Im mutmaßlichen Untreue-Fall beim AfD-Kreisverband Stuttgart hat sich ein ehemaliger Schatzmeister offenbar persönlich bereichert. SWR-Recherchen bestätigen einen Bericht der “BILD”-Zeitung. Mal sind es Einkäufe bei C&A für 597,70 Euro, mal ist es eine dubiose Überweisung von rund 1.400 Euro mit Hilfe des Dienstleisters Klarna. Es sind teils merkwürdige Kontenbewegungen, für die der ehemalige und inzwischen verstorbene Schatzmeister des Kreisverbandes Stuttgart verantwortlich gewesen sein soll. Das legen Kontoauszüge des AfD-Kreisverbandes Stuttgart nahe, die dem SWR vorliegen. Zuerst hatte die “BILD”-Zeitung darüber berichtet. Der Verdacht: Der Mann soll sich persönlich bereichert haben. Ins Gewicht fallen vor allem Transfers, die der Mann vom AfD-Konto über mehrere Jahre mutmaßlich auf sein eigenes privates Konto getätigt hat. Es geht um einen insgesamt sechsstelligen Betrag. Über diese Transfers und wer letztlich Empfänger des Geldes war, gab es seit Tagen Spekulationen. Haben noch andere von den Machenschaften des ehemaligen Schatzmeisters profitiert? Nach Recherchen der “BILD”-Zeitung soll tatsächlich der Schatzmeister selbst Inhaber des Kontos gewesen sein. Informationen des SWR bestätigen dies. Um diese Transfers zu verschleiern, nutzte der Mann als Empfänger den Namen einer Firma in Böblingen. Das geht aus den Kontoauszügen hervor. Auf Anfrage teilte die Böblinger Firma mit, sie gehe von einem Missbrauch ihres Firmennamens aus. Der Landesvorsitzende der AfD in Baden-Württemberg, Emil Sänze, sagte dem SWR, die Firma habe vor 2022 tatsächlich drei Aufträge des AfD-Kreisverbandes erhalten, danach habe der ehemalige Schatzmeister den Namen der Firma für seine eigenen Zwecke genutzt.
via swr: AfD-Kreisverband Stuttgart: Ehemaliger Schatzmeister soll sich persönlich bereichert haben
siehe auch: AfD-Politiker stahl der Partei offenbar 162.000 Euro. Ein AfD-Politiker verstarb und plötzlich stellte ein Parteikollege fest: 162.000 Euro von dem Parteikonto fehlen. Jetzt kommt heraus, wofür er es offenbar ausgegeben hat. Ein lokaler AfD-Politiker hat offenbar 162.000 Euro aus der Parteikasse entwendet. Der mittlerweile verstorbene Björn Anderßon soll damit unter anderem private Kreuzfahrten bezahlt haben, berichtet die “Bild”. Anderßon war Schatzmeister der AfD Stuttgart sowie Vize-Chef im Finanzrat des baden-württembergischen Landesverbands. Am 17. Mai dieses Jahres starb er dann mit 46 Jahren. In der Folge fiel dem Stuttgarter AfD-Vorsitzenden Andreas Mürter offenbar auf, dass sich auf dem Parteikonto lediglich 800 Euro befanden. Daraufhin informierte Mürters Anwältin offenbar die Bundesparteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla. In dem Schreiben bezifferte sie die fehlende Summe auf 162.000 Euro. Allerdings sollen davon allein 98.000 Euro von der Techniker-Krankenkasse zwischenzeitlich auf das AfD-Konto geflossen sein. Dort arbeitete Anderßon als Kundenbetreuer. Er überwies das Geld offenbar illegalerweise auf das Parteikonto, um es später privat zu verwenden