users to message one another and share stories and images on each other’s pages. Notably, the site markets itself as a promoter of free speech with zero censorship, allowing the sharing of uniquely pro-Nazi imagery, as well as allowing niche communities such as a KKK subsidiary to have an outlet and platform.
Membership is not required to access the site though membership packages are offered, and users are encouraged to support the site through credit card payments or cryptocurrency. Further adding to the site’s controversy as a home to radical white supremacist ideology, the website uses the banner of the Démocratie Participative, a French website known to be antisemitic, anti-LGBT, anti-black and anti-Muslim. The banner also bears a resemblance to the banner of The Daily Stormer, though WorldTruth’s banner includes a saluting Adolf Hitler. One particularly infamous aspect of the website is the option for users to send each other unique pro-Nazi GIFs, animations and emojis. While standard emojis are available, other, far more controversial ones, are, as well. These range from Pepe the Frog, the “OK” hand symbol, which has been appropriated by white supremacists, a noose, a Zyklon-B gas canister, a caricature of a greedy Jew rubbing his hands in glee and a depiction of a black man labeled “N*.” In the documents tab of the website, users are able to access a library of shareable antisemitic texts. This compilation includes SS publications that focus on race theory and mate selection, as well as Martin Luther’s infamous text, “Concerning the Jews and their Lies.”

via jpost: White supremacist social network site exposed

https://twitter.com/marmitemarmz/status/1218894821240320000

Bauern und Nazis: So wollen Rechtsradikale die Trecker-Proteste nutzen

Am Freitag tauchten vor einer großen Traktor-Demo Plakate mit Nazi-Botschaften auf. Im Gespräch mit dem RND erklärt einer der Veranstalter, mit welchen Tricks die Rechten die Bauernproteste unterwandern wollen. Und was die Landwirte dagegen tun können. (…) In Nürnberg tauchten am Freitag zwei Traktoren mit zweifelhaften Botschaften auf: Eiserne Kreuze, ein Reichsadler und die Sprüche „Die Wahrheit siegt“ und „Klagt nicht, kämpft“: Die Banner an den Traktoren nahmen starke Anleihen an nationalsozialistischen Botschaften. Im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) erklärt einer der Anmelder der Landwirte-Demo in Nürnberg, wie er den Vorfall erlebte. Die beiden Traktoren seien lange vor dem Eintreffen der Bauernkonvois auf das Gelände gefahren. „Die sind an mir vorbeigefahren und in verschiedene Richtungen abgebogen“, sagt Andreas Geistmann. Mithilfe der Polizei habe er einen der Fahrer zur Rede gestellt. Der habe das Banner widerstandslos abgenommen und übergeben. Die Polizei hatte den Fall geprüft, sah aber laut Geistmann keine strafrechtlich relevante Botschaft auf dem Banner. Das sei „eine unschöne Sache“, sagt Geistmann. Letztlich seien die Banner aber längst verschwunden gewesen, als die eigentliche Kundgebung begonnen habe. (…) Diese offensichtlichen rechten Umtriebe lassen sich leicht unterbinden. Schwerer wird es bei den subtileren Methoden der Stimmungsmache. Die Landwirte gehen mit der Zeit und organisieren sich in Whatsapp-Gruppen. Dabei sind ihnen des Öfteren Nutzer aufgefallen, die mit besonders radikalen Forderungen auftraten. So habe ein Mitglied dazu aufgefordert, Gülle auf Straßen zu verteilen. Später sei herausgekommen, dass der Mann nicht einmal Bauer sei und einschlägigen rechten Gruppen nahesteht.

via rnd: Bauern und Nazis: So wollen Rechtsradikale die Trecker-Proteste nutzen

Antisemitismus im Kanzleramt? Beschwerde aus Fahrbereitschaft

Immer wieder wird in der Politik über wachsenden Antisemitismus geklagt.
Jetzt wird ein Vorfall aus dem Kanzleramt gemeldet. Beschwert hat sich ein aus dem Libanon stammender Mann über Kollegen in der Fahrbereitschaft. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat sich einem Medienbericht zufolge mit einem ihm gemeldeten Vorfall in der Fahrbereitschaft des Bundeskanzleramtes beschäftigen müssen. Nach Informationen der “Bild am Sonntag” wandte sich vor einem Jahr ein aus dem Libanon stammender Mann jüdischen Glaubens an Klein und berichtete ihm, mehrere Kollegen in der Fahrbereitschaft hätten ihn unter anderem als “Judensau” und “Kanake” bezeichnet. Kleins Sprecherin bestätigte den Vorgang, wollte der Zeitung aber aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Details nennen.

via rnd: Antisemitismus im Kanzleramt? Beschwerde aus Fahrbereitschaft

Neonazis gedachten verstorbenem Landeschef

In Chorin OT Golzow (Landkreis Barnim) wurde gestern der ehemalige Landeschef von Die RECHTE zu Grabe getragen. Ein brauner Liedermacher organisierte das letzte Szene-Geleit, an dem sich ungefähr 50 Neonazis beteiligten. Nur mühsam bricht sich das Sonnenlicht durch den Laubhain, der die Allee zum rotverklinkerten Friedhofseingang im Choriner Ortsteil Golzow bildet. Es ist der letzte Weg von René „Rudi“ Herrmann, einem der führenden Köpfe des Brandenburger Neonazimilieus. Einer der Ersten, welche sich an diesem recht kühlen Samstagmorgen vor dem Friedhof der Gemeinde einfinden, um dem letzten Gang des Verstorbenen beizuwohnen, ist der Templiner Sebastian Döhring. Der auch unter dem Pseudonym „Fylgien“ auftretende neonazistische Liedermacher hatte zuvor die Zusammenkunft der braunen Weggefährten Herrmanns maßgeblich über seinen Telegram-Channel organisiert.

via presseservice rathenow: Neonazis gedachten verstorbenem Landeschef

#Jugendfeuerwehr und Lippes #Landrat lassen „besorgten Vater“ abblitzen – „Mein Sohn soll nicht neben einem Syrer sitzen“ – #schauhin #kaltland #pack

Nachdem ein Vater gefordert hat, dass sein Sohn bei der Jugendfeuerwehr in Schlangen nicht neben einem syrischen Kind sitzen soll , hat sich am Mittwoch Lippes Landrat Axel Lehmann (SPD) zu Wort gemeldet. „Ausgrenzung von Mitgliedern oder beleidigende Sprüche in einer Jugendfeuerwehr oder in Vereinen, die Jugendarbeit betreiben, sind besonders zu verurteilen. Dort sammeln junge Menschen schließlich erste Erfahrungen, die ihr Leben prägen werden.“ Schlangens Bürgermeister Ulrich Knorr (SPD) spricht von einem „beschämenden Fall von Fremdenfeindlichkeit”: Ihm zufolge hat ein Vater die Leitung der Jugendfeuerwehr aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass sein Sohn in den gemeinschaftlichen Stunden nicht mehr neben einem syrischen Jungen sitzt. Knorr machte den Fall in der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Schlangen öffentlich. Die anwesenden Mitglieder zeigten sich in einer ersten Reaktion lautstark empört. „Dass so etwas in der heutigen Zeit noch vorkommt, macht nur wütend”, meinte ein Feuerwehrmann. (…) Die Forderung des Vaters als Einzelfall abzutun, findet der Bürgermeister falsch, wie er betonte: „Leider ist derartiges Gedankengut schon fast Alltäglichkeit in unserer Gesellschaft. Ich kann deshalb nur sagen: Wehret den Anfängen, um solchen Prozessen möglichst frühzeitig Einhalt zu gebieten.” Etwas resigniert fügte Knorr hinzu: „Aber was gelten bei solchen Menschen schon Anstand und Moral?”

via westfalen-blatt: Jugendfeuerwehr und Lippes Landrat lassen „besorgten Vater“ abblitzen „Mein Sohn soll nicht neben einem Syrer sitzen“

Fotos von John Demjanjuk im Konzentrationslager Sobibor aufgetaucht

Im Nachlass eines früheren stellvertretenden Kommandanten des Vernichtungslagers Sobibor sind nach Angaben des Berliner NS-Dokumentationszentrums Topographie des Terrors Fotos des NS-Täters John Demjanjuk aufgetaucht. Es sei das erste Mal, dass der 2011 in München verurteilte Nazi-Helfer auf dem Lagergelände zu sehen ist. Das ist eine kleine Sensation: Demjanjuk hatte bis zu seinem Tod im März 2012 nicht zugegeben, Aufseher in Sobibor gewesen zu sein. Der Prozess gegen ihn, in dem er 2011 wegen Beihilfe zum Mord an 28 060 Juden zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, war ein zäher Indizienprozess. Demjanjuk starb 2012 mit 91 Jahren in einem Altenheim in Bad Feilnbach bei Rosenheim. Das Urteil gegen ihn wurde nie rechtskräftig, weil er starb, bevor über die von Verteidigung und Staatsanwaltschaft beantragte Revision entschieden war. Der gebürtige Ukrainer war einer der letzten Nazi-Verbrecher, die für ihre Taten zur Verantwortung gezogen wurden und hatte vor seiner Auslieferung nach Deutschland jahrzehntelang unbehelligt als Automechaniker in den USA gelebt. Die alten Fotos, auf denen er nun zu sehen sein soll, stammen nach Angaben des Berliner Dokumentationszentrums aus dem Nachlass von Johann Niemann, einem früheren stellvertretendenden Sobibor-Kommandanten. Sie gehören zu einer Reihe von mehr als 350 Fotos von der sogenannten »Aktion Reinhardt«, bei der nach Angaben des NS-Dokumentationszentrums 1,8 Millionen Juden in dem von Deutschland besetzten Polen ermordet wurden. Die Bilder böten bisher unbekannte Einblicke in die nationalsozialistischen Massenverbrechen und zu den deutschen Lagern im besetzten Polen, hieß es. Sie sollen der Öffentlichkeit vom 28. Januar an in Berlin gezeigt werden.

via ja: Fotos von John Demjanjuk im Konzentrationslager Sobibor aufgetaucht