Kulturstaatsminister Weimer attackiert Öffentlich-Rechtliche – und nutzt AfD-Rhetorik

Wer bei Google den Begriff „Zwangsgebühren“ eingibt, findet sich schnell bei der AfD wieder. Die Partei nutzt den Ausdruck gern, um die Rundfunkbeiträge zu skandalisieren und fordert die Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Nun hat auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer den Begriff aufgegriffen. In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er: „Es ist nicht gut, wenn viele Millionen Deutsche zwar Zwangsbeiträge zahlen müssen, aber das Gefühl haben, dass sie dort nicht vertreten werden.“ Was der parteilose Politiker damit meint: Die Öffentlich-Rechtlichen wirken seiner Meinung nach „politisch links geneigt“. Belege für diese Aussage liefert das Interview. Stattdessen fordert er: „Die bürgerliche Mitte muss sich äußern, sie darf ihre Räume, ihre Symbole nicht preisgeben, sonst besetzen sie andere.“ Journalistenverband kritisiert Kulturstaatsminister Weimer: „Naivität oder Kalkül?“ Kritik an Weimers Wortwahl kommt vom Deutschen Journalistenverband (DJV). Er übernehme unkritisch Kampagnenbegriffe von Rechtspopulisten, indem er von „Zwangsbeiträgen“ spreche. „Und das zur gleichen Zeit, da sich im Bundesverwaltungsgericht in Leipzig tumultartige Szenen in einem Prozess um den Rundfunkbeitrag abspielen. Ist das politische Naivität oder Kalkül?“, fragt der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. In Leipzig verhandelt das Gericht derzeit die Klage einer Frau aus Bayern, die den Rundfunkbeitrag nicht zahlen will, weil sie das Programm für unausgewogen hält. Ein Urteil wird Mitte Oktober erwartet.

via merkur: Kulturstaatsminister Weimer attackiert Öffentlich-Rechtliche – und nutzt AfD-Rhetorik

NGOs diffamiert und verdrängt: Neue Studie prangert AfD und Teile der Union an

Zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland geraten zunehmend unter Druck. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie des Vereins LobbyControl, die am Mittwoch (2. Oktober) veröffentlicht wurde. Die 25-seitige Untersuchung dokumentiert systematische Angriffe auf Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und zivilgesellschaftliche Vereine durch eine Allianz aus autoritären politischen Kräften und finanzstarken Konzernlobbyisten. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Unter den 100 größten Lobbyakteuren in Deutschland sind demnach 81 Akteure mit wirtschaftlichen Interessen vertreten – aber nur sieben zivilgesellschaftliche Organisationen. „NGOs und andere zivilgesellschaftliche Organisationen werden von Lobbyakteuren als übermächtig dargestellt, um sie gezielt zu schwächen. Dabei zeigen diese Zahlen das Gegenteil“, erklärt Christina Deckwirth, Autorin der Studie und Expertin für Lobbyismus in Deutschland. NGOs mit angeblichen Skandalen diffamiert: Strategien aus den „Playbooks autoritärer Machthaber“ Die Angriffe erfolgen demnach einem bewährten Muster: Desinformation, Diffamierung und „Defunding“ – der Entzug finanzieller Mittel. Diese Strategien stammen direkt aus den „Playbooks autoritärer Machthaber“, wie die Studie feststellt. Während in Brüssel ein vermeintlicher „NGO-Skandal“ konstruiert wird, versuchen AfD- und Unionspolitiker NGOs durch kleine Anfragen einzuschüchtern. Gleichzeitig überziehen Konzerne zivilgesellschaftliche Organisationen mit Klagen. Besonders besorgniserregend ist laut der Studie die Beteiligung von Teilen der CDU an diesen „antidemokratischen Diffamierungskampagnen“. Nina Katzemich, Co-Autorin und EU-Lobbyismus-Expertin, warnt: „Hinter den Angriffen auf zivilgesellschaftliche Organisationen stehen autoritäre Kräfte, die ihre Macht zulasten unserer freiheitlichen Demokratie ausbauen wollen.“ Die Strategien kopieren bewusst Methoden von Viktor Orbán, Wladimir Putin oder Trumps MAGA-Bewegung. (…) Die Auswirkungen sind bereits spürbar: Viele zivilgesellschaftliche Vereine sind als politische Akteure verstummt, Gelder und Stellen werden gestrichen, demokratische Handlungsräume schrumpfen. LobbyControl fordert daher die Bundesregierung auf, zivilgesellschaftliche Organisationen als notwendiges Gegengewicht zur Übermacht finanzstarker Lobbyinteressen zu schützen und zu stärken.

via fr: NGOs diffamiert und verdrängt: Neue Studie prangert AfD und Teile der Union an

siehe dazu: Neue Studie: Wer steckt hinter den Kampagnen gegen die Zivilgesellschaft? Eine Koalition aus Politikerinnen, Medien und Konzernlobbyisten setzt die Zivilgesellschaft unter Druck. Unsere neue Studie zeigt, wer dahinter steckt. Viele politische Initiativen und Verbände kennen das bereits: Sind sie erfolgreich mit ihren Anliegen, ist das manchen Mächtigen ein Dorn im Auge. So war das beispielsweise beim geplanten EU-US-Handelsabkommen TTIP. Den Organisationen der Zivilgesellschaft, die dagegen mobilisiert hatten, wollten damals CDU-Politikerinnen die EU-Fördergelder streichen. Damals ist dieses Vorhaben gescheitert – auch das Handelsabkommen kam nicht zustande. Doch was derzeit passiert, hat eine neue und bedrohliche Qualität: In Brüssel greifen Politikerinnen von CDU/CSU die Finanzierung von Umweltverbänden massiv an und verbreiten Lügen über angebliche Auftragslobbyarbeit für die EU-Kommission. Und in Berlin drohen Unionspolitikerinnen Organisationen, die gegen den Bruch der Brandmauer durch den Bundeskanzler mobilisieren, ganz unverhohlen mit Folgen für ihre staatlichen Zuschüsse. Die nötige Stimmungsmache dazu kommt von Medien wie der Welt und ultrarechten Formaten wie NIUS. Diese diskreditieren zivilgesellschaftliche Organisationen als Teil eines vermeintlichen „Schattenstaats“, der angeblich gegen die Interessen der Allgemeinheit arbeitet. Unsere neue Studie zeigt nun: Neben autoritären Kräften stehen auch Geschäftsinteressen hinter den Kampagnen, die Folgen für demokratische Prozesse sind schon jetzt spürbar.

Hammer-Attacke auf Schüler: Angreifer trug Militär-Outfit

Ein ehemaliger Schüler der Friedberger Mittelschule soll zwei Jugendliche mit einem Hammer verletzt haben. Nach BR-Informationen soll er ein militärisch anmutendes Outfit getragen haben. Auch Messer wurden bei ihm gefunden. Nach der mutmaßlichen Hammerattacke eines 15-Jährigen auf zwei ehemalige Mitschüler an der Mittelschule im schwäbischen Friedberg werden weitere Details bekannt. Nach BR-Recherchen soll der mutmaßliche Angreifer einen militärisch anmutenden Helm und entsprechende Kleidung getragen haben. Dies bestätigten mehrere Quellen dem BR. Eine Schülerin sprach von “einer Art Uniform”. Zudem stellten Einsatzkräfte den Hammer und zwei nach aktuellen Erkenntnissen nicht erlaubnispflichtige Softairwaffen sowie Messer sicher. Verdächtiger soll Schule bereits gedroht haben BR-Recherchen zufolge hatte der 15-Jährige bereits vor rund zwei Jahren Drohungen gegen die Schule gerichtet. Bei ihm waren bei der Festnahme auch der Hammer als mutmaßliches Tatwerkzeug und weitere gefährliche Gegenstände sichergestellt worden. Der mutmaßliche Täter sei vor einiger Zeit an eine andere Schule gewechselt, so ein Schüler zum BR. “Er war eigentlich immer nett und höflich”, habe ein Faible “für Soldaten” gehabt, erinnert sich der Junge. Auch zum Ablauf der Tat gibt es neue Details: Einer der angegriffenen Jungen soll sich BR-Informationen zufolge gegen den 15-Jährigen zur Wehr gesetzt und ihn niedergerungen haben. Der sei daraufhin geflüchtet. Die beiden 14-jährigen Opfer, ein irakischer und ein deutsch-kosovarischer Staatsbürger, wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Sie sollen Zeugen zufolge Verletzungen am Kopf und am Oberkörper erlitten haben. (…) Laut Polizei hatte kurz vor Schulbeginn, also kurz vor 8 Uhr, ein 15-Jähriger zwei andere Schüler mit einem Hammer angegriffen und die beiden 14-Jährigen verletzt. Anschließend flüchtete er, konnte aber nahezu unmittelbar nach der Alarmierung der Polizei von Einsatzkräften festgenommen werden. Der 15-jährige deutsche Tatverdächtige wurde festgenommen. Bei ihm wurde auch der Hammer und weitere gefährliche Gegenstände sichergestellt. Er befindet sich aktuell in Gewahrsam der Polizei.

via br: Hammer-Attacke auf Schüler: Angreifer trug Militär-Outfit

#FACHHOCHSCHULE – Verdacht der #Volksverhetzung: Ermittlungen nach #Polizei-Feier in #Aschersleben – #polizeiproblem #strukturellerRassismus

Einem Zeugen zufolge sollen bei einer Polizei-Party in Aschersleben rassistische Parolen gerufen worden sein – zum Lied “L’amour toujours”. Konkrete Verdächtige gibt es laut den Ermittlern bisher nicht. Die Polizei ermittelt wegen möglicher volksverhetzender Rufe bei einer Feier an der Fachhochschule Polizei in Aschersleben im Salzlandkreis. Einem Zeugen zufolge sollen bei einer Feier am 18. September während des Liedes “L’amour toujours” von Gigi D’Agostino rassistische Parolen gerufen worden sein. Darüber hatte zuvor die “Bild”-Zeitung berichtet. (…) “Im Rahmen der bisher durchgeführten Ermittlungen, zu denen unter anderem mehrere zeugenschaftliche Vernehmungen gehören, konnte bislang kein konkreter Tatverdacht gegen eine oder mehrere Personen erhoben werden”, hieß es weiter. Vorliegendes und bereits ausgewertetes Videomaterial habe ebenfalls keinen konkreten Tatverdacht gebracht.

via mdr: FACHHOCHSCHULE Verdacht der Volksverhetzung: Ermittlungen nach Polizei-Feier in Aschersleben

siehe auch: Ermittlungen nach Party Polizeischüler sollen “Ausländer raus” gebrüllt haben. Bis zu 500 angehende Polizisten feiern in Sachsen-Anhalt ein Oktoberfest. Nach der Party ermittelt der Staatsschutz. Nach einer Feier an der Fachhochschule der Polizei in Aschersleben ermittelt der Staatsschutz wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Im Fokus stehen bis zu 500 angehende Polizistinnen und Polizisten. Das berichtet die “Bild”-Zeitung. Am 18. September 2025 fand auf dem Campus der Hochschule im Salzlandkreis ein Oktoberfest statt – organisiert von einer Polizeigewerkschaft. Nach Angaben der Polizeiinspektion Magdeburg habe sich im Anschluss ein Zeuge gemeldet und von ausländerfeindlichen Rufen während der Veranstaltung berichtet. Diese sollen bei dem Lied “L’amour toujours” von Gigi D’Agostino erfolgt sein. Demnach seien Slogans wie “Deutschland den Deutschen – Ausländer raus!” gerufen worden.

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Frauenfeindlichkeit, Rassismus, Islamfeindlichkeit – BBC-Bericht enthüllt »entsetzliches« Fehlverhalten Londoner Polizisten

Die Londoner Polizei hat keinen guten Ruf: In den letzten Jahren wurden mehr als tausend Beamte wegen Fehlverhaltens entlassen oder sanktioniert. Ein Undercover-Reporter enthüllt nun neue Missstände. Ein investigativer Bericht der BBC  hat in Großbritannien für Entsetzen gesorgt: In der Sendung »Panorama« dokumentierte ein Undercover-Reporter frauenfeindliche, rassistische und islamfeindliche Aussagen innerhalb der Londoner Polizei. Der Undercover-Reporter Rory Bibb hatte sieben Monate lang verdeckt in der Polizeieinheit gearbeitet. Laut BBC zeigten die Recherchen, dass Polizistinnen und Polizisten Migranten als »Abschaum« bezeichneten, Gewalt verherrlichten und Vergewaltigungsvorwürfe abtaten. Ein Beamter wurde dabei gefilmt, wie er forderte, einen Mann mit abgelaufenem Visum entweder abzuschieben oder ihm »eine Kugel durch den Kopf zu jagen«. Der Chef der Metropolitan Police, Mark Rowley, bezeichnete das Verhalten der betroffenen Polizeikräfte als »entsetzlich und kriminell« und sagte, die Bürgerinnen und Bürger seien »im Stich gelassen« worden. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurden neun Polizisten entlassen, zwei weitere aus dem aktiven Dienst entfernt. Die in dem Bericht erwähnte Polizeieinheit, die für Arrestzellen im Revier im Stadtteil Charing Cross zuständig war, wurde aufgelöst.

via spiegel: Frauenfeindlichkeit, Rassismus, Islamfeindlichkeit BBC-Bericht enthüllt »entsetzliches« Fehlverhalten Londoner Polizisten

Goldstücke-Festival Lichtkünstlerin Kujević spricht von Zensur – Projekt „Hallender Hass“ mit AfD-Zitaten darf nicht in Gelsenkirchen gezeigt werden

Die Künstlerin beklagte unter anderem im Deutschlandfunk Kultur einen Verstoß gegen die Kunstfreiheit. Kritische Kunst müsse auch politische Debatten berühren können. Kujevićs Licht- und Ton-Installation heißt „Hallender Hass“ und befasst sich mit der Normalisierung rechter Rhetorik. In einer Halle wollte sie Zitate von AfD-Politikern an Wände projizieren, weitere sollten über Lautsprecher zu hören sein. Zudem zeigt ein Fernseher Bilder rechtsextremer Gewalt. Kujević, die an der „Hochschule der Bildenden Künste Saar“ studiert, vermutet politische Einflussnahme auf die Kuratoren des Festivals. Sie spricht von einem „gefährlichen Präzedenzfall“. Die Stadt Gelsenkirchen hält das Werk für nicht mit dem Neutralitätsgebot vereinbar. In Gelsenkirchen ist die AfD nach der jüngsten Kommunalwahl zweitstärkste politische Kraft. Zuvor hatten bereits zwei AfD-Mitglieder den Vorsitz im Kulturausschuss inne.

via deustchlandfunj: Goldstücke-Festival Lichtkünstlerin Kujević spricht von Zensur – Projekt „Hallender Hass“ mit AfD-Zitaten darf nicht in Gelsenkirchen gezeigt werden

New York rapper who joined Trump at campaign rally sentenced to 5 years for attempted murder

A New York City rapper who joined President Donald Trump during a campaign rally last year has been sentenced to five years behind bars after he admitted he used earnings from his music career to fuel gang violence in Brooklyn. Sheff G, whose legal name is Michael Williams, also must serve five years of supervised release once he’s freed under the terms of the sentence imposed Wednesday. He and the judge agreed on the sentence when the rapper pleaded guilty earlier this year to attempted murder and conspiracy. Prosecutors wanted a 20-year prison term. “This defendant had talent and opportunity, but chose to use them to fuel violence instead of building a better future,” Brooklyn District Attorney Eric Gonzalez said after the sentencing. The 27-year-old rapper, whose songs and videos have millions of YouTube views and Spotify streams, was among those arrested in connection with a long-term investigation into gang-related shootings in Brooklyn. The allegations of violence against Sheff G had already been made public when he appeared with Trump onstage in May 2024.

via ap: New York rapper who joined Trump at campaign rally sentenced to 5 years for attempted murder