Nach mehreren Austritten aus „Worms will weiter“ zieht nun auch der Stadtrat Tobias Dämgen Konsequenzen. Was sagt er zu der Debatte rund um den rassistischen Witz? Es sei für ihn unausweichlich, die logische Konsequenz: Das Wormser Stadtratsmitglied Tobias Dämgen, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende von „Worms will weiter“, verlässt den Verein. „Ich bin in einer Position, in der ich nie stehen wollte, in die ich nie gehört hätte, und aus der heraus dieser Schritt die einzige Antwort ist, die ich mit mir vereinbaren kann“, sagt er. Was ist passiert? Auslöser ist ein rassistischer Witz, der von einem Mitglied des Vereinsvorstands an Dennis Welker gesendet wurde. Dieser machte den Witz öffentlich, der Vorstand reagierte mit einer Stellungnahme: Der Inhalt sei „offenbar in der Annahme geteilt worden, es handele sich um einen ‚harmlosen‘ Witz unter Bekannten“. Man verurteile den Inhalt. In einem Schreiben zu ihrem Austritt bemängelten Dennis und Nadine Welker dann den mangelhaften Umgang des Vorstands, schrieben von Verharmlosung von Rassismus und Sexismus. Vier weitere Mitglieder traten ebenfalls aus – unter anderem Dämgens Frau Mirjam. Ein Angebot dieser Redaktion für eine journalistisch faire eigene Darstellung durch den Sender des Witzes wurde indes ausgeschlagen. Der Vorstandsvorsitzende Mathias Englert weigert sich, den anonym verbliebenen Mann mit dieser Bitte zu kontaktieren. „Ihr kennt mich. Ihr wisst, wie ich bin, wofür ich stehe und was mir wichtig ist. Und ich glaube, ihr versteht, dass ich in dieser Situation keine andere Wahl habe“, schreibt Dämgen in seiner eigenen Austrittserklärung. Warum er im Vergleich zu den anderen noch so lange gewartet habe? „Die Hoffnung ist zuletzt gestorben“, sagt er. Dämgen habe gehofft, dass die Debatte etwas anstoße, die Vereinsmitglieder wachrüttele. Denn er betont, dass die Mehrheit im Verein „gute, klare“ Leute seien, die sich klar positionieren wollten. Doch seit den ersten Austritten sei im Verein nichts weiter passiert. „Genau das ist der Punkt“, meint Dämgen. Dem Vorstand sei das Ausmaß der Brisanz und der Wichtigkeit nicht bewusst. Dämgen bemängelt, dass es keine klare Kante, keine Einordnung, keinen Willen, etwas zu ändern, gegeben habe.
via wormser zeitung: Nach Rassismus-Witz: Ratsmitglied Tobias Dämgen verlässt WWW