„Dies unser Volk!“ – Bislang unveröffentlichte Inhalte der Potsdam-Konferenz

Zwei Jahre nach der Recherche zum Treffen in Potsdam veröffentlicht CORRECTIV bislang nicht publizierte Inhalte. Sie dokumentieren, wie die Runde zu Beginn dem „Gedicht“ eines glühenden Nationalsozialisten lauschte – und im Anschluss an den Vortrag von Martin Sellner Aufgaben verteilt werden sollten. Das Treffen in Potsdam am 25. November 2023, über das heute noch immer diskutiert wird, beginnt mit einem „Gedicht“. Nachdem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ihren Stühlen Platz genommen haben, ergreift der Gastgeber und Rechtsextremist Gernot Mörig das Wort. Nach ein paar Willkommensworten wolle er „das Ganze“ mit einem „Gedicht“ einleiten, sagt er. „Da fingen sie an, Europa zu suchen“ heißt der Text, der im Saal des Landhotels über Lautsprecher abgespielt wird. Der Autor Konrad Windisch, ein Nationalsozialist aus Österreich, trägt es auf der vorgespielten Aufnahme offenbar selbst vor, mit rollendem R. Vermutlich wissen nicht alle Anwesenden, wer auf der Aufnahme zu hören ist. Auf Anfrage teilt Mörig mit, er habe den Namen des Autors in Potsdam bewusst nicht genannt, „um damit einen inhaltlichen Bezug zum Autor zu vermeiden“; er gehe nicht davon aus, dass die Anwesenden das „Gedicht“ Windisch zugeordnet hätten – zu Windisch später mehr. Mörig schreibt, er verstehe den Text „als pathetische Werbung für den europäischen Geist, für das Überwinden nationalstaatlichen Denkens und ein Zusammenarbeiten der unterschiedlichen europäischen Nationen“ (…) Vor den von uns nun veröffentlichten Zeilen des „Gedichts“ nimmt Windisch darin Bezug auf historische Kriegsereignisse, in denen er Europa gegen die Osmanen („türkischen Hunde“), die Hunnen und – im Zweiten Weltkrieg – an der Ostfront kämpfen sieht. Später beschwört er die europäische Kulturgeschichte – vom Burgos-Dom über den Louvre bis zu Rembrandts Amsterdam. Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Susan Arndt von der Universität Bayreuth ordnet das „Gedicht“ auf Anfrage von CORRECTIV ein. Sie sagt, im Kern gehe es „um Ethnopluralismus, um ein völkisches Europa, in dem es klar definierte und starke Nationen gibt“, die sich „entlang einer weißen christlichen Genese (ius sanguinis) einig sind, dass Europa weiß und christlich sein müsse und dass keine Abweichungen davon geduldet werden können.“ Mit dem Aufrufen historischer Personen und Ereignisse wie der Abwehr des osmanischen Expansion im 16. und 17. Jahrhundert „scheint das Gedicht reiner historischer Wahrhaftigkeit verpflichtet, ohne diese einzuhalten“. Diese wird laut Arndt „einer völkisch-propagandistischen Logik untergeordnet“. Die Bezeichnung der Osmanen als „türkische Hunde“ sei „eine alte gängige Abwertung für Türken und Muslim*innen“. An dieser Stelle sieht Arndt den Anschluss an die „Remigration“: „Diese wird immer aus dem Argument heraus begründet, dass das ‚Abendland‘ bedroht sei — vor allem auch davon, vom Islam überrannt zu werden.“ Das „Gedicht“ steht Arndt zufolge in der Tradition eines „Degenerationsrassismus“, zu dem auch die Erzählung vom „Volk ohne Raum“ gehöre, für das „militärisch mehr Raum erfochten werden müsse“. Auch die Form des Textes sei nicht zufällig gewählt: „Ohne die Umbrüche wäre es ein Sachtext, kein Gedicht – und damit nicht von der Kunstfreiheit gedeckt“ Der Rhythmus klinge „nach Marschschritten“, deute ein „militaristisch-diktatorisches“ Denken an und unterwerfe das Hören „einem angeordneten Fühlen“.

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Schöne Lügen: Wie KI-Frauen im großen Stil Meinungsmache für die AfD betreiben

Social Media ist voll mit Profilen angeblicher Frauen, die für die AfD werben und Geld mit Nackt-Inhalten machen. Erst der genaue Blick zeigt: Da ist KI im Spiel. Wie die Maschinerie der künstlichen Stimmungsmache funktioniert, zeigt eine GADMO-Recherche von CORRECTIV.Faktencheck. (…) Zola ist 20 Jahre alt, Single, Krankenschwester und vor zehn Jahren aus dem Senegal nach Deutschland gekommen. Nun wählt sie die AfD und schimpft gegen den Islam, Impfungen und Transpersonen. Aber: Vieles spricht dafür, dass es Zola gar nicht gibt. Zola ist nur eine von vielen angeblichen Frauen, die in Sozialen Netzwerken mit viel nackter Haut für die AfD oder rechte bis rechtsextreme Positionen werben – und für ihre eigenen Inhalte auf kostenpflichtigen Plattformen für Erotik-Inhalte. CORRECTIV.Faktencheck fand in einer Recherche für das German-Austrian Digital Media Observatory (GADMO) rund 190 Profile von 22 angeblichen Frauen, die auf Tiktok, Instagram, Facebook und Threads Millionen erreichen. Was viele Nutzer nicht erkennen: Einige der Bilder und Videos sind mit Künstlicher Intelligenz bearbeitet, wenn nicht sogar komplett KI-generiert, aber größtenteils nicht als solche gekennzeichnet. Die Verantwortlichen hinter den KI-Personas nutzen damit Taktiken, die auf Social-Media-Plattformen eigentlich verboten sind. In dieser Recherche zeigen wir, wie damit eine Meinungsmaschine aufgebaut wird, nach welchem Schema die Inhalte funktionieren und welche Auswirkungen das auf die politische Debatte haben kann.  KI-Inhalte, Erotik-Plattformen und die AfD: Wie das „System Zola“ funktioniert Zola ist ein besonders erfolgreiches Beispiel für die Masche. Da ist vermeintlich eine junge Frau, die mal vor dem Spiegel posiert, mal knallharte rechte Sprüche oder Wahlaufrufe für die AfD teilt, dazwischen explizit sexualisierte Inhalte. Sie wird als Influencerin präsentiert, die AfD-Chefin Alice Weidel und den Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke getroffen und Bundeskanzler Friedrich Merz zur Schau gestellt haben will. Auf Nachfrage schreibt zumindest das Büro von Merz, die Fotos mit ihm seien nicht echt, die AfD-Büros antworten nicht.

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Distanz zu AfD Rossmann-Chef: “Ich möchte Herrn Höcke nicht bei uns begrüßen müssen”

Die Drogeriemarktkette Rossmann distanzierte sich bereits im vergangenen Jahr klar von der AfD. Jetzt legt Geschäftsführer Raoul Roßmann nach. Raoul Roßmann, Sprecher der Geschäftsführung der Drogeriemarktkette Rossmann, hat sich und sein Unternehmen erneut klar von der AfD abgegrenzt. Im Gespräch mit der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung” richtete er sich vor allem gegen den Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke. Der Landesverfassungsschutz stuft den Landesverband als gesichert rechtsextremistisch ein. Sich mit den Positionen der AfD kritisch auseinanderzusetzen, sei zwar völlig legitim, sagte Roßmann dem Medium. “Aber ich möchte Herrn Höcke nicht bei uns in der Firma begrüßen müssen.” Die Äußerung fiel im Kontext des Austrittes der Drogeriemarktkette aus dem Unternehmerverband “Die Familienunternehmer”. Roßmann hatte den Verband verlassen, nachdem dieser AfD-Vertreter eingeladen hatte. Das Medium hatte gefragt, ob das Unternehmen inzwischen wieder eingetreten sei – Roßmann verneinte.

VIA T-ONLINE. Distanz zu AfD Rossmann-Chef: “Ich möchte Herrn Höcke nicht bei uns begrüßen müssen”

Three Minors Sentenced to Multiple Years in Prison in Murder Case of Teacher Giga Avaliani – #terror

Three minors – Aleksandre Gabashvili, Giorgi Rikadze and Demetre Chikovani – were found guilty and sentenced to multiple years in prison in the high-profile murder case of 28-year-old teacher Giga Avaliani. Tbilisi City Court Judge Romeo Tkeshelashvili, who delivered the guilty verdict on April 5, handed down the sentences on April 8. Their jail terms were reduced automatically by one-fourth under the juvenile justice code. Aleksandre Gabashvili, the main defendant in the case, was sentenced to 14 years in prison, but will serve ten and a half years. He was convicted under Georgia’s Criminal Code for intentional infliction of serious harm to health resulting in death, committed by a group (Article 117), in the Avaliani case, and organizing and participating in group activity accompanied by violence (Article 225) in the Avaliani case and four other episodes. Giorgi Rikadze, Gabashvili’s friend, who recorded the attack on Avaliani on the phone, faced identical charges and received the same sentence, serving ten and a half years. Demetre Chikovani, another friend of Gabashvili, was accused of attempted intentional infliction of serious harm to health in the Avaliani case and organizing group violence in that case and four other incidents. He was sentenced to nine years in prison and will serve six years and nine months. Avaliani, a 28-year-old doctor and private tutor, was attacked late at night on October 1, 2025, near the entrance to his apartment block in Tbilisi. He was hospitalized with critical head injuries and fell into a coma, and died on October 24. (…) According to the authorities, Gabashvili, Rikadze, and Chikovani, together with other individuals, “used various communication methods to impersonate girls, lured selected victims outside, arranged meetings at preselected times and locations, and subjected them to group physical assaults, including brutal beatings and verbal abuse.”

via civil.ge: Three Minors Sentenced to Multiple Years in Prison in Murder Case of Teacher Giga Avaliani

CDU arbeitete mit AfD zusammen, jetzt gibt es Ärger in Biebesheim am Rhein – #brandmauer #braunzone

Dank der CDU konnte die AfD im hessischen Biebesheim am Rhein erstmals einen Sitz im Gemeindevorstand ergattern. Mehreren CDU-Mitgliedern droht nun der Parteiausschluss. CDU-Politiker sollen der AfD im hessischen Biebesheim am Rhein zu einem Sitz im Gemeindevorstand verholfen haben. Nun droht den CDU-Gemeindevertretern der Ausschluss aus ihrer Partei. Das Verfahren sei eingeleitet worden, sagte Michael Trock, CDU-Kreisgeschäftsführer des Landkreises Groß-Gerau. Was ist genau passiert? Bei der Kommunalwahl im März hatte die erstmals in Biebesheim angetretene AfD dort 20,1 Prozent der Stimmen erhalten. Damit wurde sie nach der SPD mit 27 Prozent sowie der CDU mit 26,7 Prozent drittstärkste Kraft im Gemeindeparlament. Aufgrund des knappen Wahlausgangs haben SPD und CDU jeweils acht Sitze in der Gemeindevertretung. Zu dem Eklat kam es Medienberichten zufolge bei der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung am vergangenen Donnerstagabend. Dabei hatten SPD, Grüne und Freie Wähler eine gemeinsame Liste für den Gemeindevorstand vorgelegt. CDU und AfD hätten zunächst jeweils eigene Listen eingebracht. Die CDU habe einen Kandidaten aus ihren eigenen Reihen als Ersten Beigeordneten gefordert. Auf ihre Liste für den Gemeindevorstand hatte sie auch Kandidaten aus anderen Fraktionen gesetzt, ohne jedoch zuvor deren Zustimmung einzuholen. Dies sei moniert worden, heißt es, die Sitzung daraufhin unterbrochen worden. Überraschend soll die CDU dann eine gemeinsame Liste mit der AfD für die Gemeindevorstandswahl vorgelegt und der AfD damit in dem Gremium einen Sitz gesichert haben.

via spiegel: CDU arbeitete mit AfD zusammen, jetzt gibt es Ärger in Biebesheim am Rhein

NSU-Morde und Rechtsextremismus – Neues Portal informiert über rechtsextreme Gewalt in Deutschland

Die Mordserie der Neonazi-Terrorgruppe NSU ist vielen noch im Bewusstsein. Andere Taten sind es hingegen kaum. Ein neues Online-Angebot bietet einen Überblick über rechtsextreme Gewalt.          Link kopiert Ein neues Online-Portal informiert über rechtsextreme Gewalt wie die NSU-Morde in Deutschland. Unter www.themenportal-rechtegewalt.de können Interessierte zu einschlägigen Gewalttaten seit 1945 recherchieren. Geplant ist ein weiterer Ausbau des digitalen Angebots, wie das Bundesarchiv am Montag mitteilte. Es zählt zusammen mit dem Landesarchiv Baden-Württemberg und dem Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur zu den Trägern des Projekts. “Das Portal ‘Rechte Gewalt’ leistet einen wichtigen Beitrag zur Dokumentation und Aufarbeitung in Deutschland sowie zur Sensibilisierung mit Blick auf fremdenfeindliche und rechtsextremistische Entwicklungen in der Gegenwart”, sagte der Präsident des Bundesarchivs, Michael Hollmann.

via stuttgarter nachrichten; NSU-Morde und Rechtsextremismus Neues Portal informiert über rechtsextreme Gewalt in Deutschland

https://www.archivportal-d.de/themenportale/rechte-gewalt

Synagoge in Cottbus mit großem Hakenkreuz beschmiert

Erneut ist die Synagoge in Cottbus Ziel rechtsextremer Schmierereien geworden. Die Polizei prüft, wie sie das jüdische Gotteshaus besser schützen kann. Nach einem volksverhetzenden Schriftzug an der Synagoge in Cottbus ist das jüdische Gotteshaus binnen kurzer Zeit wieder mit einem rechtsextremistischen Symbol beschmiert worden. Wie ein Sprecher der Polizei sagte, entdeckte eine Streife am Montagmorgen (27. April) gegen 3.30 Uhr ein schwarzes Hakenkreuz an der Synagoge, die mitten in der Cottbuser Fußgängerzone steht. Die verbotene Schmiererei sei ein Meter mal 1,50 Meter groß. (…) Die Synagoge in Cottbus, die sich in der ehemaligen evangelischen Schlosskirche befindet, wurde 2015 eingeweiht – als erstes jüdisches Gotteshaus in Brandenburg seit dem Holocaust. 1938 hatten die Nazis die damalige Synagoge in Cottbus niedergebrannt.

via maz online: Synagoge in Cottbus mit großem Hakenkreuz beschmiert

sieeh auch: Rechtsextremismus in Cottbus : Synagoge erneut beschmiert und Brandfackel im Hausflur. Innerhalb weniger Tage ist die Synagoge in Cottbus zum zweiten Mal beschmiert worden. Und der Staatsschutz ermittelt auch im Falle einer Rauchbombe, die in ein Wohnhaus in Cottbus geworfen wurde. (…) Laut dem Polizeisprecher war es noch nicht vorgekommen, dass ein antisemitisches Symbol „in dieser Größenordnung“ an der Cottbuser Synagoge gezeichnet wurde. Allerdings sei bereits am  Freitag, 24. April 2026, bereits ein kleiner Schriftzug mit Stift in der Größe von 10 mal 15 Zentimetern an der Fassade festgestellt worden. (..) Und noch ein aktueller Fall beschäftigt derzeit den polizeilichen Staatsschutz in Cottbus. In der Nacht zum Montag sei im Wohnhaus „WK51“ in Cottbus-Mitte eine Rauchbombe gezündet worden. Gegen 23.50 Uhr sei die Polizei alarmiert worden, so Sascha Erler. „Da hat jemand ein bengalisches Feuer (Bengalo) in den Flur geworfen. Die rauchen extrem, sodass alle Bewohner das Haus verlassen mussten“, sagt er. Niemand sei verletzt worden, teilt der Sprecher der Polizei jedoch mit.