Tod von Amadou Diabate: Die Umstände eines Mordes

In der Kleinstadt Zeven ist der 27-jährige Amadou Diabate umgebracht worden. Seine Freunde glauben an rassistische Motive. Sie werden bedroht. Seit Amadou tot ist, haben seine Freunde Angst. Nicht dass es in Zeven sonst ganz unproblematisch wäre, als Geflüchteter zu leben. Da sind die Nachbarn, die als schroff, die Behörden, die als schikanös erlebt werden. Da sind offen rassistische Facebook-Posts und feindselige Kommentare gegen die Kinder. Aber am 25. Juni 2020 ist Amadou Diabates Leiche in seiner Kellerwohnung aufgefunden worden. Der Tod sei infolge von Fremdeinwirkung eingetreten, das hat das rechtsmedizinische Gutachten ergeben. Ein Mord. (…) Die Polizei in Rotenburg ermittelt. Sie hat eine Mordkommission gebildet, sie befragt die Nachbarn, die nichts von dem Mord gehört haben. Ernst genommen fühlen sich die Geflüchteten in Zeven nicht. Für die Polizei stehe bereits fest, dass es sich nicht um eine rassistische Tat gehandelt habe, befürchtet Keita. „Die sagen, das gibt es nicht in Zeven.“ (…) Einbruchsspuren gibt es nicht, weshalb die Polizei davon ausgeht, er habe den oder die Täter*innen in die Wohnung gelassen. Die Befürchtung, es könne sich um einen rassistischen Mord gehandelt haben, schließt der Polizeisprecher Heiner van der Werp zwar nicht völlig aus, „aber die Umstände sprechen für ein anderes Tatmotiv“. Die Polizei ermittle in alle Richtungen.

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Mary Trump’s memoir sells 950,000 on first day, setting a record for publisher

Looks like a lot of people want to read about the president’s psychological back story. “Too Much and Never Enough: How My Family Created the World’s Most Dangerous Man” by Mary L. Trump has set a first-day sales record for Simon & Schuster, the publisher announced Thursday. The memoir about life in the Trump family and its effects on the psyche of the current commander in chief sold 950,000 copies through Tuesday, the book’s first day of sales, the publisher said in a release. That includes presale orders of all formats. “‘Too Much and Never Enough’ has entered the national conversation in a way that few books ever do, becoming a cultural phenomenon and must-read for anyone seeking to understand the singular family dynamic that produced the most powerful man in the world today. It is at once a revealing psychological portrait and a work of historic importance,” Simon & Schuster chief executive Jonathan Karp said in a statement. Presale and first-day sales numbers are higher now than ever before — and more important to a book’s trajectory, akin to opening-weekend box-office numbers for movies. Online pre-orders have become an essential element of publishers’ sales plans.

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„Silberjunge“ vermarktet sich selbst

Der AfD-nahe, verschwörungsideologische Publizisten Thorsten Schulte soll nach eigenen Angaben wegen des Aufnehmens eines Werbevideos im Deutschen Bundestag eine Geldbuße von 200 Euro zahlen. „Schäuble geht vermutlich im Auftrag Merkels gegen mich vor! […] Anscheinend ist Merkel sauer, weil ich sie in [meinem] Video […] zeigte“ teilte der auch als „Silberjunge“ firmierende Autor und Redner (bnr.de berichtete) am 10. Juli via Facebook mit. So inszeniert er sich einmal mehr als Opfer – obschon er sich durch eine provokative Aktion selbst in die Bredouille brachte. Parallel dazu verbreitete Schulte auf seinem Telegram-Kanal den Bußgeldbescheid. Demnach hat er am 23. Dezember 2019 gegen die Hausordnung des Bundestages verstoßen, indem er dort ein Video aufnahm und darin für sein Buch „Fremdbestimmt“ (bnr.de berichtete) warb. Werbeaufnahmen für kommerzielle Zwecke sind im Parlament jedoch verboten. Als ehemaliger Mitarbeiter eines oder einer in dem Bußgeldbescheid nicht namentlich genannten Abgeordneten habe der „Silberjunge“ schon einmal Videoaufnahmen getätigt, somit sei er kein unwissender Wiederholungstäter. In Begleitung von AfD-Abgeordneten Schulte blickt auf eine kurze Anstellung als Mitarbeiter der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel zurück, die ihn jedoch alsbald wieder entließ. Laut dem von Schulte selbst verbreiteten Schriftsatz warb der Autor aus Hamm bei seinem Dreh mehrfach für sein Buch. Zudem sei er zeitweise in Begleitung der beiden AfD-Abgeordneten Albrecht Glaser und Hansjörg Müller gewesen. Beide sprechen laut Bußgeldbescheid in dem Video auch mit Schulte über dessen Buch. Laut des Schreibens habe Schulte zudem mitgeteilt, beide hätten ihm den Einlass zum Parlament ermöglicht. Provokativ will der „Silberjunge“ bei dieser Gelegenheit zudem Buchexemplare an den Fraktionsvorstand der Unionsparteien verschenkt haben.

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screenshot telegramkanal silberjunge

Dämpfer für Neonazi #Frenck

Im Sonneberg am Rande des thüringischen Schiefergebirges wird nun doch kein neuer brauner Szene-Treffpunkt entstehen. Neue Pläne des ehemaligen NPD-Aktivisten Tommy Frenck aus Kloster Veßra sind vorerst ausgebremst worden. Der umtriebige Gastwirt und Versandhändler wird laut einem Bericht der „Neuen Presse“ (Coburg) anders als heimlich vorgesehen nun wohl doch kein Ladengeschäft im thüringischen Sonneberg eröffnen. Am 23. Juni hatte der 33-Jährige über soziale Netzwerke noch über ein bevorstehendes Szene-Geschäft für Sonneberg berichtet und sogar eine dazugehörige Grundrisszeichnung veröffentlicht. In offenbarer Vorfreude titelte er unter bekannter Neonazi-Code-Verwendung ergänzend: „Zu 88 Prozent abgeschlossen“. Schnell wurde das Thema Gesprächsthema in Sonneberg. Mit Hilfe eines Strohmanns hatte Frenck, der gerade erst wieder vor dem Landgericht Meiningen auf der Anklagebank saß, (bnr.de berichtete) versucht, einen Mietvertrag in Sonneberg zu erlangen. Nun nahmen die Hausbesitzer aber davon Abstand, als sie erfuhren, wer sich denn da bei ihnen einmieten wollte. Solch ein Ladengeschäft hätte für die Stadt am Rande des Thüringer Schiefergebirges eine verstärkte Frequentierung durch Personen aus der extrem rechten Szene bedeutet und damit einen neuen Szene-Treffpunkt geschaffen. Das Interesse an Sonneberg wurde bei Frenck möglicherweise auch deshalb geweckt, weil im dazugehörigen Landkreis zuletzt immer mehr braune Aktivitäten Platz gegriffen hatten. Dazu gehörten im vergangenen Jahr beispielsweise zehn kleinere Musikevents, regelmäßige Stammtische und der von Angela Schaller (NPD) zunächst in Themar auf einer von Tommy Frenck gepachteten „Konzertwiese“ monatlich initiierte „Thing-Kreis“, der dann in Richtung Sonneberg verlegt wurde, inzwischen aber von der sich immer wieder mit Holocaust-Leugnern umgebenden Schaller für beendet erklärt wurde. Besagte Liedermacher-Konzerte fanden dabei in der ehemaligen Gaststätte „Waldhaus“ statt. Unerschöpfliches Warensortiment im Szene-Handel Aus der Region Sonneberg kommen diverse Rechtsrock-Musiker, unter den bekannteren dabei die Band „Unbeliebte Jungs“. Auf eine Parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im Thüringer Landtag aus dem Vorjahr, welche Größenordnung die rechtsextreme Szene in Sonneberg hat, antwortete das Innenministerium, dass man von einer „Personenstärke im oberen zweistelligen Bereich“ ausgehe – ein Drittel davon Frauen. Zudem ist die NPD im Stadtrat und im Kreisparlament von Sonneberg vertreten.

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Generallandesarchiv Karlsruhe – 2500 Aktenordner voll Rechtsextremismus

Im Karlsruher Generallandesarchiv wird zum Jahreswechsel ein Zentrum für Extremismusforschung entstehen. Das Ziel: wissenschaftlich fundierte Gegenstrategien entwickeln. Einen „Lesesaal für Rechtsextremisten“ wolle man keinesfalls bieten. Die Bestände sind riesig: Mehr als 2500 Aktenordner, 200 Regalmeter rechtsextremistische Literatur, mehrere Gigabyte Daten. Diese sind Teil einer Schenkung, die das Generallandesarchiv in Karlsruhe ab dem Jahreswechsel in die Archivbestände einpflegen wird: als Basis für eine bislang bundesweit einzigartigen Stelle für Extremismusforschung. Sie ist auch eine Konsequenz aus dem NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags, der eine solche Stelle forderte. Kern der neuen Dokumentationsstelle ist die seit 1983 entstandene Sammlung des unter Pseudonym arbeitenden Journalisten Anton Maegerle, der diese dem Karlsruher Generallandesarchiv vermachen wird. Neben dem umfangreichen Aktenmaterial, das er über Jahre recherchierte, gehören dazu auch eine große Zahl von Publikationen und Zeitschriften aus dem rechten politischen Spektrum. Und so sind Titel wie „Zuerst!“, als ein Magazin für sogenannte „deutsche Interessen“ oder Werke des umstrittenen britischen Holocaust-Leugners David Irving Teil der Sammlung.

via StZ: Generallandesarchiv Karlsruhe – 2500 Aktenordner voll Rechtsextremismus

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Von Hatterarch – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Rechtsextreme #Burschenschaftler unter #Waffen?

Waffen in der Hand von Rechtsextremisten – spätestens seit dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ist das ein Thema, das Sicherheitspolitiker in Alarmstimmung versetzt. Zu den im Hamburger Verfassungsschutz unter dem Kapitel “rechtsextrem” erwähnten Organisationen zählt auch die studentische “Hamburger Burschenschaft Germania”, die ihren Sitz in einer Villa in der Sierichstraße hat. Mindestens sieben Personen, die dem Potential der Burschenschaft zugerechnet werden, dürfen scharfe Waffen besitzen – das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der Fraktion die “Linke” hervor. Von diesen sieben Personen, so schreibt die Behörde weiter, haben zwei einen Wohnsitz in Hamburg. Ob die Berechtigungen entzogen werden können, werde fortlaufend geprüft. Grundsätzlich seien die zuständigen Behörden bestrebt, Extremisten den Besitz von Waffen zu untersagen. Doch was wissen die Behörden wirklich über das Innenleben und die Mitgliederzahl der Burschenschaft und damit über die tatsächliche Zahl der potenziellen Waffenbesitzer im Haus an der Alster? Nicht viel – wenn man die Antwort liest: Schon vor drei Jahren mussten die Behörden nach einer Parlamentsanfrage einräumen, dass sie weder die genaue Anzahl noch die Namen aller Mitglieder kennen. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Man habe immer noch keine genauen Informationen über die Mitgliederzahl.

via ndr: Rechtsextreme Burschenschaftler unter Waffen?

Thüringen – AfD-Kandidaten für Verfassungsschutzkontrolle fallen erneut durch

Im Landtag sind AfD-Kandidaten für Ausschüsse zur Kontrolle des Landesverfassungsschutzes erneut durchgefallen. Die von der AfD-Fraktion vorgeschlagenen Abgeordneten für die Parlamentarische Kontrollkommission, Torsten Czuppon und Nadine Hoffmann, erhielten bei einem Wahlgang am Donnerstag in Erfurt nicht die erforderliche Mehrheit von mindestens 46 Stimmen. Czuppon kam – bei zwei Enthaltungen – auf 29 Ja- und 56 Nein-Stimmen. Für Hoffmann votierten ebenfalls nur 29 Parlamentarier, während 51 gegen sie stimmten und 7 sich der Stimme enthielten. Die Parlamentarische Kontrollkommission überwacht die Arbeit des Verfassungsschutzes. Auch der AfD-Kandidat für die sogenannte G10-Kommission, Ringo Mühlmann, scheiterte: Er erhielt 31 Ja- sowie 53 Nein-Stimmen, bei vier Enthaltungen. Die G10-Kommission kontrolliert, bei wem der Verfassungsschutz zum Beispiel Telefone überwachen darf.

via insüdthüringen: Thüringen – AfD-Kandidaten für Verfassungsschutzkontrolle fallen erneut durch