So gut besucht wie nie zuvor seien die Hayek-Tage 2026, verkündet der Veranstalter stolz. Und das, obwohl gemäßigtere Stimmen den neoliberalen Think-Tank aufgrund seiner kontinuierlichen Radikalisierung schon vor Jahren verlassen haben. Christian Lindner zog bereits 2015 die Reißleine; Alice Weidel und Beatrix von Storch hingegen sind geblieben. Die extreme Rechte muss man im Publikum ohnehin nicht lange suchen. Zahlreiche aktive AfD-Mitglieder lauschen den Reden gegen den Sozialstaat und nicken zustimmend: Der Staat solle sich heraushalten, die Unternehmen würden das schon richten. Die Schwachen werden wegrationalisiert und das Recht des Stärkeren dominiert. Einer, der gut in das rund 100 Köpfe zählende Publikum passt, ist Otto Cornelius, Funktionär der Jugendorganisation und im Landesvorstand der AfD in Niedersachsen. Prominent in der ersten Reihe sitzt zudem Joachim Starbatty, ein Ehrengast, der den Marsch durch die Parteien bereits hinter sich hat. Als ehemaliges CDU-Mitglied verließ er die Partei in den Neunzigern, legte mit der »Wahlalternative 2013« den Grundstein für die AfD und war zwischenzeitlich deren Mitglied. Auch heute plädiert er mehrfach für einen offeneren Umgang mit Rechtsaußen. Solche Biografien finden sich im Saal zuhauf. Spannend ist auch die Teilnahme von Ulrich Vosgerau: Das CDU-Mitglied mit engen Verbindungen zur AfD nahm nicht nur am Potsdamer Treffen teil, sondern vertritt auch die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung vor Gericht. Schon das Eingangsstatement von Carlos Gebauer, ehemaliger RTL-Reality-Strafverteidiger und Mitglied des Hayek-Vorstands, setzt den Rahmen für die folgende ideologische Marschrichtung. Er bezieht sich positiv auf Kinderarbeit, zieht beim Thema Impfungen Vergleiche zur NS-Gesetzgebung und instrumentalisiert »Nie wieder ist jetzt«. Zugleich beteuert er, der »Liberalismus« der Hayek-Gesellschaft sei weder links noch rechts. Als die Organisatoren allerdings feststellen, dass sich unter die rechten Medienvertreter auch ein linker Journalist gemischt hat, wird es unruhig. Bildaufnahmen werden durchforstet, es wird eine Distanzierung vom Antifaschismus eingefordert und man macht Fotos von mir. Nach längerer Diskussion und nachdem ich erkläre, ordentlich akkreditiert zu sein, wird meine Anwesenheit schließlich geduldet. Allerdings unter der Bedingung, dass ich in der ersten Reihe Platz nehme. Man wolle mich im Blick behalten. Während das Publikum aus vornehmlich älteren Herren bei einigen Vorträgen in einen leichten Dämmerschlaf fällt und fast Friedhofsstimmung aufkommt, kochen die Emotionen bei anderen Themen hoch. Die Corona-Schutzmaßnahmen werden als Ursünde der staatlichen Einmischung zelebriert. Besonders Stefan Homburg, eine prominente Figur der verschwörungsideologischen Szene, erntet Applaus. Auch der fundamentalistische Anti-Abtreibungsaktivist Paul Cullen wird von der Bühne herab für seine Anwesenheit gelobt. Er fragt das Podium, welches »Gegengift« es zur »Entleerung des Familienbegriffs« gäbe. Eine Preisträgerin, die in der Anti-Islam-Bewegung aktiv ist, liefert unfreiwillig die passendste Zusammenfassung für den Saal: Viele hier würden sich nicht trauen, ihre wahre Meinung zu sagen, weil sie nicht als Nazis bezeichnet werden wollten. Womöglich liegt das schlicht daran, dass ihr Menschenbild dem historischen Faschismus erschreckend nahekommt. Beraterin der Bundesregierung als Referentin Dass mit Veronika Grimm eine der wichtigsten Wirtschaftsberaterinnen der Bundesregierung hier ausgezeichnet wird und einen Vortrag hält, sorgte bereits im Vorfeld für Kritik. Das Netzwerk Plurale Ökonomik bezeichnete dies als »Armutszeugnis«, kritisierte die Hayek-Gesellschaft für »antidemokratische Rhetorik und Marktfundamentalismus« sowie die offene Bewunderung für den argentinischen Präsidenten Javier Milei. Grimm, im Rat der Wirtschaftsweisen ohnehin durch viele Minderheitsvoten in einer Sonderposition, beschwört in ihrem Vortrag weniger staatliche Eingriffe und setzt dafür zu einem bizarren Exkurs zu »Asien« und Straßenverkehr an
„Wir diskutieren nicht mit der AfD“ : Neuköllner Kreisverbände von SPD, Grünen und Linken wollen Hass keine Bühne geben
In Berlin wollen die Neuköllner Kreisverbände zukünftig nicht mehr an Veranstaltungen mit der AfD teilnehmen. Die CDU will weiterhin dafür offenbleiben – und kritisiert die anderen Parteien. Von Masha Slawinski Stand: heute, 10:59 Uhr Keine Diskussion mit der AfD: Darauf haben sich die Neuköllner Kreisverbände von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke im Rahmen einer Erklärung verständigt. Im Wahlkampf zur Berliner Abgeordnetenhauswahl und zur Bezirksverordnetenversammlung wollen sie nicht an politischen Veranstaltungen teilnehmen, an denen Vertreterinnen und Vertreter der AfD oder anderer rechtsextremer Gruppen beteiligt sind. „Demokratie braucht Widerspruch, Vielfalt und Diskussion – aber keine Bühne für Hass und Ausgrenzung“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung am Donnerstag. Die Kreisverbände begründen ihre Entscheidung unter anderem mit der aus ihrer Sicht demokratiefeindlichen und menschenverachtenden Rhetorik der AfD. „Es ist wichtiger denn je, sich faschistischen und extrem rechten Kräften entgegenzustellen“, sagt Jorinde Schulz, Sprecherin der Linken Neukölln. Zudem beziehen sich die Parteien auf die Einstufung der AfD als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ durch das Bundesamt für Verfassungsschutz im Mai 2025. Diese Einstufung wird derzeit gerichtlich überprüft, nachdem die AfD dagegen geklagt hatte. Außerdem nennen sie die rechte Anschlagsserie in Neukölln als Hintergrund für ihre Erklärung. Über Jahre hinweg kam es dabei in Neukölln zu Drohungen, Sachbeschädigungen und Einschüchterungen gegen Menschen, die sich im Bezirk gegen Rechtsextremismus und Rassismus engagierten.
via tagesspiegel: „Wir diskutieren nicht mit der AfD“ : Neuköllner Kreisverbände von SPD, Grünen und Linken wollen Hass keine Bühne geben

AfD-Kreisverband Stuttgart: Ehemaliger Schatzmeister soll sich persönlich bereichert haben
Im mutmaßlichen Untreue-Fall beim AfD-Kreisverband Stuttgart hat sich ein ehemaliger Schatzmeister offenbar persönlich bereichert. SWR-Recherchen bestätigen einen Bericht der “BILD”-Zeitung. Mal sind es Einkäufe bei C&A für 597,70 Euro, mal ist es eine dubiose Überweisung von rund 1.400 Euro mit Hilfe des Dienstleisters Klarna. Es sind teils merkwürdige Kontenbewegungen, für die der ehemalige und inzwischen verstorbene Schatzmeister des Kreisverbandes Stuttgart verantwortlich gewesen sein soll. Das legen Kontoauszüge des AfD-Kreisverbandes Stuttgart nahe, die dem SWR vorliegen. Zuerst hatte die “BILD”-Zeitung darüber berichtet. Der Verdacht: Der Mann soll sich persönlich bereichert haben. Ins Gewicht fallen vor allem Transfers, die der Mann vom AfD-Konto über mehrere Jahre mutmaßlich auf sein eigenes privates Konto getätigt hat. Es geht um einen insgesamt sechsstelligen Betrag. Über diese Transfers und wer letztlich Empfänger des Geldes war, gab es seit Tagen Spekulationen. Haben noch andere von den Machenschaften des ehemaligen Schatzmeisters profitiert? Nach Recherchen der “BILD”-Zeitung soll tatsächlich der Schatzmeister selbst Inhaber des Kontos gewesen sein. Informationen des SWR bestätigen dies. Um diese Transfers zu verschleiern, nutzte der Mann als Empfänger den Namen einer Firma in Böblingen. Das geht aus den Kontoauszügen hervor. Auf Anfrage teilte die Böblinger Firma mit, sie gehe von einem Missbrauch ihres Firmennamens aus. Der Landesvorsitzende der AfD in Baden-Württemberg, Emil Sänze, sagte dem SWR, die Firma habe vor 2022 tatsächlich drei Aufträge des AfD-Kreisverbandes erhalten, danach habe der ehemalige Schatzmeister den Namen der Firma für seine eigenen Zwecke genutzt.
via swr: AfD-Kreisverband Stuttgart: Ehemaliger Schatzmeister soll sich persönlich bereichert haben
siehe auch: AfD-Politiker stahl der Partei offenbar 162.000 Euro. Ein AfD-Politiker verstarb und plötzlich stellte ein Parteikollege fest: 162.000 Euro von dem Parteikonto fehlen. Jetzt kommt heraus, wofür er es offenbar ausgegeben hat. Ein lokaler AfD-Politiker hat offenbar 162.000 Euro aus der Parteikasse entwendet. Der mittlerweile verstorbene Björn Anderßon soll damit unter anderem private Kreuzfahrten bezahlt haben, berichtet die “Bild”. Anderßon war Schatzmeister der AfD Stuttgart sowie Vize-Chef im Finanzrat des baden-württembergischen Landesverbands. Am 17. Mai dieses Jahres starb er dann mit 46 Jahren. In der Folge fiel dem Stuttgarter AfD-Vorsitzenden Andreas Mürter offenbar auf, dass sich auf dem Parteikonto lediglich 800 Euro befanden. Daraufhin informierte Mürters Anwältin offenbar die Bundesparteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla. In dem Schreiben bezifferte sie die fehlende Summe auf 162.000 Euro. Allerdings sollen davon allein 98.000 Euro von der Techniker-Krankenkasse zwischenzeitlich auf das AfD-Konto geflossen sein. Dort arbeitete Anderßon als Kundenbetreuer. Er überwies das Geld offenbar illegalerweise auf das Parteikonto, um es später privat zu verwenden
„Brauner Fleck“: Protest gegen ersten AfD-Kulturreferenten Bayerns
Erstmals in Bayern hat ein AfD-Stadtrat den Posten des Kulturreferenten ergattert. Die Kulturszene von Tittmoning schäumt, auch überregional regt sich Widerstand. Der Bürgermeister überlegt, ob die Wahl rückgängig gemacht werden kann. Tittmoning – Oberbayerns zweitkleinste Stadt Tittmoning im Kreis Traunstein, nah an der Grenze zu Österreich, rühmt sich, eine überregional bedeutende Kulturszene zu haben. Die ist nun in heller Aufregung. Grund ist, dass der Stadtrat nach der Kommunalwahl den AfD-Stadtrat Sebastian Gruttauer zum Referenten für Kultur, Brauchtum und Tradition gewählt hat. Ein AfD-Kulturreferent – das gibt es bisher in keiner anderen Stadt im Freistaat. Bayern-Wetter aktuell: 28. Mai 2026 0:41 Spricht sich für „Remigration“ aus – Neuer Kulturreferent sorgt für Empörung Gruttauer, der als ehemaliger Trachtenvorstand oft in Lederhosen auftritt und gerne betont Bairisch spricht, ist aktives Mitglied bei der neuen AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“. Auf Instagram kann man verfolgen, welchem Gedankengut Gruttauer anhängt: Er wirbt für den AfD-Rechtsaußen Björn Höcke und spricht sich für „Remigration“ aus (weil man „mehr und mehr zur Minderheit“ wird). Er nimmt an Tagungen „zum linksextremen Ökosystem“ teil, er teilt Beiträge, in denen der „Abzug aller Besatzungstruppen“ gefordert wird, damit es „endlich ein freies und souveränes Deutschland“ geben kann. Nun soll der 32-Jährige Vernissagen eröffnen, Grußworte sprechen und den Kontakt zur hiesigen Kulturszene halten.
via merkur: „Brauner Fleck“: Protest gegen ersten AfD-Kulturreferenten Bayerns
Kanye West Welcomed by City of Tampa and Raymond James Financial Despite Rapper’s Nazi Leanings, So Far Slow Ticket Pre-Sales
Apparently, the city of Tampa is ok with Kanye West. So is Raymond James Financial Services in St. Petersburg, Florida. They’re welcoming the pro-Hitler, Nazi leaning rapper to the Raymond James Stadium on Friday, June 26th. The financial firm has naming right on the stadium, which is owned by the city of Hillsborough, Florida and financed with public funds. They’re all cool with Kanye, singer of “Heil Hitler,” and seller of swastika emblazoned t shirts coming to their town for a musical night. They don’t seem to be aware of the outrage Ye’s shows caused in Los Angeles. Or that he’s been banned from performing in several countries including England and France. Hey– it’s May. That was so April. If I were a Jewish customer of Raymond James,
Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen Erkrather AfD-Politiker
Wie der WDR erfuhr, ermittelt die Staatsanwaltschaft Wuppertal gegen einen Erkrather Politiker wegen des Anfangsverdachts der Volksverhetzung. Der Mann sitzt für die AfD sowohl im Rat der Stadt als auch im Kreistag Mettmann. Grund für die Ermittlungen sind mehrere Social Media Posts auf dem privaten X-Account des Ratsmitglieds Anfang Januar. In diesen fordert der Lokalpolitiker unter anderem eine “Brandmarkung” für ausreisepflichtige Menschen sowie Militäreinsätze und Schusswaffengebrauch vor Moscheen. Zugänglich sind die Posts inzwischen nicht mehr. Screenshots liegen dem WDR jedoch vor. AfD: Kein Kommentar Kommentieren will der AfD-Mann die Posts sowie die Ermittlungen gegen ihn nicht. Auch AfD-Kreisverbandschef Bernd Ulrich verweist auf die laufenden Ermittlungen, wegen derer man sich nicht äußern könne. Der AfD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Hans-Dieter Schneider, ließ eine WDR-Anfrage bislang unbeantwortet. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Erkrather Rat, Peter Knitsch, sagt, er habe den AfD-Politiker in mehreren Ausschüssen mit den Vorwürfen konfrontiert. In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses habe der Beschuldigte dann Stellung bezogen, erklärt Knitsch im Gespräch mit dem WDR. Dabei habe dieser jedoch auf sein Recht auf Meinungsfreiheit verwiesen.
via wdr: Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen Erkrather AfD-Politiker
Nach Rassismus-Witz: Ratsmitglied Tobias Dämgen verlässt WWW
Nach mehreren Austritten aus „Worms will weiter“ zieht nun auch der Stadtrat Tobias Dämgen Konsequenzen. Was sagt er zu der Debatte rund um den rassistischen Witz? Es sei für ihn unausweichlich, die logische Konsequenz: Das Wormser Stadtratsmitglied Tobias Dämgen, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende von „Worms will weiter“, verlässt den Verein. „Ich bin in einer Position, in der ich nie stehen wollte, in die ich nie gehört hätte, und aus der heraus dieser Schritt die einzige Antwort ist, die ich mit mir vereinbaren kann“, sagt er. Was ist passiert? Auslöser ist ein rassistischer Witz, der von einem Mitglied des Vereinsvorstands an Dennis Welker gesendet wurde. Dieser machte den Witz öffentlich, der Vorstand reagierte mit einer Stellungnahme: Der Inhalt sei „offenbar in der Annahme geteilt worden, es handele sich um einen ‚harmlosen‘ Witz unter Bekannten“. Man verurteile den Inhalt. In einem Schreiben zu ihrem Austritt bemängelten Dennis und Nadine Welker dann den mangelhaften Umgang des Vorstands, schrieben von Verharmlosung von Rassismus und Sexismus. Vier weitere Mitglieder traten ebenfalls aus – unter anderem Dämgens Frau Mirjam. Ein Angebot dieser Redaktion für eine journalistisch faire eigene Darstellung durch den Sender des Witzes wurde indes ausgeschlagen. Der Vorstandsvorsitzende Mathias Englert weigert sich, den anonym verbliebenen Mann mit dieser Bitte zu kontaktieren. „Ihr kennt mich. Ihr wisst, wie ich bin, wofür ich stehe und was mir wichtig ist. Und ich glaube, ihr versteht, dass ich in dieser Situation keine andere Wahl habe“, schreibt Dämgen in seiner eigenen Austrittserklärung. Warum er im Vergleich zu den anderen noch so lange gewartet habe? „Die Hoffnung ist zuletzt gestorben“, sagt er. Dämgen habe gehofft, dass die Debatte etwas anstoße, die Vereinsmitglieder wachrüttele. Denn er betont, dass die Mehrheit im Verein „gute, klare“ Leute seien, die sich klar positionieren wollten. Doch seit den ersten Austritten sei im Verein nichts weiter passiert. „Genau das ist der Punkt“, meint Dämgen. Dem Vorstand sei das Ausmaß der Brisanz und der Wichtigkeit nicht bewusst. Dämgen bemängelt, dass es keine klare Kante, keine Einordnung, keinen Willen, etwas zu ändern, gegeben habe.
via wormser zeitung: Nach Rassismus-Witz: Ratsmitglied Tobias Dämgen verlässt WWW