Völkischer Vormarsch in den Landesverbänden der AfD-Jugend

Der neue AfD-Jugendverband „Generation Deutschland“ baut seine Länderstrukturen weiter aus. An diesem Wochenende gründeten sich vier Landesverbände – darunter in Thüringen. Landeschef Björn Höcke schwört den Nachwuchs auf den Kampf um die Macht ein. (…) Nachdem sich im November in Gießen der Bundesverband gegründet hatte, ziehen nun die Länder nach. Dass die Thüringer AfD, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird, dabei einen Führungsanspruch reklamiert, machte Landeschef Björn Höcke klar. „Wir sind der wichtigste Landesverband der AfD in Deutschland“, sagte Höcke in seiner Rede. Dabei blieb der AfD‑Politiker in seiner üblich abgehobenen Tonalität. An den Thüringer Parteinachwuchs gewandt sagte Höcke: „Ihr seid Teil einer Leistungsgemeinschaft, die sich immer weiter perfektioniert.“ Die neue Parteijugend solle das Land vom Kopf auf die Füße stellen. „Wir wollen nicht Sterbebegleiter sein, wir wollen ein neues Leben für Deutschland“, so Höcke. Er schwelgte in Erinnerungen an seine Jugend, sprach davon, „mal Mitglied der Jungen Union“ gewesen zu sein, und spannte den Bogen zu Helmut Kohl. Unter diesem habe die CDU Anfang der Achtzigerjahre geplant, die Hälfte aller in Deutschland lebenden türkischen Bürger in ihre Heimat zurückzuschicken. „Insofern hat die CDU die Remigration erfunden, nicht die AfD“, dozierte der ehemalige Lehrer. Gewählt wurde die 23‑jährige Carolin Lichtenheld, die sich mit einer bizarren Rede um den Posten der Landesvorsitzenden bewarb. Ihre Motivation, Mitglied der AfD und der Parteijugend zu werden, sei ein Vorfall in einem Bus mit zwei „arabisch aussehenden Männern“ gewesen. Sie sei damals 14 Jahre alt gewesen, als sich einer dieser Männer neben sie gesetzt und sie berührt habe. Bis heute habe sie darüber nie gesprochen. Lichtenheld nutzte diese persönliche Geschichte, um das von der AfD seit 2015 verbreitete Narrativ von angeblich tausenden Übergriffen ausländischer Männer auf deutsche Frauen und Mädchen zu befeuern. In ihrer Rede verwendete Lichtenheld zudem völkische Begriffe wie die „Festung Europa“, die es brauche.

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„Queere Bücherkisten für Kitas“: AfD-Abgeordnete Behrendt will jedes Buch prüfen

Alle Hannoveraner Kitas haben „queere Bücherkisten“ bekommen, deren Inhalt auch moderne Familienkonstellationen thematisiert und Geschlechterrollen will. „Kein Kind im Vorschulalter braucht so etwas!“, findet AfD-Landtagsabgeordnete Vanessa Behrendt. Alle 42 Hannoveraner Kitas haben vor einigen Tagen eine „queere Bücherkiste“ bekommen: Je 14 Bücher sollen „queere Lebensrealitäten bereits im frühen Kindesalter sichtbar machen“, teilt die Stadt mit. Es gebe „Menschen unterschiedlichster Körperformen und Hautfarben, mit und ohne Behinderung. Sie haben verschiedene Geschlechter und drücken ihr Geschlecht auf vielfältige Weise aus“, erklärte die Landeshauptstadt dazu. Auch gebe es zahlreiche Familienkonstellationen abseits „der sogenannten traditionellen Vater-Mutter-Kind-Familie“. Queere Mitarbeiter haben Liste entworfen Deshalb hat die vom grünen Oberbürgermeister Belit Onay regierte Landeshauptstadt ihren Kitas „vielfältiges und altersgerechtes Material für die tägliche pädagogische Arbeit“ zur Verfügung gestellt. So könnten alle Kinder spielerisch lernen, „Unterschiede zu verstehen und wertzuschätzen“ und „sich selbst und ihre Familien in positiven Geschichten wiederzufinden“. MEHR INFORMATIONEN: Um diese Bücher geht es: Ein queerer Mitarbeiter*innenstammtisch der Landeshauptstadt hat unter der Leitung der städtischen Beauftragten für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt mehr als 100 Bücher gesichtet; 66 Titel wurden anschließend in eine Empfehlungsliste für Kindertagesstätten aufgenommen. Außerdem werden seit 2018 alle Kitaleitungen und seit 2020 schrittweise alle Kita-Teams zu den Themen LSBTIQ, Bedarfe, Haltung und pädagogischer Umgang mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt in Krippe, Kita und Hort geschult, teilte die Stadt Hannover mit. Dadurch sei das Thema in den städtischen Kitas „seit Jahren fest verankert“. Behrendt: „Übergriffige städtische Mitarbeiter mit ‚woker‘ Agenda“ Aber das gefällt nicht allen: „Natürlich ist es wichtig, älteren Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, dass es verschiedene Lebensentwürfe gibt, und dass es völlig in Ordnung ist, wenn sich Männer zu Männern hingezogen fühlen, oder Frauen zu Frauen“, so die AfD-Landtagsabgeordnete Vanessa Behrendt in einer Pressemitteilung. „Selbstverständlich!“ Hier aber „passiert anderes“, behauptet Behrendt: „Kinder werden mit Inhalten konfrontiert, die sie in einer entscheidenden Lebensphase überfordern und verunsichern. Kein Kind im Vorschulalter braucht ‚queere Bücherkisten‘!“

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OVG Berlin-Brandenburg bestätigt Schulleitung -Keine Zustim­mung für Prak­tikum bei AfD-Vor­stand

Eine Schülerin wollte ihr Praktikum bei einem AfD-Politiker absolvieren. Die Schulleitung erlaubte das nicht, weil der Landesverband Brandenburg als gesichert rechtsextrem eingestuft ist. Das muss die Schülerin hinnehmen, sagt das OVG. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg hat einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Frankfurt (Oder) bestätigt und die Beschwerde einer Schülerin zurückgewiesen, die ihr Schülerbetriebspraktikum bei einem Bundestagsabgeordneten der AfD absolvieren wollte. Die Schulleitung des von der Schülerin besuchten beruflichen Gymnasiums, die sich an einem Erlass des brandenburgischen Bildungsministeriums orientiert hat, sei nicht verpflichtet gewesen, der Durchführung des Praktikums zuzustimmen (Beschl. v. 16.01.2026, Az. OVG 3 S 5/26). Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, bei dem Schülerbetriebspraktikum handele es sich um eine schulische Veranstaltung an Stelle des Unterrichts. Daher komme der Schule im Hinblick auf ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag bei der inhaltlichen und organisatorischen Ausgestaltung des Praktikums und der Frage, ob eine Praktikumsstätte geeignet ist, ein weiter pädagogischer Gestaltungsspielraum zu. Diesen Gestaltungsspielraum hat die Schulleitung dem OVG zufolge nicht überschritten. Sie habe das das von der Schülerin gewünschte Praktikum als ungeeignet ansehen dürfen, weil der AfD-Bundestagsabgeordnete, bei dem sie es absolvieren wollte, dem Vorstand des Landesverbandes Brandenburg angehört. Dieser Landesverband war vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft worden. Keine Grundrechte der Schülerin verletzt Das Gericht betont dabei, dass die Schulleitung nicht verpflichtet gewesen sei, die Einstufung durch den Verfassungsschutz selbst zu überprüfen. Die Entscheidung der Schulleitung verstoße auch nicht gegen den verfassungsrechtlichen Gleichheitsgrundsatz aus Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz (GG) noch gegen das Recht der Schülerin auf schulische Bildung (abgeleitet aus Art. 7 GG).

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siehe auch: Fall in Brandenburg Streit über Schülerpraktikum bei der AfD – Gericht stellt sich hinter Schulleitung Als eine Schülerin aus Brandenburg bei einem AfD-Bundestagsabgeordneten ein Praktikum machen wollte, schritt die Schulleitung ein. Die Betroffene reagierte empört, doch ein Gericht hat ihre Beschwerde nun zurückgewiesen. Eine Schule ist nicht dazu verpflichtet, einem Schülerbetriebspraktikum bei einem AfD-Bundestagsabgeordneten aus Brandenburg zuzustimmen. Das hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg am Freitag bestätigt. Die Schulleitung darf demnach das von einer Schülerin gewünschte Praktikum für ungeeignet halten.

LENA KOTRÉ – AfD-Politikerin sagt Sellner-Auftritt ab – und kündigt neuen gemeinsamen Termin an

Nach öffentlichem Druck aus der AfD-Spitze hat die Brandenburger Landtagsabgeordnete Lena Kotré eine gemeinsame Veranstaltung mit dem rechtsextremen Aktivisten Martin Sellner abgesagt – bewirbt jedoch gleichzeitig einen neuen Termin unter seiner Leitung. Die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré hat nach Druck der Parteispitze eine eigene geplante Veranstaltung mit dem Rechtsextremisten Martin Sellner abgesagt. Allerdings gibt es einen zeitgleichen neuen Termin unter Leitung Sellners. „Ich habe eine wichtige Information bezüglich der Veranstaltung am 22.01.2026 in Luckenwalde. Diese ist hiermit abgesagt“, schrieb Kotré auf X. „Ich wurde jedoch zwischenzeitlich von Martin Sellner auf seine eigene Veranstaltung in Süd-Brandenburg eingeladen“, schrieb die AfD-Politikerin. „Seine Veranstaltung findet zufällig ebenfalls am Donnerstag, dem 22.01.2026 um 19:00 Uhr statt, wer sich also für meine Veranstaltung Zeit frei genommen hat, hat hier direkt eine Möglichkeit, sowohl mich als auch Herrn Sellner persönlich kennenzulernen.“

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siehe auch: Parteiinterner Streit um Auftritt Rechtsextremist Sellner spricht in Brandenburg – aber nicht mehr auf AfD-Einladung: Die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré hat nach Druck der Parteispitze eine eigene geplante Veranstaltung mit dem österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner in Luckenwalde (Teltow-Fläming) abgesagt. Allerdings gibt es einen zeitgleichen neuen Termin unter Leitung Sellners. Sie werde am 22. Januar einer Einladung von Sellner in Süd-Brandenburg folgen, schrieb Kotré beim Onlinedienst X. Veranstalter ist damit nicht mehr die AfD. Sellner sollte in Luckenwalde einen Vortrag über Remigration halten. Der AfD-Bundesvorstand hatte eine Absage der Veranstaltung gefordert. Die Bundes-Parteichefs Alice Weidel, Tino Chrupalla sowie der AfD-Landesvorsitzende René Springer bestätigten der Deutschen Presse-Agentur einen entsprechenden “Welt”-Bericht. Demnach gab es ein Gespräch Chrupallas, Weidels und Springers mit Steffen Kotré. Man gehe nach dem Gespräch davon aus, dass die Veranstaltung nicht stattfinde, sagte Chrupalla der “Welt”. Springer sagte dem rbb auf Anfrage: “Zu diesem Thema ist alles gesagt.”

Dreist oder tragisch? AfD-Austritt und monatelang nicht im Bundestag: Darum ist Sieghard Knodel abgetaucht

Er wurde für die AfD in den Bundestag gewählt – und tauchte dort monatelang nicht auf. Auch die AfD hat der Trochtelfinger Politiker Knodel verlassen. Was steckt dahinter? Einmal hat er bislang Schlagzeilen gemacht – Sieghard Knodel aus Trochtelfingen-Mägerkingen (Kreis Reutlingen). Das war, als der frisch gewählte AfD-Bundestagsabgeordnete am 5. Mai 2025 aus der Partei austrat. Der Grund: Der Verfassungsschutz hatte die AfD wenige Tage zuvor als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Die Einstufung ist derzeit wegen einer Klage der Partei ausgesetzt. Doch inzwischen stellt sich die Frage: Nimmt Knodel, der jetzt fraktionslos im Bundestag sitzt, viel Geld mit, ohne die dafür vorgesehene Leistung zu erbringen? AfD-Aus aus betrieblichen Gründen Der Unternehmer Sieghard Knodel kehrte der AfD im vergangenen Jahr den Rücken: Er wollte nicht wegen inhaltlicher Gründe raus aus der Partei, sondern weil sowohl Kunden als auch seine Familie ihm signalisiert hätten, dass sie nichts zu tun haben wollten mit jemandem, der in einer als rechtsextremistisch eingestuften Partei ist. Es ging Knodel also darum, das Familienunternehmen zu schützen – eine in ganz Baden-Württemberg tätige Firma für Hubarbeitsbühnen. Knodel ist in Sachen AfD zwiegespalten Nach seinem Austritt sei er erstmal für zwei Wochen abgetaucht, erzählt er. Dazu habe das Landeskriminalamt ihm geraten. Man habe Übergriffe von AfD-Anhängern befürchtet. Das Landeskriminalamt bestätigt das mit Verweis auf den Persönlichkeitsschutz und polizeitaktische Gründe nicht. Sieghard Knodels Haltung zur AfD ist bis heute zwiespältig. Die Partei habe gute Ansätze, sagt er. Er halte es für richtig, eigene Werte zu haben, die “abendländische Kultur” zu verteidigen und nicht alles der “grünen, linken Woke” zu überlassen. Menschengemachten Klimawandel gibt es für Knodel nicht. Die CO2-Steuer gehöre abgeschafft. AfD Reutlingen für Knodel ein unorganisierter Haufen Doch je weiter er von der Partei weg sei, desto mehr merke er: In der AfD werde vor allem polarisiert. Angesprochen auf den Umgang mit Ausländern, distanziert er sich klar. Er selbst habe eine Türkin als Mitarbeiterin im Bundestag. Den AfD-Kreisverband Reutlingen beschreibt er rückblickend als “unorganisierten Haufen”, in dem keine Diskussionen möglich seien. Es gebe null Toleranz für andere Meinungen. Knodel tauchte nicht in Berlin auf Doch nun zu Sieghard Knodel selbst. Nachdem er bei der ersten Sitzung des Bundestags im März 2025 dabei war, tauchte er monatelang nicht mehr auf. Bis Ende Oktober. Das bestätigen die Plenarprotokolle des Deutschen Bundestags. Demnach ist er zunächst unentschuldigt abwesend. Ab Mai wird er als “entschuldigt” aufgeführt. Den Grund für sein Fernbleiben wollte er lange nicht öffentlich machen. Jetzt sagte er: Er hatte einen Burnout. Dem Bundestag habe er ein entsprechendes Attest vorgelegt. Knodel erzählt, dass er seit einem fast tödlichen Unfall 2013 immer wieder massive gesundheitliche Probleme habe. 2024 habe sich alles zugespitzt. Er habe eine große Operation in Reutlingen gehabt. Danach sei er Richtung Burnout geschliddert. Ein Attest werde er weder der Presse noch sonst jemandem vorlegen, sagte er dem SWR. Das gehe nur die Bundestagsverwaltung etwas an.

via swr: Dreist oder tragisch? AfD-Austritt und monatelang nicht im Bundestag: Darum ist Sieghard Knodel abgetaucht

sieeh auch: AfD: Politiker fehlte monatelang im Bundestag – und kassiert trotzdem Er lässt sich selten blicken, hat kein Büro, aber kassiert knapp 17.000 Euro im Monat: Bundestagsabgeordneter Sieghard Knodel. Was steckt hinter dem Phantom-Mandat? Er wurde überraschend gewählt – und erschien dann nicht: Zunächst war Sieghard Knodel für die AfD in den Bundestag eingezogen, dann wurde er wochenlang nicht im Plenum gesehen. Mehr als ein halbes Jahr lang blieb der Bundestagsabgeordnete von der Bildfläche verschwunden. Laut einem aktuellen Bericht wurde Knodel nach seiner Wahl im Herbst 2024 zum Phantom im Parlament. Der Verdacht lag nahe: Kassiert hier ein Abgeordneter Diäten, ohne zu liefern? Fettes Gehalt trotz Fernbleiben: Ex-AfD-Politiker äußert sich Am 5. Mai 2025 trat Sieghard Knodel aus der AfD aus. Nur wenige Tage zuvor hatte der Verfassungsschutz die Partei als “gesichert rechtsextremistisch” eingestuft, derzeit wird die Entscheidung rechtlich angefochten. Für Knodel war das zu diesem Zeitpunkt offenbar zu viel: Einem aktuellen Bericht des SWR zufolge befürchtete er wirtschaftlichen Schaden für sein Familienunternehmen, eine in Baden-Württemberg aktive Firma für Hubarbeitsbühnen. (…) In den Protokollen des Bundestags taucht Knodel nach seiner ersten Sitzung im März 2025 monatelang nicht mehr auf. Erst im Oktober wird seine Abwesenheit dokumentiert. Zunächst unentschuldigt, später mit Attest. Der Grund: Burnout.

AFD VS. ERNEUERBARE ENERGIEN – „Windmühlen der Schande“ reloaded

Energiepolitische Offensive: Die AfD attackiert den Ausbau der erneuerbaren Energien – und begründet das vor allem mit Naturschutz. Tatsächlich geht es der Partei um eine fundamentale Wende. Zudem beruft sie ein „Windkraft-Symposium“ ein. AfD-Chefin Alice Weidel sorgte im vergangenen Jahr mit ihrem Ruf nach einem Abriss der „Windmühlen der Schande“ bei Politik und Wirtschaft für Empörung. Nun legt die AfD nach: Mit Anträgen im Bundestag und einem eigenen „Windkraft-Symposium“ nimmt sie erneut die erneuerbaren Energien ins Visier. Am Freitag standen im Bundestag fünf Anträge der Fraktion zur Beratung auf der Tagesordnung — alle mit einem Ziel: dem Ausbau der erneuerbaren Energien ein Ende zu setzen. Die offizielle Begründung lautet, man wolle Kommunen, Landschaft und Natur schützen. Besonders um die Insektenbiomasse und -vielfalt sorgt sich die Fraktion, auch ein Fledermaussterben soll verhindert werden. „Es geht ihnen in Wirklichkeit doch nicht um Artenvielfalt. Es geht ihnen darum, Zweifel zu sähen, Angst zu schüren und am Ende wieder dort zu landen, wo sie immer landen: bei ihren ewiggestrigen energiepolitischen Fantasien“, warf der CDU-Abgeordnete Klaus Mack im Plenum der AfD vor. Philipp Rottwilm von der SPD scherzte, es sei „amüsant, wenn die AfD über Nacht zur Naturschutzpartei wird“. In der Rede der AfD-Abgeordneten Carolin Bachmann wurde dann deutlich, worum es eigentlich ging: „Es war ein schwerer Fehler, 17 sichere Kernkraftwerke abzuschalten“, sagte sie. Etwa eine Stunde und 20 Minuten wurde im Plenum darüber debattiert — offenbar zu wenig für die Partei.

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AFD-ABGEORDNETER VOR GERICHT Prozess gegen Daniel Halemba: Kameraden schweigen

Im Volksverhetzungsprozess gegen den AfD-Landtagsabgeordneten und extrem rechten Burschenschafter Daniel Halemba ringt das Würzburger Amtsgericht mit mauernden Zeugen, vorgeschobenen Erinnerungslücken und einer angreifbaren Ermittlungsarbeit. Ob die Beweise am Ende für eine Verurteilung reichen werden, lässt sich kaum absehen. Den einen oder anderen interessanten Einblick in das Innenleben der Rechtsaußenpartei und ihres Umfelds eröffnet der Prozess aber durchaus. André Lihl hat sich noch nicht richtig hingesetzt, da fängt er schon an zu schimpfen. Über die „Schmierfinken“ von der Presse zieht der Würzburger AfD-Mann her, über das Strafverfahren gegen seinen Parteifreund Daniel Halemba, in dem es doch lediglich um einen „Mückenstich“ gehe. Halemba, 24 Jahre alt und jüngster Abgeordneter im bayerischen Landtag, ist wegen Volksverhetzung, Geldwäsche, Nötigung und Sachbeschädigung angeklagt. Seit Anfang Januar wird darüber in Würzburg vor dem Amtsgericht verhandelt. Vor zwei Jahren fand Lihl noch, dass der extrem rechte Burschenschafter auf sein Abgeordnetenmandat verzichten solle. Jedenfalls sagte er das in einer wütenden Wortmeldung beim Landesparteitag am 13. Januar 2024 in Greding. Als der 57-Jährige nun als Zeuge vor Gericht aussagen soll, will er sich daran nicht mehr erinnern können. „Ich bin sieben Jahre bei der AfD und halte beim Landesparteitag immer eine Rede“, sagt er. Da wisse er doch nicht mehr, was er damals erzählt habe. „Halemba war am Boden, ich hab´ nachgetreten“ Und: „Was interessiert mich, was ich letzte Woche gesagt hab!“ Erst als ihm ein Video seiner Wutrede vorgespielt wird, gibt er zu: Ja, war wohl so. Aber er habe es bei seinen Vorwürfen mit der Wahrheit nicht so genau genommen. „Man übertreibt immer“, erklärt er. „Halemba war am Boden, ich hab´ nachgetreten, das war alles.“ Es geht um das, was in der Anklage als versuchte Nötigung und Sachbeschädigung eingestuft wird: Im Mai 2023 sollen Halemba und sein mitangeklagter Parteifreund Harald D., wie Halemba Mitglied der vom Verfassungsschutz beobachteten extrem rechten Würzburger Burschenschaft Teutonia Prag, spätabends vor der Kanzlei des Rechtsanwalts Thomas Bayer in Würzburg randaliert haben. Sie sollen zusammen mit weiteren Beteiligten im Treppenhaus herumgegrölt und mehrfach gegen die Tür getreten haben. Tirade gegen die Grünen André Lihl sprach in seiner Parteitagsrede sogar von einem „Eintreten“ der Tür – und rückte die Aktion in Zusammenhang mit dem Parteiausschlussverfahren gegen eine Parteikollegin, das Bayer als Präsident des AfD-Landesschiedsgerichts zu bearbeiten hatte. Kurz zuvor seien die Angeklagten auch bei ihm gewesen, sagte Lihl damals. Wohl weil er eine falsche eidesstattliche Erklärung mit Vorwürfen gegen die AfDlerin, die er auf Bitte von Harald D. unterschrieben habe, wieder zurückgezogen habe und die beiden Burschenschafter eine „Rücknahme der Rücknahme“ hätten erreichen wollen. Aber er habe sie nicht hereingelassen. Vor Gericht möchte der „selbstständige Unternehmer“, als der er sich bezeichnet, zu alledem so wenig wie möglich sagen. Stattdessen nutzt er seinen Auftritt, um immer wieder lauthals gegen die Grünen zu hetzen und längst widerlegte Lügen über Claudia Roth zu verbreiten. Dem Gericht gelingt es nur mit Mühe, seine Tiraden zu stoppen. Um es freundlich zu formulieren: Impulskontrolle dürfte nicht die größte Stärke von André Lihl sein. Verteidiger verharmlost eigene Vorwürfe Auch Bayer selbst hatte seinerzeit den Zusammenhang zwischen dem unerwünschten Besuch und dem Parteiausschlussverfahren hergestellt. Aufgebracht beklagte er sich bei Bezirks- und Landesvorstand, ärgerte sich über eine ausbleibende Reaktion und erstattete schließlich Strafanzeige gegen Halemba und Harald D. wegen eines bunten Straußes möglicher Delikte – von Ruhestörung und Sachbeschädigung über Hausfriedensbruch und Stalking bis zu Nötigung und Erpressung. Im Laufe der Zeit schwächte er seine Vorwürfe jedoch immer mehr ab. Im Prozess tritt er nun zugleich als Verteidiger von Harald D. und als Entlastungszeuge auf und verkündet: alles halb so wild. „Es macht keinen Sinn, dass wir uns hier mit Mist bewerfen“, sagt er

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