Unbekannte haben vor dem Prager-Haus in Apolda einen Schweinekopf abgelegt. Die Tat habe sich in der Zeit zwischen 14.00 Uhr am Freitag und 11.40 Uhr am Samstag ereignet, teilte die Polizei mit. Das Prager-Haus ist eine Gedenkstätte, die unter anderem der von den Nationalsozialisten deportierten und ermordeten jüdischen Familie Prager gewidmet ist. Das Ablegen eines Schweinekopfes an dieser Stelle gilt als Volksverhetzung.
siehe auch: APOLDA IN THÜRINGEN: Schweinekopf vor jüdischem Gedenkort abgelegt Die Polizei ermittelt gegen die unbekannten Täter. Auch der Staatsschutz ist beteiligt. Teilen Merken Drucken Anhören Unbekannte Täter haben einen Schweinekopf vor einem jüdischen Gedenkort im thüringischen Apolda abgelegt. Wie die Polizei mitteilte, ereignete sich die Tat zwischen Freitagnachmittag und Samstagvormittag. Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) verurteilte die Tat auf das Schärfste.
Solidarität mit der Gedenkstätte Prager Haus.Wer Schweineköpfe vor eine jüdischen Gedenkstätte legt, der zeigt offen seinen Antisemitismus. Wir stehen zusammen und wollen gegen diesen Ungeist ein Zeichen setzen. Heute ab 15 Uhr Bernhard-Prager-Gasse 8 in 99510 Apolda. prager-haus-apolda.de
Erst kommentiert Elon Musk den deutschen Wahlkampf, nun meldet sich Trump-Vize J.D. Vance zu Wort – und bekommt heftigen Gegenwind. Elon Musk, Tech-Milliardär und Berater des designierten US-Präsidenten Donald Trump, mischt sich bereits seit Wochen mit Wortmeldungen in den deutschen Wahlkampf ein. Beleidigungen gegen Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie offene Wahlwerbung für die AfD in einem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“ inklusive. Während Trump selbst zum Thema Deutschland und AfD bisher schweigt, hat sich mit J.D. Vance nun auch der kommende Vize-Präsident der USA zur AfD geäußert – und dabei prompt Falschinformationen verbreitet. (…) „Interessant ist auch, dass die amerikanischen Medien die AfD als ‚Nazi-Lite‘ verunglimpfen. Aber die AfD ist in denselben Gebieten Deutschlands am beliebtesten, die den Nazis am meisten Widerstand entgegensetzten“, schrieb Vance auf der Plattform X, die Musk gehört. Der Protest von Historikern folgte prompt. Vance’ Behauptung ist schlichtweg falsch. „Worauf bezieht sich J.D. Vance überhaupt?“, zeigte sich Matthäus Wehowski, Historiker mit den Schwerpunkten Osteuropa und Geschichte des Nationalsozialismus, erstaunt. „Thüringen zum Beispiel war eine Hochburg der Nazi-Partei – es war das erste deutsche Bundesland, in dem ein Nazi (Wilhelm Frick) Minister wurde. Heute ist es auch eine Hochburg der radikalsten, rassistischsten und der antisemitischsten AfD-Politiker.“ Bereits nach der Landtagswahl in Thüringen waren die früheren NSDAP-Erfolge in dem Bundesland in Deutschland thematisiert worden. Wie Vance zu seiner Behauptung kommt, blieb daher unklar. Belege lieferte der kommende US-Vizepräsident nicht. Seine Aussage zu untermauern, dürfte Vance angesichts der Faktenlage jedoch schwerfallen. Wo die NSDAP populär war, wird heute oft AfD gewählt Dort, wo die NSDAP in den 1920er und 30er Jahren stärkste Partei wurde, ist auch heute die AfD heute besonders populär, während in katholisch geprägten Gebieten wie Westdeutschland und Bayern die Zentrumspartei und die Bayrische Volkspartei damals stärkste Kraft wurden. Manche Gelehrte sparten angesichts von Vance’ Desinformation daher auch nicht mit harten Worten in Richtung des US-Politikers. „Lügt der bewusst oder ist er so blöd?“, fragte der Politikwissenschaftler Andreas Püttmann auf X. Noch deutlicher wurde derweil der Historiker Kevin M. Kruse, Professor an der US-Eliteuniversität Princeton, im sozialen Netzwerk Bluesky. „Ich will keine Panikmache betreiben, aber es scheint, als sei der neue Vizepräsident entweder dumm oder unehrlich, sehr wahrscheinlich beides“, schrieb Kruse über Vance’ Wortmeldung zur AfD.
siehe auch: AfD-Wahlaufruf – Vance verbreitet falsche Thesen zu Nazi-Deutschland. Dem künftigen US-Vizepräsidenten zufolge sei der Widerstand gegen die Nazis dort am stärksten gewesen, wo heute viele Wähler für die AfD stimmen. Die Fakten sehen anders aus. Nach dem Unternehmer und Trump-Berater Elon Musk hat sich auch der designierte US-Vizepräsident J. D. Vance in die Diskussion um die AfD eingeschaltet.
Dem künftigen US-Vizepräsidenten zufolge sei der Widerstand gegen die Nazis dort am stärksten gewesen, wo heute viele Wähler für die AfD stimmen. Die Fakten sehen anders aus. Nach dem Unternehmer und Trump-Berater Elon Musk hat sich auch der designierte US-Vizepräsident J. D. Vance in die Diskussion um die AfD eingeschaltet. Der Republikaner kommentierte in der Nacht auf Freitag Musks Meinungsbeitrag in der Zeitung „Welt am Sonntag“, in der dieser zur Wahl der AfD aufrief, auf Musks Social-Media-Plattform X. (…) Zudem behauptete Vance, die AfD sei dort besonders stark, wo der Widerstand gegen die Nationalsozialisten am größten gewesen sei. Damit spielt er offenbar auf die ostdeutschen Bundesländer an, in denen die AfD ihre bisher größten Wahlerfolge erzielt hat
siehe auch: JD Vance Schooled by German Ambassador Over Defense of Far-Right ‘Nazi-Lite’ Party. Vice President-elect JD Vance, the Republican Senator from Ohio, is facing criticism both domestically and internationally for endorsing and seemingly defending an op-ed by Elon Musk that is supportive of a far-right German political party reportedly linked to neo-Nazis. (…) Vance’s remarks were quickly criticized, with some discussing post-World War II German reunification in 1990, following the fall of the Berlin Wall, to explain how geography has little to do with opposing Nazism. Others suggested Vance’s geographic claim was actually wrong. And despite Vance’s claim, The Economist as some noted, in 2019 reported: “Post-war population transfers changed politics across Germany,” and added that “a new paper finds an uncomfortable overlap between the parts of Germany that support the afd and those that voted for the Nazis in 1933. At first glance, the link is invisible. The Nazis fared well in northern states like Schleswig-Holstein; the afd did best in the former East Germany.” Germany’s Ambassador to the U.S., Andreas Michaelis, politely schooled the right-wing American Senator slated to be sworn in as Vice President in just weeks. “Interesting observation, Senator JD Vance,” Ambassador Michaelis wrote. “Historical context can be tricky – while some areas you are referring to resisted the Nazi party early on, others did not, or later became strongholds of the regime. Germany’s history reminds us how important it is to challenge extremism in all its forms.”
siehe dazu auch: Faktencheck: Vance’ Aussage über AfD und Nazis ist falsch Ist die AfD vor allem dort erfolgreich, wo die Menschen früher den Nazis Widerstand leisteten? Das behauptet der designierte US-Vizepräsident JD Vance. Doch stimmt das wirklich? Ein Faktencheck. (…) Aber waren genau diese Regionen, in denen die AfD besonders beliebt ist, auch besonders widerständig im Nationalsozialismus, wie JD Vance behauptet? Adolf Hitlers Partei, die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), kam 1933 an die Macht. In der letzten Reichstagswahl vor seiner Machtübernahme, nämlich am 6. November 1932, war die NSDAP mit 33,1 Prozent stärkste Kraft. Schaut man auf die Wahlergebnisse der Regionen im November 1932, so bekam die NSDAP in weiten Teilen Deutschlands die meisten Stimmanteile, so auch im Osten Deutschlands und auch in den Regionen, in denen heutzutage viele Menschen die AfD wählen – aber auch in vielen anderen Regionen Deutschlands. Geografisch gesehen habe es 1933 eine hohe Wahlunterstützung für die NSDAP in den Gemeinden gegeben, in denen auch heute die AfD stärker unterstützt werde, sagt Hagemeister. “Falsch wäre es da von einer Kausalität zu sprechen”, betont Hagemeister jedoch. Es gehe eher um eine Kontinuität, rechte Tendenzen von Generation zu Generation weiterzugeben. “Es gibt Forschung, die zeigt, dass Kinder dazu tendieren, Einstellungen ihrer Eltern zu übernehmen”, fügt er hinzu. In Ostdeutschland ist dieser geografische Zusammenhang zwischen Gemeinden, in denen damals die NSDAP stark gewählt wurde und heute die AfD, besonders ausgeprägt. Aber auch im Westen Deutschlands lässt sich der Zusammenhang feststellen.
Vance demonstrating stupidity on X
So ähnlich hatte ich das in grober laienhafter Erinnerung. Hier noch mal vom Fachmann:JD Vance denkt sich Scheiße aus.
Das Wohnhaus des kürzlich verstorbenen Völkermord-Überlebenden Stefan Köcher wurde rassistisch beschmiert. Der VVN-BdA zeigt sich bestürzt. Worms. Den Porajmos, den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma, hatte Stefan Köcher überlebt. Als Vierjähriger wurde er mit 81 Wormser Sinti am 16. Mai 1940 in das Sammellager Hohenasperg deportiert. Doch der Hass hörte auch nach der Nazi-Herrschaft nicht auf – und auch nicht nach seinem Tod. Am 9. Dezember 2024 starb Köcher nach langer Krankheit im Alter von 88 Jahren. Nur kurze Zeit später wurde das Haus, in dem sein Sohn lebt, mit Hakenkreuzen und rassistischen Beschimpfungen besprüht. (…) Die Schmierereien seien eine Schande für Worms und eine Beleidigung für alle Opfer des Faschismus und engagierte Antifaschistinnen und Antifaschisten. „Wir leben in einem rechtslastigen unmenschlichen Klima, das rechtsextreme Taten befördert“, heißt es in der VVN-Erklärung. Als exemplarische Beispiele werden Anfragen und Anträge der AfD zur Registrierung der Sinti und Roma angeführt.
Der VVN/BdA zeigt sich bestürzt über antiziganistische Graffiti und Hakenkreuz-Schmiererei am Wohnhaus des kürzlich verstorbenen #Holocaust Überlebenden Stefan Köcher in #Worms. Auch das Auto von Köchers Sohn wurde beschädigt.www.wormser-zeitung.de/lokales/worm…
The intoxicated 19-year-old resident had severed the traditional Hannukah candelabra’s power cable then fled. A vandal who defaced a Hanukkah display on Wednesday was arrested by Ukrainian law enforcement, the Lviv National Police announced on Thursday morning. The intoxicated 19-year-old resident had severed the traditional Hanukkah candelabra’s power cable and then fled.The suspect faces thousands in fines, hundreds of hours of community service, years of probationary supervision, or even prison terms for violation of a law against damage to religious buildings and places of worship. Police said on Wednesday that it opened an investigation after a video of the incident spread on social media. Law enforcement is still reviewing the involvement of those who filmed the crime.
Die Steglitzer CDU verschickt Briefe, in denen sie verstörende Worte für einen notorischen Antisemiten findet. Dahinter steckt entweder Ignoranz oder Kalkül. Das muss man sich erstmal trauen: Die CDU Steglitz verschickt Briefe an die Anwohner der vor einer Umbenennung stehenden „Treitschkestraße“, in dem sie den Antisemiten Heinrich von Treitschke verharmlost. Verfasserin ist ausgerechnet Claudia Wein, die kirchenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. In ihrem Brief behauptet Wein, Treitschkes „Ansichten“ und seine „Rolle in der Geschichte“ seien „umstritten“. Diese Behauptung ist eine ziemliche Frechheit. Tatsächlich ist sich die Wissenschaft längst einig, dass Heinrich von Treitschke glühender Antisemit sowie Rassist war und entscheidend daran mitwirkte, den Judenhass im Deutschland des späten 19. Jahrhunderts salonfähig zu machen. Diese Tatsachen können auch gar nicht bestritten werden. Zu eindeutig und zahlreich sind seine belegten antisemitischen Äußerungen und Forderungen. Das ist ganz so, als spräche die CDU Steglitz von der „umstrittenen“ Hamas und deren „umstrittenen“ Taten vom 7. Oktober 2023. Leider handelt es sich bei Weins Äußerung nicht um den einmaligen Blackout einer Person, die sich einfach nicht für Geschichte interessiert und versehentlich Unsinn schrieb. Die CDU Steglitz weiß sehr genau um die Taten von Treitschkes, denn die Frage der Straßenumbenennung wird seit Jahrzehnten im Bezirk verhandelt. Claudia Wein saß für die CDU im dortigen Kulturausschuss, als über das Thema gesprochen wurde. Judenhass sah er als „natürliche Reaktion des germanischen Volksgefühls“ Der Judenhass von Heinrich von Treitschke war so massiv und offenkundig, dass sich schon zu seinen Lebzeiten etliche Kollegen von ihm distanzierten. Antisemitismus hielt der Mann für eine „natürliche Reaktion des germanischen Volksgefühls gegen ein fremdes Element“. Er klagte über den “Juden, der seine Nachbarn wuchernd auskauft” sowie über das „unbillige Übergewicht des Judentums in der Tagespresse“.
Die AfD ist offen geschichtsrevisionistisch: Das zeigt sich im Wahlprogramm und in vielen Provokationen, kritisiert Historiker Jens-Christian Wagner. Geschichtsrevisionismus bleibt ein wesentlicher Programmpunkt der autoritär-nationalradikalen AfD. Auch im Entwurf für das Wahlprogramm für die Bundestagswahl findet sich Geschichtsklitterung. Er steht es zwar nicht so sehr im Vordergrund wie zuletzt in Thüringen, wo ein Lied eines NS-Dichters dem Programm vorangestellt war, aber die Stoßrichtung bleibt dieselbe. Die Kernsätze im Programm, das von der Bundesprogrammkommission vorgeschlagen wurde, lauten: „Die offizielle Erinnerungskultur darf sich nicht nur auf die Tiefpunkte unserer Geschichte konzentrieren, sie muss auch die Höhepunkte im Blick haben. Ein Volk ohne Nationalbewusstsein kann auf die Dauer nicht bestehen.“ Die Partei will ihr Wahlprogramm am 11. und 12. Januar auf ihrem Parteitag in Riesa beschließen. Der Historiker Jens-Christian Wagner, Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, kritisiert die Geschichtsklitterung der AfD deutlich und sagt zu diesen Kernsätzen: „Das muss man völkisch deuten. Hier scheint die alte These der Neuen Rechten schon aus den Sechzigern durch – vom angeblichen Nationalmasochismus, in dem wir uns alle suhlen würden.“ Das Programm atme die Ideologie der extremen Rechten. Insbesondere dem Satz, ein Volk könne ohne Nationalbewusstsein nicht existieren, liege ein völkisch-nationalistisches Geschichtsverständnis zugrunde. „Mit der Formulierung ist man nicht weit entfernt von der Höcke-Rede, in der er eine ‚erinnerungspolitische Wende um 180 Grad‘ forderte“, so Wagner. Mit Sätzen wie diesem strebe die AfD eine Abkehr von der Aufarbeitung des Nationalsozialismus an. Wechselspiel zwischen Tabubruch und Selbstverharmlosung Mit ihrem Geschichtsrevisionismus gehe die Partei strategisch in ein Wechselspiel zwischen Tabubruch und anschließender Selbstverharmlosung, sagt Wagner. Das vergleichsweise zurückhaltender formulierte Parteiprogramm komme dabei der Funktion Selbstverharmlosung zu – Tabubrüche geschähen dann regelmäßig in Reden oder etwa bei „Heldengedenken“ am Volkstrauertag. Diesen Gedenktag hatten die Nationalsozialisten in „Heldengedenken“ umbenannt – zuletzt hatten mehrere AfD-Politiker sowie die AfD-Jugendorganisation an so betitelten Veranstaltungen teilgenommen